![]() |
|
Bonding time between family - Druckversion +- Facing the Storm (https://facingthestorm.de) +-- Forum: Was einst geschah (https://facingthestorm.de/forumdisplay.php?fid=24) +--- Forum: Was längst vergessen war (https://facingthestorm.de/forumdisplay.php?fid=32) +---- Forum: Inplay (https://facingthestorm.de/forumdisplay.php?fid=37) +----- Forum: August 1016 ndV (https://facingthestorm.de/forumdisplay.php?fid=87) +------ Forum: Farynn - Das Herbstland (https://facingthestorm.de/forumdisplay.php?fid=114) +------ Thema: Bonding time between family (/showthread.php?tid=224) Seiten:
1
2
|
Bonding time between family - Ana Henaghen - 05-04-2024 Bonding time between
family
First post ![]() "Kümmere dich morgen darum, dass die Bediensteten mehr Gedeck vorbereiten, Rory", sagte er plötzlich und blickte ihren Bruder an. Ana sah nun auf und blickte zwischen ihrem Vater und Bruder kurz hin und her. Sie wunderte sich warum ihr Vater wollte, dass mehr Gedeck vorbereitet werden sollte. Bekamen sie Besuch? War es ein hoher Besuch? "Ich bekomme Besuch von ein paar alten Jagdfreunden", meinte er dann. "Ich dulde keine Peinlichkeiten wie damals als deine Mutter vergessen hatte, es zu tun. Dein Kopf wird hoffentlich nicht voll von unsinnigen Dingen sein wie der deiner Mutter." Er trank einen kräftigen Schluck von seinem Wein. Die Prinzessin hielt inne als sie die Worte ihres Vaters hörte. Sie spürte wie Wut sie erfüllte und sie konnte sich kaum zurückhalten, ihren Vater anzubrüllen. Sie hasste es wenn er schlecht über ihre Mutter sprach. Die rothaarige war meistens, seit sie ihre Mutter verloren hatten, zurückhaltend und sprach nicht viel. Sie fürchtete sich auch vor ihrem Vater. Tiarnan konnte ein sehr strenger Mann sein. Doch wenn er so über sie sprach, brach die Wut beinahe aus ihr heraus und es war schwer, die Kontrolle zu behalten. Sie versuchte sich zu beruhigen und wandte den Blick wieder auf ihren Teller. Doch sie aß nicht. "Man sollte meinen, Frauen würden so eine Kleinigkeit erledigen können, was sonst tun sie denn." Ana hatte genug. Etwas zu laut ließ sie ihre Gabel fallen und erhob sich langsam. "Ich erhebe mich, ich bin heute nicht so hungrig", sagte sie und es kostete sie viel Mühe, einen ruhigen Ton zu haben als sie mit ihrem Vater sprach. Es war eigentlich nicht mal gelogen, sie hatte heute wirklich keinen großen Hunger und ihr war der Appetit sowieso vergangen. Sie wollte sich nicht anhören, wie er schlecht über ihre Mutter und über Frauen sprach. Und sie wusste nicht, wie lange sie sich noch kontrollieren konnte, wenn er weiter schlecht über ihre Mutter sprach. Es war Tiarnan eigentlich egal, ob seine Kinder fertig aßen, deswegen erwiderte dieser nichts darauf. Die Prinzessin strich ihr beigefarbenes, mit Blumenmuster besticktes Kleid zurecht, ehe sie sich umdrehte und das Esszimmer verließ. Erst als sie aus dem Zimmer draußen war, atmete sie laut aus. Sie hätte gerne ihren Vater angeschrien, ihm gesagt er solle es nicht wagen schlecht über ihre Mutter zu sprechen. Ihre Mutter hatte alles getan, um es ihrem Ehemann recht zu machen. Und auch um Ana und ihre Geschwister hatte sie sich gut gekümmert. Sie hatte sich stets bemüht eine gute Ehefrau zu sein und sie war eine sehr gute Mutter gewesen. Es war vier Jahre her, seit sie sie verloren hatten und es schmerzte sie noch immer. Sie merkte, wie es schwerer wurde zu atmen und ihre hellbraunen Augen füllten sich mit Tränen. Sie schloss sie für einen Moment und atmete aus. Als sie sich beruhigt hatte und die Augen wieder öffnete, ging sie die Treppen hoch in ihre Gemächer. Etwas später, hatte Ana sich mit ihren Bleistiften und einem Blatt Papier in den Hof auf eine Bank gesetzt. Es war ruhig und es war nicht so kühl. Sie ging oft in den Hof um zu malen, es war gemütlich und sie saß gerne in der Natur. Es hatte eine beruhigende Wirkung auf sie. Auch das Malen konnte sie beruhigen. Es war etwas, das sie mit ihrer Mutter geteilt hatte. Sie setzte den Stift nach ein paar Momenten an und fing an zu malen. Es half schnell. Die Wut über ihren Vater war weg und sie konnte entspannen. Ihre Bilder spiegelten manchmal ihre Gefühle und es war ein gutes Gefühl, die Emotionen so rauszulassen. RE: Bonding time between family - Ruaidhri Henaghen - 06-04-2024 Wem wollten sie hier eigentlich etwa vormachen, hm? Saßen hier wie eine große und glückliche Familie, aber das waren sie nicht. Waren sie nicht und würden sie auch niemals wieder sein. Wenn es nach ihm ginge, könnte auch jeder seiner Wege gehen und einzeln essen. Diese Zusammenkunft hier brachte doch gar nichts außer dass sie eskalierte. Früher oder später würde sie das denn warum auch nicht? Schließlich fanden sie immer wieder irgendetwas mit dem sie den jeweils anderen reizen konnten. Wann lief denn hier mal etwas ruhig ab? Rory saß trotzdem da denn er hatte Hunger und er sich würde das Essen ganz sicher nicht nehmen lassen. Unter gar keinen Umständen. Deswegen war er hier und tat so als würde er hier sein wollen. Sein Vater erhob das Wort und Rory verdrehte noch vor dem ersten Wort die Augen. Für ihn war es nicht nötig dem Fürsten einen Blick zu würdigen. Also stach er seinen Fisch an und schob ihn in seinen Mund. Zumindest tat er das bis er seinen Namen hörte. Was wollten sie mit mehr Gedeck? "Mach das doch selber. Ich bin nicht dein Leibeigener", wehrte er auch sofort ab. Soweit kam er noch dass er hier irgendwelche Bediensteten herumscheuchte nur weil sein Vater das wollte. Rory würde das tun wenn er selbst das wollte. Der Fürst wollte mehr Gedeck, dann sollte sich auch der Fürst darum kümmern. Ihm war bewusst dass seine Worte nicht gut aufgenommen werden würden, aber er ließ es sich trotzdem nicht nehmen zu Tiarnan zu sehen. Immerhin hatte er ja auch die perfekte Sicht. Saß ihm ja gegenüber. Scheinbar würden morgen irgendwelche Jagdfreunde kommen und deswegen benötigen sie mehr Gedeck. Rory wollte sich schon wieder seinem Essen zuwenden als sein Vater Worte äußerte die ihn sehr wütend machten. Der Griff um seine Gabel wurde fester. Wesentlich fester um genau zu sein. Was bildetet sich dieser Kerl überhaupt ein so über ihre Mutter zu sprechen? "Halt deine Klappe", knurrte Rory so leise dass es wohl niemand wirklich verstand außer vielleicht seine Schwester neben ihm. Wie selbstverständlich griff sein Vater dann zum Wein und trank ihn in aller Ruhe. Als ob sie über etwas vollkommen wertloses gesprochen hatten. Rory musste ziemlich an sich halten um ihn nicht anzuschreien. Mittlerweile waren seine Fingerknöchel ganz weiß so fest packte er seine Gabel. Doch gerade musste er sich an irgendetwas festhalten wenn er nicht den Verstand verlieren wollte. Ana stand auf und ging. Gute Entscheidung. Die beste Entscheidung seiner Meinung nach. Rory bemerkte wie seine Wut immer mehr stieg und mit ihr auch der Schmerz. "Ich gehe ebenfalls", war alles was er noch äußerte ehe er sich schnell er ob und dann aus dem Raum verschwand. Am liebsten wollte er auf irgendetwas einschlagen, aber ließ es dann bleiben. Er wollte nicht mit seiner Mutter konfrontiert werden denn das tat weh und er wollte keine Schmerzen haben. Also brauchte er Ablenkung und eigentlich wollte er sein Pferd satteln, aber das hatte sich verletzt und fiel deswegen aus. Wenn man es einmal brauchte, tss. Deswegen entschied er sich dazu ein wenig mit dem Bogen zu üben und seine Fähigkeiten zu verbessern. So musste er nicht die ganze Zeit daran denken. Auch wenn es ihm wahrlich nicht gelang. Außerdem hatte er gesehen das Ana im Hof saß und irgendetwas auf Papier krizelte. Das hatte ihn noch nie interessiert, aber sie würden einander schon nicht stören. Also bereitete er alles vor und zog sich um. Dann trat er auf den Hof und nahm wie selbstverständlich den Bogen und einen Pfeil in die Hand. Rory tat so als wäre Ana nicht da und zielte. Als er sich sicher war das Ziel zu treffen, schoss er....und traf den äußersten Rand. Hm. Murrend nahm er sich den nächsten Pfeil. "Ihm war es egal. Alles was er getan hat war Wein zu trinken. Als wäre sie irgendein unwichtiges Weib gewesen", fing er dann von selbst ein Gespräch mit seiner Schwester an, aber sah noch nicht zu ihr. Wieder schoss er einen Pfeil und verfehlte komplett. Das Thema versetzte ihn in Unruhe, aber er konnte das nicht so stehenlassen. Das ging nicht. RE: Bonding time between family - Ana Henaghen - 07-04-2024 ![]() "Ich weiß", antwortete sie und schwang den Bleistift in ihrer Hand etwas hin und her. "Das ist nichts neues. Wann sagt er je etwas gutes über sie?" Wann sagte er je etwas gutes über irgendjemanden aus der Familie? Doch was er über sie sagte, war ihr egal. Es war ihr eigentlich egal, was irgendjemand über sie sagte. Bevor ihre Mutter an der Grippe gestorben war, hatte sie mehr Wert darauf gelegt, als erzogen und anständig angesehen zu werden. Man konnte schneller einen Ehemann finden, wenn man einen guten Ruf hatte. Doch heute war es für sie nicht so wichtig. Sie schätzte es, zu Malen oder zu Lesen und wollte neue Dinge sehen. Es war für sie nicht mehr so wichtig, schnell einen Ehemann zu finden, doch das sagte sie nicht laut. Was dürfte sie sich von ihrem Vater anhören, wenn er hörte, dass seine Tochter lieber las oder fremde Länder erkundete oder Bilder malte, statt sich darauf zu konzentrieren, einen wohlhabenden, angesehenen Ehemann zu finden? Er hatte genug mit Muirín zu tun, die sicher nicht so schnell heiraten wollte. Sie hatte wohl ein größeres Problem damit, heiraten zu müssen als sie. Doch es war für sie eben nicht das Wichtigste. Und sie hatte kein Problem damit, wenn ihr Vater nicht so schnell einen Ehemann für sie fand. "Ich will nicht wissen, ob er weitergemacht hat, nachdem ich gegangen bin." Sie sah wieder auf ihr Bild und ihr Bleistift berührte es, doch sie malte nicht weiter. "Es wäre mir am liebsten, wenn er seine Gedanken für sich behalten würde." Sie konnte die Wut aus ihrer Stimme nicht fern halten als sie sprach. RE: Bonding time between family - Ruaidhri Henaghen - 14-04-2024 Seine Mutter verdiente so etwas nicht. Absolut nicht. Sie war eine tolle Frau gewesen und wie wurde es ihr gedankt? Mit solchen schlechten Worten. Als wäre sie nur dafür gut gewesen Kinder in die Welt zu setzen. Generell ja eigentlich die Aufgabe der Frauen, aber sie war so viel mehr. Ihr Vater wusste das absolut nicht zu schätzen. Rory schnaubte als er die Worte hörte und verfehlte wieder. Frustriert sah er zur Zielscheibe. "Er weiß gar nicht zu schätzen was er an ihr hatte. Am liebsten würde ich ihm den Kopf waschen und ich stand vorhin kurz davor ihm einfach eine runter zuhauen." Seine Worte waren sehr rau und negativ aber es war doch so. Diese Provokation konnte und wollte er sich nicht geben. "Ich bin auch nicht sein Bediensteter. Die Diener können können den Tisch eindecken. Nicht meine Aufgabe. Ihm wäre es sicherlich das liebste, aber das lasse ich mir nicht gefallen. Ich bin ein Fürstensohn und kein Sklave! Sein Erbe! Er sollte mich mit mehr Respekt behandeln." Immerhin führte er die Linie irgendwann fort. Besser noch wenn er es irgendwann schaffte sich in ein Königshaus einzuschleusen. Dann hatte er so viel mehr erreicht. Wenn der vielleicht irgendwann einmal König wäre. Oh dann würde er im puren Luxus leben und niemand könnte ihm irgendetwas sagen. Dann stand er nämlich höher als sein Vater und er konnte ihm Befehle geben. Dann war er nicht mehr abhängig von diesem Arschloch. Er wollte seine Mutter wiederhaben. Nur sie. Denn zu ihr konnte er gehen wenn er traurig war. Zu ihr konnte er gehen wenn er sich verletzt hatte und nicht weinen durfte. Sie hatte ihn verstanden, wie es sonst niemand tat und sie wurde austauscht. Ausgetauscht von einer Frau die seine Schwester sein könnte. Kein bisschen durchsetzungsfähig. In einer Position die ihr nicht zustand. Allein der Gedanke daran machte ihn sauer. Die Position der Fürstin gehörte seiner Mutter. Nicht dem Kind dass jetzt hier ist. Rory kam gar nicht erst darauf sie nett zu behandeln. Konnte sie gleich einmal sehen worauf sie sich eingelassen hatte. Auf die nächsten Worte konnte er nicht anders als die Augen zu verdrehte. Jetzt erst sah er die Jüngere an. "Ernsthaft? Reiß dich zusammen oder sag ihm das. Ich mach das auch. Er wird seine Gedanken niemals für sich behalten außer wir sorgen dafür dass er nicht mehr sprechen kann. Mit deiner Art kommst du absolut nicht weiter. Wenn du wütend sein willst dann sei es. Wenn du schreien willst dann tu es, aber mit deiner lieben Art bist du doch noch nie weitergekommen oder?" Rutschte er gerade wieder in seine typische Schiene ab? Ja das tat er. Trauer vermischte sich mit Wut und er kam damit nicht klar. Absolut nicht. Um sich die Blöße der Schwäche gerade nicht zu geben, holte er die Pfeile zurück. Als er die Hand um einen geschlossen hatte hielt er inne. "Sie hatte ihn von Anfang an nicht verdient. Sie hätte etwas Besseres verdient und wenn es nach mir gegangen wäre dann hätten sie nie geheiratet aber......dann gäbe es uns auch nicht", offenbarte er nun seine Gedanken und zog den Pfeil aus einem Ballen Heu heraus. Darüber hatte er lange nachdachte. Jedes Leben wäre besser für sie gewesen. Für sie alle, aber ändern konnte man es nicht mehr. Der Schmerz nah Überhand und er stand immer noch mit dem Rücken zu seiner Schwester. Schluckte und biss sich auf die Zunge um ja keine Tränen in den Augen zu bekommen. Wut war besser als Trauer. Schmerz besser als Tränen. So wurde ihm das immer gesagt. "Warum hat sie uns allein gelassen?", knurrte er dann plötzlich laut und ging zu der ursprünglichen Position zurück. Spann den Bogen wieder. RE: Bonding time between family - Ana Henaghen - 23-04-2024 ![]() "Sie hätte uns niemals verlassen wenn sie eine Wahl gehabt hätte", sagte Ana leise und es kostete sie viel Kraft, die Tränen nicht fließen zu lassen. Es schmerzte, an ihre Mutter zu denken und es schmerzte, wenn ihr Vater schlecht über sie redete. Wie oft hätte sie ihn deswegen am liebsten angebrüllt? Doch es würde nichts bringen, es würde nichts ändern. Sie wusste, dass er ähnlich empfand wie er. Auch wenn er es nicht zugeben würde. "Ich möchte nicht streiten wegen Vater. Es macht mich nur wütend und ich will nicht wütend sein. Ich will wegen ihm nicht wütend werden." RE: Bonding time between family - Ruaidhri Henaghen - 28-04-2024 Als Rory die Worte seiner Schwester hörte verdrehte er die Augen und schnalzte mit der Zunge. "Hab ich doch schon sowieso, aber du hast davon keine Ahnung dumme Ziege. Misch dich nicht in Dinge ein die dich nichts angehen", zischte er wütend und versuchte sich wieder auf sein Ziel zu konzentrieren. Es war eine Sache zwischen seinem Vater und ihm. Ganz egal was er tat Tiarnan würde ihn doch sowieso bestrafen. Dann konnte er sich zumindest beschweren und ihm die Meinung sagen. Dann hatte er immerhin etwas getan. "Immerhin kämpfe ich. Was man von euch nicht sagen kann. Ihr nehmt alles hin und widersetzt euch nicht. Wo ist euer Selbstvertrauen? Muss man es erst aus euch herausprügeln oder was?" Kein Wunder dass sein Vater mit allem durchkam wenn sich niemand widersetzte. Er tat das zwar, aber was konnte er denn alleine ausrichten? Gar nichts! Auch seine nächsten Worte schien seine Schwester nicht zu verstehen. Ein genervtes Seufzen entwich ihm. "Ernsthaft? Komm schon. So dumm kannst doch selbst du nicht sein. Ihn verprügeln? Ihn bewusstlos schlagen? Vergiften? Irgendetwas damit er uns nicht mehr auf die Nerven gehen kann und wir Ruhe haben. Wenn du aber willst dass er nicht mehr sprechen kann, dann können wir ihm auch die Zunge rausschneiden", erwähnte Rory ganz beiläufig als wäre es keine große Sache. "Weiterkämpfen. Das bringt es mir. Mich selbst nicht aufgeben, aber was verstehst du schon davon? Muri und du ihr habt den Kampf noch nicht einmal angefangen. Wenn wir uns gemeinsam gegen ihn stellen würden, dann könnten wir auch Erfolg haben aber das tun wir nicht", beschwerte er sich dann offen darüber keine Unterstützung von seinen Schwestern zu bekommen. Kleine, ruhige Blumen im Schatten eines großen Fürsten uns Familienoberhauptes. Es war traurig dass sie keinen eigenen Willen hatten. Wahrscheinlich wussten sie selbst nicht einmal wer sie waren, aber sein Problem war das nicht. Generell fragte er sich gerade warum er sich so mit ihr beschäftigte und überhaupt so viel redete. Wahrscheinlich weil es besser war als über ihre Mutter zu reden, was auch nur mindergut funktionierte. Die Stimmung kippte in Sekunden und auch Rory kämpfte mit seinen Gefühlen und den sich anbahnenden Tränen. Deswegen wurde er wieder wütender, obwohl er nichts mehr wollte als in seiner Trauer zu versinken. Die Worte seiner Schwester hörte er. Auch wenn sie noch so leise waren. Frustriert senkte er den Bogen und warf ihn achtlos zur Seite. Dann sah er zu ihr. Sein Mund zuckte ganz leicht. Auch wenn er die neutrale Miene nicht verzog. Seine Augen hingegen verrieten ihn. Sie verrieten seine Gefühle. "Mutter hat mich einmal gedeckt als ich mit ein paar Freunden feiern gegangen bin. Ich hatte so einen Kater dass ich gefürchtet hab den nächsten Tag nicht mehr zu erleben. Sie hat ihn soweit besänftigt dass ich zumindest an diesem Tag Ruhe hatte", fing er dann plötzlich an zu erzählen. Seinem Vater hatte es nämlich nie gefallen wenn er sich irgendwo zu dem niederen Abschaum begab und sich bis ins Delirium trank. Doch es half ihm gelegentlich mit allem klar zu kommen und er tat es ja auch nicht ständig. Ana sprach gute nächste Worte. Es lohnte sich auch nicht sich über ihren Vater auszukotzen. "Die Aufmerksamkeit verdient er nicht. Für ihn ist es doch ein Triumpf immer im Gespräch zu bleiben. Über sie will ich aber auch nicht sprechen denn das tut weh", gestand er dann leise und klang ganz kurz wie ein kleiner Junge. Eigentlich musste er mal darüber sprechen, aber er schaffte es nicht. Rory ertrug es nicht auch nur an seine Mutter zu denken. Dem Schmerz konnte er nichts entgegensetzen und er könnte seine Gefühle nicht kontrollieren dann. Soweit durfte das einfach nicht kommen. Nicht vor seiner Schwester. Seine Schwestern waren schwach. Er musste stark sein. Für sie drei. Damit es wenigstens einer von ihnen war. Ihm standen Tränen in den Augen. Großartig. Langsam drehte er sich weg von ihr. RE: Bonding time between family - Ana Henaghen - 14-05-2024 ![]() Er brach das Schweigen zwischen ihnen und Ana erwiderte seinen Blick. Sie sah in seinen Augen, was auch in ihren waren. Trauer. Schmerz. Was er ihr erzählte, hatte sie nicht gewusst, doch es sah ihr ähnlich. Ein leichtes Lächeln trat auf ihre Lippen und sie erinnerte sich, wie oft ihre Mutter sich für sie und Muírin und Rory eingesetzt hatte. Sie erinnerte sich an den Abend, als ihr Vater ein Festmahl veranstaltet hatte und ein paar Gäste zu Besuch waren, die wohlhabend und angesehen waren. Er hatte sich erhofft, dass seine Kinder einen Gemahl oder eine Gemahlin finden würden und einer der Jungen hatte sich ihr gegenüber unverschämt benommen und unanständige Dinge gesagt. Sie hatte ihm ihr Tortenstück ins Gesicht gedrückt. Ihr Vater hätte sie dafür bestraft und wäre wahrscheinlich wütend geworden. Ihre Mutter hatte ihm gesagt, dass es ein Versehen war und damit hatte Ana kein Ärger bekommen. Natürlich hatte sie Ana selbst belehrt und hatte von ihr Ärger bekommen, doch es wäre etwas anderes gewesen, wenn sie Ärger mit ihrem Vater gehabt hätte, der viel wütender gewesen wäre. Natürlich war er dennoch wütend gewesen auch wenn er geglaubt hatte, es wäre ein Versehen gewesen. Doch er hatte sie nicht bestraft und Ana war froh gewesen, dass ihre Mutter sie beschützt und gedeckt hatte. Die rothaarige spürte, wie der Schmerz wieder kam und blickte kurz weg. Sie versuchte weiterhin, nicht zu weinen. Dann blickte sie wieder zu ihm. "Es ist aber auch schön, manchmal über sie zu sprechen. Was sie für uns gemacht hat und wie viel sie uns bedeutet. Manchmal hilft es und tröstet." Doch am meisten schmerzte es und sie wusste was er meinte. Sie malte also weiter und langsam entstand ein Bild auf dem Blatt. RE: Bonding time between family - Ruaidhri Henaghen - 10-06-2024 Rory verdrehte die Augen als er die Worte seiner Schwester hörte. Sie sollte sich mal nicht so anstellen. Sie hatte nicht verstanden warum er das tat was er tat. Warum er sich gegen seinen Vater stellte. "Ach was weiß ich. Aus Langeweile? Weil ich nichts anderes zu tun habe vielleicht? Was bringt es denn sich ihm zu fügen und immer wieder zu kuschen bloß weil er etwas sagt? Ihr wollt auch gerne das tun was ihr wollt. Euch wäre es doch auch lieber wenn ihr mehr Freiheiten hättet. Nur im Vergleich zu euch versuche ich dafür zu kämpfen. Natürlich werde ich da härter dran genommen als ihr. Ihr seid Frauen", kam es dann auch sogleich von ihm und es war doch so. Er musste sich einfach mehr behaupten als sie. Vielleicht war das auch eher so ein Männerding sich beweisen zu müssen. Ein Machtkampf. Auch um zu zeigen wer der Stärkere war. Spätestens nach der nächsten Aussage seiner Schwester wusste er dass er so nicht weiter kam. Sie wollte nicht mehr darüber sprechen also ließ er es sein. Würde ihn nur unnötig aufregen. Andererseits lenkte es ihn auch ab. Sie sprachen über ihre Mutter und das wollte er nicht. Er wollte nicht diesen Schmerzen ausgesetzt sein, denn dann tat es wieder weh und es durfte nicht wehtun. Er durfte sich nicht selber wehtun damit, doch natürlich verstand seine Schwester das nicht und er sah seufzend in den Himmel während Tränen nicht nur seine Augen füllten, sondern auch über seine Wangen liefen. Ana sollte ihn nicht so sehen. Das wollte er nicht. Auch wenn er eigentlich nichts mehr wollte als geliebt zu werden. Ihre Mutter hätte gewusst was sie tun musste um ihn aufzuheitern, aber die war tot und er war gestraft mit Leuten die von ihm Dinge erwartete die er einfach nicht schaffte. "Du hast Recht. Es gibt so schöne Momente die wir mit ihr erlebt haben und es schmerzt umso mehr dass wir jetzt nicht mehr die Chance dazu haben. Es ist so schwer.....so....kompliziert und....", war seine Aussage die er zwar anfing, aber nicht beenden konnte. Dafür kämpfte er so sehr dagegen an die Tränen zu verdrängen. Immer noch war sein Blick in den Himmel gerichtet damit seine Schwester nicht sah dass er weinte, aber vermutlich würde das nicht klappen. Ana war ja nicht dumm. Nach einem langen Moment wandte er seinen Blick vom Himmel ab und sah zu seiner Schwester. Hatte immer noch Tränen in den Augen und rang sich dazu durch die nächsten Worte zu sagen. "Denkst du es wäre okay wenn.....also.....wenn wir uns kurz umarmen?" Das hatten sie nicht mehr gemacht seitdem sie klein waren oder eher seitdem Ana klein gewesen war. Er sprach nicht von einem kurzen Moment, sondern vielmehr von einer intensiven Umarmung. Von einer wärmenden und schützenden Umarmung. Natürlich verstand er es auch wenn sie ablehnte und viel lieber....was auch immer malen wollte. Dann würde er nämlich weiter Bogenschießen. Sie konnten auch so tun als würde das alles hier nicht stattfinden. Als hätte er nie diese Worte geäußert. Er hatte den Vorschlag gebracht, aber schaffte es nicht den nächsten Schritt zu tun und die Umarmung zu initiieren. Das bekam er einfach nicht hin. RE: Bonding time between family - Ana Henaghen - 13-07-2024 ![]() Sie war überrascht, als er fragte ob sie sich umarmen könnten. Sie sah ihn an und lächelte leicht. Das hatten sie als Kinder oft gemacht. Wenn sie traurig gewesen waren, hatten sie sich umarmt. Es hatte sie getröstet und sie brauchten es im Moment beide. Sie legte ihre Malsachen zur Seite, stand langsam auf und ging auf ihn zu. Vorsichtig legte sie ihren Kopf an seine Brust und wickelte die Arme um seinen Rücken und umarmte ihn leicht. Sie schloss ihre Augen, die sich wieder mit Tränen gefüllt hatten. Wie damals, als sie ein kleines Mädchen gewesen war, tröstete es sie, ihren älteren Bruder zu halten und ihn zu umarmen. Sie fühlte sich so oft alleine, doch im Moment fühlte sie sich nicht alleine und es war ein gutes Gefühl. "Mutter wäre glücklich uns so zu sehen", sagte Ana leise und man konnte in ihrer Stimme hören, dass sie fast weinen musste. Sie versuchte die Tränen zurückzuhalten. "Es war für sie wichtig, dass wir füreinander da sind. Du musst aufhören, ständig mit Vater zu streiten, Rory. Warum willst du dir das antun?" Sie sorgte sich um ihn und Muírin, auch wenn sie es nicht immer sagte. "Was Vater sagt ist nicht wahr, nichts von dem was er sagt." RE: Bonding time between family - Ruaidhri Henaghen - 20-07-2024 "Als ob du davon eine Ahnung hast. Du versucht es nicht einmal dir deine Freiheit zu holen. Du bist es die sich alles gefallen lässt und sich einsperren lässt wie ein Vogel im Käfig", konterte er dann und es war doch so oder nicht? Seine Schwestern taten gar nichts wenn es um ihren gemeinsame Vater ging. Dessen Launen wirklich nicht angenehm waren. Vielleicht sollte Rory einfach akzeptieren dass seine Schwestern ihn niemals verstehen würden. Was ziemlich schade war, aber dann war es eben so. Immerhin verstand er auch nie warum sie das taten was sie taten und war Ana lieber malte als etwas wirklich Sinnvolles zu tun. Was es ihm brachte zu diskutieren? Die Möglichkeit sich zur Wehr zu setzen. Seine Schwestern wussten doch gar nicht was er alles dulden und erdulden musste. Wie mit Männern umgegangen wurde. Wie sie erzogen wurden. Frauen konnten das nicht verstehen. Schließlich wurden ihnen andere Dinge vermittelt. Für Rory war es nie schön über seine Mutter zu sprechen. Weswegen er das auch nie tat. Denn er verband es nur mit Schmerz. Alles war Schmerz. Die Erinnerungen, die Bilder, die Worte. Einfach alles. Doch jetzt befanden sie sich in dieser Situation. Jetzt war er hier mit seiner Schwester und tat nichts anderes als seine Tränen zurückzudrängen, was aber miserabel funktionierte. Wahrscheinlich kam seine Frage überraschend, aber er brauchte gerade Zuwendung. Also musste Ana dafür herhalten. Früher hatten sie das öfters gemacht, aber früher war die Situation auch eine ganz andere. Früher war die Familie noch vollständig. Früher war er nicht mit dem Tod seiner Mutter konfrontiert und durfte nicht so trauern wie er es gerne gehabt hätte. Jetzt seine kleine Schwester zu umarmen, löste mehr in ihm aus als ihm lieb war. Vorsichtig umarmte er Ana. So als wär sie zerbrechlich. Das waren Frauen doch immer. Vielleicht drückte er auch etwas zu fest, aber das bemerkte er nicht. Die nächste Aussage sorgte wieder für Tränen in seinen Augen und er schluckte um sie zu verdrängen. Erfolglos. Ein paar von ihnen liefen ihm über die Wange. "Es ist alles so viel schlimmer geworden seitdem sie weg ist", hauchte er leise. Es war wirklich schlimmer geworden. Rory war seinen Schwestern nicht mehr so eng wie es gewesen war. Sie hatten sich abgekapselt und er wurde mehr in den Fokus gerückt. Ansprüchen wurde er nicht gerecht und so begann der Teufelskreis. Ihm gefiel die Stimme seiner Schwester nicht. Er hörte doch dass es sie so furchtbar mitnahm. Er hörte die brechende, tränenreiche Stimme. Gerade war er so sehr mit seine Gefühlen beschäftigt dass er einen langen Moment brauchte um ihr zu antworten. Doch auch Ana würde merken dass die Tränen langsam die Oberhand bei ihm übernahmen. "Ich will nur geliebt werden", flüsterte er dann leise. Er wollte die Aufmerksamkeit seines Vaters. Er wollte das von ihm haben was er durch den Tod seiner Mutter nicht mehr hatte. Zuwendung. Liebe. Irgendetwas. Denn das fehlte ihm und es machte sein Leben so viel schwerer. "Natürlich ist es nicht wahr. Kein einziges Wort, aber manchmal.....manchmal da.....glaube ich ihm. Auch wenn es dumm ist", denn wenn man nur lange genug darauf einging und ihn in die Enge trieb, glaubte er das was er nicht glauben wollte oder was nicht so war. Dann glaubte er nicht an sich selbst und gerade deswegen konfrontierte er sich immer wieder mit seinem Vater um mit diesen Situationen besser umgehen zu können. Auch wenn es dämlich war. "....Nicht was Mutter angeht zumindest aber bei.....anderen Dingen" Worauf genau er anspielte, würde seine Schwester vermutlich nicht einmal wissen aber es war wohl auch nicht schwer zu erkennen dass Tiarnan nicht viel von Rory hielt und so wie sie sich immer anschrien und schlecht übereinander sprachen, konnte man sich da wohl schon ein paar Dinge zusammenreimen. |