<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Facing the Storm - Walleydor - Das Frühlingsland]]></title>
		<link>https://facingthestorm.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestorm.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 21:31:43 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[My mind's a place I can′t escape your ghost]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=566</link>
			<pubDate>Sat, 14 Sep 2024 23:00:06 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Elaine Beaufort</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=566</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">My mind's a place I can′t escape your ghost<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Sometimes I wish that I could see you one more day One more rainy day</div>
</div>
<br />
<img src="https://64.media.tumblr.com/fc585d69a319ec18db6868a28ab50d72/tumblr_inline_p90edpLz7k1rjwhx3_250.gif" style="max-width:250px; float:right;">Auch wenn sie hinter Straßenecke gestanden und die Menschen entfernt auf dem großen Platz nur schemenhaft hatte wahrnehmen können, hatte ihre Anwesenheit gereicht, um die Atmosphäre unter den Menschen erspüren zu können. Viele Fragezeichen, viel Getuschel und viel Unverständnis zierte die Gesichter dieser und Elaine hatte den Blick durch die Menschenmassen gleiten lassen, die der Hinrichtung beigewohnt hatten. Vielleicht war ihr das Schicksal in den letzten Tagen wohl gesonnen gewesen, vielleicht war sie aber auch einfach aufmerksam genug gewesen, um erfolgreich jenen, die sie hätten zuordnen können, aus dem Weg gegangen zu sein. Es hatte keinerlei derartige Zwischenfälle gegeben, während Elaine sich an junge Soldaten gehalten hatte, die ihr Gesicht mit Sicherheit nicht kannten. Ein Raunen war durch die Menge gegangen, doch ihr Blick hatte ausschließlich einem Hinterkopf an der Seite des frühlingsländischen Königs gegolten. Vielleicht hatte sie ihn an seiner Körperhaltung oder den wilden Locken erkannt, Fakt war, dass er für sie aus jeder Menge herausstechen würde. Auch wenn er an der anderen Seite des Platzes stand und in eine andere Richtung blickte. Das laute Geräusch, das vom Holz beim Schafrichter auszugehen schien, ließ die Menschen zischen, schreien und entsetzt grölen. Godwyn schien den Kopf zu senken und leicht zu schütteln – auch von weit weg und den Blick auf seine Rückseite gerichtet hatte sie deutlich sehen können, dass er kein Freund der Hinrichtung Trakas war. Ob er ihrer Hinrichtung auch derart demütig beigewohnt hätte?<br />
<br />
Der restliche Tag war anstrengend gewesen. In der ganzen Stadt war es zu Tumulten gekommen, in Tavernen waren Schlägereien ausgebrochen und auf den Straßen waren frühlingsländische Soldaten angespuckt worden. Den Einwohnern konnte man diese Gefühlsregungen wohl kaum verübeln. Voller Hingabe hatte Elaine das Blut von ein paar Platzwunden weg-getupft und einem sehr jungen Soldaten anschließend etwas Trost gespendet, weil dieser seine Eltern so sehr vermisste. Wie weit war sie eigentlich gesunken? Es war schon dunkel, als sie den jungen Mann endlich davon überzeugen konnte, sich hinzulegen und sich auszuruhen, um morgen weiter Unruhen schlichten zu können. <br />
<br />
Auf der Straße nahm sie einen tiefen Atemzug und schloss kurz die Auge, um sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen. Das angetrocknete Blut an ihren Händen wurde am Rock abgewischt – wirkte sowieso viel authentischer – und ihr Blick fiel auf den Taverneneingang gegenüber. Vermutlich fiel ihr dieser ins Auge, weil sich die Tür gerade öffnete und einen kleinen, hellen Strahl an Licht auf die Straße entließ.  Automatisch wich sie etwas in die schützende Dunkelheit eines Seiteneingangs zurück und erkannte parallel, dass das Schicksal nun wohl genug von ihrem Versteckspiel zu haben schien. <br />
<br />
So wie sie ihn vorhin unter hunderten Menschen erkannt hatte, würde sie ihn auch in vollster Dunkelheit unterscheiden können. Es war nicht in Ordnung, dass sich irgendeine Art Kloß in ihrem Hals zu formen begann, doch sie schaffte es, diesen herunterzuschlucken. Godwyn schlug die erste Seitengasse ein und vielleicht hätte sie sich umdrehen und in die andere Richtung verschwinden sollen. Doch natürlich trieb sie alles dorthin. Leise Schritte folgten Godwyn bis sie eine sichere Distanz zur Taverne hinter sich gebracht hatten und eine der Nebengassen äußerst verlassen aussah. Kein Blick auf die Hauptstraße, keine Hauseingänge und ein Geruch, als würde diese Straße eher als Latrine dienen. Perfekt also für die schäbige Vergangenheit, die sie beide teilten. Elaine ließ ihre Schritte langsam absichtlich etwas lauter werden und blieb irgendwann stehen. Sie wusste, dass er sich fragend umdrehen würde. Für eine Millisekunde überlegte sie, doch in der Dunkelheit zu verschwinden und sich wieder einzureden, dass sie diesen Teil ihrer Vergangenheit hinter sich lassen würde. Doch statt sich umzudrehen, griff sie an das Tuch, das einen Teil ihres Gesichts bedeckte, und zog es nach unten, um es dem armen Ritter nicht noch schwerer zu machen. <br />
<br />
Sie konnte nicht blinzeln, nicht atmen und nicht schlucken, aber vielleicht musste sie das gar nicht. Vielleicht musste sie ihn nur mit einer Mischung aus Trauer, Verzweiflung und Wut ansehen. Es war doch vollkommen egal, wie diese Sache ausgehen würde. Sollte er sie erneut verhaften lassen, würde sie ihn dazu zwingen, endlich zu Ende zu bringen, was er angefangen hatte. Sie war dem Tod und dem Verderben oft genug von der Schippe gesprungen und vielleicht war die Begegnung mit Godwyn in einer räudigen Gasse nun das letzte Gericht. In der Dunkelheit sah er mitgenommen aus und wahrscheinlich sollte sie etwas sagen. Nun konnte sie doch schlucken und einmal blinzeln, ehe sie ihr Kinn hob, um mit Stolz zu antworten, obwohl er es war, der ihr all ihre Würde genommen hatte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Fast romantisch, nicht wahr?“</span> Sie hatte zynisch klingen wollen, doch sie konnte das Zittern in ihrer eigenen Stimme nicht unterdrücken. Was sie hier von ihm wollte? Niemals hätte sie diese Frage sinnvoll beantworten können. Sie nickte Richtung Westen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Nicht weit von hier habe ich vor vielen Jahren einen Mann über den Hauswein schimpfen hören. Andere fanden das unangebracht - Ich fand es erfrischend.“</span> Vor 12 Jahren hatten sie sich in dieser Stadt kennengelernt. Niemals hätte sie gedacht, dass ein Mann derart Einfluss auf sie haben konnte. Doch Godwyn war genau dieser Mann gewesen. Und wenn sie ehrlich war, war er es immer noch.  <br />
<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">My mind's a place I can′t escape your ghost<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Sometimes I wish that I could see you one more day One more rainy day</div>
</div>
<br />
<img src="https://64.media.tumblr.com/fc585d69a319ec18db6868a28ab50d72/tumblr_inline_p90edpLz7k1rjwhx3_250.gif" style="max-width:250px; float:right;">Auch wenn sie hinter Straßenecke gestanden und die Menschen entfernt auf dem großen Platz nur schemenhaft hatte wahrnehmen können, hatte ihre Anwesenheit gereicht, um die Atmosphäre unter den Menschen erspüren zu können. Viele Fragezeichen, viel Getuschel und viel Unverständnis zierte die Gesichter dieser und Elaine hatte den Blick durch die Menschenmassen gleiten lassen, die der Hinrichtung beigewohnt hatten. Vielleicht war ihr das Schicksal in den letzten Tagen wohl gesonnen gewesen, vielleicht war sie aber auch einfach aufmerksam genug gewesen, um erfolgreich jenen, die sie hätten zuordnen können, aus dem Weg gegangen zu sein. Es hatte keinerlei derartige Zwischenfälle gegeben, während Elaine sich an junge Soldaten gehalten hatte, die ihr Gesicht mit Sicherheit nicht kannten. Ein Raunen war durch die Menge gegangen, doch ihr Blick hatte ausschließlich einem Hinterkopf an der Seite des frühlingsländischen Königs gegolten. Vielleicht hatte sie ihn an seiner Körperhaltung oder den wilden Locken erkannt, Fakt war, dass er für sie aus jeder Menge herausstechen würde. Auch wenn er an der anderen Seite des Platzes stand und in eine andere Richtung blickte. Das laute Geräusch, das vom Holz beim Schafrichter auszugehen schien, ließ die Menschen zischen, schreien und entsetzt grölen. Godwyn schien den Kopf zu senken und leicht zu schütteln – auch von weit weg und den Blick auf seine Rückseite gerichtet hatte sie deutlich sehen können, dass er kein Freund der Hinrichtung Trakas war. Ob er ihrer Hinrichtung auch derart demütig beigewohnt hätte?<br />
<br />
Der restliche Tag war anstrengend gewesen. In der ganzen Stadt war es zu Tumulten gekommen, in Tavernen waren Schlägereien ausgebrochen und auf den Straßen waren frühlingsländische Soldaten angespuckt worden. Den Einwohnern konnte man diese Gefühlsregungen wohl kaum verübeln. Voller Hingabe hatte Elaine das Blut von ein paar Platzwunden weg-getupft und einem sehr jungen Soldaten anschließend etwas Trost gespendet, weil dieser seine Eltern so sehr vermisste. Wie weit war sie eigentlich gesunken? Es war schon dunkel, als sie den jungen Mann endlich davon überzeugen konnte, sich hinzulegen und sich auszuruhen, um morgen weiter Unruhen schlichten zu können. <br />
<br />
Auf der Straße nahm sie einen tiefen Atemzug und schloss kurz die Auge, um sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen. Das angetrocknete Blut an ihren Händen wurde am Rock abgewischt – wirkte sowieso viel authentischer – und ihr Blick fiel auf den Taverneneingang gegenüber. Vermutlich fiel ihr dieser ins Auge, weil sich die Tür gerade öffnete und einen kleinen, hellen Strahl an Licht auf die Straße entließ.  Automatisch wich sie etwas in die schützende Dunkelheit eines Seiteneingangs zurück und erkannte parallel, dass das Schicksal nun wohl genug von ihrem Versteckspiel zu haben schien. <br />
<br />
So wie sie ihn vorhin unter hunderten Menschen erkannt hatte, würde sie ihn auch in vollster Dunkelheit unterscheiden können. Es war nicht in Ordnung, dass sich irgendeine Art Kloß in ihrem Hals zu formen begann, doch sie schaffte es, diesen herunterzuschlucken. Godwyn schlug die erste Seitengasse ein und vielleicht hätte sie sich umdrehen und in die andere Richtung verschwinden sollen. Doch natürlich trieb sie alles dorthin. Leise Schritte folgten Godwyn bis sie eine sichere Distanz zur Taverne hinter sich gebracht hatten und eine der Nebengassen äußerst verlassen aussah. Kein Blick auf die Hauptstraße, keine Hauseingänge und ein Geruch, als würde diese Straße eher als Latrine dienen. Perfekt also für die schäbige Vergangenheit, die sie beide teilten. Elaine ließ ihre Schritte langsam absichtlich etwas lauter werden und blieb irgendwann stehen. Sie wusste, dass er sich fragend umdrehen würde. Für eine Millisekunde überlegte sie, doch in der Dunkelheit zu verschwinden und sich wieder einzureden, dass sie diesen Teil ihrer Vergangenheit hinter sich lassen würde. Doch statt sich umzudrehen, griff sie an das Tuch, das einen Teil ihres Gesichts bedeckte, und zog es nach unten, um es dem armen Ritter nicht noch schwerer zu machen. <br />
<br />
Sie konnte nicht blinzeln, nicht atmen und nicht schlucken, aber vielleicht musste sie das gar nicht. Vielleicht musste sie ihn nur mit einer Mischung aus Trauer, Verzweiflung und Wut ansehen. Es war doch vollkommen egal, wie diese Sache ausgehen würde. Sollte er sie erneut verhaften lassen, würde sie ihn dazu zwingen, endlich zu Ende zu bringen, was er angefangen hatte. Sie war dem Tod und dem Verderben oft genug von der Schippe gesprungen und vielleicht war die Begegnung mit Godwyn in einer räudigen Gasse nun das letzte Gericht. In der Dunkelheit sah er mitgenommen aus und wahrscheinlich sollte sie etwas sagen. Nun konnte sie doch schlucken und einmal blinzeln, ehe sie ihr Kinn hob, um mit Stolz zu antworten, obwohl er es war, der ihr all ihre Würde genommen hatte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Fast romantisch, nicht wahr?“</span> Sie hatte zynisch klingen wollen, doch sie konnte das Zittern in ihrer eigenen Stimme nicht unterdrücken. Was sie hier von ihm wollte? Niemals hätte sie diese Frage sinnvoll beantworten können. Sie nickte Richtung Westen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Nicht weit von hier habe ich vor vielen Jahren einen Mann über den Hauswein schimpfen hören. Andere fanden das unangebracht - Ich fand es erfrischend.“</span> Vor 12 Jahren hatten sie sich in dieser Stadt kennengelernt. Niemals hätte sie gedacht, dass ein Mann derart Einfluss auf sie haben konnte. Doch Godwyn war genau dieser Mann gewesen. Und wenn sie ehrlich war, war er es immer noch.  <br />
<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Armor on, but defenses down when it comes to love]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=549</link>
			<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 15:08:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Jasper Fielding</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=549</guid>
			<description><![CDATA[Wenn es die Pferdetränke gewesen wäre, wäre es Jasper ehrlich gesagt auch vollkommen egal gewesen. Er hatte sich jetzt einfach abkühlen müssen und so hatte er einfach den Kopf unter die Wasserpumpvorrichtung gestreckt und mit einem freien Arm losgepumpt, bis ihm das Wasser eiskalt über Hinterkopf und Nacken glitt. Nachdem er einige Pumpstöße <i>genossen</i> hatte, zog Jasper den blonden Schopf zurück und schüttelte sich, dass es spritzte, wie bei einem jungen Hund. Dann wischte er sich mit beiden Händen über das Gesicht und ließ sich im Schatten neben seinem besten Freund nieder. Die August-Sonne brannte erbarmungslos auf den Hofplatz, auf dem man die Pagen und Knappen hatte exerzieren lassen. Die harte, körperliche Ausbildung, endlosen Waffenübungen, langen Märsche und das Tragen schwerer Rüstung setzte ihnen allen schwer zu. Es kam Jasper sogar so vor, als habe er die erste Hälfte seiner Ritterausbildung nur auf der faulen Haut gelegen. Natürlich war dem nicht so, doch der alte Ritter in Wyndshott Steading hatte sie nicht derart hart rangenommen, wie das am königlichen Hof nun der Fall war. Vorhin war sogar ein 13-Jähriger mit hochrotem Kopf einfach umgekippt, da ihm die Rüstung zu heiß und schwer geworden war. Doch vor den Ausbildern konnte man sich ein klagendes und jammerndes Wort natürlich nicht leisten. <br />
<br />
Auch mentale Belastungen konnten einem zusetzen. Die ständige Disziplin, der Druck, Erwartungen zu erfüllen und die Angst, Fehler zu machen, beschäftigten sie doch alle. Doch Jasper hatte nie über Zweifel an seiner Eignung als Ritter gesprochen. Und das würde er auch nicht - nur, weil heute mal ein für das Frühlingsland ungewöhnlich heißer Tag war. Sie waren das hier oben im Norden einfach überhaupt nicht gewöhnt. Doch es wehte kein Lüftchen, die Sonne stand hoch über ihnen - und das bereits seit Tagen. Und auch nachts hatte es in letzter Zeit wenig heruntergekühlt. <b>"Ich wette mit dir, Langworthy ist für das alles verantwortlich. Er hat mitbekommen, dass es auch Mädchen gibt, die ihm nicht wie läufige Hündinnen nachrennen und jetzt nutzt er jede Gelegenheit, um uns zu triezen!"</b> Natürlich war es lächerlich. Doch im Kopf eines 15-Jährigen ergab alles einen Sinn. Nur weil Bradley drei Jahre älter war und die meisten Mädchen ihn anhimmelten, gab ihm das noch lange nicht die Möglichkeit, über jüngere Knappen zu verfügen. Dies wussten die betagten Ritter und Ausbilder selbstverständlich zu unterbinden. <br />
<br />
Jasper stand noch einmal auf, denn er hatte sein Schwert beim Brunnen vergessen - und das Donnerwetter, wenn er das gute Stück <i>verlegt</i> hätte, wollte er sich dann doch lieber nicht anhören. <b>"Hast Du die neue Zofe der Königin gesehen? Ich glaube, sie heißt <dvz_me_placeholder id="0" />.. und vermutlich ist sie das schönste Wesen, das Heofader je erschaffen hat!"</b>, berichtete Jasper, immer noch atemlos, nachdem er seinen besten Freund mit dem Ellbogen angestupst hatte. <b>"Ich schwör' dir, wenn Langworthy ihr zu nahe kommt, dann zertrümmere ich ihm derart die Nase, dass er ihren süßen Duft nie wieder einatmen kann!"</b>, ereiferte er sich und streifte die Handschuhe von den schwitzigen Händen, damit er mit dem Handrücken über die immer noch wasserfeuchte Stirne fahren konnte. <br />
<b>"Natürlich hat sie mich bisher noch nicht mal bemerkt... aber ich sie. Und damit gehört sie doch quasi mir. Ich hab sie vor Langworthy gesehen! Denkst Du, ich sollte ihm eine Ansage machen, dass er sich von ihr fernhält?"</b> Jasper hatte keine Ahnung von solchen Dingen. Doch er wusste, dass er Gwendolyn nicht in den Armen des etwas älteren Blonden sehen wollte. <i>Unter keinen Umständen</i>!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wenn es die Pferdetränke gewesen wäre, wäre es Jasper ehrlich gesagt auch vollkommen egal gewesen. Er hatte sich jetzt einfach abkühlen müssen und so hatte er einfach den Kopf unter die Wasserpumpvorrichtung gestreckt und mit einem freien Arm losgepumpt, bis ihm das Wasser eiskalt über Hinterkopf und Nacken glitt. Nachdem er einige Pumpstöße <i>genossen</i> hatte, zog Jasper den blonden Schopf zurück und schüttelte sich, dass es spritzte, wie bei einem jungen Hund. Dann wischte er sich mit beiden Händen über das Gesicht und ließ sich im Schatten neben seinem besten Freund nieder. Die August-Sonne brannte erbarmungslos auf den Hofplatz, auf dem man die Pagen und Knappen hatte exerzieren lassen. Die harte, körperliche Ausbildung, endlosen Waffenübungen, langen Märsche und das Tragen schwerer Rüstung setzte ihnen allen schwer zu. Es kam Jasper sogar so vor, als habe er die erste Hälfte seiner Ritterausbildung nur auf der faulen Haut gelegen. Natürlich war dem nicht so, doch der alte Ritter in Wyndshott Steading hatte sie nicht derart hart rangenommen, wie das am königlichen Hof nun der Fall war. Vorhin war sogar ein 13-Jähriger mit hochrotem Kopf einfach umgekippt, da ihm die Rüstung zu heiß und schwer geworden war. Doch vor den Ausbildern konnte man sich ein klagendes und jammerndes Wort natürlich nicht leisten. <br />
<br />
Auch mentale Belastungen konnten einem zusetzen. Die ständige Disziplin, der Druck, Erwartungen zu erfüllen und die Angst, Fehler zu machen, beschäftigten sie doch alle. Doch Jasper hatte nie über Zweifel an seiner Eignung als Ritter gesprochen. Und das würde er auch nicht - nur, weil heute mal ein für das Frühlingsland ungewöhnlich heißer Tag war. Sie waren das hier oben im Norden einfach überhaupt nicht gewöhnt. Doch es wehte kein Lüftchen, die Sonne stand hoch über ihnen - und das bereits seit Tagen. Und auch nachts hatte es in letzter Zeit wenig heruntergekühlt. <b>"Ich wette mit dir, Langworthy ist für das alles verantwortlich. Er hat mitbekommen, dass es auch Mädchen gibt, die ihm nicht wie läufige Hündinnen nachrennen und jetzt nutzt er jede Gelegenheit, um uns zu triezen!"</b> Natürlich war es lächerlich. Doch im Kopf eines 15-Jährigen ergab alles einen Sinn. Nur weil Bradley drei Jahre älter war und die meisten Mädchen ihn anhimmelten, gab ihm das noch lange nicht die Möglichkeit, über jüngere Knappen zu verfügen. Dies wussten die betagten Ritter und Ausbilder selbstverständlich zu unterbinden. <br />
<br />
Jasper stand noch einmal auf, denn er hatte sein Schwert beim Brunnen vergessen - und das Donnerwetter, wenn er das gute Stück <i>verlegt</i> hätte, wollte er sich dann doch lieber nicht anhören. <b>"Hast Du die neue Zofe der Königin gesehen? Ich glaube, sie heißt <dvz_me_placeholder id="0" />.. und vermutlich ist sie das schönste Wesen, das Heofader je erschaffen hat!"</b>, berichtete Jasper, immer noch atemlos, nachdem er seinen besten Freund mit dem Ellbogen angestupst hatte. <b>"Ich schwör' dir, wenn Langworthy ihr zu nahe kommt, dann zertrümmere ich ihm derart die Nase, dass er ihren süßen Duft nie wieder einatmen kann!"</b>, ereiferte er sich und streifte die Handschuhe von den schwitzigen Händen, damit er mit dem Handrücken über die immer noch wasserfeuchte Stirne fahren konnte. <br />
<b>"Natürlich hat sie mich bisher noch nicht mal bemerkt... aber ich sie. Und damit gehört sie doch quasi mir. Ich hab sie vor Langworthy gesehen! Denkst Du, ich sollte ihm eine Ansage machen, dass er sich von ihr fernhält?"</b> Jasper hatte keine Ahnung von solchen Dingen. Doch er wusste, dass er Gwendolyn nicht in den Armen des etwas älteren Blonden sehen wollte. <i>Unter keinen Umständen</i>!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Breakfast for two]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=530</link>
			<pubDate>Tue, 13 Aug 2024 20:47:02 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Thomas Ashmore</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=530</guid>
			<description><![CDATA[Es waren ein paar Tage vergangen seitdem sie Alden Sutherland zu Besuch hatten und Thomas wollte den Tag heute nutzen. Nur für Grace und ihn. Endlich mal wieder einen Tag an dem sie ihre Ruhe haben konnten. Zumindest für ein paar Stunden. Nur sie Beide. Lange hatte der Fürst überlegt was er denn tun konnte. Zunächst hatte er über einen Ausritt nachgedacht. Doch er wollte mit ihr nicht zu weit raus und bis zum Wald dauerte es ja trotzdem seine Zeit. <br />
<br />
Also entschied er sich für ein Essen zu zweit. Ein gemeinsames Frühstück damit sie auch gleich über ein paar Dinge sprechen konnten. In Ruhe. Zumindest hoffte er das. Denn ohne Druck war er wesentlich entspannter und er wollte wieder entspannt sein. Momentan herrschte wieder eine Zeit die ihn den letzten Nerv raubte und was die Familie schon mitbekommen haben dürfte. Doch das Essen heute würde gut werden. <br />
<br />
Thomas hatte Grace gestern darum gebeten heute zeitig aufzustehen weil er etwas für sie beide geplant hatte. Ein einfaches Essen im Garten wäre doch zu langweilig. Eines im Aufgang der Morgensonne doch etwas vollkommen anderes. Den Tisch hatte er selbstständig gedeckt und mit den schönsten Blumen verziert die er gefunden hatte. Immerhin mochte Grace das ja und vielleicht konnte er sie so ja für die letzten Tage entschädigen. Denn er war wirklich anstrengend gewesen. <br />
<br />
Kaum dass er alles fertig hatte, wartete er vor Graces' Räumlichkeiten und klopfte dann an die Tür. Denn er würde sie selber dorthin führen. So wie es sich gehörte. So wie sie es verdient hatte und sie hatten es wirklich verdient. Sie beide, aber vor allem sie. <br />
<span style="color: #ba4b41;" class="mycode_color">"Guten Morgen. Bist du schon soweit?"</span>, fragte er etwas lauter durch die Tür aber nicht zu laut um irgendjemanden zu wecken. Zumindest ging er nicht davon aus, dass ihm irgendjemand über den Weg lief.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es waren ein paar Tage vergangen seitdem sie Alden Sutherland zu Besuch hatten und Thomas wollte den Tag heute nutzen. Nur für Grace und ihn. Endlich mal wieder einen Tag an dem sie ihre Ruhe haben konnten. Zumindest für ein paar Stunden. Nur sie Beide. Lange hatte der Fürst überlegt was er denn tun konnte. Zunächst hatte er über einen Ausritt nachgedacht. Doch er wollte mit ihr nicht zu weit raus und bis zum Wald dauerte es ja trotzdem seine Zeit. <br />
<br />
Also entschied er sich für ein Essen zu zweit. Ein gemeinsames Frühstück damit sie auch gleich über ein paar Dinge sprechen konnten. In Ruhe. Zumindest hoffte er das. Denn ohne Druck war er wesentlich entspannter und er wollte wieder entspannt sein. Momentan herrschte wieder eine Zeit die ihn den letzten Nerv raubte und was die Familie schon mitbekommen haben dürfte. Doch das Essen heute würde gut werden. <br />
<br />
Thomas hatte Grace gestern darum gebeten heute zeitig aufzustehen weil er etwas für sie beide geplant hatte. Ein einfaches Essen im Garten wäre doch zu langweilig. Eines im Aufgang der Morgensonne doch etwas vollkommen anderes. Den Tisch hatte er selbstständig gedeckt und mit den schönsten Blumen verziert die er gefunden hatte. Immerhin mochte Grace das ja und vielleicht konnte er sie so ja für die letzten Tage entschädigen. Denn er war wirklich anstrengend gewesen. <br />
<br />
Kaum dass er alles fertig hatte, wartete er vor Graces' Räumlichkeiten und klopfte dann an die Tür. Denn er würde sie selber dorthin führen. So wie es sich gehörte. So wie sie es verdient hatte und sie hatten es wirklich verdient. Sie beide, aber vor allem sie. <br />
<span style="color: #ba4b41;" class="mycode_color">"Guten Morgen. Bist du schon soweit?"</span>, fragte er etwas lauter durch die Tür aber nicht zu laut um irgendjemanden zu wecken. Zumindest ging er nicht davon aus, dass ihm irgendjemand über den Weg lief.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[a meeting of minds]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=524</link>
			<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 19:54:13 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alastair Fielding</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=524</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate3">
<div class="posttemplate3imageright"><img src="https://img.buzzfeed.com/buzzfeed-static/static/2014-06/10/10/enhanced/webdr06/anigif_enhanced-4259-1402410964-28.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Die Reise in die Hauptstadt war eine willkommene Gelegenheit für den neuen Fürsten. Nicht nur, dass jede Audienz beim König eine neue Gelegenheit war den eigenen Wert, den eigenen Einfluss und die neue Position zu festigen. Die Hauptstadt hielt über das Königshaus hinweg vieles für ihn bereit. Alastair war bereits am gestrigen Tag angekommen, hatte sich um das Familienunternehmen gekümmert und einige Dinge erledigt, ehe am Hofe des Königs eingekehrt war. Natürlich hatte man ihn hier einquartiert, so dass er nach einem morgendlichen Spaziergang am Vormittag den Weg in die Räumlichkeiten des Königs fand. "Eure Majestät", grüßte er den König, kaum dass dieser in sein Blickfeld gelang, senkte den Kopf in einem respektvollen Nicken, ehe er den Blick mit dem ihm innewohnenden souveränen Lächeln wieder hob. "Es ehrt mich Euer Gast sein zu dürfen!" <br />
<br />
Und das war wohl nicht unbedingt einmal gelogen. Immerhin gründete Alastairs Erfolg unter Anderem daraus, dass er niemals vergaß woher er kam und niemals vergaß, dass man im Leben letztlich nichts geschenkt bekam. Seine Familie mochte aktuell die Gunst des Königs genießen, sie mochten sich auf den Spieltisch der Mächtigen gespielt haben, doch so schnell wie dieser Erfolg gewonnen war, so schnell würde er wieder entrissen werden können. Demut war eine Tugend und Alastair war vor allem auf die Zuwendung der Staffords angewiesen. Spätestens dann, wenn Castandor vor seine Tür ziehen würde. Nicht für umsonst hatte Alastair die letzten Jahre alles dafür getan, die Beziehungen zwischen dem Königshaus und seiner Familie zu stärken, Bande zu knüpfen und sich subtil und geschickt einen Platz am Hofe zu sichern. Nicht nur durch seine Zuwendungen bei dem Feldzug, sondern bereits zuvor. Sich dem Irrglauben hinzugeben, dass er nun nachlässiger würde werden können, wäre fatal. Gerade jetzt, wo man ihm ein Fürstentum anvertraut hatte, dass zerbrechlicher war, als eine feine Vase in der Nähe tobender Kinder, galt es Vorsicht walten zu lassen und galt es den König daran zu erinnern, dass er den richtigen Mann auserwählt hatte. Und so wartete der Dunkelhaarige geduldig bis eben jener König ihn mit seinem Anliegen behelligen würde, dass eine Reise in die Hauptstadt notwendig gemacht hatte.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate3">
<div class="posttemplate3imageright"><img src="https://img.buzzfeed.com/buzzfeed-static/static/2014-06/10/10/enhanced/webdr06/anigif_enhanced-4259-1402410964-28.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Die Reise in die Hauptstadt war eine willkommene Gelegenheit für den neuen Fürsten. Nicht nur, dass jede Audienz beim König eine neue Gelegenheit war den eigenen Wert, den eigenen Einfluss und die neue Position zu festigen. Die Hauptstadt hielt über das Königshaus hinweg vieles für ihn bereit. Alastair war bereits am gestrigen Tag angekommen, hatte sich um das Familienunternehmen gekümmert und einige Dinge erledigt, ehe am Hofe des Königs eingekehrt war. Natürlich hatte man ihn hier einquartiert, so dass er nach einem morgendlichen Spaziergang am Vormittag den Weg in die Räumlichkeiten des Königs fand. "Eure Majestät", grüßte er den König, kaum dass dieser in sein Blickfeld gelang, senkte den Kopf in einem respektvollen Nicken, ehe er den Blick mit dem ihm innewohnenden souveränen Lächeln wieder hob. "Es ehrt mich Euer Gast sein zu dürfen!" <br />
<br />
Und das war wohl nicht unbedingt einmal gelogen. Immerhin gründete Alastairs Erfolg unter Anderem daraus, dass er niemals vergaß woher er kam und niemals vergaß, dass man im Leben letztlich nichts geschenkt bekam. Seine Familie mochte aktuell die Gunst des Königs genießen, sie mochten sich auf den Spieltisch der Mächtigen gespielt haben, doch so schnell wie dieser Erfolg gewonnen war, so schnell würde er wieder entrissen werden können. Demut war eine Tugend und Alastair war vor allem auf die Zuwendung der Staffords angewiesen. Spätestens dann, wenn Castandor vor seine Tür ziehen würde. Nicht für umsonst hatte Alastair die letzten Jahre alles dafür getan, die Beziehungen zwischen dem Königshaus und seiner Familie zu stärken, Bande zu knüpfen und sich subtil und geschickt einen Platz am Hofe zu sichern. Nicht nur durch seine Zuwendungen bei dem Feldzug, sondern bereits zuvor. Sich dem Irrglauben hinzugeben, dass er nun nachlässiger würde werden können, wäre fatal. Gerade jetzt, wo man ihm ein Fürstentum anvertraut hatte, dass zerbrechlicher war, als eine feine Vase in der Nähe tobender Kinder, galt es Vorsicht walten zu lassen und galt es den König daran zu erinnern, dass er den richtigen Mann auserwählt hatte. Und so wartete der Dunkelhaarige geduldig bis eben jener König ihn mit seinem Anliegen behelligen würde, dass eine Reise in die Hauptstadt notwendig gemacht hatte.</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[don't overplay your part]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=523</link>
			<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 19:20:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alastair Fielding</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=523</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate3">
<div class="posttemplate3imageright"><img src="https://i.pinimg.com/originals/73/ac/6e/73ac6ed71cac8f9cf0a287e7fb90af0b.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Das Zucken seines rechten Mundwinkels hätte ihn verraten können. Das leichte Zucken, dass als einziges den Unmut verriet, der in ihm brodelte. Brodelte, seit seiner Unterredung am gestrigen Tag. Auch wenn die neue Position etwas war, in das sie sich alle wohl noch einzufinden hatten, schien es beinahe, als würde ausgerechnet seinem ältesten Sohn diese Angelegenheit etwas zu Kopfe steigen. Und so hatte er es sich nicht nehmen lassen; nein hatte er es sich nicht nehmen lassen <i>können</i>, seinen Sohn darauf hinzuweisen, dass er sich nach dem Frühstück im Kaminzimmer einzufinden hatte. <br />
<br />
Es war keine Bitte gewesen - sogar Jasper sollte das wohl verstehen und so ging Alastair durchaus davon aus, dass dieser auch erscheinen würde. Auf dem kleinen Beistelltisch bei den Sesseln am Kamin ruhte ein Pergament. Ein feines Blatt Papier dessen Tinte von der Handschrift des Fürsten gezeichnet war. Ein Schriftstück, dass er hatte anfertigen müssen, weil sein Sohn offenbar für einen Augenblick vergessen hatte, wer hier noch immer das Familienoberhaupt war. <br />
<br />
Die Tür öffnete sich mit einem leichten Knarzen und präsentierte seinen Sohn, der irgendwann einmal seine Geschäfte übernehmen würde. Etwas, zudem er ganz offensichtlich noch nicht bereit war, ganz gleich was der König in dem Jungen zu sehen schien. Und so war es wieder das leicht verstimmte Zucken seiner Mundwinkel, als er seinem Sohn wortlos bedeutete sich zu setzen. Alastair war weder ein Freund von intensivem Smalltalk noch davon groß um den heißen Brei herumzureden - er konnte es wohl, wenn die Situation es verlangte - doch vor allem im Umgang mit seinen Kindern (insbesondere wohl Jasper) hielt er sich nur selten mit derartigen Lapalien auf. Jasper hatte gewiss ausreichend Kontakte, denen er ausschweifend von seinen Befindlichkeiten würde berichten können. <br />
<br />
Mit einem Finger schob er das Pergament in Richtung seines Sohnes, so dass er den Wortlaut würde lesen können. Den Wortlaut, mit dem der Fürst von Eastergold Meadow der Familie Marsili versprach für den Wiederaufbau ihres Wirtshauses aufzukommen. Ein Wortlaut, der dabei eine ausreichend großzügige Geldsumme beinhaltete. Unterzeichnet von Alastair und dem jungen Ding, das mehr Schneid aufgewiesen hatte, als er es ihr im ersten Moment zugetraut hätte. "Hast du mir vielleicht etwas zu erzählen?" Denn ganz offensichtlich hatte sein Sohn wohl <i>vergessen</i>, dass nicht er sondern noch immer sein Vater die Finanzen der Familie verwaltete.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate3">
<div class="posttemplate3imageright"><img src="https://i.pinimg.com/originals/73/ac/6e/73ac6ed71cac8f9cf0a287e7fb90af0b.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Das Zucken seines rechten Mundwinkels hätte ihn verraten können. Das leichte Zucken, dass als einziges den Unmut verriet, der in ihm brodelte. Brodelte, seit seiner Unterredung am gestrigen Tag. Auch wenn die neue Position etwas war, in das sie sich alle wohl noch einzufinden hatten, schien es beinahe, als würde ausgerechnet seinem ältesten Sohn diese Angelegenheit etwas zu Kopfe steigen. Und so hatte er es sich nicht nehmen lassen; nein hatte er es sich nicht nehmen lassen <i>können</i>, seinen Sohn darauf hinzuweisen, dass er sich nach dem Frühstück im Kaminzimmer einzufinden hatte. <br />
<br />
Es war keine Bitte gewesen - sogar Jasper sollte das wohl verstehen und so ging Alastair durchaus davon aus, dass dieser auch erscheinen würde. Auf dem kleinen Beistelltisch bei den Sesseln am Kamin ruhte ein Pergament. Ein feines Blatt Papier dessen Tinte von der Handschrift des Fürsten gezeichnet war. Ein Schriftstück, dass er hatte anfertigen müssen, weil sein Sohn offenbar für einen Augenblick vergessen hatte, wer hier noch immer das Familienoberhaupt war. <br />
<br />
Die Tür öffnete sich mit einem leichten Knarzen und präsentierte seinen Sohn, der irgendwann einmal seine Geschäfte übernehmen würde. Etwas, zudem er ganz offensichtlich noch nicht bereit war, ganz gleich was der König in dem Jungen zu sehen schien. Und so war es wieder das leicht verstimmte Zucken seiner Mundwinkel, als er seinem Sohn wortlos bedeutete sich zu setzen. Alastair war weder ein Freund von intensivem Smalltalk noch davon groß um den heißen Brei herumzureden - er konnte es wohl, wenn die Situation es verlangte - doch vor allem im Umgang mit seinen Kindern (insbesondere wohl Jasper) hielt er sich nur selten mit derartigen Lapalien auf. Jasper hatte gewiss ausreichend Kontakte, denen er ausschweifend von seinen Befindlichkeiten würde berichten können. <br />
<br />
Mit einem Finger schob er das Pergament in Richtung seines Sohnes, so dass er den Wortlaut würde lesen können. Den Wortlaut, mit dem der Fürst von Eastergold Meadow der Familie Marsili versprach für den Wiederaufbau ihres Wirtshauses aufzukommen. Ein Wortlaut, der dabei eine ausreichend großzügige Geldsumme beinhaltete. Unterzeichnet von Alastair und dem jungen Ding, das mehr Schneid aufgewiesen hatte, als er es ihr im ersten Moment zugetraut hätte. "Hast du mir vielleicht etwas zu erzählen?" Denn ganz offensichtlich hatte sein Sohn wohl <i>vergessen</i>, dass nicht er sondern noch immer sein Vater die Finanzen der Familie verwaltete.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[paying debts I have not incurred]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=522</link>
			<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 13:57:01 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alastair Fielding</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=522</guid>
			<description><![CDATA[Zosia Marsili. Tochter eines Taverneninhabers. Die Taverne, die zuletzt durch Unruhen zerstört worden war. Es hatte nicht viel Recherche seinerseits gebraucht, um einen Eindruck zu erhalten, weshalb genau ein so junges Ding tatsächlich die Dreistigkeit besaß eine private Audience beim neu ernannten Fürsten der Stadt zu erbitten. Alastair war jenes Gespräch in seinen Gedanken bereits mehrfach durchgegangen, noch bevor die Dame die Burg überhaupt betreten hatte. Sie würde um Geld bitten und erklären, dass es doch sicher seine Verantwortung sei ihnen zu helfen. Vermutlich würde sie ein paar Tränen vergießen oder - wenn ihr etwas mehr Leidenschaft innewohnte - womöglich hysterisch werden. Alastair rümpfte leicht die Nase, während er die Zeit bis zum Eintreffen der jungen Frau nutzte, um die Papiere der Stadt weiter durchzugehen. Auch wenn er sich mittlerweile durchaus einen passablen Eindruck hatte verschaffen können, hatte er es dennoch noch nicht geschafft wirklich alle Unterlagen durchzugehen und seine eigenen Aufschriften, die er bei Gelegenheit dem König vorzulegen gedachte, fertigzustellen. Zu oft wurde er gestört. Zu oft wurde er unterbrochen mit vermeintlichen Belanglosigkeiten seiner Kinder oder irgendwelchen Befindlichkeiten irgendwelcher Anwohner. <br />
<br />
So wie jetzt, als ein Klopfen an der Tür das Eintreffen seines Termines bestätigte. In gewohnter Ruhe schob er die Papiere zusammen und ließ sie in eine der Schubladen des großen Schreibtisches verschwinden, ehe er sich aufrichtete und die ein oder andere imaginäre Falte aus seiner Kleidung strich. Ein souveränes Lächeln trat auf seine Lippen, als man ihm Zosia Marsili ankündigte, die kurz darauf eintrat. Alastair trat hinter seinem Schreibtisch hervor und hielt der jungen Dame die Hand hin. Ein zarter Kuss wurde auf deren Handrücken gehaucht, ehe er der Dame mit einem Schmunzeln den Platz vor seinem Schreibtisch anbot. "Fräulein Marsili. Welch' Freude Sie in meinem Heim begrüßen zu dürfen. Nehmen Sie gerne Platz. Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?" Er lächelte, wenngleich alleine der Gedanke, dass er irgendjemanden etwas zu trinken einschenkte, ein unangenehmes Gefühl in seiner Magengegend auslöste. Er war jedoch klug genug, um zu wissen wie wichtig es war, dass er den Einwohnern <i>seiner</i> Stadt ein gutes Gefühl gab; sich nahbar zeigte. Er brauchte ihr Vertrauen. Er brauchte ihre Loyalität, denn was er ganz sicher nicht gebrauchen könnte, wäre ein Aufstand hinter seinen eigenen Mauern. <br />
Nachdem die Dame mit dem Getränk ihrer Wahl versorgt worden war, ließ sich Alastair hinter seinem Schreibtisch nieder und musterte die Frau eindringlich. <br />
"Was kann ich für Sie tun?"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Zosia Marsili. Tochter eines Taverneninhabers. Die Taverne, die zuletzt durch Unruhen zerstört worden war. Es hatte nicht viel Recherche seinerseits gebraucht, um einen Eindruck zu erhalten, weshalb genau ein so junges Ding tatsächlich die Dreistigkeit besaß eine private Audience beim neu ernannten Fürsten der Stadt zu erbitten. Alastair war jenes Gespräch in seinen Gedanken bereits mehrfach durchgegangen, noch bevor die Dame die Burg überhaupt betreten hatte. Sie würde um Geld bitten und erklären, dass es doch sicher seine Verantwortung sei ihnen zu helfen. Vermutlich würde sie ein paar Tränen vergießen oder - wenn ihr etwas mehr Leidenschaft innewohnte - womöglich hysterisch werden. Alastair rümpfte leicht die Nase, während er die Zeit bis zum Eintreffen der jungen Frau nutzte, um die Papiere der Stadt weiter durchzugehen. Auch wenn er sich mittlerweile durchaus einen passablen Eindruck hatte verschaffen können, hatte er es dennoch noch nicht geschafft wirklich alle Unterlagen durchzugehen und seine eigenen Aufschriften, die er bei Gelegenheit dem König vorzulegen gedachte, fertigzustellen. Zu oft wurde er gestört. Zu oft wurde er unterbrochen mit vermeintlichen Belanglosigkeiten seiner Kinder oder irgendwelchen Befindlichkeiten irgendwelcher Anwohner. <br />
<br />
So wie jetzt, als ein Klopfen an der Tür das Eintreffen seines Termines bestätigte. In gewohnter Ruhe schob er die Papiere zusammen und ließ sie in eine der Schubladen des großen Schreibtisches verschwinden, ehe er sich aufrichtete und die ein oder andere imaginäre Falte aus seiner Kleidung strich. Ein souveränes Lächeln trat auf seine Lippen, als man ihm Zosia Marsili ankündigte, die kurz darauf eintrat. Alastair trat hinter seinem Schreibtisch hervor und hielt der jungen Dame die Hand hin. Ein zarter Kuss wurde auf deren Handrücken gehaucht, ehe er der Dame mit einem Schmunzeln den Platz vor seinem Schreibtisch anbot. "Fräulein Marsili. Welch' Freude Sie in meinem Heim begrüßen zu dürfen. Nehmen Sie gerne Platz. Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?" Er lächelte, wenngleich alleine der Gedanke, dass er irgendjemanden etwas zu trinken einschenkte, ein unangenehmes Gefühl in seiner Magengegend auslöste. Er war jedoch klug genug, um zu wissen wie wichtig es war, dass er den Einwohnern <i>seiner</i> Stadt ein gutes Gefühl gab; sich nahbar zeigte. Er brauchte ihr Vertrauen. Er brauchte ihre Loyalität, denn was er ganz sicher nicht gebrauchen könnte, wäre ein Aufstand hinter seinen eigenen Mauern. <br />
Nachdem die Dame mit dem Getränk ihrer Wahl versorgt worden war, ließ sich Alastair hinter seinem Schreibtisch nieder und musterte die Frau eindringlich. <br />
"Was kann ich für Sie tun?"]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The perspective determines the point of view.]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=521</link>
			<pubDate>Sun, 04 Aug 2024 18:16:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Thomas Ashmore</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=521</guid>
			<description><![CDATA[Der Tag heute verlief wie viele Tage in letzter Zeit liefen. Absolut nicht zufriedenstellend. Ganz zu schweigen davon dass der König Eastergold Meadow eingenommen hatte, hing der Haussegen hier wieder einmal gewaltig schief. Seine Mutter lag ihm wieder einmal in den Ohren was den Fortbestand anbelangte. Wenn sie sich so sehr um die Existenz der Familie sorgte dann hätte sie einfach mehr Söhne bekommen sollen. <br />
<br />
So hatte er es ihr auch gesagt. Allerdings wurde das nicht sonderlich gut aufgenommen. Nur was wollte sie tun? Ihm Hausarrest erteilen? Ihm weitere Verbote machen? Er war ein erwachsener Mann. Er war der Fürst von Penwick Town und er konnte tun und lassen was er wollte. Niemand hatte ihm irgendetwas zu sagen. Ihm wäre es auch ganz lieb eigene Kinder zu haben denn er hätte schon gerne welche. Ihm gefiel das Vatergefühl was man verspürte. Ein kleines Baby auf dem Arm zu halten und zu wissen dass man es war der diesem kleinen Geschöpf Leben geschenkt hatte. <br />
<br />
Doch davon war er noch sehr weit entfernt. Freunde hatten ihm gesagt dass es unter Druck und Zwang nicht funktionierte. Wenn man sich zu sehr auf dieses Thema versteifte dann würde man keine Kinder zeugen. Andere sagten dass man dran bleiben musste und dann wurde das schon. Wer sprach nun die Wahrheit? Das Kinderthema nahm wieder seine Gedanken ein und als ihm das bewusst wurde, schüttelte er den Kopf und ging stattdessen auf die Suche nach seiner Frau. <br />
<br />
Die hatte er heute nämlich noch gar nicht angetroffen. Er war in aller Frühe wach geworden und hatte dann als allererstes trainiert, ehe er in der Burg nach dem Rechten gesehen hatte. Es dauerte nicht lange bis er erfuhr dass Grace in die Stadt gegangen war. Ein Seufzen entwich ihm. Für ihn war es kein Problem wenn sie sich außerhalb der Burg aufhielt, aber nicht ohne Geleit. Nicht vollkommen allein. Manchmal fragte er sich wirklich ob alle hier das machten was sie wollten? <br />
<br />
Unzufrieden mit der Antwort entschied er sich dazu einfach im Hof auf sie zu warten. Schließlich musste Grace ja irgendwann wiederkommen. Auch wenn ihm nicht wohl dabei war dass er nicht wusste wie es ihr erging. Während er wartete, setzte er sich auf einen Schemel der an der Seite stand und beobachtete das Geschehen auf dem Hof. Ein paar Männer kämpften mit Übungswaffen gegeneinander, ein paar Frauen liefen mit Körben über den Hof der ganz offenbar Essen beinhaltete. Thomas' Laune verbesserte das alles nicht, aber er versuchte einfach ganz ruhig zu bleiben. Vielleicht klappte es ja. Vermutlich würde es aber erst funktionieren wenn Grace wieder in seinem Blickfeld seien würde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Tag heute verlief wie viele Tage in letzter Zeit liefen. Absolut nicht zufriedenstellend. Ganz zu schweigen davon dass der König Eastergold Meadow eingenommen hatte, hing der Haussegen hier wieder einmal gewaltig schief. Seine Mutter lag ihm wieder einmal in den Ohren was den Fortbestand anbelangte. Wenn sie sich so sehr um die Existenz der Familie sorgte dann hätte sie einfach mehr Söhne bekommen sollen. <br />
<br />
So hatte er es ihr auch gesagt. Allerdings wurde das nicht sonderlich gut aufgenommen. Nur was wollte sie tun? Ihm Hausarrest erteilen? Ihm weitere Verbote machen? Er war ein erwachsener Mann. Er war der Fürst von Penwick Town und er konnte tun und lassen was er wollte. Niemand hatte ihm irgendetwas zu sagen. Ihm wäre es auch ganz lieb eigene Kinder zu haben denn er hätte schon gerne welche. Ihm gefiel das Vatergefühl was man verspürte. Ein kleines Baby auf dem Arm zu halten und zu wissen dass man es war der diesem kleinen Geschöpf Leben geschenkt hatte. <br />
<br />
Doch davon war er noch sehr weit entfernt. Freunde hatten ihm gesagt dass es unter Druck und Zwang nicht funktionierte. Wenn man sich zu sehr auf dieses Thema versteifte dann würde man keine Kinder zeugen. Andere sagten dass man dran bleiben musste und dann wurde das schon. Wer sprach nun die Wahrheit? Das Kinderthema nahm wieder seine Gedanken ein und als ihm das bewusst wurde, schüttelte er den Kopf und ging stattdessen auf die Suche nach seiner Frau. <br />
<br />
Die hatte er heute nämlich noch gar nicht angetroffen. Er war in aller Frühe wach geworden und hatte dann als allererstes trainiert, ehe er in der Burg nach dem Rechten gesehen hatte. Es dauerte nicht lange bis er erfuhr dass Grace in die Stadt gegangen war. Ein Seufzen entwich ihm. Für ihn war es kein Problem wenn sie sich außerhalb der Burg aufhielt, aber nicht ohne Geleit. Nicht vollkommen allein. Manchmal fragte er sich wirklich ob alle hier das machten was sie wollten? <br />
<br />
Unzufrieden mit der Antwort entschied er sich dazu einfach im Hof auf sie zu warten. Schließlich musste Grace ja irgendwann wiederkommen. Auch wenn ihm nicht wohl dabei war dass er nicht wusste wie es ihr erging. Während er wartete, setzte er sich auf einen Schemel der an der Seite stand und beobachtete das Geschehen auf dem Hof. Ein paar Männer kämpften mit Übungswaffen gegeneinander, ein paar Frauen liefen mit Körben über den Hof der ganz offenbar Essen beinhaltete. Thomas' Laune verbesserte das alles nicht, aber er versuchte einfach ganz ruhig zu bleiben. Vielleicht klappte es ja. Vermutlich würde es aber erst funktionieren wenn Grace wieder in seinem Blickfeld seien würde.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[take me back to the day we met]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=507</link>
			<pubDate>Mon, 22 Jul 2024 20:30:17 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Grace Ashmore</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=507</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://64.media.tumblr.com/a993df0d34aafbe375825d11bc05fb69/1ad855cbbd6146a6-0e/s400x600/1f22972ed6171a70c8bab37885c1c2cc76fc193c.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: 1f22972ed6171a70c8bab37885c1c2cc76fc193c.gif]" class="mycode_img" /></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Es war ein lauwarmer, schöner Vormittag, den Grace dafür nutzte, den nahen Markt zu besuchen. Penwick Town mochte zwar nicht die bevölkerungsreichste Stadt in Walleydor sein, doch die Einwohner ließen es sich dennoch nicht nehmen, jede Woche den Markttag in allen Ehren zu halten. Zwei Dutzend kleinerer und größerer Stände reihten sich am Hauptplatz aneinander, dicht gedrängt und mit den verschiedensten Geräuschen und Gerüchen in der Luft. Grace liebte alles daran. Die Menschen, die wild gestikulierten und um Preise stritten, Kinder, die sich ab und an einige der Äpfel schnappten, ohne, dass die alte Dame etwas mitbekam oder einfach die Aussicht, die sich hier immer wieder bot. Salzige Luft, die sich immer wieder in ihren Haaren festsetzte und sie durcheinander brachte, und der allumfassende Wind, der wenn man nicht genau aufpasste, auch mal die Kleider nach oben bauschte. Grace hatte wie immer leicht rote Wangen, als sie den Markt betrat, und die Menschen, die sie erkannten, nickten ihr leicht ehrfürchtig zu. Für all ihre Mitmenschen hatte sie stets ein Lächeln übrig, für jedes Problem ein offenes Ohr und ermutigende Worte für Kinder, die sich an ihre Fersen hefteten. Als sie nach Penwick Town und an Thomas verheiratet worden war, hatte sie nie erwartet, sich irgendwann dermaßen heimisch zu fühlen; immerhin war hier alles so anders als in ihrer Heimat nahe Spring´s Court! Und doch hatte sich dieses kleine Fleckchen Erde in ihr Herz geschlichen, still und heimlich. Schade, dass es mit Thomas so schwierig war… es hätte durchaus schön sein können. Doch ihre Ehe wurde immer kränklicher, schweigsamer, mit vielen Diskussionen, die Grace eigentlich nicht führen wollte. Auch deshalb liebte sie das Entkommen aus dem Fürstenhaus, der Markttag kam hier immer wie gerufen. <br />
<br />
Doch heute war irgendetwas anders. Nicht nur, dass Grace schon beim Spaziergang zum Hauptplatz eines ihrer liebsten Haarbänder verloren hatte, nein, jetzt stand sie hier bei diesem Stand und dieser unmögliche Mann wollte ihr das Gemüse zu einem unverschämt hohen Preis verkaufen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich bitte Euch”</span>, probierte es Grace gerade in diesem Moment in aller Geduld in mit noch etwas Liebreiz in der Stimme.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Letzte Woche noch hat mir Eure Frau dieselbe Menge für die Hälfte verkauft.”</span> Sie versuchte es mit etwas Vehemenz und an seine Vernunft zu appellieren, doch der grauhaarige Mann sah sie nur von oben bis unten an und stieß dann wahrhaftig ein verächtliches Schnauben aus. Ein Schnauben! <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Mylady, Ihr habt doch mehr als genug dabei. Eines Eurer Kleider kostet mehr als ich im Jahr verdiene.”</span> Fast schon abtrünnig besah der Mann sie weiterhin, und Grace´ Röte auf den zarten Wangen nahm zu. Gerade bereute sie es, diesen Spaziergang immer alleine zu begehen, sie konnte mit derlei Streitigkeit nicht umgehen! Was machte man in solch einer Situation? Dieser unmögliche Mann gehörte doch zurechtgewiesen!<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Aber…”</span>, begann sie und ihre Stimme zitterte leicht. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Das hat doch nichts mit dem Gemüse hier zu tun! Ich habe der Köchin versprochen, etwas Frisches vom Markt mitzunehmen. Ihr könnt doch nicht so zu mir sein.”</span> Ihre Stimme war immer leiser geworden, doch ihre Hände hatten sich leicht zu Fäusten geballt. Vielleicht sollte sie sich einfach umdrehen und gehen; solch ein Missverhalten sollte sie wahrscheinlich gleich ihrem Ehemann melden. Und gleichzeitig wollte sie sich auch nicht geschlagen geben. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich werde nicht von meinem Preis runtergehen, Mylady, dann müsst Ihr Euch wohl nach einem anderen Gemüsestand umsehen.”</span> Grace öffnete erneut ihren Mund, überrascht über so viel Dreistigkeit, doch kein Wort kam über ihre Lippen. In solchen Momenten war die Fürstin von Penwick Town einfach komplett verloren.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://64.media.tumblr.com/a993df0d34aafbe375825d11bc05fb69/1ad855cbbd6146a6-0e/s400x600/1f22972ed6171a70c8bab37885c1c2cc76fc193c.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: 1f22972ed6171a70c8bab37885c1c2cc76fc193c.gif]" class="mycode_img" /></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Es war ein lauwarmer, schöner Vormittag, den Grace dafür nutzte, den nahen Markt zu besuchen. Penwick Town mochte zwar nicht die bevölkerungsreichste Stadt in Walleydor sein, doch die Einwohner ließen es sich dennoch nicht nehmen, jede Woche den Markttag in allen Ehren zu halten. Zwei Dutzend kleinerer und größerer Stände reihten sich am Hauptplatz aneinander, dicht gedrängt und mit den verschiedensten Geräuschen und Gerüchen in der Luft. Grace liebte alles daran. Die Menschen, die wild gestikulierten und um Preise stritten, Kinder, die sich ab und an einige der Äpfel schnappten, ohne, dass die alte Dame etwas mitbekam oder einfach die Aussicht, die sich hier immer wieder bot. Salzige Luft, die sich immer wieder in ihren Haaren festsetzte und sie durcheinander brachte, und der allumfassende Wind, der wenn man nicht genau aufpasste, auch mal die Kleider nach oben bauschte. Grace hatte wie immer leicht rote Wangen, als sie den Markt betrat, und die Menschen, die sie erkannten, nickten ihr leicht ehrfürchtig zu. Für all ihre Mitmenschen hatte sie stets ein Lächeln übrig, für jedes Problem ein offenes Ohr und ermutigende Worte für Kinder, die sich an ihre Fersen hefteten. Als sie nach Penwick Town und an Thomas verheiratet worden war, hatte sie nie erwartet, sich irgendwann dermaßen heimisch zu fühlen; immerhin war hier alles so anders als in ihrer Heimat nahe Spring´s Court! Und doch hatte sich dieses kleine Fleckchen Erde in ihr Herz geschlichen, still und heimlich. Schade, dass es mit Thomas so schwierig war… es hätte durchaus schön sein können. Doch ihre Ehe wurde immer kränklicher, schweigsamer, mit vielen Diskussionen, die Grace eigentlich nicht führen wollte. Auch deshalb liebte sie das Entkommen aus dem Fürstenhaus, der Markttag kam hier immer wie gerufen. <br />
<br />
Doch heute war irgendetwas anders. Nicht nur, dass Grace schon beim Spaziergang zum Hauptplatz eines ihrer liebsten Haarbänder verloren hatte, nein, jetzt stand sie hier bei diesem Stand und dieser unmögliche Mann wollte ihr das Gemüse zu einem unverschämt hohen Preis verkaufen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich bitte Euch”</span>, probierte es Grace gerade in diesem Moment in aller Geduld in mit noch etwas Liebreiz in der Stimme.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Letzte Woche noch hat mir Eure Frau dieselbe Menge für die Hälfte verkauft.”</span> Sie versuchte es mit etwas Vehemenz und an seine Vernunft zu appellieren, doch der grauhaarige Mann sah sie nur von oben bis unten an und stieß dann wahrhaftig ein verächtliches Schnauben aus. Ein Schnauben! <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Mylady, Ihr habt doch mehr als genug dabei. Eines Eurer Kleider kostet mehr als ich im Jahr verdiene.”</span> Fast schon abtrünnig besah der Mann sie weiterhin, und Grace´ Röte auf den zarten Wangen nahm zu. Gerade bereute sie es, diesen Spaziergang immer alleine zu begehen, sie konnte mit derlei Streitigkeit nicht umgehen! Was machte man in solch einer Situation? Dieser unmögliche Mann gehörte doch zurechtgewiesen!<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Aber…”</span>, begann sie und ihre Stimme zitterte leicht. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Das hat doch nichts mit dem Gemüse hier zu tun! Ich habe der Köchin versprochen, etwas Frisches vom Markt mitzunehmen. Ihr könnt doch nicht so zu mir sein.”</span> Ihre Stimme war immer leiser geworden, doch ihre Hände hatten sich leicht zu Fäusten geballt. Vielleicht sollte sie sich einfach umdrehen und gehen; solch ein Missverhalten sollte sie wahrscheinlich gleich ihrem Ehemann melden. Und gleichzeitig wollte sie sich auch nicht geschlagen geben. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Ich werde nicht von meinem Preis runtergehen, Mylady, dann müsst Ihr Euch wohl nach einem anderen Gemüsestand umsehen.”</span> Grace öffnete erneut ihren Mund, überrascht über so viel Dreistigkeit, doch kein Wort kam über ihre Lippen. In solchen Momenten war die Fürstin von Penwick Town einfach komplett verloren.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[the mountains are calling and I must go]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=497</link>
			<pubDate>Fri, 19 Jul 2024 21:15:22 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Helias Winters</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=497</guid>
			<description><![CDATA[<center><div style="width: 550px; text-align: justify;"><img width=245px src=https://i.ibb.co/GVZ30yh/tumblr-13ede64c76e95242d59ac74bb33ed926-cbc8fad6-500.gif align="left" />Ein Pinsel. Mehr war es nicht, das Helias dem jungen Künstler entwendete. Es war weder wertvoll noch besonders, doch der junge Mann hatte ihn schon länger beobachtet - und dieser Pinsel war für jenen jungen Mann etwas ganz besonderes. Es erfüllte ihn mit Genugtuung, eben jenen Pinsel nun in den Händen zu halten, einzusperren und auf ewig zu vergessen, Die Besonderheit, die mit dem Diebstahl kam, hatte sich hiermit erledigt, er machte einen Haken dran und war bereits in den nächtlichen Gassen Penwicks verschwunden, um sich - langsam, aber bestimmt - in seinen goldenen Käfig zurück zu begeben. Der Käfig, sein Zuhause, war im Grunde nicht wirklich ein Käfig. Es war ein seltsames Verhältnis, das der langhaarige Mann zu seiner Familie und seinem Zuhause hatte. Würde er es missen, wenn er es einmal verlassen musste? Womöglich, denn auf irgendeine Art und Weise erfüllte der Alltag der Pflichten ihn; dies zu missen, würde wahrscheinlich wirklich ein Loch in das Herz des Mannes bohren. Doch soweit kam es nicht - oder? Helias jedenfalls ahnte noch nichts. Dass Thomas ihn allerdings nicht bei sich haben wollte, konnte der Hochgewachsene deutlich erkennen; nicht jedoch, dass ihn dies zum Handeln zwingen würde.<br />
<br />
Die Nacht hatte stets etwas Beruhigendes. Man war meist von jeder Pflicht entbunden und niemand suchte nach ihm; niemand verlangte etwas von ihm. Deshalb genoss er es, durch jene Gassen zu schreiten; durch Gassen guter Viertel bis hin zu Gassen eher fraglicher Viertel bis hinter die Mauern der Hafenstadt, durch die er sich geschickt durchschlich - und weiter zu einem Stückchen am Meer, an dem man in der Regel Ruhe haben konnte. Ein Ort, den er recht gerne aufsuchte und der einige Minuten zu Fuß von der Stadtmauer entfernt war. Was er jedoch nicht ahnte, war ein Lagerfeuer; nicht offensichtlich, ein wenig versteckt, aber doch sichtbar, sodass sich Helias nicht dazu entschloss, seinen üblichen Stein aufzusuchen, auf dem er das Meer überblickte, sondern zu dem Lager trat, wenngleich nicht hektisch und ruhig. In den Flammen erkannte er blondes Haar, weibliche Züge. Helias hob die Hand und zeigte deutlich, dass er keine Intentionen hegte, anzugreifen oder offensiv zu werden; in der Regel trug er bei seinen nächtlichen Ausflügen auch nur seinen versteckten Dolch bei sich. Mit gehobenen Händen stand er da, musterte sie nur kurz und fragte: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Kann ich mich anschließen?</span>" Dann schwieg er, war in seine Kapuze gehüllt und machte mit seinem einzig erscheinenden Auge womöglich auch keinen sympathischen Anblick - und doch hatten die Menschen, die einfach lebten - und er bewunderte sie oftmals - eine ganz andere Sicht auf das Leben. Nicht umsonst fühlte er sich mit Dieben und Kriminellen meist besser als in seinem eigenen Käfig - dieser ewige Zwiespalt!<br />
</div></center>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><div style="width: 550px; text-align: justify;"><img width=245px src=https://i.ibb.co/GVZ30yh/tumblr-13ede64c76e95242d59ac74bb33ed926-cbc8fad6-500.gif align="left" />Ein Pinsel. Mehr war es nicht, das Helias dem jungen Künstler entwendete. Es war weder wertvoll noch besonders, doch der junge Mann hatte ihn schon länger beobachtet - und dieser Pinsel war für jenen jungen Mann etwas ganz besonderes. Es erfüllte ihn mit Genugtuung, eben jenen Pinsel nun in den Händen zu halten, einzusperren und auf ewig zu vergessen, Die Besonderheit, die mit dem Diebstahl kam, hatte sich hiermit erledigt, er machte einen Haken dran und war bereits in den nächtlichen Gassen Penwicks verschwunden, um sich - langsam, aber bestimmt - in seinen goldenen Käfig zurück zu begeben. Der Käfig, sein Zuhause, war im Grunde nicht wirklich ein Käfig. Es war ein seltsames Verhältnis, das der langhaarige Mann zu seiner Familie und seinem Zuhause hatte. Würde er es missen, wenn er es einmal verlassen musste? Womöglich, denn auf irgendeine Art und Weise erfüllte der Alltag der Pflichten ihn; dies zu missen, würde wahrscheinlich wirklich ein Loch in das Herz des Mannes bohren. Doch soweit kam es nicht - oder? Helias jedenfalls ahnte noch nichts. Dass Thomas ihn allerdings nicht bei sich haben wollte, konnte der Hochgewachsene deutlich erkennen; nicht jedoch, dass ihn dies zum Handeln zwingen würde.<br />
<br />
Die Nacht hatte stets etwas Beruhigendes. Man war meist von jeder Pflicht entbunden und niemand suchte nach ihm; niemand verlangte etwas von ihm. Deshalb genoss er es, durch jene Gassen zu schreiten; durch Gassen guter Viertel bis hin zu Gassen eher fraglicher Viertel bis hinter die Mauern der Hafenstadt, durch die er sich geschickt durchschlich - und weiter zu einem Stückchen am Meer, an dem man in der Regel Ruhe haben konnte. Ein Ort, den er recht gerne aufsuchte und der einige Minuten zu Fuß von der Stadtmauer entfernt war. Was er jedoch nicht ahnte, war ein Lagerfeuer; nicht offensichtlich, ein wenig versteckt, aber doch sichtbar, sodass sich Helias nicht dazu entschloss, seinen üblichen Stein aufzusuchen, auf dem er das Meer überblickte, sondern zu dem Lager trat, wenngleich nicht hektisch und ruhig. In den Flammen erkannte er blondes Haar, weibliche Züge. Helias hob die Hand und zeigte deutlich, dass er keine Intentionen hegte, anzugreifen oder offensiv zu werden; in der Regel trug er bei seinen nächtlichen Ausflügen auch nur seinen versteckten Dolch bei sich. Mit gehobenen Händen stand er da, musterte sie nur kurz und fragte: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Kann ich mich anschließen?</span>" Dann schwieg er, war in seine Kapuze gehüllt und machte mit seinem einzig erscheinenden Auge womöglich auch keinen sympathischen Anblick - und doch hatten die Menschen, die einfach lebten - und er bewunderte sie oftmals - eine ganz andere Sicht auf das Leben. Nicht umsonst fühlte er sich mit Dieben und Kriminellen meist besser als in seinem eigenen Käfig - dieser ewige Zwiespalt!<br />
</div></center>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[blame it on my own sick pride]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=489</link>
			<pubDate>Thu, 11 Jul 2024 18:44:25 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Iórunn Bjerk</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=489</guid>
			<description><![CDATA[<b>"Eberkacke"</b>, brummte Iora und winkte einen jungen Burschen herbei, der ihr half, ihren Marketenderwagen in den geräumigen Stall der bestbesuchten und größten Taverne von Spring's Court zu schieben. Ihr alter Gaul stellte mal wieder derart auf stur, dass Iora ihm am liebsten einen Tritt versetzt und ihn sofort beim Abdecker abgegeben hätte. Doch sie war auch eher von der geizigen Sorte und sah es nicht ein, das Biest schon aus seinem Dienst zu entlassen. Entlassen wurde nur der junge Bursche, der sich auf die Schnelle ein paar Kupfer verdient hatte. <br />
Sobald Iora die Bremse ihres Wagens eingelegt und dem Gastwirt das Stellgeld gegeben hatte, machte sie sich auf den Weg. Dummerweise schmerzte ihr Knie jetzt schon unerträglich nach der kurzen Anstrengung. Doch als echte Winterländerin musste sie das wohl herunterschlucken. Wie immer. <br />
<br />
Schlecht gelaunt, mit Handaxt und Geldkatze am Gürtel, marschierte sie dann los in Richtung der ihr wohlvertrauten Beutelschneiderei von Helena Rathnell. Iora ging in deren Laden gerne ein und aus, denn bisher hatte sie dort immer gute, ehrliche Geschäfte machen können. Frische Beutel konnte man immer brauchen - um Gewürze darin zu verkaufen oder zu lagern. Oder natürlich auch größere Waren, die man nicht offen herumliegen lassen konnte und wollte. Darum wollte Iora eine neue Bestellung absetzen - oder noch besser gleich einige Beutel mitnehmen, sofern Helena denn welche bereitliegen hatte. <br />
<br />
Auf ihrem Weg durch die Stadt bemerkte die Winterländerin einige Menschentrauben, die sich sehr aufgeregt um irgendwelche Papiere scharten und scheinbar darüber ins Gespräch kamen. Die Stimmung schien dabei zwischen Empörung und Entsetzen hin und her zu schwanken. Da sie sich nicht vorher bei Helena angekündigt und zeitlich verabredet hatte, blieb die Blondine mit grimmigem Blick stehen und besah sich ein Papierstück, das zufällig unter ihrem eigenen Schuh gelandet war. Umständlich bückte sie sich herunter und hob es für ein eingehenderes Studium auf. Natürlich konnte sie nicht lesen, doch die Zeichnungen (<dvz_me_placeholder id="1" />) waren auch so eindeutig. Ein wahnsinniger Frühlingsland-König, der eine schöne Frau würgte. Nunja... für Feinheiten wie die Friedenskrone war Iora freilich blind, doch einer ihrer Mundwinkel zog in die Höhe während sie mit dem Daumen über den groben Rand des Papiers strich. <i>Nett...</i> <br />
Da sie selbst den Krieg des frühlingsländischen Königs begleitet und Eastergold Meadow auch von innen gesehen hatte, war sie sich ziemlich sicher, dass es sich um gute, aber natürlich überzogene Propaganda aus Castandor handelte. Doch mehr als ein Grinsen hatte sie nicht dafür übrig. Sie glaubte weder der einen, noch der anderen Propaganda und plante, sich auch dem Heerzug von Castandor als Marketenderin anzuschließen. Es winkte immerhin ein Geschäft. <br />
<br />
Nachdem sie das Bild noch für einen Augenblick betrachtet hatte, ließ sie es wieder fallen, damit der nächste auch noch was davon hatte. Gedanklich trennte sie sich von den eigentlich ganz lustigen Bildern und konzentrierte sich auf den Weg zu Helenas Beutelschneiderei. Dort angekommen klopfte sie an die Tür und öffnete diese, ohne wirklich auf eine Antwort gewartet zu haben. Neugierig sah sie sich im Geschäft um und entdeckte Helena mit einem ihrer Kinder. Sofort stockte der Blondine der Atem. Obwohl sie sogleich lauthals auf sich hatte aufmerksam machen wollen, hielt sie inne um den Umgang zwischen Mutter und Kind zu betrachten. König Charles war vollkommen vergessen und Iora gab sich sentimentalen Gedanken über ihren eigenen Sohn hin. Sie räusperte sich erst nach einigen Augenblicken, um ruhig auf sich aufmerksam zu machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>"Eberkacke"</b>, brummte Iora und winkte einen jungen Burschen herbei, der ihr half, ihren Marketenderwagen in den geräumigen Stall der bestbesuchten und größten Taverne von Spring's Court zu schieben. Ihr alter Gaul stellte mal wieder derart auf stur, dass Iora ihm am liebsten einen Tritt versetzt und ihn sofort beim Abdecker abgegeben hätte. Doch sie war auch eher von der geizigen Sorte und sah es nicht ein, das Biest schon aus seinem Dienst zu entlassen. Entlassen wurde nur der junge Bursche, der sich auf die Schnelle ein paar Kupfer verdient hatte. <br />
Sobald Iora die Bremse ihres Wagens eingelegt und dem Gastwirt das Stellgeld gegeben hatte, machte sie sich auf den Weg. Dummerweise schmerzte ihr Knie jetzt schon unerträglich nach der kurzen Anstrengung. Doch als echte Winterländerin musste sie das wohl herunterschlucken. Wie immer. <br />
<br />
Schlecht gelaunt, mit Handaxt und Geldkatze am Gürtel, marschierte sie dann los in Richtung der ihr wohlvertrauten Beutelschneiderei von Helena Rathnell. Iora ging in deren Laden gerne ein und aus, denn bisher hatte sie dort immer gute, ehrliche Geschäfte machen können. Frische Beutel konnte man immer brauchen - um Gewürze darin zu verkaufen oder zu lagern. Oder natürlich auch größere Waren, die man nicht offen herumliegen lassen konnte und wollte. Darum wollte Iora eine neue Bestellung absetzen - oder noch besser gleich einige Beutel mitnehmen, sofern Helena denn welche bereitliegen hatte. <br />
<br />
Auf ihrem Weg durch die Stadt bemerkte die Winterländerin einige Menschentrauben, die sich sehr aufgeregt um irgendwelche Papiere scharten und scheinbar darüber ins Gespräch kamen. Die Stimmung schien dabei zwischen Empörung und Entsetzen hin und her zu schwanken. Da sie sich nicht vorher bei Helena angekündigt und zeitlich verabredet hatte, blieb die Blondine mit grimmigem Blick stehen und besah sich ein Papierstück, das zufällig unter ihrem eigenen Schuh gelandet war. Umständlich bückte sie sich herunter und hob es für ein eingehenderes Studium auf. Natürlich konnte sie nicht lesen, doch die Zeichnungen (<dvz_me_placeholder id="1" />) waren auch so eindeutig. Ein wahnsinniger Frühlingsland-König, der eine schöne Frau würgte. Nunja... für Feinheiten wie die Friedenskrone war Iora freilich blind, doch einer ihrer Mundwinkel zog in die Höhe während sie mit dem Daumen über den groben Rand des Papiers strich. <i>Nett...</i> <br />
Da sie selbst den Krieg des frühlingsländischen Königs begleitet und Eastergold Meadow auch von innen gesehen hatte, war sie sich ziemlich sicher, dass es sich um gute, aber natürlich überzogene Propaganda aus Castandor handelte. Doch mehr als ein Grinsen hatte sie nicht dafür übrig. Sie glaubte weder der einen, noch der anderen Propaganda und plante, sich auch dem Heerzug von Castandor als Marketenderin anzuschließen. Es winkte immerhin ein Geschäft. <br />
<br />
Nachdem sie das Bild noch für einen Augenblick betrachtet hatte, ließ sie es wieder fallen, damit der nächste auch noch was davon hatte. Gedanklich trennte sie sich von den eigentlich ganz lustigen Bildern und konzentrierte sich auf den Weg zu Helenas Beutelschneiderei. Dort angekommen klopfte sie an die Tür und öffnete diese, ohne wirklich auf eine Antwort gewartet zu haben. Neugierig sah sie sich im Geschäft um und entdeckte Helena mit einem ihrer Kinder. Sofort stockte der Blondine der Atem. Obwohl sie sogleich lauthals auf sich hatte aufmerksam machen wollen, hielt sie inne um den Umgang zwischen Mutter und Kind zu betrachten. König Charles war vollkommen vergessen und Iora gab sich sentimentalen Gedanken über ihren eigenen Sohn hin. Sie räusperte sich erst nach einigen Augenblicken, um ruhig auf sich aufmerksam zu machen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[a knightly service to a lady]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=484</link>
			<pubDate>Wed, 10 Jul 2024 16:23:15 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alden Sutherland</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=484</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://facingthestorm.de/images/HeaderForest.png); background-size:100%;background-position:50% 50%;"><span style="color: black;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">a knightly service to a lady</span></span><br />
<br />
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://s12.gifyu.com/images/SthFE.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Glücklicherweise hatte der Ausflug des Kronprinzen nach Spring’s Court ein gutes Ende gefunden. Der Hauptmann hatte die Menschenmenge zerstreuen können, sodass die unfreiwilligen Besucher im Hause Prescott den Heimweg antreten konnten. Der Prinz bestand darauf, dass der Hauptmann Lady Eleanor nach Hause begleitete, während er sich von seinem Ausbilder zurück in den Palast bringen ließ.<br />
<br />
Alden wusste um die Fähigkeiten des Hauptmanns als Ritter, jedoch hatte dieser die Lage in der Hauptstadt unterschätzt, indem er in voller Montur mit dem Kronprinzen dorthin geritten war. Alden selbst bevorzugte Diskretion und bewegte sich in der Stadt so unauffällig wie möglich, um nicht sofort erkannt zu werden. Trotzdem sah er keinen Grund, die Königin über den Vorfall zu informieren und den Hauptmann in Schwierigkeiten zu bringen.<br />
<br />
Zudem hatte ein Soldat, der den Dieb verfolgte, der mit Lady Eleanors Handtasche entkommen war, diesen tatsächlich gefasst und das Diebesgut zurückgebracht. Der Tag hatte somit auch in diesem Fall ein gutes Ende gefunden. Der Soldat wurde belohnt, der Dieb der Stadtwache übergeben, und die Handtasche der King's Guard. Alden erklärte sich bereit, sie am nächsten Tag nach Fairfield zu bringen, um sie Lady Eleanor persönlich zu übergeben.<br />
<br />
Nach der täglichen Übungsstunde mit dem Kronprinzen ließ Alden sein Pferd satteln und machte sich auf den Weg zum Anwesen der Cherringtons, das etwas außerhalb von Spring’s Court lag. Er hatte den Lord of Fairfield, Eleanors Vater, einst auf einem Fest in der Hall of Horses kennengelernt und auch ihre Brüder waren ihm keine Unbekannten. Dennoch war er bisher noch nie auf dem Anwesen der Cherringtons gewesen.<br />
<br />
Nach einem nicht allzu langen Ritt erreichte er schließlich Fairfield und ritt langsam in den Innenhof des Herrenhauses. Ein Stallbursche kam sofort angelaufen, griff den Zügel des schwarzen Hengstes, damit der Ritter absitzen konnte. Dabei war nicht zu übersehen, wie der Junge das edle Schlachtross bewunderte, was Alden ein Schmunzeln entlockte. Er gab dem Burschen eine Münze und bat ihn, sich um das Wohl des Tieres zu kümmern. Der Junge nickte eifrig und führte den Hengst zu den Stallungen, nachdem Alden die kleine Handtasche aus der Satteltasche gezogen hatte.<br />
<br />
Alden schritt zum Eingang des gepflegten Herrenhauses. Die Cherringtons waren nicht reich, aber ihr Anwesen machte einen ordentlichen Eindruck. Er klopfte an die Tür und wartete, bis sie geöffnet wurde. Der Ritter nickte dem Bediensteten zu, stellte sich vor und äußerte sein Anliegen: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Alden Sutherland, Lord of Hazelbrook. Ich möchte bitte Lady Eleanor sprechen.“</span><br />
<br />
Der Diener, der die Tür geöffnet hatte, nickte respektvoll, führte Alden durch die Eingangshalle in einen kleinen Salon und bat ihn zu warten. Während Alden wartete, nahm er die Details des Raumes in sich auf. Der Salon war geschmackvoll eingerichtet, mit eleganten, aber einfachen Möbeln, und ein Gemälde hing über dem Kamin. Alden dachte an das wenige, das er über Lord Fairfield und seine Familie wusste. Die Cherringtons waren eine kinderreiche Familie, und auch die älteren Töchter waren noch nicht verheiratet, sondern lebten zu Hause. Eine dieser Töchter, Eleanor, hatte Alden nun im Hause Prescott kennengelernt, wobei sie nur wenige Sätze miteinander gewechselt hatten. Sie war sehr still und zurückhaltend gewesen, was vielleicht an der Anwesenheit des Kronprinzen oder der ungewohnten Umgebung lag. Vielleicht ergab sich nun die Gelegenheit, Lady Eleanor besser kennenzulernen, und möglicherweise war sie in ihrer vertrauten Umgebung offener.<br />
<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://facingthestorm.de/images/HeaderForest.png); background-size:100%;background-position:50% 50%;"><span style="color: black;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">a knightly service to a lady</span></span><br />
<br />
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://s12.gifyu.com/images/SthFE.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Glücklicherweise hatte der Ausflug des Kronprinzen nach Spring’s Court ein gutes Ende gefunden. Der Hauptmann hatte die Menschenmenge zerstreuen können, sodass die unfreiwilligen Besucher im Hause Prescott den Heimweg antreten konnten. Der Prinz bestand darauf, dass der Hauptmann Lady Eleanor nach Hause begleitete, während er sich von seinem Ausbilder zurück in den Palast bringen ließ.<br />
<br />
Alden wusste um die Fähigkeiten des Hauptmanns als Ritter, jedoch hatte dieser die Lage in der Hauptstadt unterschätzt, indem er in voller Montur mit dem Kronprinzen dorthin geritten war. Alden selbst bevorzugte Diskretion und bewegte sich in der Stadt so unauffällig wie möglich, um nicht sofort erkannt zu werden. Trotzdem sah er keinen Grund, die Königin über den Vorfall zu informieren und den Hauptmann in Schwierigkeiten zu bringen.<br />
<br />
Zudem hatte ein Soldat, der den Dieb verfolgte, der mit Lady Eleanors Handtasche entkommen war, diesen tatsächlich gefasst und das Diebesgut zurückgebracht. Der Tag hatte somit auch in diesem Fall ein gutes Ende gefunden. Der Soldat wurde belohnt, der Dieb der Stadtwache übergeben, und die Handtasche der King's Guard. Alden erklärte sich bereit, sie am nächsten Tag nach Fairfield zu bringen, um sie Lady Eleanor persönlich zu übergeben.<br />
<br />
Nach der täglichen Übungsstunde mit dem Kronprinzen ließ Alden sein Pferd satteln und machte sich auf den Weg zum Anwesen der Cherringtons, das etwas außerhalb von Spring’s Court lag. Er hatte den Lord of Fairfield, Eleanors Vater, einst auf einem Fest in der Hall of Horses kennengelernt und auch ihre Brüder waren ihm keine Unbekannten. Dennoch war er bisher noch nie auf dem Anwesen der Cherringtons gewesen.<br />
<br />
Nach einem nicht allzu langen Ritt erreichte er schließlich Fairfield und ritt langsam in den Innenhof des Herrenhauses. Ein Stallbursche kam sofort angelaufen, griff den Zügel des schwarzen Hengstes, damit der Ritter absitzen konnte. Dabei war nicht zu übersehen, wie der Junge das edle Schlachtross bewunderte, was Alden ein Schmunzeln entlockte. Er gab dem Burschen eine Münze und bat ihn, sich um das Wohl des Tieres zu kümmern. Der Junge nickte eifrig und führte den Hengst zu den Stallungen, nachdem Alden die kleine Handtasche aus der Satteltasche gezogen hatte.<br />
<br />
Alden schritt zum Eingang des gepflegten Herrenhauses. Die Cherringtons waren nicht reich, aber ihr Anwesen machte einen ordentlichen Eindruck. Er klopfte an die Tür und wartete, bis sie geöffnet wurde. Der Ritter nickte dem Bediensteten zu, stellte sich vor und äußerte sein Anliegen: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Alden Sutherland, Lord of Hazelbrook. Ich möchte bitte Lady Eleanor sprechen.“</span><br />
<br />
Der Diener, der die Tür geöffnet hatte, nickte respektvoll, führte Alden durch die Eingangshalle in einen kleinen Salon und bat ihn zu warten. Während Alden wartete, nahm er die Details des Raumes in sich auf. Der Salon war geschmackvoll eingerichtet, mit eleganten, aber einfachen Möbeln, und ein Gemälde hing über dem Kamin. Alden dachte an das wenige, das er über Lord Fairfield und seine Familie wusste. Die Cherringtons waren eine kinderreiche Familie, und auch die älteren Töchter waren noch nicht verheiratet, sondern lebten zu Hause. Eine dieser Töchter, Eleanor, hatte Alden nun im Hause Prescott kennengelernt, wobei sie nur wenige Sätze miteinander gewechselt hatten. Sie war sehr still und zurückhaltend gewesen, was vielleicht an der Anwesenheit des Kronprinzen oder der ungewohnten Umgebung lag. Vielleicht ergab sich nun die Gelegenheit, Lady Eleanor besser kennenzulernen, und möglicherweise war sie in ihrer vertrauten Umgebung offener.<br />
<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Versteckerle]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=394</link>
			<pubDate>Fri, 14 Jun 2024 15:34:38 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Dunstan Hodgson</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=394</guid>
			<description><![CDATA[Es war erstaunlich still in dem kleinen Haus, was in unmittelbarer Nähe zur Waffenschmiede stand, wenn auch nicht nah genug um im Falle eines Feuers ebenfalls sofort verschlungen zu werden. Ein gesunder Abstand von mehreren Schritten, mit einem durch die Jahrzehnte immer glatter werdenden Steinboden gesichert, sollte überspringende Flammen verhindern und stellte auch immer wieder den nötigen, mentalen Abstand zwischen Arbeitsplatz und Wohnraum her.  Dunstan pfiff einmal laut, doch keine Reaktion kam, dabei wäre das so schön einfach gewesen. Im einsetzenden Abendlicht schlich er von Raum zu Raum, versuchte seine schweren Schritte so leichtfüßig wie möglich erklingen zu lassen und sich zurückzuerinnern, was er wohl gemacht hätte, wäre er noch so jung und klein. Vielleicht … Nein, hier nicht. Seine Augen suchten erst die Ecken des Raumes ab, versuchten zu erkennen ob die Falten in den Vorhängen schon immer so ausgesehen hatten und wagte sich dann daran, eine der Garderobentüren langsam zu öffnen. Nichts. Ein paar Kleider waren ordentlich aufgehangen, doch sonst sah er nichts von Bedeutung. Mhhhhh…<br />
<br />
Dunstan kratzte sich durch den strubbligen Schopf von braunem Haar, der wie eh und je in jede Himmelsrichtung zu streben schien und machte eine komplette Drehung um die eigene Achse. Vielleicht? Nein, auch unter dem Bett wurde er nicht fündig. Also stapfte er, diesmal weitaus lauter, aus dem Zimmer und stellte sich neben den Türrahmen, die Hände hoch erhoben und auf die kleinste Bewegung lauschend. Nichts. Er schnaubte. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Du kannst dich nicht ewig verstecken!“</span> Drohte er in die Leere des Flures der oberen Etage, hier hatte er alles durchgeschaut und kontrolliert. Nichts. Nicht mal ein Kichern oder eine hastig geschlossene Tür, die ihm wenigstens eine Richtung hätte vorgeben können. Mistverdammter! Die Treppe knarzte und verriet jedem, wohin er sich begab, doch auch daran konnte er jetzt nichts mehr ändern und ergab sich seinem Schicksal. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Ich geb auf!“</span> Schnaufte er in die kleine Küche, wo noch das Geschirr des Mittagsmahls stand, welche er unbedingt noch hatte aufräumen wollen und sich dann wieder ablenken ließ. Sie würden doch nicht etwa…? Ein letzter Blick unter den robusten Tisch, nein, auch nicht. Es war doch zum Mäuse melken! <br />
<br />
Seine Schritte führten ihn in die Stube, wenn man es so nennen konnte, denn weder seine Tochter noch er hielten sich besonders häufig hier auf. Vielleicht…? Mhhh… nein. Dunstan sah ein zweites mal in die große Truhe, wuselte sogar zwischen dem dort gelagerten Habseligkeiten herum, doch fand nichts. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Ich geb ganz wirklich auf.“</span> Wiederholte er, schon nicht mehr ganz so laut, und hoffte damit sein Ziel zu erreichen, eine Finte, eine Halbwahrheit. Und auch das auch nicht zum gewünschten Erfolg führte, stahl er sich zur hinteren Türe die in den kleinen Innenhof und somit auch zur Scheune führen würde. Seine Hand berührte die Klinge, schob die knarzende Tür so dermaßen langsam auf, dass fast kein Geräusch zu hören war und wagte einen vorsichtigen Blick durch den größer werdenden Spalt nach draußen. Nichts. <br />
<br />
Gerade zwei Schritten schaffte er es nach draußen, bis eine quietschige Stimme ihm ein lautes <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„BUUUUH!“</span> entgegenschmetterte und sich schlanke Kinderarme um ihn schlangen und ihn zu kitzeln versuchten. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Na wartet ihr kleinen Monster!“</span> Rief er grinsend und versuchte sowohl Ida als auch den Nachbarssohn Matthis zu fassen zu bekommen und warf sich die lachenden Kinder einfach über seine Schultern, eins links, eins rechts. Ihre Füße strampelten wild in der Luft und er spürte wie sie sich in seine Kleidung festkrallten, als er ihnen spielerisch damit drohte sie wieder fallen zu lassen und sie ein bisschen durchschüttelte. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Jetzt kommt ihr in den Eintopf!“</span> Drohte er den kichernden Störenfrieden mit lauten Schmatzgeräuschen, bis die Fäuste immer vehementer auf seinen Rücken einschlugen. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Neeeeeein, lass mich runter. Ich schmecke nicht!“</span> Behauptete Matthis, der versuchte sich hochzustemmen, damit die Welt wenigstens wieder richtig herum war, als er seine Mutter entdeckte. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Hilf mir, holde Maid! Der Barbar will mich fressen!“ </span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war erstaunlich still in dem kleinen Haus, was in unmittelbarer Nähe zur Waffenschmiede stand, wenn auch nicht nah genug um im Falle eines Feuers ebenfalls sofort verschlungen zu werden. Ein gesunder Abstand von mehreren Schritten, mit einem durch die Jahrzehnte immer glatter werdenden Steinboden gesichert, sollte überspringende Flammen verhindern und stellte auch immer wieder den nötigen, mentalen Abstand zwischen Arbeitsplatz und Wohnraum her.  Dunstan pfiff einmal laut, doch keine Reaktion kam, dabei wäre das so schön einfach gewesen. Im einsetzenden Abendlicht schlich er von Raum zu Raum, versuchte seine schweren Schritte so leichtfüßig wie möglich erklingen zu lassen und sich zurückzuerinnern, was er wohl gemacht hätte, wäre er noch so jung und klein. Vielleicht … Nein, hier nicht. Seine Augen suchten erst die Ecken des Raumes ab, versuchten zu erkennen ob die Falten in den Vorhängen schon immer so ausgesehen hatten und wagte sich dann daran, eine der Garderobentüren langsam zu öffnen. Nichts. Ein paar Kleider waren ordentlich aufgehangen, doch sonst sah er nichts von Bedeutung. Mhhhhh…<br />
<br />
Dunstan kratzte sich durch den strubbligen Schopf von braunem Haar, der wie eh und je in jede Himmelsrichtung zu streben schien und machte eine komplette Drehung um die eigene Achse. Vielleicht? Nein, auch unter dem Bett wurde er nicht fündig. Also stapfte er, diesmal weitaus lauter, aus dem Zimmer und stellte sich neben den Türrahmen, die Hände hoch erhoben und auf die kleinste Bewegung lauschend. Nichts. Er schnaubte. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Du kannst dich nicht ewig verstecken!“</span> Drohte er in die Leere des Flures der oberen Etage, hier hatte er alles durchgeschaut und kontrolliert. Nichts. Nicht mal ein Kichern oder eine hastig geschlossene Tür, die ihm wenigstens eine Richtung hätte vorgeben können. Mistverdammter! Die Treppe knarzte und verriet jedem, wohin er sich begab, doch auch daran konnte er jetzt nichts mehr ändern und ergab sich seinem Schicksal. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Ich geb auf!“</span> Schnaufte er in die kleine Küche, wo noch das Geschirr des Mittagsmahls stand, welche er unbedingt noch hatte aufräumen wollen und sich dann wieder ablenken ließ. Sie würden doch nicht etwa…? Ein letzter Blick unter den robusten Tisch, nein, auch nicht. Es war doch zum Mäuse melken! <br />
<br />
Seine Schritte führten ihn in die Stube, wenn man es so nennen konnte, denn weder seine Tochter noch er hielten sich besonders häufig hier auf. Vielleicht…? Mhhh… nein. Dunstan sah ein zweites mal in die große Truhe, wuselte sogar zwischen dem dort gelagerten Habseligkeiten herum, doch fand nichts. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Ich geb ganz wirklich auf.“</span> Wiederholte er, schon nicht mehr ganz so laut, und hoffte damit sein Ziel zu erreichen, eine Finte, eine Halbwahrheit. Und auch das auch nicht zum gewünschten Erfolg führte, stahl er sich zur hinteren Türe die in den kleinen Innenhof und somit auch zur Scheune führen würde. Seine Hand berührte die Klinge, schob die knarzende Tür so dermaßen langsam auf, dass fast kein Geräusch zu hören war und wagte einen vorsichtigen Blick durch den größer werdenden Spalt nach draußen. Nichts. <br />
<br />
Gerade zwei Schritten schaffte er es nach draußen, bis eine quietschige Stimme ihm ein lautes <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„BUUUUH!“</span> entgegenschmetterte und sich schlanke Kinderarme um ihn schlangen und ihn zu kitzeln versuchten. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Na wartet ihr kleinen Monster!“</span> Rief er grinsend und versuchte sowohl Ida als auch den Nachbarssohn Matthis zu fassen zu bekommen und warf sich die lachenden Kinder einfach über seine Schultern, eins links, eins rechts. Ihre Füße strampelten wild in der Luft und er spürte wie sie sich in seine Kleidung festkrallten, als er ihnen spielerisch damit drohte sie wieder fallen zu lassen und sie ein bisschen durchschüttelte. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Jetzt kommt ihr in den Eintopf!“</span> Drohte er den kichernden Störenfrieden mit lauten Schmatzgeräuschen, bis die Fäuste immer vehementer auf seinen Rücken einschlugen. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Neeeeeein, lass mich runter. Ich schmecke nicht!“</span> Behauptete Matthis, der versuchte sich hochzustemmen, damit die Welt wenigstens wieder richtig herum war, als er seine Mutter entdeckte. <span style="color: #c0f0c6;" class="mycode_color">„Hilf mir, holde Maid! Der Barbar will mich fressen!“ </span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[strike while the iron is hot]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=381</link>
			<pubDate>Thu, 06 Jun 2024 11:57:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Dunstan Hodgson</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=381</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>.<br />
Es war ein altbekanntes und beinahe heimeliges Geräusch, welches aus der Schmiede drang. Jedenfalls war es das für Dunstan, der mit einer gesunden Mischung Wucht und Fingerspitzengefühl den Hammer führte und auf die breite Klinge schlug. Einmal drauf, einmal daneben. Einmal drauf, einmal daneben. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>.<br />
Bis ihm die nachlassende Farbe des Metalls verriet, es war Zeit es erneut zu erhitzen, die Weichheit beim Aufprall, selbst das Geräusch des Einschlags waren alles Indizien, die er mit dem Lauf der Jahre zu deuten gelernt hatte. Dunstan wischte sich mit einem verschwitzten und nicht mehr wirklich weißen Lappen über die Stirn und stopfte ihn wieder in die Tasche seiner alten Lederschürze. Es war harte, körperliche Arbeit und nicht ohne ihre Risiken, was er seiner Tochter immer und immer wieder einbläute, wenn sie ihm Gesellschaft leistete, anstatt in dem Wohnhaus auf dem Grundstück zu bleiben. Doch heute war sie zum Spielen zu den Nachbarn gegangen und er konnte sich einen Schluck des verdünnten Apfelweins gönnen, welchen er gestern erstanden hatte. <br />
<br />
Sein Fuß fand das Pedal ohne Umwege und mit einem knarzenden Geräusch setzte er die Luft in dem Blasebalg in Bewegung, welcher wiederum das Feuer anfachen würde und somit die Klinge erhitzen, bevor er sich erneut um deren Form kümmern konnte. Seine Gedanken blieben aber nicht an der Form oder dem nötigen handwerklichen Geschick diese zu erreichen hängen, sondern verweilten beim Nutzen dieser Waffe. Wenn es weitere Feldzüge gab, würde er einige solcher Schwerter schmieden, sich einen kleinen Batzen Geld verdienen und seine Landsmänner dazu befähigen, andere Menschen zu töten. Und eigentlich hatte er absolut keine Skrupel deswegen, nie gehabt. Allerdings, so gestand sich der schweigsame Schmied ein, war er bisher nie selbst in dieses Geschehen einbezogen gewesen, viele seiner Klingen waren für Turniere, die Jagd oder einfach als Geschenk an Familienangehörige bestellt worden. Ein einfacher Dolch um sich vor Wegelagerern zu verteidigen war eben doch nochmal was ganz anderes als ein Schwert, welches zum Köpfen der Gegner auf dem Schlachtfeld vorgesehen war. Und obwohl er bei der Einnahme von Eastergold Meadow aktiv beteiligt gewesen war, sogar zwei kleine Narben von dieser kurzen Zeit im Heer davontrug, war sich Dunstan absolut nicht sicher, was er eigentlich von der Kriegstreiberei seines Freundes hielt. Und seiner unfreiwilligen Beteiligung an dieser.<br />
<br />
Seine braunen Augen hingen immer noch an dem nun grell orange gelb leuchtenden Metall, das er beherzt ergriff und im richtigen Winkel auf den Amboss legte, um nicht nur eine geradlinige Spitze hinzubekommen, sondern auch die Hohlkehle im Blatt. Damit das Blut besser ablaufen kann. Dunstan schnalzte mit der Zunge, brummte einmal und begab sich dann wieder in die rhythmische Arbeit, versank seinen Kopf in die Details seiner Zunft anstelle der moralischen Bedeutungen seiner Waffen.  Wahrscheinlich hörte er auch deswegen nicht, wie jemand in die Schmiede spazierte ohne die glänzende Glocke zu betätigen, welche eigentlich für genau diesen Zweck dort hing.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>.<br />
Es war ein altbekanntes und beinahe heimeliges Geräusch, welches aus der Schmiede drang. Jedenfalls war es das für Dunstan, der mit einer gesunden Mischung Wucht und Fingerspitzengefühl den Hammer führte und auf die breite Klinge schlug. Einmal drauf, einmal daneben. Einmal drauf, einmal daneben. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ping</span>. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klank</span>.<br />
Bis ihm die nachlassende Farbe des Metalls verriet, es war Zeit es erneut zu erhitzen, die Weichheit beim Aufprall, selbst das Geräusch des Einschlags waren alles Indizien, die er mit dem Lauf der Jahre zu deuten gelernt hatte. Dunstan wischte sich mit einem verschwitzten und nicht mehr wirklich weißen Lappen über die Stirn und stopfte ihn wieder in die Tasche seiner alten Lederschürze. Es war harte, körperliche Arbeit und nicht ohne ihre Risiken, was er seiner Tochter immer und immer wieder einbläute, wenn sie ihm Gesellschaft leistete, anstatt in dem Wohnhaus auf dem Grundstück zu bleiben. Doch heute war sie zum Spielen zu den Nachbarn gegangen und er konnte sich einen Schluck des verdünnten Apfelweins gönnen, welchen er gestern erstanden hatte. <br />
<br />
Sein Fuß fand das Pedal ohne Umwege und mit einem knarzenden Geräusch setzte er die Luft in dem Blasebalg in Bewegung, welcher wiederum das Feuer anfachen würde und somit die Klinge erhitzen, bevor er sich erneut um deren Form kümmern konnte. Seine Gedanken blieben aber nicht an der Form oder dem nötigen handwerklichen Geschick diese zu erreichen hängen, sondern verweilten beim Nutzen dieser Waffe. Wenn es weitere Feldzüge gab, würde er einige solcher Schwerter schmieden, sich einen kleinen Batzen Geld verdienen und seine Landsmänner dazu befähigen, andere Menschen zu töten. Und eigentlich hatte er absolut keine Skrupel deswegen, nie gehabt. Allerdings, so gestand sich der schweigsame Schmied ein, war er bisher nie selbst in dieses Geschehen einbezogen gewesen, viele seiner Klingen waren für Turniere, die Jagd oder einfach als Geschenk an Familienangehörige bestellt worden. Ein einfacher Dolch um sich vor Wegelagerern zu verteidigen war eben doch nochmal was ganz anderes als ein Schwert, welches zum Köpfen der Gegner auf dem Schlachtfeld vorgesehen war. Und obwohl er bei der Einnahme von Eastergold Meadow aktiv beteiligt gewesen war, sogar zwei kleine Narben von dieser kurzen Zeit im Heer davontrug, war sich Dunstan absolut nicht sicher, was er eigentlich von der Kriegstreiberei seines Freundes hielt. Und seiner unfreiwilligen Beteiligung an dieser.<br />
<br />
Seine braunen Augen hingen immer noch an dem nun grell orange gelb leuchtenden Metall, das er beherzt ergriff und im richtigen Winkel auf den Amboss legte, um nicht nur eine geradlinige Spitze hinzubekommen, sondern auch die Hohlkehle im Blatt. Damit das Blut besser ablaufen kann. Dunstan schnalzte mit der Zunge, brummte einmal und begab sich dann wieder in die rhythmische Arbeit, versank seinen Kopf in die Details seiner Zunft anstelle der moralischen Bedeutungen seiner Waffen.  Wahrscheinlich hörte er auch deswegen nicht, wie jemand in die Schmiede spazierte ohne die glänzende Glocke zu betätigen, welche eigentlich für genau diesen Zweck dort hing.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dirty Imbecile]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=373</link>
			<pubDate>Tue, 04 Jun 2024 22:15:07 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alastair Fielding</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=373</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Dirty Imbecile <br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">All these things I've tried, boy</div>
</div>
<br />
Sonores Pochen auf massivem Holz kündete von wachsender Ungeduld. Finger trommelten im Rhythmus des Herzschlags eine hektische Melodie, die einzig von dem gelegentlichen Kratzen einer Feder unterbrochen wurde.  Alastair wartete – obgleich besagtes <i>Warten</i> sich innerhalb der letzten Stunde eher in ein <i>Ausharren</i> verwandelt hatte. Die geladenen Würdenträgerhatten längst mit den hauchdünnen Worten einer höflichen Entschuldigung den Rückzug angetreten. Selbst der anwesende Priester wagte einen Blick abfälligen Amüsements, bevor er dem Fielding einen guten Abend wünschte. Vier Stunden. 240 Minuten familiärer Blamage – und das trotz <i>familiärer</i> Abwesenheit. Eine letzte Chance, sich zu beweisen. Vergeudet. <br />
<br />
Erneute Unterbrechung des stetigen Pochens, als Alastairs Finger sich um den Kelch mit Wein zu seiner Rechten schlossen. Förderte auf lange Sicht zwar nur die Migräneanfälligkeit, sorgte im Moment aber zumindest für temporäre Zufriedenheit. Gut, <i>Zufriedenheit</i> war womöglich etwas hochgestochen. Es hinderte Alastairs brodelnden Gemütskessel an einer verfrühten Explosion – und bewahrte seinen Besitzer wahrscheinlich vor spontanem Ableben aufgrund eines Herzinfarktes. <br />
<br />
Was gäbe er nicht für die Weisheit der Toten. Am Ende der eigenen Existenz befielen einen so manche Einsichten – was also würde Emma nun sagen? Welchen Rat spräche sie aus? <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><i> „Habe Nachsicht mit dem Jungen“</i></span> doch war es letzten Endes nicht die Nachsicht, die ein solches Verhalten überhaupt erst zuließ? Nachsicht und <i>Nachlässigkeit.</i> Jasper fügte sich. Oftmals mit mehr unterschwelligem Protest, als Alstairs migränegeprüfter Schädel wirklich vertrug, <i>aber er fügte sich.</i> Selbst Rupert hielt offene Kritik eher hinterm Berg, obgleich Alastair gerade die Meinung seines Bruders noch am ehesten tolerierte. Er hatte begriffen, dass sich am Ende des Tages <i>alles</i> nur <i>einem</i> Willen beugte – und es war ganz sicher nicht der eines Unwürdigen. Rupert mochte Alastairs Methoden durchaus bemängeln, aber. er. fügte. sich. <br />
<br />
Joshua war nicht in <i>dem</i> Sinne eine Enttäuschung. Für eine Enttäuschung brauchte es unerfüllte Erwartungen und ebenjene gab es im Familienkatalog des fieldischen Gehirns schon lange nicht mehr. Und dennoch. Dennoch besaß der Zweitgeborene das unglaubliche – und hoffentlich nach einigen Generationen ausgestorbene – Talent, den ohnehin erwartungslosen Alastair maßlos zu enttäuschen. Beinahe bewundernswert. Er hätte fast damit auftreten können! Vielleicht hätten die Gaukler mehr Gefallen an dem Burschen gefunden. Ob es schon zu spät war, Joshua in ein Tuch gewickelt vor einem windschiefen Zelt auszusetzen? Wenn sie ihn zuvor mit genug Wein abfüllten, hätte die glückliche neue Familie zumindest einige Stunden Ruhe. <br />
<br />
Es klopfte. Als eine Reaktion des Fürsten ausblieb, schob ein junger Diener vorsichtig den Kopf durch die Tür. <i> „Eure Lordschaft?“</i> Alastair bedachte den Knaben mit einem durchdringenden Blick. <i> „Eure Lordschaft, Master Joshua- verzeiht, Ihr wolltet umgehend über jegliche Neuigkeit informiert werden, und nun-“</i> Der Junge stockte und schien einige Sekunden zu brauchen, bis sein Mund die fortbestehende Anwesenheit seiner Zunge registrierte. Über Alastairs Haupt schien sich währenddessen eine Gewitterwolke zusammenzuziehen. Wenn es jetzt anfing zu stürmen, würde der Fielding dem Diener das nächstbeste Hagelkorn an den Kopf schleudern. <i> „Master Joshua ist zurück“,</i> vollendete der Diener endlich seinen Satz, sichtlich erleichtert darüber, eine solch schwere Aufgabe endlich hinter sich zu haben. <i> „Er ist allerdings… nun, er wollte sich in seine Gemächer zurückziehen und wir-“</i> <b> „Schickt ihn zu mir.“</b> Alastairs Stimme war wie das entfernte Grollen vorbeiziehenden Donners. <b> „Umgehend. Und wenn ihr ihn mit heruntergelassener Hose herbei schleifen müsst.“</b> Der Junge deutete eine hastige Verbeugung an und machte dann, dass er davon kam. Alastair lehnte sich in seinem Stuhl zurück , griff erneut nach seinem Kelch – und wartete. <br />
<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Dirty Imbecile <br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">All these things I've tried, boy</div>
</div>
<br />
Sonores Pochen auf massivem Holz kündete von wachsender Ungeduld. Finger trommelten im Rhythmus des Herzschlags eine hektische Melodie, die einzig von dem gelegentlichen Kratzen einer Feder unterbrochen wurde.  Alastair wartete – obgleich besagtes <i>Warten</i> sich innerhalb der letzten Stunde eher in ein <i>Ausharren</i> verwandelt hatte. Die geladenen Würdenträgerhatten längst mit den hauchdünnen Worten einer höflichen Entschuldigung den Rückzug angetreten. Selbst der anwesende Priester wagte einen Blick abfälligen Amüsements, bevor er dem Fielding einen guten Abend wünschte. Vier Stunden. 240 Minuten familiärer Blamage – und das trotz <i>familiärer</i> Abwesenheit. Eine letzte Chance, sich zu beweisen. Vergeudet. <br />
<br />
Erneute Unterbrechung des stetigen Pochens, als Alastairs Finger sich um den Kelch mit Wein zu seiner Rechten schlossen. Förderte auf lange Sicht zwar nur die Migräneanfälligkeit, sorgte im Moment aber zumindest für temporäre Zufriedenheit. Gut, <i>Zufriedenheit</i> war womöglich etwas hochgestochen. Es hinderte Alastairs brodelnden Gemütskessel an einer verfrühten Explosion – und bewahrte seinen Besitzer wahrscheinlich vor spontanem Ableben aufgrund eines Herzinfarktes. <br />
<br />
Was gäbe er nicht für die Weisheit der Toten. Am Ende der eigenen Existenz befielen einen so manche Einsichten – was also würde Emma nun sagen? Welchen Rat spräche sie aus? <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><i> „Habe Nachsicht mit dem Jungen“</i></span> doch war es letzten Endes nicht die Nachsicht, die ein solches Verhalten überhaupt erst zuließ? Nachsicht und <i>Nachlässigkeit.</i> Jasper fügte sich. Oftmals mit mehr unterschwelligem Protest, als Alstairs migränegeprüfter Schädel wirklich vertrug, <i>aber er fügte sich.</i> Selbst Rupert hielt offene Kritik eher hinterm Berg, obgleich Alastair gerade die Meinung seines Bruders noch am ehesten tolerierte. Er hatte begriffen, dass sich am Ende des Tages <i>alles</i> nur <i>einem</i> Willen beugte – und es war ganz sicher nicht der eines Unwürdigen. Rupert mochte Alastairs Methoden durchaus bemängeln, aber. er. fügte. sich. <br />
<br />
Joshua war nicht in <i>dem</i> Sinne eine Enttäuschung. Für eine Enttäuschung brauchte es unerfüllte Erwartungen und ebenjene gab es im Familienkatalog des fieldischen Gehirns schon lange nicht mehr. Und dennoch. Dennoch besaß der Zweitgeborene das unglaubliche – und hoffentlich nach einigen Generationen ausgestorbene – Talent, den ohnehin erwartungslosen Alastair maßlos zu enttäuschen. Beinahe bewundernswert. Er hätte fast damit auftreten können! Vielleicht hätten die Gaukler mehr Gefallen an dem Burschen gefunden. Ob es schon zu spät war, Joshua in ein Tuch gewickelt vor einem windschiefen Zelt auszusetzen? Wenn sie ihn zuvor mit genug Wein abfüllten, hätte die glückliche neue Familie zumindest einige Stunden Ruhe. <br />
<br />
Es klopfte. Als eine Reaktion des Fürsten ausblieb, schob ein junger Diener vorsichtig den Kopf durch die Tür. <i> „Eure Lordschaft?“</i> Alastair bedachte den Knaben mit einem durchdringenden Blick. <i> „Eure Lordschaft, Master Joshua- verzeiht, Ihr wolltet umgehend über jegliche Neuigkeit informiert werden, und nun-“</i> Der Junge stockte und schien einige Sekunden zu brauchen, bis sein Mund die fortbestehende Anwesenheit seiner Zunge registrierte. Über Alastairs Haupt schien sich währenddessen eine Gewitterwolke zusammenzuziehen. Wenn es jetzt anfing zu stürmen, würde der Fielding dem Diener das nächstbeste Hagelkorn an den Kopf schleudern. <i> „Master Joshua ist zurück“,</i> vollendete der Diener endlich seinen Satz, sichtlich erleichtert darüber, eine solch schwere Aufgabe endlich hinter sich zu haben. <i> „Er ist allerdings… nun, er wollte sich in seine Gemächer zurückziehen und wir-“</i> <b> „Schickt ihn zu mir.“</b> Alastairs Stimme war wie das entfernte Grollen vorbeiziehenden Donners. <b> „Umgehend. Und wenn ihr ihn mit heruntergelassener Hose herbei schleifen müsst.“</b> Der Junge deutete eine hastige Verbeugung an und machte dann, dass er davon kam. Alastair lehnte sich in seinem Stuhl zurück , griff erneut nach seinem Kelch – und wartete. <br />
<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[A Report to the King]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=372</link>
			<pubDate>Tue, 04 Jun 2024 21:48:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alden Sutherland</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=372</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.imgur.com/aEbmahT.png); background-size:100%;background-position:50% 50%;">A Report to the King<br />
<div style="font-size:18px;"></div>
</div><p>
Der Ritter Alden Sutherland stand in der großzügigen Eingangshalle der Hall of Horses vor den massiven Eichentüren, die zum Arbeitszimmer des Königs führten. Er betrachtete die prunkvollen Kronleuchter an der Decke, deren Kerzen am Abend angezündet werden würden, wenn es draußen dunkel wurde. Dann würden sie ein warmes, goldenes Licht auf die Marmorböden werfen, die mit aufwendigen Teppichen bedeckt waren. Das gedämpfte Murmeln der Diener und Wachen, die in den Korridoren unterwegs waren, verlieh dem Palast eine geschäftige, doch respektvolle Atmosphäre.<br />
<br />
Alden überprüfte ein letztes Mal seine Kleidung, stellte sicher, dass sein Wams und Umhang ordentlich saßen und dass sein Schwert sicher an seiner Seite befestigt war. Er hatte eine gewisse Stellung am Hofe inne, sodass sein Auftreten immer der Etikette entsprechen musste. Vor allem in den Hallen des Palastes, wenn er von allen Seiten beäugt wurde und insbesondere, wenn er eine Audienz beim König hatte.<br />
<br />
So zupfte der Ritter noch einmal an seiner Kleidung, strich zum x-ten Mal seinen Bart glatt und nahm Haltung an, in Erwartung, dass sich die Türen zum Arbeitszimmer jeden Moment öffnen könnten. Der König hatte ihn an diesem Morgen hierher bestellt, um mit ihm über seinen Sohn zu sprechen. Als Ausbilder des Kronprinzen trug Alden eine große Verantwortung, und er wusste, dass der König von ihm nichts weniger als absolute Ehrlichkeit und Genauigkeit erwartete.<br />
<br />
Die Tür zum Arbeitszimmer öffnete sich leise, und ein Diener trat heraus, verneigte sich vor Alden und sagte:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Seine Majestät empfängt Euch nun, Lord Sutherland.“</span><br />
<br />
Alden nickte dem Diener dankend zu und trat durch die offene Tür in das Arbeitszimmer des Königs. Der Raum war beeindruckend, mit hohen Decken, Regalen voller Bücher und kunstvollen Wandteppichen. Der König selbst saß hinter einem großen Schreibtisch, auf dem sich Pergamentrollen und Dokumente türmten.<br />
<br />
Der Ritter verneigte sich tief. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eure Majestät haben nach mir schicken lassen.“</span><br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.imgur.com/aEbmahT.png); background-size:100%;background-position:50% 50%;">A Report to the King<br />
<div style="font-size:18px;"></div>
</div><p>
Der Ritter Alden Sutherland stand in der großzügigen Eingangshalle der Hall of Horses vor den massiven Eichentüren, die zum Arbeitszimmer des Königs führten. Er betrachtete die prunkvollen Kronleuchter an der Decke, deren Kerzen am Abend angezündet werden würden, wenn es draußen dunkel wurde. Dann würden sie ein warmes, goldenes Licht auf die Marmorböden werfen, die mit aufwendigen Teppichen bedeckt waren. Das gedämpfte Murmeln der Diener und Wachen, die in den Korridoren unterwegs waren, verlieh dem Palast eine geschäftige, doch respektvolle Atmosphäre.<br />
<br />
Alden überprüfte ein letztes Mal seine Kleidung, stellte sicher, dass sein Wams und Umhang ordentlich saßen und dass sein Schwert sicher an seiner Seite befestigt war. Er hatte eine gewisse Stellung am Hofe inne, sodass sein Auftreten immer der Etikette entsprechen musste. Vor allem in den Hallen des Palastes, wenn er von allen Seiten beäugt wurde und insbesondere, wenn er eine Audienz beim König hatte.<br />
<br />
So zupfte der Ritter noch einmal an seiner Kleidung, strich zum x-ten Mal seinen Bart glatt und nahm Haltung an, in Erwartung, dass sich die Türen zum Arbeitszimmer jeden Moment öffnen könnten. Der König hatte ihn an diesem Morgen hierher bestellt, um mit ihm über seinen Sohn zu sprechen. Als Ausbilder des Kronprinzen trug Alden eine große Verantwortung, und er wusste, dass der König von ihm nichts weniger als absolute Ehrlichkeit und Genauigkeit erwartete.<br />
<br />
Die Tür zum Arbeitszimmer öffnete sich leise, und ein Diener trat heraus, verneigte sich vor Alden und sagte:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Seine Majestät empfängt Euch nun, Lord Sutherland.“</span><br />
<br />
Alden nickte dem Diener dankend zu und trat durch die offene Tür in das Arbeitszimmer des Königs. Der Raum war beeindruckend, mit hohen Decken, Regalen voller Bücher und kunstvollen Wandteppichen. Der König selbst saß hinter einem großen Schreibtisch, auf dem sich Pergamentrollen und Dokumente türmten.<br />
<br />
Der Ritter verneigte sich tief. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eure Majestät haben nach mir schicken lassen.“</span><br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>