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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Castandor - Das Land des Königs]]></title>
		<link>https://facingthestorm.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestorm.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 04:21:56 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[A finder's fee is a nice thing]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=795</link>
			<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 21:27:21 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Ronan Mag Mell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=795</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">Dann und wann…so trug es sich zu… fielen die wüstesten Dinge vom Wagen. Mal war es wertvoller Schmuck oder aber kostbare Gewürze, in Kriegszeiten war sogar ein Sack Mehl teils heißbegehrt und dann gab es da noch Waffen, allerlei verbotenes Zeug, hübsche Mädchen ohne zu Hause, die niemand vermisste und die für Brot, Wurst und Käse ihr letztes Hemd gaben. Das war praktisch, denn das brauchten sie eigentlich dann sowieso nicht mehr..<br />
Es war nicht so, dass ständig Frauen vor Ronans Füße fielen, nicht aus Kutschen oder Karren jedenfalls und auch Aurora war zum Glück nicht aus etwas derartigem gefallen, dafür aber ein in Leder eingebundenes Büchlein, das beim Einstieg in einer der nobleren Gasse der großen, überfüllten Stadt einfach aus ihrer nicht ordentlich zugezogenen Beuteltasche gepurzelt war. Man durfte zwar inzwischen davon ausgehen, dass Ronan heutzutage selten oder eher gar nicht selbst in die Situation kam reichen Menschen etwas auf offener Straße zu entwenden, sondern seine vielen kleinen Helferlein das sonst übernahmen, aber wenn es ihm schon regelrecht vor die Füße fiel, dann ließ er sich nicht zweimal bitten. Natürlich hatte ein Blick auf das Gefährt ihm verraten, dass jemand von Rang oder Namen oder beidem eingestiegen sein musste und egal was derjenige hier verloren hatte, bei wohlhabenden Menschen wog sogar ein Furz schwer! <br />
<br />
Das Lederbuch war schneller aufgehoben und in der eigenen Tasche verstaut, als man blinzeln konnte und selbst wenn Aurora aufgefallen wäre, dass ihr Beutel nun leichter war als zuvor, sobald sie sich draußen auf der staubigen Straße umsah, fände sie diese nur noch leer vor. <br />
Ronan aber ging seinem Tagwerk nach..spaziergehen und Leute beobachten. <br />
Erst am Abend saß er an seinem Tisch, die Füße auf selbigem, der schwere, dunkle Rotwein im Becher und er blätterte sich durch die Seiten. Ihgitt. Der Untergrundkönig machte dem Grinch definitiv Konkurrenz als er sich durch den Herzschmerz der jungen Frau wühlte und nur die schlüpfrigen Details entlockten ihm ein kleines Grinsen. Soso…hochwohlgeboren oder was auch immer sie war, definitiv jedenfalls verheiratet, hatte also verbotene Träume. Und alles was als verboten galt, liebte Ronan…das war nur noch getopt von Gold und wenn eines schwer in Gold aufzuwiegen war, dann sein Schweigen. <br />
So galt es aber erstmal eine Woche des Entsetzens verstreichen zu lassen. Die junge Frau war sicher schon mürbe alleine davon zu wissen, dass es jemandem in die Finger gefallen sein könnte..und da es für niemandes Augen bestimmt war, spielte es eigentlich keine Rolle wer es gefunden hatte..sobald der Umstand eingetreten war, befand sich ihr Geheimnis vielleicht im Umlauf und was dann?! <br />
Wie gut, dass Aurora in geschwungenen Lettern ihren Namen vorne eingetragen hatte, mit Blumen verziert, mit teurer Tinte geschrieben. Es hatte wirklich nicht viel Recherche gebraucht rauszufinden wer genau sie war und noch weniger, wo sie denn wohnte. Exakte 7 Tage später stand er vor dem unerwartet unspektakulären Stadthaus und konnte seine Enttäuschung kaum verbergen. Irgendwie hatte er angenommen die entfernte Cousine eines Kronprinzen würde einen fetteren Vogel abschießen als das was dieses Haus hier vermuten ließ. Nun denn.. das Vergnügen in ihr Gesicht zu sehen, würde zwar den Goldbatzen nicht aufwiegen, aber wäre definitiv ein Anfang. <br />
Klopf, klopf…machte es also und vor der Tür fände ihr Dienstmädchen den reichsten armen Schlucker von ganz King´s Portal…nein, Castandor und darüber hinaus. In abgewetzten Hosen, einem mehrfach geflickten Hemd, einer löchrigen Weste und wildem Bart..mehr als Landstreicher oder Wandergeselle, der dringend ein Bad nötig hatte. „Gegrüßt seist du Schönheit…ist deine Herrin da?“, er fand zwar nicht, dass sie in der Reihe weit vorne gestanden hatte als es Schönheit zu verteilen gab, aber wenn er eines wusste, dann dass Frauen bei Komplimenten schon mal schnell den Kopf vor lauter Schmeicheleien abstellten. Diese hier könnte ihn seiner Meinung nach wahlweise aber auch gerne abschrauben.. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">Dann und wann…so trug es sich zu… fielen die wüstesten Dinge vom Wagen. Mal war es wertvoller Schmuck oder aber kostbare Gewürze, in Kriegszeiten war sogar ein Sack Mehl teils heißbegehrt und dann gab es da noch Waffen, allerlei verbotenes Zeug, hübsche Mädchen ohne zu Hause, die niemand vermisste und die für Brot, Wurst und Käse ihr letztes Hemd gaben. Das war praktisch, denn das brauchten sie eigentlich dann sowieso nicht mehr..<br />
Es war nicht so, dass ständig Frauen vor Ronans Füße fielen, nicht aus Kutschen oder Karren jedenfalls und auch Aurora war zum Glück nicht aus etwas derartigem gefallen, dafür aber ein in Leder eingebundenes Büchlein, das beim Einstieg in einer der nobleren Gasse der großen, überfüllten Stadt einfach aus ihrer nicht ordentlich zugezogenen Beuteltasche gepurzelt war. Man durfte zwar inzwischen davon ausgehen, dass Ronan heutzutage selten oder eher gar nicht selbst in die Situation kam reichen Menschen etwas auf offener Straße zu entwenden, sondern seine vielen kleinen Helferlein das sonst übernahmen, aber wenn es ihm schon regelrecht vor die Füße fiel, dann ließ er sich nicht zweimal bitten. Natürlich hatte ein Blick auf das Gefährt ihm verraten, dass jemand von Rang oder Namen oder beidem eingestiegen sein musste und egal was derjenige hier verloren hatte, bei wohlhabenden Menschen wog sogar ein Furz schwer! <br />
<br />
Das Lederbuch war schneller aufgehoben und in der eigenen Tasche verstaut, als man blinzeln konnte und selbst wenn Aurora aufgefallen wäre, dass ihr Beutel nun leichter war als zuvor, sobald sie sich draußen auf der staubigen Straße umsah, fände sie diese nur noch leer vor. <br />
Ronan aber ging seinem Tagwerk nach..spaziergehen und Leute beobachten. <br />
Erst am Abend saß er an seinem Tisch, die Füße auf selbigem, der schwere, dunkle Rotwein im Becher und er blätterte sich durch die Seiten. Ihgitt. Der Untergrundkönig machte dem Grinch definitiv Konkurrenz als er sich durch den Herzschmerz der jungen Frau wühlte und nur die schlüpfrigen Details entlockten ihm ein kleines Grinsen. Soso…hochwohlgeboren oder was auch immer sie war, definitiv jedenfalls verheiratet, hatte also verbotene Träume. Und alles was als verboten galt, liebte Ronan…das war nur noch getopt von Gold und wenn eines schwer in Gold aufzuwiegen war, dann sein Schweigen. <br />
So galt es aber erstmal eine Woche des Entsetzens verstreichen zu lassen. Die junge Frau war sicher schon mürbe alleine davon zu wissen, dass es jemandem in die Finger gefallen sein könnte..und da es für niemandes Augen bestimmt war, spielte es eigentlich keine Rolle wer es gefunden hatte..sobald der Umstand eingetreten war, befand sich ihr Geheimnis vielleicht im Umlauf und was dann?! <br />
Wie gut, dass Aurora in geschwungenen Lettern ihren Namen vorne eingetragen hatte, mit Blumen verziert, mit teurer Tinte geschrieben. Es hatte wirklich nicht viel Recherche gebraucht rauszufinden wer genau sie war und noch weniger, wo sie denn wohnte. Exakte 7 Tage später stand er vor dem unerwartet unspektakulären Stadthaus und konnte seine Enttäuschung kaum verbergen. Irgendwie hatte er angenommen die entfernte Cousine eines Kronprinzen würde einen fetteren Vogel abschießen als das was dieses Haus hier vermuten ließ. Nun denn.. das Vergnügen in ihr Gesicht zu sehen, würde zwar den Goldbatzen nicht aufwiegen, aber wäre definitiv ein Anfang. <br />
Klopf, klopf…machte es also und vor der Tür fände ihr Dienstmädchen den reichsten armen Schlucker von ganz King´s Portal…nein, Castandor und darüber hinaus. In abgewetzten Hosen, einem mehrfach geflickten Hemd, einer löchrigen Weste und wildem Bart..mehr als Landstreicher oder Wandergeselle, der dringend ein Bad nötig hatte. „Gegrüßt seist du Schönheit…ist deine Herrin da?“, er fand zwar nicht, dass sie in der Reihe weit vorne gestanden hatte als es Schönheit zu verteilen gab, aber wenn er eines wusste, dann dass Frauen bei Komplimenten schon mal schnell den Kopf vor lauter Schmeicheleien abstellten. Diese hier könnte ihn seiner Meinung nach wahlweise aber auch gerne abschrauben.. </div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ray of Light]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=773</link>
			<pubDate>Wed, 02 Jul 2025 11:09:13 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=16">Naila Castellanos</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/1d/dd/9f/1ddd9f7af286783410e204e6d70d39dc.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Inara<br />
<div style="font-size:18px;">Ray of Light, heaven sent</div>
</div>
<br />
<i>“Warte!”</i><br />
Federnde Schritte hallten an den Marmorsäulen wider, die den Gang aufspannten und die schwere, gebogene Decke stützten - Schritte, welche gelernt hatten, die größeren und schwereren Schritte von Orpheus mit einer verspielten Melodie zu füllen. Eine frische Brise wehte durch die offenen Bögen und brachte den Geruch von frischem Regen hinein, während im Hintergrund mehrere Stimmen übereinander schlugen, beinahe übertönt von dem tosenden Rauschen, das draußen den nahenden Weltuntergang ankündigte. <br />
<i>“Naila, nicht so schnell!”</i><br />
Einzelne Tropfen lösten sich aus ihrem Haar, das schwer, und nass, und von ihrem Zopf gelöst über ihre Schultern fiel, als sie sich umdrehte und die Schritte an den Säulen verhalten. Ein Lachen perlte über ihre Lippen, losgelöst und sorgenfrei, als sie ihre Schwester bedachte, die klatschnass auf sie zulief - ein Ebenbild von ihr in klein, in unschuldig und in bockig, weil auch sie von dem Regen überrascht worden war. <i>Es war absurd.</i> So absurd, dass sie gar nicht anders konnte, als über die Situation zu lachen. Vor zehn Minuten hatte die Sonne noch ihre Haut gewärmt, wie konnten die Wolken sich so schnell zusammenziehen und Tonnen von Wasser über ihnen ergießen? Innerhalb von Sekunden hatten sie die Schläger liegen lassen und Unterschlupf gesucht, sie alle mit triefenden Kleidern und einer Gänsehaut auf Dekolletee und Armen. Für so eine Situation hatte man ihr nie Ruhe und Ordnung beigebracht, und scheinbar auch den anderen nicht, die quietschend und lachend an den ebenso überraschten Bediensteten vorbei liefen. Rajani wrang ihr Tuch über Aanyas Kopf aus und erntete einen empörten Schlag mit deren Schal, Stavros wirkte wie ein begossener Pudel und Naila? Sie zögerte nur, weil Orpheus Hand in ihrer sich vertraut und warm anfühlte. Ihr Blick blieb für einen Moment an ihm hängen, wie es ihr immer öfter passierte, und für einen Moment war gar nicht mehr wichtig, wo sie standen, und ob die Welt hinter ihnen wirklich unterging.<br />
<i>“Nailaaaaa!”</i><br />
Lautlos wich ihr die Luft aus der Brust und sie spürte, wie sie sich langsam von seiner Hand löste. <div class="sommerlandcolor">“Ich komme gleich nach”</div>, versprach sie ihm mit einem Lächeln, die Hand auf einmal unter der kühlen Brise frierend, und wandte sich dann zu Ranya um. <div class="sommerlandcolor">“Du bist manchmal unglaublich”,</div> ging sie vor ihr in die Hocke und rieb die kalten, nassen Arme ihrer Schwester in einem Versuch, sie trocken zu bekommen. Ranya wirkte wenig begeistert und begann, den Saum ihres Rocks selbst auszuwringen. Es waren die kleinen Dinge, die verrieten, dass sie Naila ungern gehen ließ, hier in einer Umgebung, die ihr immer noch nicht heimisch genug war, und Naila seufzte, als sie ihr das Wasser von der Wange strich. <i>“Was?”</i>, kam prompt von ihr zurück. <div class="sommerlandcolor">“Findest du es nicht auch erstaunlich, wie viel Wasser vom Himmel kommen kann? Stell dir vor, wir würden in Matariyya so gesegnet werden."</div> <i>“Weiß nicht, ob das ein Segen ist, unter einem Wasserfall zu stehen…” </i><br />
“Eure Hoheit?” Beide Prinzessinnen drehten sich zu der Bediensteten um und Naila erhob sich, eine Hand auf der Schulter ihrer Schwester, die ihr mittlerweile schon bis zur Brust reichte. <div class="sommerlandcolor">“Komm, ich begleite dich in dein Gemach.”</div> Wenigstens daran hatte Ranya nichts auszusetzen.<br />
<br />
Die Tür zu Orpheus Räumlichkeiten - ihren <i>gemeinsamen</i> Räumlichkeiten - schloss sich leise hinter der Prinzessin, während sie sich nur leicht dagegen lehnte und das Schloss unter ihren Händen einrasten ließ. Obwohl sie durch das halbe Schloss gelaufen war und sicher den halben Regen auf dem Boden verteilt hatte, tropfte der Rock noch immer und hinterließ eine kleine Pfütze, dort wo sie stand. Der Regen hatte Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen, wo ihre Wimpern immer noch die Nässe weg blinzelten, und mittlerweile zog sich eine deutliche Gänsehaut über Hals und Rücken. Dennoch hatte sie Imani gebeten, nicht mit reinzukommen. Noch einen Moment blieb sie dort stehen, als bräuchte sie einen Moment, um das Geschehene zu verarbeiten. War es nicht absurd? In welcher Welt hätten sie damit rechnen können, so von dem Wetter überrascht zu werden? Bei dem Gedanken daran, als alle wie aufgescheuchte Hühner - sie vermutlich eingeschlossen - Schutz vor dem Regen gesucht hatten, zupfte schon wieder ein Lächeln, ein Grinsen fast an ihren Lippen. Naila pustete sich eine Strähne aus dem Sicht, strich sie sich zusätzlich hinters Ohr und setzte sich endlich in Bewegung. <br />
Natürlich direkt auf Orpheus zu. <div class="sommerlandcolor">“Ich kann es echt nicht glauben”</div>, begann sie und schweifte mit ihrer Hand in Richtung der offenen Balkontür aus. <div class="sommerlandcolor">“Passiert das öfter, oder ist es die Jahreszeit?</div>” Der Himmel war mittlerweile fast schwarz und tauchte das Gemach in ein düsteres, fast deprimierendes Licht - nicht aber für Naila, deren Augen regelrecht leuchteten. Als draußen sogar ein Blitz durch die Wolken zuckte, zuckte auch sie leicht zusammen und streckte die Hand nach Orpheus Arm aus. <div class="sommerlandcolor">“Oh…”</div> Das… ja, an Unwetter würde sie sich wohl nie gewöhnen.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/1d/dd/9f/1ddd9f7af286783410e204e6d70d39dc.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Inara<br />
<div style="font-size:18px;">Ray of Light, heaven sent</div>
</div>
<br />
<i>“Warte!”</i><br />
Federnde Schritte hallten an den Marmorsäulen wider, die den Gang aufspannten und die schwere, gebogene Decke stützten - Schritte, welche gelernt hatten, die größeren und schwereren Schritte von Orpheus mit einer verspielten Melodie zu füllen. Eine frische Brise wehte durch die offenen Bögen und brachte den Geruch von frischem Regen hinein, während im Hintergrund mehrere Stimmen übereinander schlugen, beinahe übertönt von dem tosenden Rauschen, das draußen den nahenden Weltuntergang ankündigte. <br />
<i>“Naila, nicht so schnell!”</i><br />
Einzelne Tropfen lösten sich aus ihrem Haar, das schwer, und nass, und von ihrem Zopf gelöst über ihre Schultern fiel, als sie sich umdrehte und die Schritte an den Säulen verhalten. Ein Lachen perlte über ihre Lippen, losgelöst und sorgenfrei, als sie ihre Schwester bedachte, die klatschnass auf sie zulief - ein Ebenbild von ihr in klein, in unschuldig und in bockig, weil auch sie von dem Regen überrascht worden war. <i>Es war absurd.</i> So absurd, dass sie gar nicht anders konnte, als über die Situation zu lachen. Vor zehn Minuten hatte die Sonne noch ihre Haut gewärmt, wie konnten die Wolken sich so schnell zusammenziehen und Tonnen von Wasser über ihnen ergießen? Innerhalb von Sekunden hatten sie die Schläger liegen lassen und Unterschlupf gesucht, sie alle mit triefenden Kleidern und einer Gänsehaut auf Dekolletee und Armen. Für so eine Situation hatte man ihr nie Ruhe und Ordnung beigebracht, und scheinbar auch den anderen nicht, die quietschend und lachend an den ebenso überraschten Bediensteten vorbei liefen. Rajani wrang ihr Tuch über Aanyas Kopf aus und erntete einen empörten Schlag mit deren Schal, Stavros wirkte wie ein begossener Pudel und Naila? Sie zögerte nur, weil Orpheus Hand in ihrer sich vertraut und warm anfühlte. Ihr Blick blieb für einen Moment an ihm hängen, wie es ihr immer öfter passierte, und für einen Moment war gar nicht mehr wichtig, wo sie standen, und ob die Welt hinter ihnen wirklich unterging.<br />
<i>“Nailaaaaa!”</i><br />
Lautlos wich ihr die Luft aus der Brust und sie spürte, wie sie sich langsam von seiner Hand löste. <div class="sommerlandcolor">“Ich komme gleich nach”</div>, versprach sie ihm mit einem Lächeln, die Hand auf einmal unter der kühlen Brise frierend, und wandte sich dann zu Ranya um. <div class="sommerlandcolor">“Du bist manchmal unglaublich”,</div> ging sie vor ihr in die Hocke und rieb die kalten, nassen Arme ihrer Schwester in einem Versuch, sie trocken zu bekommen. Ranya wirkte wenig begeistert und begann, den Saum ihres Rocks selbst auszuwringen. Es waren die kleinen Dinge, die verrieten, dass sie Naila ungern gehen ließ, hier in einer Umgebung, die ihr immer noch nicht heimisch genug war, und Naila seufzte, als sie ihr das Wasser von der Wange strich. <i>“Was?”</i>, kam prompt von ihr zurück. <div class="sommerlandcolor">“Findest du es nicht auch erstaunlich, wie viel Wasser vom Himmel kommen kann? Stell dir vor, wir würden in Matariyya so gesegnet werden."</div> <i>“Weiß nicht, ob das ein Segen ist, unter einem Wasserfall zu stehen…” </i><br />
“Eure Hoheit?” Beide Prinzessinnen drehten sich zu der Bediensteten um und Naila erhob sich, eine Hand auf der Schulter ihrer Schwester, die ihr mittlerweile schon bis zur Brust reichte. <div class="sommerlandcolor">“Komm, ich begleite dich in dein Gemach.”</div> Wenigstens daran hatte Ranya nichts auszusetzen.<br />
<br />
Die Tür zu Orpheus Räumlichkeiten - ihren <i>gemeinsamen</i> Räumlichkeiten - schloss sich leise hinter der Prinzessin, während sie sich nur leicht dagegen lehnte und das Schloss unter ihren Händen einrasten ließ. Obwohl sie durch das halbe Schloss gelaufen war und sicher den halben Regen auf dem Boden verteilt hatte, tropfte der Rock noch immer und hinterließ eine kleine Pfütze, dort wo sie stand. Der Regen hatte Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen, wo ihre Wimpern immer noch die Nässe weg blinzelten, und mittlerweile zog sich eine deutliche Gänsehaut über Hals und Rücken. Dennoch hatte sie Imani gebeten, nicht mit reinzukommen. Noch einen Moment blieb sie dort stehen, als bräuchte sie einen Moment, um das Geschehene zu verarbeiten. War es nicht absurd? In welcher Welt hätten sie damit rechnen können, so von dem Wetter überrascht zu werden? Bei dem Gedanken daran, als alle wie aufgescheuchte Hühner - sie vermutlich eingeschlossen - Schutz vor dem Regen gesucht hatten, zupfte schon wieder ein Lächeln, ein Grinsen fast an ihren Lippen. Naila pustete sich eine Strähne aus dem Sicht, strich sie sich zusätzlich hinters Ohr und setzte sich endlich in Bewegung. <br />
Natürlich direkt auf Orpheus zu. <div class="sommerlandcolor">“Ich kann es echt nicht glauben”</div>, begann sie und schweifte mit ihrer Hand in Richtung der offenen Balkontür aus. <div class="sommerlandcolor">“Passiert das öfter, oder ist es die Jahreszeit?</div>” Der Himmel war mittlerweile fast schwarz und tauchte das Gemach in ein düsteres, fast deprimierendes Licht - nicht aber für Naila, deren Augen regelrecht leuchteten. Als draußen sogar ein Blitz durch die Wolken zuckte, zuckte auch sie leicht zusammen und streckte die Hand nach Orpheus Arm aus. <div class="sommerlandcolor">“Oh…”</div> Das… ja, an Unwetter würde sie sich wohl nie gewöhnen.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Driving me insane, come play the game]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=716</link>
			<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 14:42:04 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=88">Rajani Parikh</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=716</guid>
			<description><![CDATA[Die spätsommerliche Wärme prickelte auf der gebräunten Haut der Gesellschafterin, während sie den hölzernen Schläger lässig auf ihrer Schulter ablegte, sodass das dicke Ende gefährlich durch die Luft schwang, wenn sie sich bewegte. Beinahe lasziv lag ihr Blick auf dem hochgewachsenen Castellanos (natürlich nicht auf dem Zweitgeborenen, der gehörte immerhin Naila und außerdem war der üüüberhaupt nicht ihr Typ!). Ehrlicherweise hatte Rajani leichte Konzentrationsprobleme, weil Stavros ebenfalls bei ihrem Spielenachmittag dabei war. Sie konnte nicht aufhören an ihr letztes gemeinsames 'Aufeinandertreffen' zu denken. Oder... Ineinandertreffen? Ach, wie auch immer. Fröhlich hüpfte sie von einem Bein auf das Andere, während sie den letzten Abstand überbrückte und neben der Acillus zum Stehen kam. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich hoffe Ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich AUS VERSEHEN gerade euren Ball mit dem meinen getroffen habe</span>", flötete sie grinsend und stupste Aurora spielerich mit der Schulter an, wobei sie natürlich gar keine Rücksicht mehr darauf nahm, dass ihr Schläger noch immer in die Luft über ihr ragte. Nachdem sie ihr aufrichtiges Bedauern an Aurora weitergegeben hatte, trugen ihre federnden Schritte sie als Nächstes zu Naila, die mit ihrer neuen Gesellschaftsdame Elithea und ihrem Mann Orpheus etwas abseits standen. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Na, was heckt ihr drei schon wieder aus, hm?</span>", fragte sie und konnte kaum verhindern, dass eine Augenbraue in die Höhe rutschte und vielsagend wackelte. <br />
<br />
Rajani liebte solche Tage an denen ein Spiel gespielt wurde. Die Hofgesellschaft kam zusammen, flanierte durch die Gärten und wenn man aufmerksam war (was bei Rajani eher selten der Fall war) konnte man hier und da auch Geheimnisse aufschnappen. Doch die gebürtige Sommerländerin war viel zu beschäftigt damit Stavros anzuschmachten, um überhaupt irgendetwas aufzuschnappen.<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zusammenfassung:</span></span><br />
- alle Beteiligten spielen das Spiel Pall-Mall <br />
- Rajani spricht erst Aurora und danach die Dreiergruppe Naila, Elithea und Orpheus an<br />
- zieht gleichzeitig Stavros quasi mit Blicken aus]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die spätsommerliche Wärme prickelte auf der gebräunten Haut der Gesellschafterin, während sie den hölzernen Schläger lässig auf ihrer Schulter ablegte, sodass das dicke Ende gefährlich durch die Luft schwang, wenn sie sich bewegte. Beinahe lasziv lag ihr Blick auf dem hochgewachsenen Castellanos (natürlich nicht auf dem Zweitgeborenen, der gehörte immerhin Naila und außerdem war der üüüberhaupt nicht ihr Typ!). Ehrlicherweise hatte Rajani leichte Konzentrationsprobleme, weil Stavros ebenfalls bei ihrem Spielenachmittag dabei war. Sie konnte nicht aufhören an ihr letztes gemeinsames 'Aufeinandertreffen' zu denken. Oder... Ineinandertreffen? Ach, wie auch immer. Fröhlich hüpfte sie von einem Bein auf das Andere, während sie den letzten Abstand überbrückte und neben der Acillus zum Stehen kam. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich hoffe Ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich AUS VERSEHEN gerade euren Ball mit dem meinen getroffen habe</span>", flötete sie grinsend und stupste Aurora spielerich mit der Schulter an, wobei sie natürlich gar keine Rücksicht mehr darauf nahm, dass ihr Schläger noch immer in die Luft über ihr ragte. Nachdem sie ihr aufrichtiges Bedauern an Aurora weitergegeben hatte, trugen ihre federnden Schritte sie als Nächstes zu Naila, die mit ihrer neuen Gesellschaftsdame Elithea und ihrem Mann Orpheus etwas abseits standen. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Na, was heckt ihr drei schon wieder aus, hm?</span>", fragte sie und konnte kaum verhindern, dass eine Augenbraue in die Höhe rutschte und vielsagend wackelte. <br />
<br />
Rajani liebte solche Tage an denen ein Spiel gespielt wurde. Die Hofgesellschaft kam zusammen, flanierte durch die Gärten und wenn man aufmerksam war (was bei Rajani eher selten der Fall war) konnte man hier und da auch Geheimnisse aufschnappen. Doch die gebürtige Sommerländerin war viel zu beschäftigt damit Stavros anzuschmachten, um überhaupt irgendetwas aufzuschnappen.<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zusammenfassung:</span></span><br />
- alle Beteiligten spielen das Spiel Pall-Mall <br />
- Rajani spricht erst Aurora und danach die Dreiergruppe Naila, Elithea und Orpheus an<br />
- zieht gleichzeitig Stavros quasi mit Blicken aus]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Unfortunately for Everybody We Keep Doing Whatever We Want]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=714</link>
			<pubDate>Sat, 12 Apr 2025 05:54:49 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=59">Aurelia Marsili</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=714</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/3e/f9/3c/3ef93c32a6a3cee7cbd39fceb448e175.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">I missed You, Idiot.<br />
<div style="font-size:18px;"></div>
</div>
Arbeit machte Aurelia nichts aus, solange sie passierte, wenn die Sonne nicht gerade erst angefangen hatte, sich blicken zu lassen. Dass man über diese Definition diskutieren konnte und sie damit <i>eigentlich</i> meinte, dass jeder gerührte Finger vor der Mittagsstunde mindestens einen halben Tag voll schlechter Laune bedeutete, das durfte ihre Familie wohl am besten wissen - und ein gewisser bester Freund, der sich nie blicken ließ.<br />
Nicht, dass sie ihn vermisste, pf. Wenn sie ihrer Mutter dabei half, das Geschirr vom Vorabend zu waschen, dann passierte das halt mal, dass ihre Gedanken zu unwichtigen Themen schwenkten wie dem Krieg, der Armee vor ihrer Tür und der bekannten Visage, die sich ausgerechnet dazu entscheiden hatte, ein Teil davon zu werden. Diese verdammte, grinsende Visage, die keine Sorgen auf der Welt kannte und sie wie ein hilfloses Waschweib zurückließ, das auf eine gute Nachricht ihres Ehemannes wartete. Dass Aurelias Laune jedes Mal aus ihrem Tiefpunkt gezogen wurde, wenn sie einen Brief von Antonius in der Hand hielt, das schmeckte ihr natürlich noch weniger als seine Visage, wenn er ihr mit seinen Männerprivilegien ins Gesicht lachte. <i>Ich hab die Welt gesehen. Ich darf das. Ich werde nicht von der Gesellschaft genötigt, zu heiraten und Bälger in die Welt zu setzen.</i> So ein Idiot. Sie vermisste ihren Idioten, okay?<br />
<br />
Der Tag fing ja auch wunderbar an, wenn sie in den frühen Morgenstunden (11 Uhr vormittags) schon von Antonius Erinnerung geplagt wurde, und das tüchtige Schweigen ihrer Mutter half nicht unbedingt dabei, die Gedanken abzuschütteln. Mit einem dramatischen Seufzen legte sie die letzte trockene Schüssel auf dem Tisch ab und warf sich den Lappen über die Schulter. <font color="#df97ab">“Ich geh die Wäsche abhängen”</font>, murrte sie und schnappte sich beim Rausgehen den Korb, der vor der sperrangelweit offenen Hintertür des Schankraumes stand. Die Sonne begrüßte sie mit einer angenehmen Wärme, wie sie für frühe Oktobertage bekannt war, ließ die gebräunte Haut ihrer freien Schulter fast Gold erscheinen und trotzdem kräuselte Aurelia die Nase. Auf dem Hinterhof war es nie vollkommen ruhig; immer gab es jemanden, der Hausarbeit erledigte und den Dreck vom Haus draußen leerte, oder eine alte Nachbarin, die mit ihrem Gehstock die Vögel aufscheuchte, oder mindestens eine Katze, die in der Sonne faulenzte und in Aurelia eine Eifersucht weckte, die sie nicht haben sollte. Die Marsalis teilten sich den Hof, fast schon ein Platz, mit den Nachbarn und waren oft Gastgeber der Treffen, wenn sie gemeinsam Tische raustrugen und bei Brot, Früchten und Wein den Mittag miteinander verbrachten. Die Tische von gestern standen immer noch dort, als Aurelia mit dem Korb auf der Hüfte über den Platz zu der Wäscheleine lief und sich direkt das erstbeste weiße Tuch griff, um es sich um den Kopf zu binden. Wie sie die Wäsche von der Leine zupfte, grenzte eher an das Rupfen eines Huhns, aber selbst das lebendige Huhn im Hausschatten ließ sich nicht davon beeindrucken und pickte weiter fröhlich die Körner vom Boden.<br />
Wenn es nach der Wirtstochter ging, dann konnte sie auch weiterhin schlecht gelaunt den Morgen versauern lassen, aber eine Stimme ließ sie dann doch innehalten. Schneller als eine Katze ruckte ihr Kopf zur Seite, dass sie durch die Laken einen Blick auf das Haus der Perlentaucher-Nachbarn werfen konnte, und zuerst dachte sie, ihre Ohren hätten sie getäuscht. Aber Nein. Da stand der Idiot, der sie nichtmal in ihren Gedanken in Ruhe lassen konnte: Prächtig aufrecht in seiner Soldatenmanier und doch dem unbeschwerten Lachen im Gesicht, das sie als persönlichen Affront auffasste. Ohne nachzudenken (war vor 14 Uhr sowieso nicht ihre Stärke) bückte sie sich, um den Korb abzustellen und ihre Sandale vom Fuß zu streifen. Wer wusste schon, was Aurelia trieb, als sie ausholte und die Sandale mit voller Wucht auf ihren Kindheitsfreund warf. <font color="#df97ab">“Was, kommst du nach Hause und machst dir nichtmal die Mühe, mir Bescheid zu sagen??”</font>, brüllte sie mit ihrem kräftigen Stimmorgan über den Platz in seine Richtung und stemmte eine Hand in die Hüfte, zwei Schritte entfernt von der schützenden Wäsche. Dass ihr Herz vor Freude, Antonius so unerwartet wiederzusehen, gegen ihre Brust klopfte, das ging ihn ja mal gar nichts an.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/3e/f9/3c/3ef93c32a6a3cee7cbd39fceb448e175.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">I missed You, Idiot.<br />
<div style="font-size:18px;"></div>
</div>
Arbeit machte Aurelia nichts aus, solange sie passierte, wenn die Sonne nicht gerade erst angefangen hatte, sich blicken zu lassen. Dass man über diese Definition diskutieren konnte und sie damit <i>eigentlich</i> meinte, dass jeder gerührte Finger vor der Mittagsstunde mindestens einen halben Tag voll schlechter Laune bedeutete, das durfte ihre Familie wohl am besten wissen - und ein gewisser bester Freund, der sich nie blicken ließ.<br />
Nicht, dass sie ihn vermisste, pf. Wenn sie ihrer Mutter dabei half, das Geschirr vom Vorabend zu waschen, dann passierte das halt mal, dass ihre Gedanken zu unwichtigen Themen schwenkten wie dem Krieg, der Armee vor ihrer Tür und der bekannten Visage, die sich ausgerechnet dazu entscheiden hatte, ein Teil davon zu werden. Diese verdammte, grinsende Visage, die keine Sorgen auf der Welt kannte und sie wie ein hilfloses Waschweib zurückließ, das auf eine gute Nachricht ihres Ehemannes wartete. Dass Aurelias Laune jedes Mal aus ihrem Tiefpunkt gezogen wurde, wenn sie einen Brief von Antonius in der Hand hielt, das schmeckte ihr natürlich noch weniger als seine Visage, wenn er ihr mit seinen Männerprivilegien ins Gesicht lachte. <i>Ich hab die Welt gesehen. Ich darf das. Ich werde nicht von der Gesellschaft genötigt, zu heiraten und Bälger in die Welt zu setzen.</i> So ein Idiot. Sie vermisste ihren Idioten, okay?<br />
<br />
Der Tag fing ja auch wunderbar an, wenn sie in den frühen Morgenstunden (11 Uhr vormittags) schon von Antonius Erinnerung geplagt wurde, und das tüchtige Schweigen ihrer Mutter half nicht unbedingt dabei, die Gedanken abzuschütteln. Mit einem dramatischen Seufzen legte sie die letzte trockene Schüssel auf dem Tisch ab und warf sich den Lappen über die Schulter. <font color="#df97ab">“Ich geh die Wäsche abhängen”</font>, murrte sie und schnappte sich beim Rausgehen den Korb, der vor der sperrangelweit offenen Hintertür des Schankraumes stand. Die Sonne begrüßte sie mit einer angenehmen Wärme, wie sie für frühe Oktobertage bekannt war, ließ die gebräunte Haut ihrer freien Schulter fast Gold erscheinen und trotzdem kräuselte Aurelia die Nase. Auf dem Hinterhof war es nie vollkommen ruhig; immer gab es jemanden, der Hausarbeit erledigte und den Dreck vom Haus draußen leerte, oder eine alte Nachbarin, die mit ihrem Gehstock die Vögel aufscheuchte, oder mindestens eine Katze, die in der Sonne faulenzte und in Aurelia eine Eifersucht weckte, die sie nicht haben sollte. Die Marsalis teilten sich den Hof, fast schon ein Platz, mit den Nachbarn und waren oft Gastgeber der Treffen, wenn sie gemeinsam Tische raustrugen und bei Brot, Früchten und Wein den Mittag miteinander verbrachten. Die Tische von gestern standen immer noch dort, als Aurelia mit dem Korb auf der Hüfte über den Platz zu der Wäscheleine lief und sich direkt das erstbeste weiße Tuch griff, um es sich um den Kopf zu binden. Wie sie die Wäsche von der Leine zupfte, grenzte eher an das Rupfen eines Huhns, aber selbst das lebendige Huhn im Hausschatten ließ sich nicht davon beeindrucken und pickte weiter fröhlich die Körner vom Boden.<br />
Wenn es nach der Wirtstochter ging, dann konnte sie auch weiterhin schlecht gelaunt den Morgen versauern lassen, aber eine Stimme ließ sie dann doch innehalten. Schneller als eine Katze ruckte ihr Kopf zur Seite, dass sie durch die Laken einen Blick auf das Haus der Perlentaucher-Nachbarn werfen konnte, und zuerst dachte sie, ihre Ohren hätten sie getäuscht. Aber Nein. Da stand der Idiot, der sie nichtmal in ihren Gedanken in Ruhe lassen konnte: Prächtig aufrecht in seiner Soldatenmanier und doch dem unbeschwerten Lachen im Gesicht, das sie als persönlichen Affront auffasste. Ohne nachzudenken (war vor 14 Uhr sowieso nicht ihre Stärke) bückte sie sich, um den Korb abzustellen und ihre Sandale vom Fuß zu streifen. Wer wusste schon, was Aurelia trieb, als sie ausholte und die Sandale mit voller Wucht auf ihren Kindheitsfreund warf. <font color="#df97ab">“Was, kommst du nach Hause und machst dir nichtmal die Mühe, mir Bescheid zu sagen??”</font>, brüllte sie mit ihrem kräftigen Stimmorgan über den Platz in seine Richtung und stemmte eine Hand in die Hüfte, zwei Schritte entfernt von der schützenden Wäsche. Dass ihr Herz vor Freude, Antonius so unerwartet wiederzusehen, gegen ihre Brust klopfte, das ging ihn ja mal gar nichts an.</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[And through the clouds, I see love shine]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=695</link>
			<pubDate>Tue, 11 Mar 2025 14:12:24 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=88">Rajani Parikh</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=695</guid>
			<description><![CDATA[Der goldene Schein der Sonne verkündete schon den Anfang einer kühlen Nacht. Im zweiten Monat der Ernte konnte es zwar tagsüber noch angenehm warm sein, nachts jedoch unangenehme Temperaturen erreichen - vor allem für eine solche Heißblüterin wie Rajani. Die temperamentvolle junge Frau war noch immer die extremen Temperaturen von Matariyya gewohnt und tat sich oft schwer damit sich warm anzuziehen. Die durchsichtigen Schleier, mit denen sie sich oft bedeckte, waren auf jeden Fall nicht gut dazu geeignet sich warm zu halten, so viel hat sie mittlerweile schon rausgefunden. Leider konnte sie sich bislang mit den dickeren Stoffen kaum anfreunden, sodass sie in den letzten Tagen die Abende oft in ihren oder in Nailas Gemächern verbracht hatte, weil ihr draußen einfach zu kalt gewesen war. Die junge Frau wurde jedoch zunehmend unzufrieden mit der Situation, dass sie den Palast kaum noch verlassen konnte, sobald die Sonne ihren sanften Schein eingestellt hatte, sodass sie sich heute an ein etwas anderes Outfit gewagt hatte. Natürlich noch immer bunt und schimmernd, doch dieses Mal mit etwas festeren Stoffen. Keine gebräunte Haut war zu sehen, denn sogar ihre Arme waren bis zu den Handgelenken bedeckt. Und je länger sie diese Stoffe trug, desto quengelige wurde das Gemüt der sonst so strahlenden Frau. Sie war einfach nicht dafür gemacht sich zu bedecken. Sie war dafür gemacht zu scheinen! Natürlich nur so weit, dass sie ihre Prinzessin nicht überdeckte - ist ja wohl klar! - aber sich vollständig zu bedecken fühlte sich einfach unnatürlich an. Wie ein Gefängnis aus Stoff. Unzufrieden zupfte sie also immer wieder an den Ärmeln ihres Oberteils, das trotz der Unannehmlichkeiten noch immer eher an die Mode des Sommerlandes erinnerte, als an die modernen Outfits der Königsländer. Doch Glitzer machte leider nicht Alles wett.<br />
<br />
Immer wieder an sich selbst herunter blickend lief sie nun also durch das Schloss und wollte das Outfit sofort einer Feuerprobe unterziehen. Auch wenn sie sich noch immer etwas schwer tat was die Orientierung im Schloss anging, glaubte sie, dass sie auf dem Weg zu den Gärten des Palastes war. Hoffte sie jedenfalls. Die Gänge waren mittlerweile größtenteils verlassen, nachdem sich die meisten Adligen gerade für das bald bevorstehende Abendmahl zurecht machten. Auch Naila hatte ihr Kleid vorhin noch mal gewechselt, doch nachdem sie mit dem Bürsten und Flechten der Haare fertig gewesen war, wollte ihre Prinzessin noch für einige Zeit alleine sein. Und auch, wenn in Rajani sich alles widersetzte, kam sie diesem Wunsch selbstverständlich nach. Sie würde niemals absichtlich etwas tun, was gegen den Willen von Naila verstieß - auch, wenn das bedeutete, dass sie ihre eigenen Wünsche hinten an stellen musste. Das war ihr Lebenswerk. Das war es schon immer gewesen. Und sie liebte dieses Leben. Naila war ihr Ein und Alles und sie würde sich immer wieder so entscheiden. Und wenn ihre Prinzessin sagte, dass sie lieber für den Moment alleine sein wollte, dann würde sie auch das akzeptieren. Sie wusste ja schließlich selbst, dass sie manchmal etwas anstrengend sein konnte. Aber... Es war SO schwierig aufzuhören zu reden, wenn sie einmal anfing! Ihr fielen dann immer so viele Sachen gleichzeitig ein, dass sie kaum aus dem Reden mehr heraus kam. Rajani, wie sie leibt und lebt eben. <br />
<br />
Mit einem leisen Seufzen zupfte sie erneut an dem Ärmel ihres rechten Armes und beschleunigte ihre Schritte noch etwas. Sie wusste nicht genau was Naila für den heutigen Abend noch geplant hatte und würde daher nicht allzu viel Zeit im Garten haben. Mit eiligem Tempo bog sie also um die nächste Ecke und plumpste kurz danach auf das eigene Gesäß, als sie krachend gegen einen anderen Menschen gelaufen war. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ach du Heilige...</span>", fing sie an, ehe sie ihren Blick an den Schuhen entlang wandern ließ und kurze Zeit später feststellte, dass sie nicht mit irgendjemandem zusammengestoßen war, sondern dass sie ausgerechnet in den frisch angetrauten Gemahl ihrer Prinzessin gerannt war. So schnell, dass er ihr nicht einmal die Hand hinhalten konnte, hatte sich die Gesellschafterin wieder aufgerappelt und zupfte sofort an dem nicht beschädigten Anzug des Prinzen herum. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eure Majestät...</span>", begrüßte sie ihn knicksend und gleichzeitig an ihm herumzupfend. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verzeiht mir bitte meine Unaufmerksamkeit, ich war so in Gedanken vertieft, dass ich wohl etwas zu voreilig war</span>", erklärte sie holprig und biss sich auf die Unterlippe, um nicht noch mehr zu plappern. Ohje, was Naila wohl sagen würde, wenn sie ihr erklären musste, dass sie ihren Ehemann umgelaufen hatte...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der goldene Schein der Sonne verkündete schon den Anfang einer kühlen Nacht. Im zweiten Monat der Ernte konnte es zwar tagsüber noch angenehm warm sein, nachts jedoch unangenehme Temperaturen erreichen - vor allem für eine solche Heißblüterin wie Rajani. Die temperamentvolle junge Frau war noch immer die extremen Temperaturen von Matariyya gewohnt und tat sich oft schwer damit sich warm anzuziehen. Die durchsichtigen Schleier, mit denen sie sich oft bedeckte, waren auf jeden Fall nicht gut dazu geeignet sich warm zu halten, so viel hat sie mittlerweile schon rausgefunden. Leider konnte sie sich bislang mit den dickeren Stoffen kaum anfreunden, sodass sie in den letzten Tagen die Abende oft in ihren oder in Nailas Gemächern verbracht hatte, weil ihr draußen einfach zu kalt gewesen war. Die junge Frau wurde jedoch zunehmend unzufrieden mit der Situation, dass sie den Palast kaum noch verlassen konnte, sobald die Sonne ihren sanften Schein eingestellt hatte, sodass sie sich heute an ein etwas anderes Outfit gewagt hatte. Natürlich noch immer bunt und schimmernd, doch dieses Mal mit etwas festeren Stoffen. Keine gebräunte Haut war zu sehen, denn sogar ihre Arme waren bis zu den Handgelenken bedeckt. Und je länger sie diese Stoffe trug, desto quengelige wurde das Gemüt der sonst so strahlenden Frau. Sie war einfach nicht dafür gemacht sich zu bedecken. Sie war dafür gemacht zu scheinen! Natürlich nur so weit, dass sie ihre Prinzessin nicht überdeckte - ist ja wohl klar! - aber sich vollständig zu bedecken fühlte sich einfach unnatürlich an. Wie ein Gefängnis aus Stoff. Unzufrieden zupfte sie also immer wieder an den Ärmeln ihres Oberteils, das trotz der Unannehmlichkeiten noch immer eher an die Mode des Sommerlandes erinnerte, als an die modernen Outfits der Königsländer. Doch Glitzer machte leider nicht Alles wett.<br />
<br />
Immer wieder an sich selbst herunter blickend lief sie nun also durch das Schloss und wollte das Outfit sofort einer Feuerprobe unterziehen. Auch wenn sie sich noch immer etwas schwer tat was die Orientierung im Schloss anging, glaubte sie, dass sie auf dem Weg zu den Gärten des Palastes war. Hoffte sie jedenfalls. Die Gänge waren mittlerweile größtenteils verlassen, nachdem sich die meisten Adligen gerade für das bald bevorstehende Abendmahl zurecht machten. Auch Naila hatte ihr Kleid vorhin noch mal gewechselt, doch nachdem sie mit dem Bürsten und Flechten der Haare fertig gewesen war, wollte ihre Prinzessin noch für einige Zeit alleine sein. Und auch, wenn in Rajani sich alles widersetzte, kam sie diesem Wunsch selbstverständlich nach. Sie würde niemals absichtlich etwas tun, was gegen den Willen von Naila verstieß - auch, wenn das bedeutete, dass sie ihre eigenen Wünsche hinten an stellen musste. Das war ihr Lebenswerk. Das war es schon immer gewesen. Und sie liebte dieses Leben. Naila war ihr Ein und Alles und sie würde sich immer wieder so entscheiden. Und wenn ihre Prinzessin sagte, dass sie lieber für den Moment alleine sein wollte, dann würde sie auch das akzeptieren. Sie wusste ja schließlich selbst, dass sie manchmal etwas anstrengend sein konnte. Aber... Es war SO schwierig aufzuhören zu reden, wenn sie einmal anfing! Ihr fielen dann immer so viele Sachen gleichzeitig ein, dass sie kaum aus dem Reden mehr heraus kam. Rajani, wie sie leibt und lebt eben. <br />
<br />
Mit einem leisen Seufzen zupfte sie erneut an dem Ärmel ihres rechten Armes und beschleunigte ihre Schritte noch etwas. Sie wusste nicht genau was Naila für den heutigen Abend noch geplant hatte und würde daher nicht allzu viel Zeit im Garten haben. Mit eiligem Tempo bog sie also um die nächste Ecke und plumpste kurz danach auf das eigene Gesäß, als sie krachend gegen einen anderen Menschen gelaufen war. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ach du Heilige...</span>", fing sie an, ehe sie ihren Blick an den Schuhen entlang wandern ließ und kurze Zeit später feststellte, dass sie nicht mit irgendjemandem zusammengestoßen war, sondern dass sie ausgerechnet in den frisch angetrauten Gemahl ihrer Prinzessin gerannt war. So schnell, dass er ihr nicht einmal die Hand hinhalten konnte, hatte sich die Gesellschafterin wieder aufgerappelt und zupfte sofort an dem nicht beschädigten Anzug des Prinzen herum. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eure Majestät...</span>", begrüßte sie ihn knicksend und gleichzeitig an ihm herumzupfend. "<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verzeiht mir bitte meine Unaufmerksamkeit, ich war so in Gedanken vertieft, dass ich wohl etwas zu voreilig war</span>", erklärte sie holprig und biss sich auf die Unterlippe, um nicht noch mehr zu plappern. Ohje, was Naila wohl sagen würde, wenn sie ihr erklären musste, dass sie ihren Ehemann umgelaufen hatte...]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[VIncere out mori]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=670</link>
			<pubDate>Sun, 26 Jan 2025 09:51:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=25">*Zephyr Athanas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=670</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/9d/d8/47/9dd847b635530af56ba989468e6a637c.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Conquer or Die<br />
<div style="font-size:18px;"></div>
</div>
<br />
Der Tagesablauf der Hand des Großkönigs war klar strukturiert, mit wenigen Unterbrechungen, die Zephyr überhaupt noch überrascht aufschauen ließen. Während er durch die breiten Korridore lief und mit erhobenem Kopf die Treppen zu dem privaten Flügel der Königsfamilie erklomm, war er in Gedanken bereits an den nächsten Tag, seine Routine, das Ratstreffen und den obligatorischen Besuch im Heerlager. Es war zum Alltag geworden, dass er nur noch genauso viel schlief wie nötig und ein Häkchen nach dem anderen setzte, wobei sogar der Briefwechsel mit seiner Frau mittlerweile mit Politik durchtränkt war. Dass er seine kostbare Zeit auch für Augusto opfern musste, kam ihm dabei zunehmend wie eine Verschwendung vor.<br />
Lange schon trug der Großkönig nicht mehr das Zepter in der Hand, doch fragen konnte man sich, ob er sich dessen überhaupt bewusst war. Zuzuschreiben hatte er das natürlich allein sich selbst; er konnte froh sein, dass er einen Cousin hatte, der ihm den Rücken frei hielt und ihm die schwierigen Entscheidungen abnahm. Ein Großkönig ließ sich seine Zurechnungsfähigkeit nicht vom Wein stehlen, oder von einem jungen Frühlingskönig provozieren und unrealistische Rachepläne schmieden, die weder Hand noch Fuß hatten. Jahr für Jahr war Zephyrs Respekt für Augusto gesunken, während er sich hinter ihm duckte, die Scherben der weggeworfenen Weingläser aufklaubte und sie in seinen eigenen Gemächern wieder zusammen klaubte. Leider befreite ihn das nicht von der Pflicht, ihm dennoch regelmäßig einen Besuch abzustatten und sich das obligatorische Ja abzuholen, das er hin und wieder ein wenig frei interpretierte. So trat die Königsgarde auch jetzt für ihn zur Seite, nachdem man ihn seinem Cousin angekündigt hatte. <br />
Zephyrs Blick legte sich sofort auf die Gestalt, die inmitten des protzigen Raumes auf einem breiten, extra breiten Triclinicum lag. Er würdigte auch die große Weinkaraffe mit einem Blick, ehe er sich eine Faust aufs Herz legte und eine respektvolle Verbeugung andeutete. <b>“Eure Majestät”</b>, begrüßte er Augusto seinem Stand entsprechend und wartete auf die formale Aufforderung, sich zu setzen - was er gedachte, direkt gegenüber von Augusto zu tun. Man schenkte ihm ein Glas ein und er griff danach, trank aber nicht daraus. <b>“Ich komme, um von dem Aufbau der Verteidigungsanlagen in Bardon Pass zu berichten.”</b> In der Tat saß er bis zu einer Stunde noch auf seinem Pferd, auf dem Weg zurück zur Hauptstadt. Zephyr hatte nunmal keine Zeit für Pausen, und ehrlich gesagt wollte er dieses Gespräch auch nicht länger als nötig aufschieben.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/9d/d8/47/9dd847b635530af56ba989468e6a637c.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Conquer or Die<br />
<div style="font-size:18px;"></div>
</div>
<br />
Der Tagesablauf der Hand des Großkönigs war klar strukturiert, mit wenigen Unterbrechungen, die Zephyr überhaupt noch überrascht aufschauen ließen. Während er durch die breiten Korridore lief und mit erhobenem Kopf die Treppen zu dem privaten Flügel der Königsfamilie erklomm, war er in Gedanken bereits an den nächsten Tag, seine Routine, das Ratstreffen und den obligatorischen Besuch im Heerlager. Es war zum Alltag geworden, dass er nur noch genauso viel schlief wie nötig und ein Häkchen nach dem anderen setzte, wobei sogar der Briefwechsel mit seiner Frau mittlerweile mit Politik durchtränkt war. Dass er seine kostbare Zeit auch für Augusto opfern musste, kam ihm dabei zunehmend wie eine Verschwendung vor.<br />
Lange schon trug der Großkönig nicht mehr das Zepter in der Hand, doch fragen konnte man sich, ob er sich dessen überhaupt bewusst war. Zuzuschreiben hatte er das natürlich allein sich selbst; er konnte froh sein, dass er einen Cousin hatte, der ihm den Rücken frei hielt und ihm die schwierigen Entscheidungen abnahm. Ein Großkönig ließ sich seine Zurechnungsfähigkeit nicht vom Wein stehlen, oder von einem jungen Frühlingskönig provozieren und unrealistische Rachepläne schmieden, die weder Hand noch Fuß hatten. Jahr für Jahr war Zephyrs Respekt für Augusto gesunken, während er sich hinter ihm duckte, die Scherben der weggeworfenen Weingläser aufklaubte und sie in seinen eigenen Gemächern wieder zusammen klaubte. Leider befreite ihn das nicht von der Pflicht, ihm dennoch regelmäßig einen Besuch abzustatten und sich das obligatorische Ja abzuholen, das er hin und wieder ein wenig frei interpretierte. So trat die Königsgarde auch jetzt für ihn zur Seite, nachdem man ihn seinem Cousin angekündigt hatte. <br />
Zephyrs Blick legte sich sofort auf die Gestalt, die inmitten des protzigen Raumes auf einem breiten, extra breiten Triclinicum lag. Er würdigte auch die große Weinkaraffe mit einem Blick, ehe er sich eine Faust aufs Herz legte und eine respektvolle Verbeugung andeutete. <b>“Eure Majestät”</b>, begrüßte er Augusto seinem Stand entsprechend und wartete auf die formale Aufforderung, sich zu setzen - was er gedachte, direkt gegenüber von Augusto zu tun. Man schenkte ihm ein Glas ein und er griff danach, trank aber nicht daraus. <b>“Ich komme, um von dem Aufbau der Verteidigungsanlagen in Bardon Pass zu berichten.”</b> In der Tat saß er bis zu einer Stunde noch auf seinem Pferd, auf dem Weg zurück zur Hauptstadt. Zephyr hatte nunmal keine Zeit für Pausen, und ehrlich gesagt wollte er dieses Gespräch auch nicht länger als nötig aufschieben.</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[They were so easy to love]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=648</link>
			<pubDate>Fri, 27 Dec 2024 18:34:33 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=16">Naila Castellanos</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=648</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/be/fd/58/befd58f9eb7aab8351cb3f74b8e35d05.jpg); background-size:100%;background-position:50% 60%;"><div style="color:black;">To Sisterhood, Love, and Friendship</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/fc6010c91552ba8110cd48e2a8fb6255/tumblr_inline_qri60cMZK11rjo696_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Freiheit war ein Wort, das Naila in den vergangenen Jahren sicher nicht genutzt hätte, um Alltag und Leben zu beschreiben. So weit ihr Heimatspalast sich auch erstreckt hatte, war sie die Pfade an der Mauer doch bereits unzählige Male abgelaufen. Wenn sie ganz ruhig gewesen war, dann hatte sie dem Treiben außerhalb der Mauern lauschen können, die Geräusche ein stetiges Treiben durch die trockene Luft. Es fühlte sich immer so an, als hätten ihre Vorfahren den Palast wie ein Tor zum Himmel erbaut und genauso auch instand gehalten - die Gärten grenzen an die Paradise aus den kirchlichen Schriften, die Vögel wurden sorgfältig gewählt und gezogen, die Pflanzen ließen sich in ihrer Vielseitigkeit kaum zu Papier bringen. Innerhalb des Palastes waren ihr die inneren Gärten und ihre Gemächer stets zugänglich, dass sie sich dort frei bewegen konnte. Und wenn sie ihre Heimat mit den anderen ihr bekannten Orten vergleichen würde, dann fühlte sie sich nirgendwo so sicher wie in diesen Mauern; aber <i>Freiheit</i> hatte eine Note, die sie erst hier in Castandor wirklich zu fühlen lernte. <br />
Die Gemahlin eines Großkönigsprinzen zu sein, hatte viele Vorteile, wie sie jeden Tag aufs Neue und in ganz anderen Winkeln erfuhr. Man hütete sich, ihr irgendetwas vorzuschreiben, angefangen von einfachen Routen in den Gärten bis hin, ihr das Sprechen zu erlauben. Um über neue Kleiderstoffe zu entscheiden, wurde sie in ein eigens dafür vorgesehenes Zimmer begleitet, während ihr drei Beauftragte mit Schmuck und Rat zur Seite standen. Zu Tisch kamen die erlesensten Speisen, die es auf den Inseln nicht so leicht zu erstehen gab, und Naila genoss die ruhigen Abende, die sie jetzt schon zweimal nur mit Orpheus in seinen Gemächern verbracht hatte, wenn sein Zeitplan ihn spät hatte heimkehren lassen. Aber am meisten schätzte sie den Zugang zur königlichen Bibliothek. Zu Hause hätte sie sich nie träumen lassen, einmal durch die heiligen Hallen zu treten, in denen Schriften fünf Köpfe über ihr nur mit der Leiter zu erreichen waren, das Licht samtig weich durch die Kuppel fallend und den Marmor in ein angenehmes Elfenbein tauchend. Ein in sich gekehrtes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie daran dachte, dass zwei neue Schriften in ihrem Gemach darauf warteten, gelesen zu werden.<br />
Vor ihrem Schoß lag das Werk, das Elithea Trakas ihr am dritten Hochzeitstag geschenkt hatte, aufgeschlagen nach der Legende der drei Schicksalsschwestern. Auf ihrem Schoß ruhte der Bauch der Laute, über dessen Saiten sie mit zarten Fingern fuhr und im Schatten des Olivenbaumes eine leichte Melodie anstieß. In den letzten Tagen hatte sie die Routine wachsen lassen, die Nachmittagsstunden in dem vertrauten Kreis ihrer Gesellschafterinnen zu verbringen. Neben dem gegenseitigen Vorlesen (heute war Rajani dran gewesen) musizierte sie auch gerne hier, wo der Hof seine Tüchtigkeit verlor und der Weite der Gärten Platz gewährte, wie er an den Steinstufen einen wunderbaren Ausblick auf das Meer und die steinige Küste preisgab. Sie alle - ihre Gesellschafterinnen aus der Heimat, aber auch Elithea - erlebten hier jeden Tag so viel, dass sich die Treffen oft bis in die späten Nachmittagsstunden zogen und Naila sie an ihre täglichen Pflichten erinnern musste, aber wann, wenn nicht jetzt konnten sie die Freiheit genießen, die einer frischen Heirat in einen höheren Stand zu verdanken waren? Sie alle waren doch auch nur jung und völlig neu in einer Welt, die groß genug für zwei Leben schien, und Naila… Selten erlebte man sie in einer solchen Seligkeit, die auch durch ihre sorgfältig aufrecht erhaltenen Gesellschaftsmasken schien, wenn sie sich gerade unbeobachtet fühlte. Nämlich genau dann, wenn ein Gedanke an dunkelbraune Locken sie kurz aus der Wirklichkeit riss.<br />
Die letzten Töne der Laute vibrierten durch ihre Finger, während sie tief durch die Brise atmete, die das Meer zu ihnen trug. Das gleiche, echte Lächeln, das Naila schon seit Tagen trug, vertiefte sich und ließ leichte Grübchen erkennen, als sie die Laute zu dem Legendenwerk auf die Steinbank vor sich legte und in die Runde schaute. Dass Naila in Matariyya nie in der Öffentlichkeit zu einem Musikinstrument gegriffen hatte, sondern nur in ihren eigenen, behüteten Gemächern, das wussten nur ihre Gesellschafterinnen aus der Heimat. <font color="#f4a997">“Lasst uns das öfter zusammen machen. Elithea, spielst du ein Instrument?”</font>, wandte sie sich freundlich an die einzige gebürtige Castandorianerin im Kreis; gleich, welches Land ihre Heimat nun als eigen anerkannte. Im gleichen Zuge lehnte sie sich ein wenig nach hinten und gab damit den Gesprächen Raum, sich natürlich zu entfalten. Rajani würde sowieso nicht lange still halten können, vor allem nicht, wenn sie noch nicht vom heutigen Tag hatte berichten können.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/be/fd/58/befd58f9eb7aab8351cb3f74b8e35d05.jpg); background-size:100%;background-position:50% 60%;"><div style="color:black;">To Sisterhood, Love, and Friendship</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/fc6010c91552ba8110cd48e2a8fb6255/tumblr_inline_qri60cMZK11rjo696_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Freiheit war ein Wort, das Naila in den vergangenen Jahren sicher nicht genutzt hätte, um Alltag und Leben zu beschreiben. So weit ihr Heimatspalast sich auch erstreckt hatte, war sie die Pfade an der Mauer doch bereits unzählige Male abgelaufen. Wenn sie ganz ruhig gewesen war, dann hatte sie dem Treiben außerhalb der Mauern lauschen können, die Geräusche ein stetiges Treiben durch die trockene Luft. Es fühlte sich immer so an, als hätten ihre Vorfahren den Palast wie ein Tor zum Himmel erbaut und genauso auch instand gehalten - die Gärten grenzen an die Paradise aus den kirchlichen Schriften, die Vögel wurden sorgfältig gewählt und gezogen, die Pflanzen ließen sich in ihrer Vielseitigkeit kaum zu Papier bringen. Innerhalb des Palastes waren ihr die inneren Gärten und ihre Gemächer stets zugänglich, dass sie sich dort frei bewegen konnte. Und wenn sie ihre Heimat mit den anderen ihr bekannten Orten vergleichen würde, dann fühlte sie sich nirgendwo so sicher wie in diesen Mauern; aber <i>Freiheit</i> hatte eine Note, die sie erst hier in Castandor wirklich zu fühlen lernte. <br />
Die Gemahlin eines Großkönigsprinzen zu sein, hatte viele Vorteile, wie sie jeden Tag aufs Neue und in ganz anderen Winkeln erfuhr. Man hütete sich, ihr irgendetwas vorzuschreiben, angefangen von einfachen Routen in den Gärten bis hin, ihr das Sprechen zu erlauben. Um über neue Kleiderstoffe zu entscheiden, wurde sie in ein eigens dafür vorgesehenes Zimmer begleitet, während ihr drei Beauftragte mit Schmuck und Rat zur Seite standen. Zu Tisch kamen die erlesensten Speisen, die es auf den Inseln nicht so leicht zu erstehen gab, und Naila genoss die ruhigen Abende, die sie jetzt schon zweimal nur mit Orpheus in seinen Gemächern verbracht hatte, wenn sein Zeitplan ihn spät hatte heimkehren lassen. Aber am meisten schätzte sie den Zugang zur königlichen Bibliothek. Zu Hause hätte sie sich nie träumen lassen, einmal durch die heiligen Hallen zu treten, in denen Schriften fünf Köpfe über ihr nur mit der Leiter zu erreichen waren, das Licht samtig weich durch die Kuppel fallend und den Marmor in ein angenehmes Elfenbein tauchend. Ein in sich gekehrtes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie daran dachte, dass zwei neue Schriften in ihrem Gemach darauf warteten, gelesen zu werden.<br />
Vor ihrem Schoß lag das Werk, das Elithea Trakas ihr am dritten Hochzeitstag geschenkt hatte, aufgeschlagen nach der Legende der drei Schicksalsschwestern. Auf ihrem Schoß ruhte der Bauch der Laute, über dessen Saiten sie mit zarten Fingern fuhr und im Schatten des Olivenbaumes eine leichte Melodie anstieß. In den letzten Tagen hatte sie die Routine wachsen lassen, die Nachmittagsstunden in dem vertrauten Kreis ihrer Gesellschafterinnen zu verbringen. Neben dem gegenseitigen Vorlesen (heute war Rajani dran gewesen) musizierte sie auch gerne hier, wo der Hof seine Tüchtigkeit verlor und der Weite der Gärten Platz gewährte, wie er an den Steinstufen einen wunderbaren Ausblick auf das Meer und die steinige Küste preisgab. Sie alle - ihre Gesellschafterinnen aus der Heimat, aber auch Elithea - erlebten hier jeden Tag so viel, dass sich die Treffen oft bis in die späten Nachmittagsstunden zogen und Naila sie an ihre täglichen Pflichten erinnern musste, aber wann, wenn nicht jetzt konnten sie die Freiheit genießen, die einer frischen Heirat in einen höheren Stand zu verdanken waren? Sie alle waren doch auch nur jung und völlig neu in einer Welt, die groß genug für zwei Leben schien, und Naila… Selten erlebte man sie in einer solchen Seligkeit, die auch durch ihre sorgfältig aufrecht erhaltenen Gesellschaftsmasken schien, wenn sie sich gerade unbeobachtet fühlte. Nämlich genau dann, wenn ein Gedanke an dunkelbraune Locken sie kurz aus der Wirklichkeit riss.<br />
Die letzten Töne der Laute vibrierten durch ihre Finger, während sie tief durch die Brise atmete, die das Meer zu ihnen trug. Das gleiche, echte Lächeln, das Naila schon seit Tagen trug, vertiefte sich und ließ leichte Grübchen erkennen, als sie die Laute zu dem Legendenwerk auf die Steinbank vor sich legte und in die Runde schaute. Dass Naila in Matariyya nie in der Öffentlichkeit zu einem Musikinstrument gegriffen hatte, sondern nur in ihren eigenen, behüteten Gemächern, das wussten nur ihre Gesellschafterinnen aus der Heimat. <font color="#f4a997">“Lasst uns das öfter zusammen machen. Elithea, spielst du ein Instrument?”</font>, wandte sie sich freundlich an die einzige gebürtige Castandorianerin im Kreis; gleich, welches Land ihre Heimat nun als eigen anerkannte. Im gleichen Zuge lehnte sie sich ein wenig nach hinten und gab damit den Gesprächen Raum, sich natürlich zu entfalten. Rajani würde sowieso nicht lange still halten können, vor allem nicht, wenn sie noch nicht vom heutigen Tag hatte berichten können.<br />
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