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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Farynn - Das Herbstland]]></title>
		<link>https://facingthestorm.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestorm.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 12:39:02 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Gave up who I am for who you wanted me to be]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=602</link>
			<pubDate>Sat, 02 Nov 2024 21:43:48 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=22">Muirín Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=602</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/originals/03/ef/bb/03efbb7dcc19513eb1f19a04898255a2.gif); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Gave up who I am for who you wanted me to be<br />
<div style="font-size:18px;">It's been decided how we lose</div>
</div>
<br />
Eng schlang sie den dicken Wollmantel um den zierlichen Körper. Der Atem hinterließ kleine Wölkchen in der Luft, die schlagartig gen Himmel wanderten und dort mit dem Qualm des großen Feuers eins wurden. Tief beseelt stand die Rothaarige am Rand der Wiese, starrte auf die tanzten Flammen und die umhertollenden Kinder, die heute ausnahmsweise deutlich länger wach blieben durften, als sonst. Heute war Samhain - ein Fest, dass nur noch in Farynn so zelebriert wurde. Die vier anderen Länder Arcandas hatten sich schon vor vielen Jahren der neueren Religion zugewendet, sodass nur noch wenige einen Sinn für die alten Feste und Feierlichkeiten besaßen. Die Herbstländer behaupteten aber jedenfalls von sich selbst recht traditionsbewusst zu sein, sodass jedes Jahr aufs neue in einer rituellen Abfolge das große Feuer entzündet wurde. Auf dass die nächsten Monate gut zu ihnen sein würde, sie kein Böses heimsuchen würde und die gierigen Wesen der Anderswelt genau dort blieben, wo sie waren. Mit funkelnden Augen beobachteten Muirín das Treiben, das sich ihr bot. <br />
<br />
Schon eine ganze Weile stand sie hier alleine am Rande der Lichtung und genoss das Spektakel. Wo sich der Rest ihrer Familie herumtrieb wusste sie nicht und ehrlich gesagt war es ihr auch egal. Einzig zu Gareth wanderten ihre Gedanken hin und wieder, sie erinnerte sich an den Kuss unter den Sternen und daran, wie glückselig sie sich in diesem Moment gefühlt hatte. Mittlerweile waren beinahe zwei Monate seitdem vergangen. Weder hatte sich so etwas zwischen ihnen wiederholt, noch hatten sie darüber gesprochen. Und ehrlicherweise war es ihr auch recht so. Die Prinzessin hatte zwar schon viele Dinge getan, für die sie enterbt werden könnte, aber ein kleines Stelldichein mit ihrem Stiefbruder (mit dem sie ja wohlgemerkt nicht wirklich verwandt ist!) war sicher die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Daher war es sicher gut, dass das keine großen Wellen geschlagen hatte. <br />
<br />
Seufzend schlang sie die Arme um den Körper. Sie wusste genau wozu ihre Reise hier diente. Sie sollte den gleichen Zweck verfolgen wie ihre Reise nach Sevenwaters: endlich die Henaghen-Kinder unter die Haube bringen. Und Muirín wusste, dass ihr Vater so langsam die Geduld verlor. Rory wäre der erste, der heiraten musste, immerhin waren seine Kinder die Erben des gesamten Fürstentums. Bei den beiden Frauen war es zwar lästig, dass sie noch immer keinen Ehemann hatten, aber weitaus weniger tragisch. Jedenfalls für den Fürsten selbst. Dass man hier schon wieder nach einem geeigneten Mann für sie Ausschau hielt schien wie ein Damocles Schwert über ihr zu hängen...<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/originals/03/ef/bb/03efbb7dcc19513eb1f19a04898255a2.gif); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Gave up who I am for who you wanted me to be<br />
<div style="font-size:18px;">It's been decided how we lose</div>
</div>
<br />
Eng schlang sie den dicken Wollmantel um den zierlichen Körper. Der Atem hinterließ kleine Wölkchen in der Luft, die schlagartig gen Himmel wanderten und dort mit dem Qualm des großen Feuers eins wurden. Tief beseelt stand die Rothaarige am Rand der Wiese, starrte auf die tanzten Flammen und die umhertollenden Kinder, die heute ausnahmsweise deutlich länger wach blieben durften, als sonst. Heute war Samhain - ein Fest, dass nur noch in Farynn so zelebriert wurde. Die vier anderen Länder Arcandas hatten sich schon vor vielen Jahren der neueren Religion zugewendet, sodass nur noch wenige einen Sinn für die alten Feste und Feierlichkeiten besaßen. Die Herbstländer behaupteten aber jedenfalls von sich selbst recht traditionsbewusst zu sein, sodass jedes Jahr aufs neue in einer rituellen Abfolge das große Feuer entzündet wurde. Auf dass die nächsten Monate gut zu ihnen sein würde, sie kein Böses heimsuchen würde und die gierigen Wesen der Anderswelt genau dort blieben, wo sie waren. Mit funkelnden Augen beobachteten Muirín das Treiben, das sich ihr bot. <br />
<br />
Schon eine ganze Weile stand sie hier alleine am Rande der Lichtung und genoss das Spektakel. Wo sich der Rest ihrer Familie herumtrieb wusste sie nicht und ehrlich gesagt war es ihr auch egal. Einzig zu Gareth wanderten ihre Gedanken hin und wieder, sie erinnerte sich an den Kuss unter den Sternen und daran, wie glückselig sie sich in diesem Moment gefühlt hatte. Mittlerweile waren beinahe zwei Monate seitdem vergangen. Weder hatte sich so etwas zwischen ihnen wiederholt, noch hatten sie darüber gesprochen. Und ehrlicherweise war es ihr auch recht so. Die Prinzessin hatte zwar schon viele Dinge getan, für die sie enterbt werden könnte, aber ein kleines Stelldichein mit ihrem Stiefbruder (mit dem sie ja wohlgemerkt nicht wirklich verwandt ist!) war sicher die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Daher war es sicher gut, dass das keine großen Wellen geschlagen hatte. <br />
<br />
Seufzend schlang sie die Arme um den Körper. Sie wusste genau wozu ihre Reise hier diente. Sie sollte den gleichen Zweck verfolgen wie ihre Reise nach Sevenwaters: endlich die Henaghen-Kinder unter die Haube bringen. Und Muirín wusste, dass ihr Vater so langsam die Geduld verlor. Rory wäre der erste, der heiraten musste, immerhin waren seine Kinder die Erben des gesamten Fürstentums. Bei den beiden Frauen war es zwar lästig, dass sie noch immer keinen Ehemann hatten, aber weitaus weniger tragisch. Jedenfalls für den Fürsten selbst. Dass man hier schon wieder nach einem geeigneten Mann für sie Ausschau hielt schien wie ein Damocles Schwert über ihr zu hängen...<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[We were built to fall apart]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=538</link>
			<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 19:39:47 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Liadhnán Canonach</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(); background-size:100%;background-position:50% 50%;">We were built to fall apart<br />
<div style="font-size:18px;">then fall back together. your necklace hanging from my neck. the night we couldn't quite forget. when we decided to move the furniture so we could dance.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/45d23e5d1a884cdfda7c340f06d8c5e6/0fda77fcdf1c6969-9b/s400x600/8ddb0d7557543d91ec712bbc2d5b1a50edb6fa7a.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es gab solche Tage und solche Tage. Meist war Liadhnán als gut gelaunt und enthusiastisch bekannt, aber so langsam hinterließen die Unglücke ihre Spuren. Mathúin hatte seine Mutter verloren, sie ihren Vater und ihren Bruder. Ihre Schwägerin ihren Mann, Kenmara seinen Fürsten. Alles war so schnell gegangen, dass sie kaum Zeit gehabt hatte, die Dinge sorgfältig und mit gebührend Abstand zu betrachten. Den Schmerz zu fühlen und sich auf neue Aufgaben einzustellen. Alles war in einer riesigen Flutwelle gekommen, fast so, wie jene, die sie jeden Abend an ihrem Fenster beobachtete. Wellen, die gegen die Klippen schlugen. Von hier aus der sicheren Entfernung wirkten sie harmlos und hypnotisierend, aber stand man direkt vor ihnen waren sie angsteinflößend und unberechenbar. Was ihr Bruder in seinen letzten Minuten gefühlt haben musste? Ob er an seine Frau gedacht hatte? Bis heute war sich Lia nicht sicher, was die beiden wirklich verbunden hatte. Ob diese Ehe politischer Natur war oder ob mehr dahinter gesteckt hatte. Vielleicht war das aber auch einfach nicht mehr wichtig gewesen. <br />
<br />
Sie hatte heute eines der Bilder, an dem sie viel zu lang gesessen war, fertig gestellt. Sie hatte es noch im Winter des vergangenen Jahres angefangen, als die Dinge noch in den altbekannten Fugen verlaufen waren. Die Fugen, die nun Wege einschlugen, denen sie kaum folgen konnte. Mathúin hatte sie kaum gesehen. Sie wusste, dass er viel Geschäftliches zu erledigen hatte und hatte das Gefühl, dass diese Aufgaben ihn manchmal zu übermannen versuchten. Sie kannte keinen Mann, der derart standhaft war und der sich derart wenig von irgendetwas übermannen lassen würde wie ihren Ehemann. Dennoch ließ diese viele Arbeit sie besorgt zurück. Sie hatte diesen Mann in ein Leben gestürzt, dass er sich selbst nicht – und vielleicht niemals freiwillig – ausgesucht hatte. Es wäre nur fair, wenn etwas davon abgeben und sie auch mit dem ein oder anderen betrauen würde. Doch bisher hatte er das vehement abgestritten. <br />
<br />
Seine Gemächer lagen ihren gegenüber und Liadhnán war aufmerksam und hellhörig. Es war bereits dunkel und der Mond schimmerte silbrig durch ihr Fenster hinein. Mathúins Tür war noch nicht ins Schloss gefallen. Daher beschloss sie irgendwann, ihren Kerzenleuchter zu entzünden und in ihrem Nachtgewand die Schritte in den vorderen Flügel zu seinem Arbeitszimmer zu nehmen. Eine Zofe auf dem Weg wollte sie aufhalten, doch ließ sich von der neuen Fürstin wegschicken. Bereits vom dunklen Gang aus konnte sie das Flackern von Kerzen erkennen, dessen Schein unter der Tür seines Arbeitszimmers durchschien. Leise und ein wenig zaghaft öffnete sie die Tür, ganz ohne zu klopfen, und erblickte ihren Mann hinter dem wuchtigen Schreibtisch, hinter den er so gar nicht passte. Pergamente und Briefe stapelten sich auf seinem Tisch und er schien vertieft in einen von diesen zu sein. So lehnte Lia sich stumm in die Tür und betrachtete die markante Silhouette des Fast-Fremden ausgiebig im Kerzenschein. Er sah müde aus und brauchte dringend etwas Schlaf. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(); background-size:100%;background-position:50% 50%;">We were built to fall apart<br />
<div style="font-size:18px;">then fall back together. your necklace hanging from my neck. the night we couldn't quite forget. when we decided to move the furniture so we could dance.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/45d23e5d1a884cdfda7c340f06d8c5e6/0fda77fcdf1c6969-9b/s400x600/8ddb0d7557543d91ec712bbc2d5b1a50edb6fa7a.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es gab solche Tage und solche Tage. Meist war Liadhnán als gut gelaunt und enthusiastisch bekannt, aber so langsam hinterließen die Unglücke ihre Spuren. Mathúin hatte seine Mutter verloren, sie ihren Vater und ihren Bruder. Ihre Schwägerin ihren Mann, Kenmara seinen Fürsten. Alles war so schnell gegangen, dass sie kaum Zeit gehabt hatte, die Dinge sorgfältig und mit gebührend Abstand zu betrachten. Den Schmerz zu fühlen und sich auf neue Aufgaben einzustellen. Alles war in einer riesigen Flutwelle gekommen, fast so, wie jene, die sie jeden Abend an ihrem Fenster beobachtete. Wellen, die gegen die Klippen schlugen. Von hier aus der sicheren Entfernung wirkten sie harmlos und hypnotisierend, aber stand man direkt vor ihnen waren sie angsteinflößend und unberechenbar. Was ihr Bruder in seinen letzten Minuten gefühlt haben musste? Ob er an seine Frau gedacht hatte? Bis heute war sich Lia nicht sicher, was die beiden wirklich verbunden hatte. Ob diese Ehe politischer Natur war oder ob mehr dahinter gesteckt hatte. Vielleicht war das aber auch einfach nicht mehr wichtig gewesen. <br />
<br />
Sie hatte heute eines der Bilder, an dem sie viel zu lang gesessen war, fertig gestellt. Sie hatte es noch im Winter des vergangenen Jahres angefangen, als die Dinge noch in den altbekannten Fugen verlaufen waren. Die Fugen, die nun Wege einschlugen, denen sie kaum folgen konnte. Mathúin hatte sie kaum gesehen. Sie wusste, dass er viel Geschäftliches zu erledigen hatte und hatte das Gefühl, dass diese Aufgaben ihn manchmal zu übermannen versuchten. Sie kannte keinen Mann, der derart standhaft war und der sich derart wenig von irgendetwas übermannen lassen würde wie ihren Ehemann. Dennoch ließ diese viele Arbeit sie besorgt zurück. Sie hatte diesen Mann in ein Leben gestürzt, dass er sich selbst nicht – und vielleicht niemals freiwillig – ausgesucht hatte. Es wäre nur fair, wenn etwas davon abgeben und sie auch mit dem ein oder anderen betrauen würde. Doch bisher hatte er das vehement abgestritten. <br />
<br />
Seine Gemächer lagen ihren gegenüber und Liadhnán war aufmerksam und hellhörig. Es war bereits dunkel und der Mond schimmerte silbrig durch ihr Fenster hinein. Mathúins Tür war noch nicht ins Schloss gefallen. Daher beschloss sie irgendwann, ihren Kerzenleuchter zu entzünden und in ihrem Nachtgewand die Schritte in den vorderen Flügel zu seinem Arbeitszimmer zu nehmen. Eine Zofe auf dem Weg wollte sie aufhalten, doch ließ sich von der neuen Fürstin wegschicken. Bereits vom dunklen Gang aus konnte sie das Flackern von Kerzen erkennen, dessen Schein unter der Tür seines Arbeitszimmers durchschien. Leise und ein wenig zaghaft öffnete sie die Tür, ganz ohne zu klopfen, und erblickte ihren Mann hinter dem wuchtigen Schreibtisch, hinter den er so gar nicht passte. Pergamente und Briefe stapelten sich auf seinem Tisch und er schien vertieft in einen von diesen zu sein. So lehnte Lia sich stumm in die Tür und betrachtete die markante Silhouette des Fast-Fremden ausgiebig im Kerzenschein. Er sah müde aus und brauchte dringend etwas Schlaf. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[smoke in the sky, dragon's nearby]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=490</link>
			<pubDate>Thu, 11 Jul 2024 19:26:24 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Iórunn Bjerk</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=490</guid>
			<description><![CDATA[Auch wenn Iora zufrieden mit dem Handel in Farynn war, der gänzlich unbeeindruckt vom Krieg schien, so hatte sie dennoch schon langsam wieder genug vom Herbstland. Auch wegen dieser ganzen Geschichten von verfluchten Drachen. Sicher... diese Geschichten konnten sehr einträglich sein, doch Iora hatte auf dem Weg durch die öde Sumpflandschaft auch einige Dinge erlebt und gesehen, die sich nicht so einfach wieder verleugnen ließen. Zwar hatte sie natürlich - glücklicherweise - keine leibhaftigen Drachen gesehen... doch die Anzeichen, die waren auf jeden Fall da gewesen. Sowas hatte sie in den letzten zehn Jahren, in denen sie allein gereist war, vorher noch niemals gesehen. Zerfetztes Vieh, auseinandergetriebene Herden, flüchtendes Wild, ... das alles kam ihr nicht ganz richtig vor. Und wer war sie schon, zu beurteilen, ob nicht doch etwas an diesem ganzen Gerede dran war?! <br />
<br />
Sevenwaters, dieses verschlafene kleine Nest, war grade recht für Iora, um die Nacht dort zu verbringen. Am späten Nachmittag, direkt nach ihrer Ankunft, hatte sie den Wagen gehalten, das breite Fenster hochgeklappt und damit begonnen, ihre Waren feilzubieten. Sonderlich einträglich war das in so kleinen Ortschaften meistens eher nicht, doch einige Säckchen mit erschwinglichen Gewürzen aus anderen Ländern hatte sie trotzdem an den Mann bringen können. Einer wollte sogar einen hübschen Obsidianspiegel aus Ironwell und dazu einen Bernstein aus Hollowsgate für seine junge Braut erwerben, um ihr ein edles Geschenk machen zu können. Daran tat er gut, denn ob man in Farynn noch lange auf Waren aus Castandor und Walleydor zählen konnte, war zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer zu sagen. <br />
Vollkommen auf dem Stand war Iora natürlich nicht, was die Antwort Castandors auf den Angriff von Walleydor betraf. Wie auch? Sie konnte nicht lesen und war meist auf den Straßen unterwegs - und immer nur wenige Stunden oder Tage einmal in einer Stadt, in der es Herolde gab, die irgendwelche Neuigkeiten verkündeten. Doch die Kunde, dass der sommerländische König seine Leute nach Castandor schickte, hatte auch sie schon mitbekommen. Mal sehen, es würde mit Sicherheit spannend bleiben. Und ehrlich gesagt spielten solche Kriege ihr gut in die Karten. Wenn der normale, stationäre Händler seine Waren nicht mehr über die üblichen Routen bekommen konnte, war ein neutraler fahrender Händler im Vorteil. Sie konnte überall das einkaufen, das die Leute zu geben hatten und es anderswo teurer wieder verbringen. <br />
<br />
<b>"Holunderblüte und Moosbeere sagtest Du? Nagut, für die acht Flaschen geb' ich Dir ... na, sagen wir mal 3 Silber. Und für die zwei Flaschen mit Brombeerbrand kriegst Du nochmal 1 Silber, einverstanden?"</b>, handelte Iora mit einem ansässigen Brauer, dessen üblicher Händler aus Castandor gerade auf sich warten ließ. Iora hätte ja getippt, dass der Mann möglicherweise für den Krieg eingezogen worden war, doch sicher konnte sie das natürlich nicht sagen. Als Frau passierte ihr sowas nicht - obwohl sie möglicherweise deutlich mehr zu Gewalt neigte, als so mancher harmloser Winzer aus Bardon Pass oder Perlentaucher aus King's Portal. Nachdem sie dieses Geschäft abgeschlossen hatte, lauschte Iora den aufgeregten Unterhaltungen einiger Herumstehender, die sich gerade über die Gerüchte zu den Drachen austauschten. <br />
Die blonde Winterländerin grinste grimmig in sich hinein und hob ein schweres, tellergroßes Bündel über die Ladentheke. Es war noch in ein grobes Tuch eingeschlagen, doch die Händlerin lehnte sich vielsagend über die Ladentheke. <b>"Wollt ihr Dahergelaufenen mal was Handfestes von 'nem Drachen seh'n?"</b>, fragte sie hörbar und provokant in die Runde und wartete ab, ob sie damit wohl ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich und ihre Ware lenken konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Auch wenn Iora zufrieden mit dem Handel in Farynn war, der gänzlich unbeeindruckt vom Krieg schien, so hatte sie dennoch schon langsam wieder genug vom Herbstland. Auch wegen dieser ganzen Geschichten von verfluchten Drachen. Sicher... diese Geschichten konnten sehr einträglich sein, doch Iora hatte auf dem Weg durch die öde Sumpflandschaft auch einige Dinge erlebt und gesehen, die sich nicht so einfach wieder verleugnen ließen. Zwar hatte sie natürlich - glücklicherweise - keine leibhaftigen Drachen gesehen... doch die Anzeichen, die waren auf jeden Fall da gewesen. Sowas hatte sie in den letzten zehn Jahren, in denen sie allein gereist war, vorher noch niemals gesehen. Zerfetztes Vieh, auseinandergetriebene Herden, flüchtendes Wild, ... das alles kam ihr nicht ganz richtig vor. Und wer war sie schon, zu beurteilen, ob nicht doch etwas an diesem ganzen Gerede dran war?! <br />
<br />
Sevenwaters, dieses verschlafene kleine Nest, war grade recht für Iora, um die Nacht dort zu verbringen. Am späten Nachmittag, direkt nach ihrer Ankunft, hatte sie den Wagen gehalten, das breite Fenster hochgeklappt und damit begonnen, ihre Waren feilzubieten. Sonderlich einträglich war das in so kleinen Ortschaften meistens eher nicht, doch einige Säckchen mit erschwinglichen Gewürzen aus anderen Ländern hatte sie trotzdem an den Mann bringen können. Einer wollte sogar einen hübschen Obsidianspiegel aus Ironwell und dazu einen Bernstein aus Hollowsgate für seine junge Braut erwerben, um ihr ein edles Geschenk machen zu können. Daran tat er gut, denn ob man in Farynn noch lange auf Waren aus Castandor und Walleydor zählen konnte, war zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer zu sagen. <br />
Vollkommen auf dem Stand war Iora natürlich nicht, was die Antwort Castandors auf den Angriff von Walleydor betraf. Wie auch? Sie konnte nicht lesen und war meist auf den Straßen unterwegs - und immer nur wenige Stunden oder Tage einmal in einer Stadt, in der es Herolde gab, die irgendwelche Neuigkeiten verkündeten. Doch die Kunde, dass der sommerländische König seine Leute nach Castandor schickte, hatte auch sie schon mitbekommen. Mal sehen, es würde mit Sicherheit spannend bleiben. Und ehrlich gesagt spielten solche Kriege ihr gut in die Karten. Wenn der normale, stationäre Händler seine Waren nicht mehr über die üblichen Routen bekommen konnte, war ein neutraler fahrender Händler im Vorteil. Sie konnte überall das einkaufen, das die Leute zu geben hatten und es anderswo teurer wieder verbringen. <br />
<br />
<b>"Holunderblüte und Moosbeere sagtest Du? Nagut, für die acht Flaschen geb' ich Dir ... na, sagen wir mal 3 Silber. Und für die zwei Flaschen mit Brombeerbrand kriegst Du nochmal 1 Silber, einverstanden?"</b>, handelte Iora mit einem ansässigen Brauer, dessen üblicher Händler aus Castandor gerade auf sich warten ließ. Iora hätte ja getippt, dass der Mann möglicherweise für den Krieg eingezogen worden war, doch sicher konnte sie das natürlich nicht sagen. Als Frau passierte ihr sowas nicht - obwohl sie möglicherweise deutlich mehr zu Gewalt neigte, als so mancher harmloser Winzer aus Bardon Pass oder Perlentaucher aus King's Portal. Nachdem sie dieses Geschäft abgeschlossen hatte, lauschte Iora den aufgeregten Unterhaltungen einiger Herumstehender, die sich gerade über die Gerüchte zu den Drachen austauschten. <br />
Die blonde Winterländerin grinste grimmig in sich hinein und hob ein schweres, tellergroßes Bündel über die Ladentheke. Es war noch in ein grobes Tuch eingeschlagen, doch die Händlerin lehnte sich vielsagend über die Ladentheke. <b>"Wollt ihr Dahergelaufenen mal was Handfestes von 'nem Drachen seh'n?"</b>, fragte sie hörbar und provokant in die Runde und wartete ab, ob sie damit wohl ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich und ihre Ware lenken konnte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[come away, o human child, to the waters and the wild]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=448</link>
			<pubDate>Sat, 06 Jul 2024 08:18:29 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alys Flachnàn</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=448</guid>
			<description><![CDATA[Der Abend im Rahmen des Familienmahls war überstanden und auch wenn man am Essen erkannte, dass Alys ebenfalls ein Mensch und kein überirdisches Wesen war, so hatte sie doch auch bei diesen ganz einfachen Handlungen stets Haltung und Würde ausgestrahlt. Hauptsächlich aber hatte die Hohepriesterin beobachtet. Nicht nur ihren Sohn, der sehr eindrucksvoll von seiner Jagd berichtet hatte, sondern auch das Familienleben hatte sie genau unter die Lupe genommen. Der Familienvater schien ein Choleriker zu sein, seine junge Frau war komplett eingeschüchtert wie das Mäuschen eines herrischen Frühlingsländers und die Kinder waren großteils verzogen. Nun... es schien noch Hoffnungen für <dvz_me_placeholder id="0" /> zu geben. Sie kam der Priesterin äußerst vernünftig und ruhig vor, was Alys gut gefiel. Möglicherweise würde sie sich ja auch als Priesterin oder Dienerin der alten Religion eigenen...? <br />
Doch hauptsächlich hatte sie natürlich Augen und Ohren für ihren eigenen Sohn gehabt, der sich zu einem Prachtbild von Mann entwickelt hatte. Sicherlich würden die Priesterinnen bei ihm Schlange stehen, wenn es sich nur geziemte. In Alys' Augen jedenfalls war Gareth bereit, das Amt eines Druiden anzunehmen. Und im nächsten Jahr würde er bei den Beltaine-Feuern liegen und für die Zukunft im Hain Sorge tragen - wie es ihm vorherbestimmt war. <br />
<br />
Noch am gleichen Abend wollte sie mit ihrem Sohn sprechen und damit beginnen, ihn auf dieses Schicksal vorzubereiten. Doch nach den letzten Erfahrungen mit seiner Schwester, wusste Alys, dass sie sehr behutsam vorgehen musste. Noch konnte sie nicht einschätzen, wie sehr der Freiheitsdrang ihres Sohnes ausgeprägt war. Sie wollte sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Seine Ablehnung, das wusste sie, würde sie vermutlich vollkommen zerstören. Dabei lag noch so eine wichtige Zukunft vor ihr! <br />
<br />
Nach dem Abendessen ließ Alys sich von ihrem Sohn zu dem ihr zugedachten Gästezimmer bringen. Nur ein Blick ins Innerste genügte und die Hohepriesterin hatte sich rückversichert, dass ihr Gefolge den Raum ordnungsgemäß vorbereitet hatte. <b>"Ich möchte noch ein paar Worte mit Dir sprechen, Gareth"</b>, sagte sie mit vollkommen weicher und warmer Stimme. Das gute Essen und ein Obstbrand danach hatten ihre Zunge ein wenig gelockert und ihre Stimmbänder geschmeidig gemacht. Gemeinsam betraten sie also das Gästezimmer und Alys bedeutete ihrem Sohn, bei  einer der Sitzgelegenheiten Platz zu nehmen. <br />
Sie tat dasselbe und legte dann ihre Hände vor der Brust aneinander. <b>"Ich bin sehr stolz auf Dich, mein Sohn. So stolz, wie es eine Mutter nur sein kann. Und ich sehe, dass es richtig von mir war, Dich in die Hände einer weltlichen Familie zu geben. Denn ich - und auch der Hain - wir wären nicht in der Lage gewesen, dich in der Form auszubilden"</b>, erklärte sie und versuchte dadurch, ihn auf ihre Seite zu ziehen und für sich einzunehmen. Gleichsam versuchte sie, ihn mildtätig zu stimmen und ihm klar zu machen, dass sie nie eine andere Wahl gehabt hatte. Ja, sicherlich war es hart für ihn gewesen, von seiner Mutter und Schwester getrennt zu werden. Doch diese Härte hatte ihn sichtbar gestählt. Dies musste er erkennen und einsehen. Zumal er hier ja offenbar auch nicht gelitten hatte. Der Fürst schien ihn mehr oder weniger gleich zu behandeln wie seinen verzogenen Sohn. <b>"Nun wäre es mir ein großes Anliegen, wenn Du mich zurück auf den Berg begleiten und dort besuchen würdest..."</b>, begann sie sorgsam damit, ihn anzulocken. Natürlich wollte sie nicht, dass es bei einem einfachen Besuch blieb, doch sie wollte es erst einmal etwas harmloser klingen lassen, um ihn nicht sofort abzuschrecken. Sobald er einmal in Ceridwens Heiligtum angekommen wäre, würde er bestimmt nicht mehr gehen wollen. <b>"Ich möchte, dass Du Gelegenheit hast, deine Schwester zu sehen und die Kraft des Ortes zu erkennen..."</b>, wagte sie sich noch ein Stückchen weiter vor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Abend im Rahmen des Familienmahls war überstanden und auch wenn man am Essen erkannte, dass Alys ebenfalls ein Mensch und kein überirdisches Wesen war, so hatte sie doch auch bei diesen ganz einfachen Handlungen stets Haltung und Würde ausgestrahlt. Hauptsächlich aber hatte die Hohepriesterin beobachtet. Nicht nur ihren Sohn, der sehr eindrucksvoll von seiner Jagd berichtet hatte, sondern auch das Familienleben hatte sie genau unter die Lupe genommen. Der Familienvater schien ein Choleriker zu sein, seine junge Frau war komplett eingeschüchtert wie das Mäuschen eines herrischen Frühlingsländers und die Kinder waren großteils verzogen. Nun... es schien noch Hoffnungen für <dvz_me_placeholder id="0" /> zu geben. Sie kam der Priesterin äußerst vernünftig und ruhig vor, was Alys gut gefiel. Möglicherweise würde sie sich ja auch als Priesterin oder Dienerin der alten Religion eigenen...? <br />
Doch hauptsächlich hatte sie natürlich Augen und Ohren für ihren eigenen Sohn gehabt, der sich zu einem Prachtbild von Mann entwickelt hatte. Sicherlich würden die Priesterinnen bei ihm Schlange stehen, wenn es sich nur geziemte. In Alys' Augen jedenfalls war Gareth bereit, das Amt eines Druiden anzunehmen. Und im nächsten Jahr würde er bei den Beltaine-Feuern liegen und für die Zukunft im Hain Sorge tragen - wie es ihm vorherbestimmt war. <br />
<br />
Noch am gleichen Abend wollte sie mit ihrem Sohn sprechen und damit beginnen, ihn auf dieses Schicksal vorzubereiten. Doch nach den letzten Erfahrungen mit seiner Schwester, wusste Alys, dass sie sehr behutsam vorgehen musste. Noch konnte sie nicht einschätzen, wie sehr der Freiheitsdrang ihres Sohnes ausgeprägt war. Sie wollte sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Seine Ablehnung, das wusste sie, würde sie vermutlich vollkommen zerstören. Dabei lag noch so eine wichtige Zukunft vor ihr! <br />
<br />
Nach dem Abendessen ließ Alys sich von ihrem Sohn zu dem ihr zugedachten Gästezimmer bringen. Nur ein Blick ins Innerste genügte und die Hohepriesterin hatte sich rückversichert, dass ihr Gefolge den Raum ordnungsgemäß vorbereitet hatte. <b>"Ich möchte noch ein paar Worte mit Dir sprechen, Gareth"</b>, sagte sie mit vollkommen weicher und warmer Stimme. Das gute Essen und ein Obstbrand danach hatten ihre Zunge ein wenig gelockert und ihre Stimmbänder geschmeidig gemacht. Gemeinsam betraten sie also das Gästezimmer und Alys bedeutete ihrem Sohn, bei  einer der Sitzgelegenheiten Platz zu nehmen. <br />
Sie tat dasselbe und legte dann ihre Hände vor der Brust aneinander. <b>"Ich bin sehr stolz auf Dich, mein Sohn. So stolz, wie es eine Mutter nur sein kann. Und ich sehe, dass es richtig von mir war, Dich in die Hände einer weltlichen Familie zu geben. Denn ich - und auch der Hain - wir wären nicht in der Lage gewesen, dich in der Form auszubilden"</b>, erklärte sie und versuchte dadurch, ihn auf ihre Seite zu ziehen und für sich einzunehmen. Gleichsam versuchte sie, ihn mildtätig zu stimmen und ihm klar zu machen, dass sie nie eine andere Wahl gehabt hatte. Ja, sicherlich war es hart für ihn gewesen, von seiner Mutter und Schwester getrennt zu werden. Doch diese Härte hatte ihn sichtbar gestählt. Dies musste er erkennen und einsehen. Zumal er hier ja offenbar auch nicht gelitten hatte. Der Fürst schien ihn mehr oder weniger gleich zu behandeln wie seinen verzogenen Sohn. <b>"Nun wäre es mir ein großes Anliegen, wenn Du mich zurück auf den Berg begleiten und dort besuchen würdest..."</b>, begann sie sorgsam damit, ihn anzulocken. Natürlich wollte sie nicht, dass es bei einem einfachen Besuch blieb, doch sie wollte es erst einmal etwas harmloser klingen lassen, um ihn nicht sofort abzuschrecken. Sobald er einmal in Ceridwens Heiligtum angekommen wäre, würde er bestimmt nicht mehr gehen wollen. <b>"Ich möchte, dass Du Gelegenheit hast, deine Schwester zu sehen und die Kraft des Ortes zu erkennen..."</b>, wagte sie sich noch ein Stückchen weiter vor.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hunting is like a treasure hunt, except the treasure runs really fast]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=395</link>
			<pubDate>Fri, 14 Jun 2024 16:15:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Eoan Faraoise</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=395</guid>
			<description><![CDATA[Die ersten, feinen Wolken zeichneten sich gegen die Morgenröte ab, die sich noch vergeblich durch die Dunkelheit der Nacht kämpfte. Aus Erfahrung wusste Eoan wie wenig Zeit ihnen blieb, bis die Sonnenstrahlen sich durch das Blätterwerk schoben und die umliegenden Wälder in das rotgoldene Licht tauchten, welches einen so frühen Morgen auszeichnete. Ein wundervolles Farbenspiel aber nicht unbedingt eine Tageszeit in dem man den Ältesten normalerweise wach und ansprechbar antraf, es sei denn er hatte die ganze Nacht noch kein Auge zugetan und stahl sich von einer wilden Eskapade kommend wieder ins Schloss zurück. Doch heute war das ganz anders, komplett unterschiedlich, eine völlig neue Welt. Also, fast.<br />
<br />
Es war bei weitem nicht das erste Mal, dass Eoan jagen ging, ganz im Gegenteil. Ob allein oder mit seinen Brüdern, es gehörte nun mal zu seinen liebsten Hobbies und dafür verzichtete er gerne auf eine feuchtfröhliche Nacht und ging ganz brav früh ins Bett, um vor seinen jüngeren Geschwistern wach zu sein. Die nun auf sich warten ließen und den Rothaarigen einiges an nerven kosteten, immerhin hatte er bereits gefrühstückt, seinen Rappen gesattelt und sich mit seinem Jagdbogen und genug Pfeilen ausgestattet, um gleich drei Wildschweine zu erlegen. Oder was ihm heute noch so über den Weg lief, immerhin ging es heute um seine Ehre. Sean und Finnbar hatten ihn gestern versucht aufzuziehen, er wusste nicht mal mehr, womit der Schlagabtausch angefangen hatte. Es endete allerdings in einer lautstarken Aufforderung ihren Worten Taten folgen zu lassen und mit ihm um die Wette zu jagen. Die größte Beute brachte weder Gold noch Diamanten ein, aber das Recht zum Angeben. Jedenfalls bis die nächste Wette ausgetragen wurde! Und so viel wie die Brüder mittlerweile um die Ohren hatten, konnte das Wochen dauern! Wochen, die man damit verbringen konnte, ihnen unter die Nase zu reiben, wie viel leckerer die eigene Beute war.<br />
<br />
Langsam sein Gewicht von einem Bein aufs Andere verlagernd, strich Eoan seinem Pferd den Hals entlang und biss herzhaft in einen Apfel, dessen andere Hälfte er selbstverständlich an das Tier weitergab. Mit vollem Mund und aufgeblähten Wangen stand er im Halbdunkel herum, stand sich im wahrsten Sinne des Wortes die Beine in den Bauch, und verfluchte seinen Eifer für den Moment. Wenn es so weiterging, hätte er auch ausschlafen können. Sie verloren viel zu viel wertvolle Zeit, dabei wussten die beiden doch, dass gerade die Morgendämmerung ein idealer Zeitpunkt war. Er spuckte einen Apfelkern auf den Boden, hoffentlich wurde ein Baum draus, tätschelte Arkle erneut und führte ihn ein bisschen näher an die Stalltür, wo sie im Schein einer einzelnen Fackel warteten. <br />
<br />
Und dann, er hatte fast nicht mehr daran geglaubt, hörte er das erste Widerhallen von Schritten und richtete sich wie von allein auf. Tat so, als würde er hier schon tagelang ausharren anstatt nur einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(oder zwei)</span> lange Augenblicke. <span style="color: #FFA339;" class="mycode_color">„Sean? Finn?“</span> Fragte er in die Richtung, aus der er die Geräusche gehört hatte und verschränkte seine Arme vor der Brust. <span style="color: #FFA339;" class="mycode_color">„Ihr seid so langsam, euch kann man beim Laufen die Schuhe neu besohlen.“ </span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die ersten, feinen Wolken zeichneten sich gegen die Morgenröte ab, die sich noch vergeblich durch die Dunkelheit der Nacht kämpfte. Aus Erfahrung wusste Eoan wie wenig Zeit ihnen blieb, bis die Sonnenstrahlen sich durch das Blätterwerk schoben und die umliegenden Wälder in das rotgoldene Licht tauchten, welches einen so frühen Morgen auszeichnete. Ein wundervolles Farbenspiel aber nicht unbedingt eine Tageszeit in dem man den Ältesten normalerweise wach und ansprechbar antraf, es sei denn er hatte die ganze Nacht noch kein Auge zugetan und stahl sich von einer wilden Eskapade kommend wieder ins Schloss zurück. Doch heute war das ganz anders, komplett unterschiedlich, eine völlig neue Welt. Also, fast.<br />
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Es war bei weitem nicht das erste Mal, dass Eoan jagen ging, ganz im Gegenteil. Ob allein oder mit seinen Brüdern, es gehörte nun mal zu seinen liebsten Hobbies und dafür verzichtete er gerne auf eine feuchtfröhliche Nacht und ging ganz brav früh ins Bett, um vor seinen jüngeren Geschwistern wach zu sein. Die nun auf sich warten ließen und den Rothaarigen einiges an nerven kosteten, immerhin hatte er bereits gefrühstückt, seinen Rappen gesattelt und sich mit seinem Jagdbogen und genug Pfeilen ausgestattet, um gleich drei Wildschweine zu erlegen. Oder was ihm heute noch so über den Weg lief, immerhin ging es heute um seine Ehre. Sean und Finnbar hatten ihn gestern versucht aufzuziehen, er wusste nicht mal mehr, womit der Schlagabtausch angefangen hatte. Es endete allerdings in einer lautstarken Aufforderung ihren Worten Taten folgen zu lassen und mit ihm um die Wette zu jagen. Die größte Beute brachte weder Gold noch Diamanten ein, aber das Recht zum Angeben. Jedenfalls bis die nächste Wette ausgetragen wurde! Und so viel wie die Brüder mittlerweile um die Ohren hatten, konnte das Wochen dauern! Wochen, die man damit verbringen konnte, ihnen unter die Nase zu reiben, wie viel leckerer die eigene Beute war.<br />
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Langsam sein Gewicht von einem Bein aufs Andere verlagernd, strich Eoan seinem Pferd den Hals entlang und biss herzhaft in einen Apfel, dessen andere Hälfte er selbstverständlich an das Tier weitergab. Mit vollem Mund und aufgeblähten Wangen stand er im Halbdunkel herum, stand sich im wahrsten Sinne des Wortes die Beine in den Bauch, und verfluchte seinen Eifer für den Moment. Wenn es so weiterging, hätte er auch ausschlafen können. Sie verloren viel zu viel wertvolle Zeit, dabei wussten die beiden doch, dass gerade die Morgendämmerung ein idealer Zeitpunkt war. Er spuckte einen Apfelkern auf den Boden, hoffentlich wurde ein Baum draus, tätschelte Arkle erneut und führte ihn ein bisschen näher an die Stalltür, wo sie im Schein einer einzelnen Fackel warteten. <br />
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Und dann, er hatte fast nicht mehr daran geglaubt, hörte er das erste Widerhallen von Schritten und richtete sich wie von allein auf. Tat so, als würde er hier schon tagelang ausharren anstatt nur einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(oder zwei)</span> lange Augenblicke. <span style="color: #FFA339;" class="mycode_color">„Sean? Finn?“</span> Fragte er in die Richtung, aus der er die Geräusche gehört hatte und verschränkte seine Arme vor der Brust. <span style="color: #FFA339;" class="mycode_color">„Ihr seid so langsam, euch kann man beim Laufen die Schuhe neu besohlen.“ </span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Strangers from different worlds]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=382</link>
			<pubDate>Thu, 06 Jun 2024 20:15:24 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Ana Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=382</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Strangers from<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">different worlds</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/e9e39c46387bfaa48c45e8c2abe67666/b153f7c78aeca4cd-e2/s540x810/be8d814e03973d64d37a49da62d46d9ee5d94bf1.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Ana mochte es nicht wirklich wenn es regnete durch den Wald zu laufen. Es regnete zwar nicht stark, doch es war dennoch  unangenehm. Sie lief vorsichtig und versuchte dabei nicht zu stolpern, doch Magee, die Ana begleitete fand es wohl noch unangenehmer. Magee war eine der Bediensteten und sie hatte zu ihr ein enges Verhältnis. Die ältere, breitere Frau war liebevoll und die Geschwister bedeuteten ihr etwas, doch sie konnte auch direkt sein und sie hatte Humor. Ana mochte sie sehr, sie arbeitete für die Henaghen´s schon sehr lange. Sie hatte sie überredet, sie mit zum Markt zu nehmen. Magee mochte es nicht, wenn Ana mit anpacken wollte, doch sie hatte irgendwann aufgehört, zu versuchen, dass sie ihre Meinung änderte. Und nun liefen sie zusammen zum Markt. <b><i>"Meine Güte! Wie schnell läufst du, Kind? Meine Güte, wie machst du das bei diesem Wetter?"</i></b> Sie keuchte und versuchte, nicht zu stolpern und Ana rollte die Augen und grinste leicht. Sie lief nicht mal schnell, sie war ein paar Schritte weiter vorne. <b>"Wettrennen? Wer zuerst beim Markt ist?"</b>, neckte Ana, die Frau sah sie mit einem strengen Blick an und ihr Grinsen wurde breiter. Sie wartete einen Augenblick und lief dann neben Magee weiter und sie erreichten den Markt. Die ältere Frau ging in eine andere Richtung und kümmerte sich um die Lebensmittel, die sie brauchten und Ana betrachtete die Stände, während sie langsam weiter lief. Sie sah sich Bücher an, die an einem Stand verkauft wurden, lief aber dann weiter und kam an einem Mann vorbei, der an seiner Laute spielte. Er war etwas größer als sie, war muskulös und hatte dunkle, wellige Haare. Das Stück, das er spielte gefiel der rothaarigen und sie beobachtete ihn ein paar Momente, ehe sie dann einen Taler in seinen Hut warf und weiter lief und wieder die Stände ansah. Sie blieb an einem stehen, wo eine ältere Frau Kunst und andere Dinge verkaufte. Die Prinzessin, die man wohl nicht sofort erkannte wegen ihrer Kleidung, war eine Weile da und unterhielt sich mit der Frau über Kunst. Sie sprach gerne mit anderen über Kunstwerke und über das Malen. Die rothaarige war sich nicht sicher, wie viel Zeit vergangen war, doch irgendwann blickte sie über den Markt und suchte Magee. Sie entdeckte sie an einem Stand, wo jemand Kräuter und Gemüse verkaufte. Nichts ungewöhnliches, Magee hatte gemeint, sie wolle ein paar neue Kräuter zum Kochen ausprobieren. Ana sah etwas anderes und es schockierte sie. Sah sie richtig? Ein Mann stand neben ihr und hielt ihren Beutel mit Münzen in der Hand und lief unauffällig weg. Sie war schockiert, lief dem Mann jedoch sofort nach.<br />
<br />
Er lief weg vom Markt und es war etwas schwierig, sich durch die Menschen zu drücken und ihn im Auge zu behalten. <b>"Hey!"</b>, rief sie und lief schneller. Sie wollte ihn nicht so leicht mit Magee´s Geld entkommen lassen. Was glaubte er eigentlich wer er war? Glaubte er, er könnte sie so leicht beklauen? Sie folgte ihm etwas rein in die Wälder, nicht weit vom Markt und versuchte ihn nicht aus den Augen zu verlieren. <b>"Hey! Ihr! Mit der Laute! Halt! Bleibt stehen!"</b> Sie schien endlich seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben und sie blieb stehen als er endlich stehen blieb und sich umdrehte. Sie erkannte ihn nun. Er war der Musiker. Dem sie vorhin zugehört hatte, als er mit seiner Laute gespielt hatte. Dem sie eine Münze gegeben hatte. <b>"Ihr habt einer älteren Dame den Münzbeutel gestohlen. Wie es scheint habt ihr kein Problem damit eine ältere Dame zu bestehlen. Gebt mir den Münzbeutel zurück."</b> Sie war sich nicht sicher, was genau sie erwarten sollte. Ob er wirklich den Münzbeutel zurückgeben würde? <b>"Ich habe vorhin eure Musik gehört. Sie ist schön und ihr habt ein Talent für Musik. Ist es nicht genug, dass ihr Menschen bestehlen müsst?"</b><br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Strangers from<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">different worlds</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/e9e39c46387bfaa48c45e8c2abe67666/b153f7c78aeca4cd-e2/s540x810/be8d814e03973d64d37a49da62d46d9ee5d94bf1.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Ana mochte es nicht wirklich wenn es regnete durch den Wald zu laufen. Es regnete zwar nicht stark, doch es war dennoch  unangenehm. Sie lief vorsichtig und versuchte dabei nicht zu stolpern, doch Magee, die Ana begleitete fand es wohl noch unangenehmer. Magee war eine der Bediensteten und sie hatte zu ihr ein enges Verhältnis. Die ältere, breitere Frau war liebevoll und die Geschwister bedeuteten ihr etwas, doch sie konnte auch direkt sein und sie hatte Humor. Ana mochte sie sehr, sie arbeitete für die Henaghen´s schon sehr lange. Sie hatte sie überredet, sie mit zum Markt zu nehmen. Magee mochte es nicht, wenn Ana mit anpacken wollte, doch sie hatte irgendwann aufgehört, zu versuchen, dass sie ihre Meinung änderte. Und nun liefen sie zusammen zum Markt. <b><i>"Meine Güte! Wie schnell läufst du, Kind? Meine Güte, wie machst du das bei diesem Wetter?"</i></b> Sie keuchte und versuchte, nicht zu stolpern und Ana rollte die Augen und grinste leicht. Sie lief nicht mal schnell, sie war ein paar Schritte weiter vorne. <b>"Wettrennen? Wer zuerst beim Markt ist?"</b>, neckte Ana, die Frau sah sie mit einem strengen Blick an und ihr Grinsen wurde breiter. Sie wartete einen Augenblick und lief dann neben Magee weiter und sie erreichten den Markt. Die ältere Frau ging in eine andere Richtung und kümmerte sich um die Lebensmittel, die sie brauchten und Ana betrachtete die Stände, während sie langsam weiter lief. Sie sah sich Bücher an, die an einem Stand verkauft wurden, lief aber dann weiter und kam an einem Mann vorbei, der an seiner Laute spielte. Er war etwas größer als sie, war muskulös und hatte dunkle, wellige Haare. Das Stück, das er spielte gefiel der rothaarigen und sie beobachtete ihn ein paar Momente, ehe sie dann einen Taler in seinen Hut warf und weiter lief und wieder die Stände ansah. Sie blieb an einem stehen, wo eine ältere Frau Kunst und andere Dinge verkaufte. Die Prinzessin, die man wohl nicht sofort erkannte wegen ihrer Kleidung, war eine Weile da und unterhielt sich mit der Frau über Kunst. Sie sprach gerne mit anderen über Kunstwerke und über das Malen. Die rothaarige war sich nicht sicher, wie viel Zeit vergangen war, doch irgendwann blickte sie über den Markt und suchte Magee. Sie entdeckte sie an einem Stand, wo jemand Kräuter und Gemüse verkaufte. Nichts ungewöhnliches, Magee hatte gemeint, sie wolle ein paar neue Kräuter zum Kochen ausprobieren. Ana sah etwas anderes und es schockierte sie. Sah sie richtig? Ein Mann stand neben ihr und hielt ihren Beutel mit Münzen in der Hand und lief unauffällig weg. Sie war schockiert, lief dem Mann jedoch sofort nach.<br />
<br />
Er lief weg vom Markt und es war etwas schwierig, sich durch die Menschen zu drücken und ihn im Auge zu behalten. <b>"Hey!"</b>, rief sie und lief schneller. Sie wollte ihn nicht so leicht mit Magee´s Geld entkommen lassen. Was glaubte er eigentlich wer er war? Glaubte er, er könnte sie so leicht beklauen? Sie folgte ihm etwas rein in die Wälder, nicht weit vom Markt und versuchte ihn nicht aus den Augen zu verlieren. <b>"Hey! Ihr! Mit der Laute! Halt! Bleibt stehen!"</b> Sie schien endlich seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben und sie blieb stehen als er endlich stehen blieb und sich umdrehte. Sie erkannte ihn nun. Er war der Musiker. Dem sie vorhin zugehört hatte, als er mit seiner Laute gespielt hatte. Dem sie eine Münze gegeben hatte. <b>"Ihr habt einer älteren Dame den Münzbeutel gestohlen. Wie es scheint habt ihr kein Problem damit eine ältere Dame zu bestehlen. Gebt mir den Münzbeutel zurück."</b> Sie war sich nicht sicher, was genau sie erwarten sollte. Ob er wirklich den Münzbeutel zurückgeben würde? <b>"Ich habe vorhin eure Musik gehört. Sie ist schön und ihr habt ein Talent für Musik. Ist es nicht genug, dass ihr Menschen bestehlen müsst?"</b><br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[There's a bad moon on the rise]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=304</link>
			<pubDate>Thu, 02 May 2024 22:07:24 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=22">Muirín Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=304</guid>
			<description><![CDATA[Der Regen fiel stetig vom wolkenverhangenen Himmel. Ihr Land machte seinem Namen alle Ehre, doch ehrlich gesagt wünschte sich die Rothaarige kaum etwas mehr als konstanten Sonnenschein, der ihr das Gemüt wärmte. Sie war ein Kind des guten Wetters, ihre Seele fing ebenso an zu strahlen wie es die Sonne tat, wenn mal keine dunkle Regenwolke über Ishcateslieve hing - was zugegebenermaßen äußerst selten vorkam. Mit einem genervten Seufzen ließ sie ihre Stirn an das kühle Glass ihrer Fensterscheibe fallen. Sie schloss für einen Moment die Augen und versuchte etwas Schönes an dem herbstlichen Wetter zu finden, doch egal wie lange sie auch ihr Gedächtnis durchforstete - es fiel ihr nichts ein. Das einzige, was halbwegs annehmbar war, war dem Regen aus dem Wasser der heißen Quellen zu lauschen. Aber das letzte Mal, dass ihre eigene zarte Haut das so wohltuende Salz gespürt hat war viel zu lang her. Ihr Vater verbat, dass sie sich ständig in der Nähe der vielen einzelnen Quellen aufhielt. Dabei hatte er ihr in all' den letzten Jahren schon gefühlt jeden erdenklichen Grund dafür genannt: eine Frau tat das nicht, es sei zu gefährlich, sie würde die Kunden vergraulen (was ja wohl eher genau das Gegenteil war!), sie sollte sich besser damit beschäftigen einen geeigneten Ehemann zu finden und weiß Ceridwen was noch alles. Mittlerweile hörte sie kaum noch zu und er machte sich kaum noch die Mühe überhaupt irgendetwas zu ihr zu sagen. <br />
<br />
Je länger sie über die endlosen Gespräche nachdachte, in denen sie die meiste Zeit gedanklich überlegte mit welchem Kleid sie als nächstes die Soldaten um den Verstand bringen konnte, die ein heißes Bad nehmen wollte, desto verärgerter wurde sie. Muirín wollte nicht heiraten. Sie wollte mehr sein, als nur die Ehefrau von irgendjemandem. Sie wollte nicht nur eine einzige Aufgabe in ihrem ganzen Leben haben. Sie wollte mehr, als nur Kinder zu bekommen. Sie wollte sich in ihren Träumen verlieren, denen sie noch niemals so viel Raum eingeräumt hatte, dass sie überhaupt wusste, wovon sie träumte. Aber sie wollte träumen! Sie wollte so viel mehr, als nur noch das lästige Eheweib von irgendeinem dahergelaufenen Fürsten oder Prinzen sein, der sie zwar ganz nett anzusehen fand, aber sonst nichts mit ihr anzufangen wusste. Sie wollte herausfinden wer sie außerhalb dieser gesellschaftlich auferlegten Grenzen sein konnte, doch in dem abgelegenen Ort, in dem sie aufgewachsen war, war das nahezu unmöglich. Außerdem versuchten ihr Vater und ihr aktuell ziemlich verhasster großer Bruder so schnell wie möglich eine Heirat zu organisieren. <br />
<br />
Wieder ein leises Schnauben, das nicht mal ansatzweise die Wut in ihrem Inneren ausdrücken konnte. Sie musste hier raus! Mit einer ruckartigen Bewegung stand die Rothaarige auf, schnappte sich einen Wollumhang und zog sich die Kapuze tief ins Gesicht. Obwohl die Henaghen alles andere als gläubig war, sandte sie ein Stoßgebet zur heiligen Mutter Ceridwen, dass sie sowohl ihr Bruder, als auch ihr Vater in Ruhe ließen. Nachdem sie sich so in ihren eigenen Gedanken verloren hatte, konnte sie für nichts mehr garantieren. <br />
Mit schnellen Schritten verließ sie das weitläufige Anwesen ihrer Familie und lief in Richtung der verwinkelten Gebirgsgänge, die alle irgendwo zu größeren und kleineren heißen Quellen führten. Es war ihr Spielplatz als Kind gewesen und auch wenn sich ihre "Spiele" verändert hatten, war das hier immer noch ihr Gelände. Es gehörte ihrer Familie. Der Fürstenfamilie von Ishcateslieve. Am liebsten hätte die Rothaarige sich in diesem Moment übergeben. Es war ein Käfig. Ein Gefängnis! Schlimmer noch: man ließ sie am langen Arm verhungern. Man gaukelte ihr vor eine Wahl zu haben, ein freies Leben zu führen, doch stattdessen entschied man hinter verschlossener Tür, dass sie als Frau keine eigenen Entscheidungen treffen konnte, weil diese ja sowieso nur voller romantisierter Märchenvorstellungen seien. <br />
<br />
Ihre Schritte wurden schneller. <br />
Der Regen prasselte auf die dunkle Robe, die ihren sonst so weiblichen Körper gut zu verhüllen wusste. Ihre Haare hingen ihr in Strähnen vom Kopf und glänzten kupferfarben in dem flackerndem Licht der Öllampen, die bei jeder Quelle befestigt waren. In die Gebirgswege kam nicht immer besonders viel Sonnenlicht, je nach dem wo diese am Himmel stand und wie die Felsvorsprünge gebogen waren.<br />
<br />
Eine Hand am nackten Stein abgestützt blieb sie das erste Mal wieder stehen, seit sie das Haus verlassen hatte. Ihr Atem ging stoßweise und abgehackt. Es war, als wären die ganzen negativen Gefühle durch den Regen aus ihr rausgewaschen worden. Normalerweise würde sie den Teufel tun und bei diesem Wetter vor die Tür zu gehen - viel zu wichtig waren ihr ihr Aussehen, ihre leicht gewellten Haare und der Khol, der ihre Wimpern zur Geltung bringen sollte. Doch dass sie hier überhaupt jemanden treffen würde, der bei diesem Wetter draußen unterwegs war, damit hätte sie nicht gerechnet...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Regen fiel stetig vom wolkenverhangenen Himmel. Ihr Land machte seinem Namen alle Ehre, doch ehrlich gesagt wünschte sich die Rothaarige kaum etwas mehr als konstanten Sonnenschein, der ihr das Gemüt wärmte. Sie war ein Kind des guten Wetters, ihre Seele fing ebenso an zu strahlen wie es die Sonne tat, wenn mal keine dunkle Regenwolke über Ishcateslieve hing - was zugegebenermaßen äußerst selten vorkam. Mit einem genervten Seufzen ließ sie ihre Stirn an das kühle Glass ihrer Fensterscheibe fallen. Sie schloss für einen Moment die Augen und versuchte etwas Schönes an dem herbstlichen Wetter zu finden, doch egal wie lange sie auch ihr Gedächtnis durchforstete - es fiel ihr nichts ein. Das einzige, was halbwegs annehmbar war, war dem Regen aus dem Wasser der heißen Quellen zu lauschen. Aber das letzte Mal, dass ihre eigene zarte Haut das so wohltuende Salz gespürt hat war viel zu lang her. Ihr Vater verbat, dass sie sich ständig in der Nähe der vielen einzelnen Quellen aufhielt. Dabei hatte er ihr in all' den letzten Jahren schon gefühlt jeden erdenklichen Grund dafür genannt: eine Frau tat das nicht, es sei zu gefährlich, sie würde die Kunden vergraulen (was ja wohl eher genau das Gegenteil war!), sie sollte sich besser damit beschäftigen einen geeigneten Ehemann zu finden und weiß Ceridwen was noch alles. Mittlerweile hörte sie kaum noch zu und er machte sich kaum noch die Mühe überhaupt irgendetwas zu ihr zu sagen. <br />
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Je länger sie über die endlosen Gespräche nachdachte, in denen sie die meiste Zeit gedanklich überlegte mit welchem Kleid sie als nächstes die Soldaten um den Verstand bringen konnte, die ein heißes Bad nehmen wollte, desto verärgerter wurde sie. Muirín wollte nicht heiraten. Sie wollte mehr sein, als nur die Ehefrau von irgendjemandem. Sie wollte nicht nur eine einzige Aufgabe in ihrem ganzen Leben haben. Sie wollte mehr, als nur Kinder zu bekommen. Sie wollte sich in ihren Träumen verlieren, denen sie noch niemals so viel Raum eingeräumt hatte, dass sie überhaupt wusste, wovon sie träumte. Aber sie wollte träumen! Sie wollte so viel mehr, als nur noch das lästige Eheweib von irgendeinem dahergelaufenen Fürsten oder Prinzen sein, der sie zwar ganz nett anzusehen fand, aber sonst nichts mit ihr anzufangen wusste. Sie wollte herausfinden wer sie außerhalb dieser gesellschaftlich auferlegten Grenzen sein konnte, doch in dem abgelegenen Ort, in dem sie aufgewachsen war, war das nahezu unmöglich. Außerdem versuchten ihr Vater und ihr aktuell ziemlich verhasster großer Bruder so schnell wie möglich eine Heirat zu organisieren. <br />
<br />
Wieder ein leises Schnauben, das nicht mal ansatzweise die Wut in ihrem Inneren ausdrücken konnte. Sie musste hier raus! Mit einer ruckartigen Bewegung stand die Rothaarige auf, schnappte sich einen Wollumhang und zog sich die Kapuze tief ins Gesicht. Obwohl die Henaghen alles andere als gläubig war, sandte sie ein Stoßgebet zur heiligen Mutter Ceridwen, dass sie sowohl ihr Bruder, als auch ihr Vater in Ruhe ließen. Nachdem sie sich so in ihren eigenen Gedanken verloren hatte, konnte sie für nichts mehr garantieren. <br />
Mit schnellen Schritten verließ sie das weitläufige Anwesen ihrer Familie und lief in Richtung der verwinkelten Gebirgsgänge, die alle irgendwo zu größeren und kleineren heißen Quellen führten. Es war ihr Spielplatz als Kind gewesen und auch wenn sich ihre "Spiele" verändert hatten, war das hier immer noch ihr Gelände. Es gehörte ihrer Familie. Der Fürstenfamilie von Ishcateslieve. Am liebsten hätte die Rothaarige sich in diesem Moment übergeben. Es war ein Käfig. Ein Gefängnis! Schlimmer noch: man ließ sie am langen Arm verhungern. Man gaukelte ihr vor eine Wahl zu haben, ein freies Leben zu führen, doch stattdessen entschied man hinter verschlossener Tür, dass sie als Frau keine eigenen Entscheidungen treffen konnte, weil diese ja sowieso nur voller romantisierter Märchenvorstellungen seien. <br />
<br />
Ihre Schritte wurden schneller. <br />
Der Regen prasselte auf die dunkle Robe, die ihren sonst so weiblichen Körper gut zu verhüllen wusste. Ihre Haare hingen ihr in Strähnen vom Kopf und glänzten kupferfarben in dem flackerndem Licht der Öllampen, die bei jeder Quelle befestigt waren. In die Gebirgswege kam nicht immer besonders viel Sonnenlicht, je nach dem wo diese am Himmel stand und wie die Felsvorsprünge gebogen waren.<br />
<br />
Eine Hand am nackten Stein abgestützt blieb sie das erste Mal wieder stehen, seit sie das Haus verlassen hatte. Ihr Atem ging stoßweise und abgehackt. Es war, als wären die ganzen negativen Gefühle durch den Regen aus ihr rausgewaschen worden. Normalerweise würde sie den Teufel tun und bei diesem Wetter vor die Tür zu gehen - viel zu wichtig waren ihr ihr Aussehen, ihre leicht gewellten Haare und der Khol, der ihre Wimpern zur Geltung bringen sollte. Doch dass sie hier überhaupt jemanden treffen würde, der bei diesem Wetter draußen unterwegs war, damit hätte sie nicht gerechnet...]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The stars control people's fate, the great mother controls the stars.]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=253</link>
			<pubDate>Sun, 14 Apr 2024 18:57:19 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Ailean Cranstoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=253</guid>
			<description><![CDATA[Die aktuelle Lage in der Welt bereitete Alen Kopfschmerzen und Sorge. Auch wenn das Herbstland sich nicht in den Krieg einmischte, bedeutete das nicht dass sie absolut sicher waren. Màiri befand sich in An Gallbhaile und war damit mitten im Geschehen. Schon als hieß der König des Frühlingslandes würde gegen die Stadt gehen hatte Alen seine Tochter gebeten zu ihm zu kommen. Doch sie wollte nicht. Ihre Mutter hätte ihr gesagt dass alles gut sei und natürlich hörte sie immer mehr auf ihre Mutter als auf ihn. Es frustrierte ihn, aber er gab nicht auf. Hier musste man auf dem aktuellen Stand sein und es war seine Aufgabe die Priesterinnen darüber zu informieren. Vor einer Stunde hatte er einen Brief seiner Schwester Agnes erhalten. Darin schrieb sie dass die Menschen unruhig sind. Mehr als das. In purer Sorge denn der Krieg klopfte an ihre Tür und es wäre nur eine Frage der Zeit bis Handelsrouten darunter litten. Ihm gefiel das alles nicht. <br />
<br />
Die Nacht verbrachte er nicht in seinem Gemach. Die Gedanken die ihn umtrieben sorgten dafür dass er keinen Schlaf fand und wenn es so war dann lief er durch das Gemäuer. Langsam, ruhig. Um den Kopf klar zu bekommen. Es war schon spät. Die Uhr hatte schon zwei geschlagen als er sich auf den Weg zurück ins Bett machte. Jedoch wurde er von seinem Vorhaben abgehalten als er noch Licht bei Alys sah. Ob es unverschämt wäre sie jetzt zu stören? Vermutlich. Doch sie schien auch etwas zu beschäftigen und er wollte wissen was es war. Langsamen Schrittes trat er an sie heran und klopfte nicht all zu stark an die Tür. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Alys....darf ich dich stören zu so später Stunde?"</span>, waren seine Worte die er leise gegen die dunkle Tür sprach. Als sich jene wenig später öffnete, umspielte ein Lächeln seine Lippen. Einfach ohne Erlaubnis hereinzukommen gehörte sich nicht. Seine Hände faltete er leicht zusammen und neigte seinen Kopf etwas. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Hohe Priesterin. Ich hab das Licht unter dem Schlitz der Tür gesehen und wollte nachsehen. Darf ich reinkommen?"</span><br />
<br />
Falls nicht würde er es akzeptieren. Seine Hände löste er wieder voneinander und trat ein als es ihm erlaubt wurde. Interessiert sah er sich um. Was sie wohl gerade umtrieb? Früher oder später würde er es erfahren. Trotz des geringen Lichteinwurfes konnte er seinen unruhigen und erschöpften Gesichtsausdruck nicht verbergen. Wie auch? Alys würde eh bemerken dass er mit etwas zu kämpfen hatten. Warum sollte er es dann verbergen? Sein Blick fiel auf die Sternenkarte und wenig später zu ihr. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Was beschäftigt dich? Dein Fluchen deutet auf nichts Gutes hin."</span><br />
Sein Blick wurde besorgt. Vielleicht ging es ihn nichts an, aber er wollte es wissen. Wollte an ihrem Leben teilhaben. An ihren Sorgen und Freude.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die aktuelle Lage in der Welt bereitete Alen Kopfschmerzen und Sorge. Auch wenn das Herbstland sich nicht in den Krieg einmischte, bedeutete das nicht dass sie absolut sicher waren. Màiri befand sich in An Gallbhaile und war damit mitten im Geschehen. Schon als hieß der König des Frühlingslandes würde gegen die Stadt gehen hatte Alen seine Tochter gebeten zu ihm zu kommen. Doch sie wollte nicht. Ihre Mutter hätte ihr gesagt dass alles gut sei und natürlich hörte sie immer mehr auf ihre Mutter als auf ihn. Es frustrierte ihn, aber er gab nicht auf. Hier musste man auf dem aktuellen Stand sein und es war seine Aufgabe die Priesterinnen darüber zu informieren. Vor einer Stunde hatte er einen Brief seiner Schwester Agnes erhalten. Darin schrieb sie dass die Menschen unruhig sind. Mehr als das. In purer Sorge denn der Krieg klopfte an ihre Tür und es wäre nur eine Frage der Zeit bis Handelsrouten darunter litten. Ihm gefiel das alles nicht. <br />
<br />
Die Nacht verbrachte er nicht in seinem Gemach. Die Gedanken die ihn umtrieben sorgten dafür dass er keinen Schlaf fand und wenn es so war dann lief er durch das Gemäuer. Langsam, ruhig. Um den Kopf klar zu bekommen. Es war schon spät. Die Uhr hatte schon zwei geschlagen als er sich auf den Weg zurück ins Bett machte. Jedoch wurde er von seinem Vorhaben abgehalten als er noch Licht bei Alys sah. Ob es unverschämt wäre sie jetzt zu stören? Vermutlich. Doch sie schien auch etwas zu beschäftigen und er wollte wissen was es war. Langsamen Schrittes trat er an sie heran und klopfte nicht all zu stark an die Tür. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Alys....darf ich dich stören zu so später Stunde?"</span>, waren seine Worte die er leise gegen die dunkle Tür sprach. Als sich jene wenig später öffnete, umspielte ein Lächeln seine Lippen. Einfach ohne Erlaubnis hereinzukommen gehörte sich nicht. Seine Hände faltete er leicht zusammen und neigte seinen Kopf etwas. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Hohe Priesterin. Ich hab das Licht unter dem Schlitz der Tür gesehen und wollte nachsehen. Darf ich reinkommen?"</span><br />
<br />
Falls nicht würde er es akzeptieren. Seine Hände löste er wieder voneinander und trat ein als es ihm erlaubt wurde. Interessiert sah er sich um. Was sie wohl gerade umtrieb? Früher oder später würde er es erfahren. Trotz des geringen Lichteinwurfes konnte er seinen unruhigen und erschöpften Gesichtsausdruck nicht verbergen. Wie auch? Alys würde eh bemerken dass er mit etwas zu kämpfen hatten. Warum sollte er es dann verbergen? Sein Blick fiel auf die Sternenkarte und wenig später zu ihr. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Was beschäftigt dich? Dein Fluchen deutet auf nichts Gutes hin."</span><br />
Sein Blick wurde besorgt. Vielleicht ging es ihn nichts an, aber er wollte es wissen. Wollte an ihrem Leben teilhaben. An ihren Sorgen und Freude.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[When the storm is here I´ll be there]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=238</link>
			<pubDate>Mon, 08 Apr 2024 12:36:23 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Ana Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=238</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">When the storm is here<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">I´ll be there</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/8bc7637f6dcdf6c8504b89af9c8da061/tumblr_inline_rhawrtI8NT1wi7nu0_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Es war am Vormittag sonnig und warm gewesen, weshalb es die Prinzessin nach draußen geführt hatte. Mit ihrem Mäppchen mit Stiften und ein paar Blättern hatte sie es sich in der Natur gemütlich gemacht und hatte im Gras gesessen, während sie gemalt hatte. Wenn sie nach draußen in die Natur ging, hatte sie meistens etwas an, dass nicht so schick war und wo sie sich besser bewegen konnte. Sie war gerne draußen, es war ruhig, entspannend und sie konnte ungestört malen oder lesen. Manchmal war sie so vertieft in ihr Bild, dass sie die Zeit vergaß. Sie ging meistens bevor es Abend wurde wieder zurück. Man sollte schließlich als Frau sich nie alleine Abends draußen aufhalten. Es war an diesem Tag später als sonst. Ein Grollen ließ die junge Frau plötzlich aufschrecken und sie sah auf. Dunkle, graue Wolken waren am Himmel und ab und zu donnerte es. Die junge Frau seufzte und stand schnell auf. Ein Sturm würde wohl aufziehen. Sie wusste nicht, wie lange sie dort gewesen war, ob man schon nach ihr suchte? Sie wollte sich schnell auf den Weg Nachhause machen und sie hoffte, dass der Sturm erst später kam. Ein plötzlicher Blitzeinschlag nicht weit von ihr, ließ sie aufschreien. Erschrocken, ging sie ein paar Schritte zurück. Sie musste schnell machen. Es war hier nicht sicher und sie fühlte leichte Panik in ihr aufsteigen. Noch ein Blitzeinschlag in der Ferne. Die rothaarige rannte los, sie war sich nicht mal sicher in welche Richtung sie rannte. Sie musste einfach schnell Nachhause, sie rannte also schneller. Es hatte irgendwann begonnen zu regnen und es wurde langsam dunkler und sie versuchte nicht zu stolpern. Sie hielt nicht an, sondern versuchte weiter schnell Nachhause zu kommen.<br />
<br />
Irgendwann blieb sie stehen und versuchte sich zu beruhigen. Sie war erschöpft vom Rennen und obwohl das Unwetter immer noch über ihr war und es weiterhin donnerte und regnete, brauchte sie eine Pause. Ana sah sich um und merkte, dass sie nicht wusste, wo sie war. Sie sollte schon lange Zuhause sein, doch sie sah nur Bäume um sich herum. Sie wusste eigentlich immer, in welcher Richtung es Nachhause ging. Doch sie war wohl so in Panik gewesen, dass sie einfach irgendwohin gerannt war. Sie sah weiter um sich herum, doch sie wusste nicht, wo sie hingehen musste um zum Anwesen zu kommen. Angst stieg wieder in ihr auf. <b>"Wo bist du nur hin?!"</b>, fragte sie laut und war wütend und auch verzweifelt. Was sollte sie tun? Weiter in irgendeine Richtung rennen? Schutz suchen?  Sie ging weiter, sie wusste immer noch nicht, in welche Richtung sie musste, doch sie konnte auch nicht einfach stehen bleiben. Sie hoffte, dass sie irgendwann an einem Haus vorbeikommen oder doch das Anwesen finden würde. Ana versuchte ruhig zu bleiben. Sie durfte nicht in Panik ausbrechen. Sie musste ruhig bleiben um den richtigen Weg zu finden. Sie musste überlegen, wo sie hin laufen musste. Sie musste vorsichtig sein und durfte nicht panisch oder zu voreilig handeln. Sie sagte sich dies immer wieder.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">When the storm is here<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">I´ll be there</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/8bc7637f6dcdf6c8504b89af9c8da061/tumblr_inline_rhawrtI8NT1wi7nu0_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Es war am Vormittag sonnig und warm gewesen, weshalb es die Prinzessin nach draußen geführt hatte. Mit ihrem Mäppchen mit Stiften und ein paar Blättern hatte sie es sich in der Natur gemütlich gemacht und hatte im Gras gesessen, während sie gemalt hatte. Wenn sie nach draußen in die Natur ging, hatte sie meistens etwas an, dass nicht so schick war und wo sie sich besser bewegen konnte. Sie war gerne draußen, es war ruhig, entspannend und sie konnte ungestört malen oder lesen. Manchmal war sie so vertieft in ihr Bild, dass sie die Zeit vergaß. Sie ging meistens bevor es Abend wurde wieder zurück. Man sollte schließlich als Frau sich nie alleine Abends draußen aufhalten. Es war an diesem Tag später als sonst. Ein Grollen ließ die junge Frau plötzlich aufschrecken und sie sah auf. Dunkle, graue Wolken waren am Himmel und ab und zu donnerte es. Die junge Frau seufzte und stand schnell auf. Ein Sturm würde wohl aufziehen. Sie wusste nicht, wie lange sie dort gewesen war, ob man schon nach ihr suchte? Sie wollte sich schnell auf den Weg Nachhause machen und sie hoffte, dass der Sturm erst später kam. Ein plötzlicher Blitzeinschlag nicht weit von ihr, ließ sie aufschreien. Erschrocken, ging sie ein paar Schritte zurück. Sie musste schnell machen. Es war hier nicht sicher und sie fühlte leichte Panik in ihr aufsteigen. Noch ein Blitzeinschlag in der Ferne. Die rothaarige rannte los, sie war sich nicht mal sicher in welche Richtung sie rannte. Sie musste einfach schnell Nachhause, sie rannte also schneller. Es hatte irgendwann begonnen zu regnen und es wurde langsam dunkler und sie versuchte nicht zu stolpern. Sie hielt nicht an, sondern versuchte weiter schnell Nachhause zu kommen.<br />
<br />
Irgendwann blieb sie stehen und versuchte sich zu beruhigen. Sie war erschöpft vom Rennen und obwohl das Unwetter immer noch über ihr war und es weiterhin donnerte und regnete, brauchte sie eine Pause. Ana sah sich um und merkte, dass sie nicht wusste, wo sie war. Sie sollte schon lange Zuhause sein, doch sie sah nur Bäume um sich herum. Sie wusste eigentlich immer, in welcher Richtung es Nachhause ging. Doch sie war wohl so in Panik gewesen, dass sie einfach irgendwohin gerannt war. Sie sah weiter um sich herum, doch sie wusste nicht, wo sie hingehen musste um zum Anwesen zu kommen. Angst stieg wieder in ihr auf. <b>"Wo bist du nur hin?!"</b>, fragte sie laut und war wütend und auch verzweifelt. Was sollte sie tun? Weiter in irgendeine Richtung rennen? Schutz suchen?  Sie ging weiter, sie wusste immer noch nicht, in welche Richtung sie musste, doch sie konnte auch nicht einfach stehen bleiben. Sie hoffte, dass sie irgendwann an einem Haus vorbeikommen oder doch das Anwesen finden würde. Ana versuchte ruhig zu bleiben. Sie durfte nicht in Panik ausbrechen. Sie musste ruhig bleiben um den richtigen Weg zu finden. Sie musste überlegen, wo sie hin laufen musste. Sie musste vorsichtig sein und durfte nicht panisch oder zu voreilig handeln. Sie sagte sich dies immer wieder.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bonding time between family]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=224</link>
			<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 13:17:13 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Ana Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=224</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Bonding time between<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">family</div>
</div>
<br><br />
<small><i>First post</i></small><br />
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/33626310fafc38ef399797cf880691ce/tumblr_inline_rlz06tXgjH1wi7nu0_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Die junge Prinzessin saß am Tisch, der mit vielen verschiedenen Köstlichkeiten gedeckt war. Kerzen erhellten den Raum. Am Kopf des Tisches saß ihr Vater und ihre Stiefmutter links von ihm, neben ihr Gareth und gegenüber von ihr Rory, neben dem Muirin saß. Wie sonst war es still während sie aßen und sie sprachen nicht. Was Ana nicht störte, sie hätte sowieso lieber in ihrem Zimmer gegessen oder in der Küche. Es war schon seit Jahren nicht mehr dasselbe und eigentlich war nichts mehr das Gleiche, für Ana zumindest. Früher war das Abendessen dafür da gewesen, um in Erfahrung zu bringen, wie der Tag für jeden gewesen war und man hatte sich über wichtige und unwichtige Dinge unterhalten. Man hatte sogar gelacht. Nun war es ruhig, es interessierte niemanden was der Andere zu sagen hatte und die Freude war verschwunden. Ana wollte einfach nur schnell wieder den Tisch verlassen und sich mit was anderem beschäftigen. Sie trank einen Schluck von ihrem Wasser, ehe sie wieder ihre Gabel nahm und ihren Fisch weiter aß. Die Bediensteten hatten mal wieder wunderbar gekocht. Das teilte sie ihnen auch oft mit und zeigte ihnen Dankbarkeit für ihre Arbeit, was eigentlich ihr Vater machen sollte. Es war ihre Aufgabe, das Anwesen sauber zu halten, Essen zu kochen und dafür zu sorgen, dass es an nichts fehlte. Man konnte ihnen dennoch mal Dankbarkeit zeigen, fand Ana. Das konnte man bei ihrem Vater aber vergessen. Warum sollte er sich auch ändern? Er tat was er wollte und man hatte zu tun was er wollte.<br />
<br />
<i>"Kümmere dich morgen darum, dass die Bediensteten mehr Gedeck vorbereiten, Rory"</i>, sagte er plötzlich und blickte ihren Bruder an. Ana sah nun auf und blickte zwischen ihrem Vater und Bruder kurz hin und her. Sie wunderte sich warum ihr Vater wollte, dass mehr Gedeck vorbereitet werden sollte. Bekamen sie Besuch? War es ein hoher Besuch? <i>"Ich bekomme Besuch von ein paar alten Jagdfreunden"</i>, meinte er dann. <i>"Ich dulde keine Peinlichkeiten wie damals als deine Mutter vergessen hatte, es zu tun. Dein Kopf wird hoffentlich nicht voll von unsinnigen Dingen sein wie der deiner Mutter."</i> Er trank einen kräftigen Schluck von seinem Wein. Die Prinzessin hielt inne als sie die Worte ihres Vaters hörte. Sie spürte wie Wut sie erfüllte und sie konnte sich kaum zurückhalten, ihren Vater anzubrüllen. Sie hasste es wenn er schlecht über ihre Mutter sprach. Die rothaarige war meistens, seit sie ihre Mutter verloren hatten, zurückhaltend und sprach nicht viel. Sie fürchtete sich auch vor ihrem Vater. Tiarnan konnte ein sehr strenger Mann sein. Doch wenn er so über sie sprach, brach die Wut beinahe aus ihr heraus und es war schwer, die Kontrolle zu behalten. Sie versuchte sich zu beruhigen und wandte den Blick wieder auf ihren Teller. Doch sie aß nicht. <i>"Man sollte meinen, Frauen würden so eine Kleinigkeit erledigen können, was sonst tun sie denn."</i> Ana hatte genug. Etwas zu laut ließ sie ihre Gabel fallen und erhob sich langsam. <b>"Ich erhebe mich, ich bin heute nicht so hungrig"</b>, sagte sie und es kostete sie viel Mühe, einen ruhigen Ton zu haben als sie mit ihrem Vater sprach. Es war eigentlich nicht mal gelogen, sie hatte heute wirklich keinen großen Hunger und ihr war der Appetit sowieso vergangen. Sie wollte sich nicht anhören, wie er schlecht über ihre Mutter und über Frauen sprach. Und sie wusste nicht, wie lange sie sich noch kontrollieren konnte, wenn er weiter schlecht über ihre Mutter sprach. Es war Tiarnan eigentlich egal, ob seine Kinder fertig aßen, deswegen erwiderte dieser nichts darauf. Die Prinzessin strich ihr beigefarbenes, mit Blumenmuster besticktes Kleid zurecht, ehe sie sich umdrehte und das Esszimmer verließ. Erst als sie aus dem Zimmer draußen war, atmete sie laut aus. Sie hätte gerne ihren Vater angeschrien, ihm gesagt er solle es nicht wagen schlecht über ihre Mutter zu sprechen. Ihre Mutter hatte alles getan, um es ihrem Ehemann recht zu machen. Und auch um Ana und ihre Geschwister hatte sie sich gut gekümmert. Sie hatte sich stets bemüht eine gute Ehefrau zu sein und sie war eine sehr gute Mutter gewesen. Es war vier Jahre her, seit sie sie verloren hatten und es schmerzte sie noch immer. Sie merkte, wie es schwerer wurde zu atmen und ihre hellbraunen Augen füllten sich mit Tränen. Sie schloss sie für einen Moment und atmete aus. Als sie sich beruhigt hatte und die Augen wieder öffnete, ging sie die Treppen hoch in ihre Gemächer.<br />
<br />
Etwas später, hatte Ana sich mit ihren Bleistiften und einem Blatt Papier in den Hof auf eine Bank gesetzt. Es war ruhig und es war nicht so kühl. Sie ging oft in den Hof um zu malen, es war gemütlich und sie saß gerne in der Natur. Es hatte eine beruhigende Wirkung auf sie. Auch das Malen konnte sie beruhigen. Es war etwas, das sie mit ihrer Mutter geteilt hatte. Sie setzte den Stift nach ein paar Momenten an und fing an zu malen. Es half schnell. Die Wut über ihren Vater war weg und sie konnte entspannen. Ihre Bilder spiegelten manchmal ihre Gefühle und es war ein gutes Gefühl, die Emotionen so rauszulassen.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Bonding time between<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">family</div>
</div>
<br><br />
<small><i>First post</i></small><br />
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/33626310fafc38ef399797cf880691ce/tumblr_inline_rlz06tXgjH1wi7nu0_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Die junge Prinzessin saß am Tisch, der mit vielen verschiedenen Köstlichkeiten gedeckt war. Kerzen erhellten den Raum. Am Kopf des Tisches saß ihr Vater und ihre Stiefmutter links von ihm, neben ihr Gareth und gegenüber von ihr Rory, neben dem Muirin saß. Wie sonst war es still während sie aßen und sie sprachen nicht. Was Ana nicht störte, sie hätte sowieso lieber in ihrem Zimmer gegessen oder in der Küche. Es war schon seit Jahren nicht mehr dasselbe und eigentlich war nichts mehr das Gleiche, für Ana zumindest. Früher war das Abendessen dafür da gewesen, um in Erfahrung zu bringen, wie der Tag für jeden gewesen war und man hatte sich über wichtige und unwichtige Dinge unterhalten. Man hatte sogar gelacht. Nun war es ruhig, es interessierte niemanden was der Andere zu sagen hatte und die Freude war verschwunden. Ana wollte einfach nur schnell wieder den Tisch verlassen und sich mit was anderem beschäftigen. Sie trank einen Schluck von ihrem Wasser, ehe sie wieder ihre Gabel nahm und ihren Fisch weiter aß. Die Bediensteten hatten mal wieder wunderbar gekocht. Das teilte sie ihnen auch oft mit und zeigte ihnen Dankbarkeit für ihre Arbeit, was eigentlich ihr Vater machen sollte. Es war ihre Aufgabe, das Anwesen sauber zu halten, Essen zu kochen und dafür zu sorgen, dass es an nichts fehlte. Man konnte ihnen dennoch mal Dankbarkeit zeigen, fand Ana. Das konnte man bei ihrem Vater aber vergessen. Warum sollte er sich auch ändern? Er tat was er wollte und man hatte zu tun was er wollte.<br />
<br />
<i>"Kümmere dich morgen darum, dass die Bediensteten mehr Gedeck vorbereiten, Rory"</i>, sagte er plötzlich und blickte ihren Bruder an. Ana sah nun auf und blickte zwischen ihrem Vater und Bruder kurz hin und her. Sie wunderte sich warum ihr Vater wollte, dass mehr Gedeck vorbereitet werden sollte. Bekamen sie Besuch? War es ein hoher Besuch? <i>"Ich bekomme Besuch von ein paar alten Jagdfreunden"</i>, meinte er dann. <i>"Ich dulde keine Peinlichkeiten wie damals als deine Mutter vergessen hatte, es zu tun. Dein Kopf wird hoffentlich nicht voll von unsinnigen Dingen sein wie der deiner Mutter."</i> Er trank einen kräftigen Schluck von seinem Wein. Die Prinzessin hielt inne als sie die Worte ihres Vaters hörte. Sie spürte wie Wut sie erfüllte und sie konnte sich kaum zurückhalten, ihren Vater anzubrüllen. Sie hasste es wenn er schlecht über ihre Mutter sprach. Die rothaarige war meistens, seit sie ihre Mutter verloren hatten, zurückhaltend und sprach nicht viel. Sie fürchtete sich auch vor ihrem Vater. Tiarnan konnte ein sehr strenger Mann sein. Doch wenn er so über sie sprach, brach die Wut beinahe aus ihr heraus und es war schwer, die Kontrolle zu behalten. Sie versuchte sich zu beruhigen und wandte den Blick wieder auf ihren Teller. Doch sie aß nicht. <i>"Man sollte meinen, Frauen würden so eine Kleinigkeit erledigen können, was sonst tun sie denn."</i> Ana hatte genug. Etwas zu laut ließ sie ihre Gabel fallen und erhob sich langsam. <b>"Ich erhebe mich, ich bin heute nicht so hungrig"</b>, sagte sie und es kostete sie viel Mühe, einen ruhigen Ton zu haben als sie mit ihrem Vater sprach. Es war eigentlich nicht mal gelogen, sie hatte heute wirklich keinen großen Hunger und ihr war der Appetit sowieso vergangen. Sie wollte sich nicht anhören, wie er schlecht über ihre Mutter und über Frauen sprach. Und sie wusste nicht, wie lange sie sich noch kontrollieren konnte, wenn er weiter schlecht über ihre Mutter sprach. Es war Tiarnan eigentlich egal, ob seine Kinder fertig aßen, deswegen erwiderte dieser nichts darauf. Die Prinzessin strich ihr beigefarbenes, mit Blumenmuster besticktes Kleid zurecht, ehe sie sich umdrehte und das Esszimmer verließ. Erst als sie aus dem Zimmer draußen war, atmete sie laut aus. Sie hätte gerne ihren Vater angeschrien, ihm gesagt er solle es nicht wagen schlecht über ihre Mutter zu sprechen. Ihre Mutter hatte alles getan, um es ihrem Ehemann recht zu machen. Und auch um Ana und ihre Geschwister hatte sie sich gut gekümmert. Sie hatte sich stets bemüht eine gute Ehefrau zu sein und sie war eine sehr gute Mutter gewesen. Es war vier Jahre her, seit sie sie verloren hatten und es schmerzte sie noch immer. Sie merkte, wie es schwerer wurde zu atmen und ihre hellbraunen Augen füllten sich mit Tränen. Sie schloss sie für einen Moment und atmete aus. Als sie sich beruhigt hatte und die Augen wieder öffnete, ging sie die Treppen hoch in ihre Gemächer.<br />
<br />
Etwas später, hatte Ana sich mit ihren Bleistiften und einem Blatt Papier in den Hof auf eine Bank gesetzt. Es war ruhig und es war nicht so kühl. Sie ging oft in den Hof um zu malen, es war gemütlich und sie saß gerne in der Natur. Es hatte eine beruhigende Wirkung auf sie. Auch das Malen konnte sie beruhigen. Es war etwas, das sie mit ihrer Mutter geteilt hatte. Sie setzte den Stift nach ein paar Momenten an und fing an zu malen. Es half schnell. Die Wut über ihren Vater war weg und sie konnte entspannen. Ihre Bilder spiegelten manchmal ihre Gefühle und es war ein gutes Gefühl, die Emotionen so rauszulassen.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[amidst the marshland maze]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=200</link>
			<pubDate>Sat, 30 Mar 2024 22:00:40 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Lovis Winters</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=200</guid>
			<description><![CDATA[Lovis hielt inne um durchzuatmen. <i>Ruhe bewahren... Ruhe bewahren...</i>, sagte sie sich innerlich wie ein Mantra auf, während sie kurz die Augen geschlossen hielt und durchatmete. Sie würden das schaffen. Ihre Ziehmutter und sie hatten es vor Jahren auch geschafft, nachdem sie beide daneben getreten waren. <br />
<b>"Alles in Ordnung, Hailey, bis der Regen kommt, werden wir hier wieder raus sein..."</b>, sagte Lovis in sehr betont ruhiger Stimme. Hauptsächlich natürlich, um sich selbst zu beruhigen. Doch sie spürte, wie Angst in ihr anschwoll und sie wie eine Welle zu überrollen drohte. Sie konnte nicht schwimmen - gut, hier würde sie wohl auch nicht ertrinken. Doch die Gefahr, im Sumpf für immer stecken zu bleiben, war trotzdem gerade viel zu real. Das würde noch Stunden dauern, richtig, aber bis dahin mussten sie sich dann auch wirklich gegenseitig gerettet haben. <br />
<br />
<i>"Wir müssen uns trotzdem beeilen. In Farynn kann es mit dem Wetter sehr schnell gehen!"</i>, fürchtete Hailey aufgebracht und Lovis reckte den Kopf noch einmal gen Himmel. Ja, Hailey hatte natürlich Recht - vorallem in der Nähe des Gebirges, das sie in weiter Ferne schon vor sich aufragen sehen konnten. Das Gebirge, das Farynn und Walleydor voneinander trennte. <br />
<b>"Hör mir zu, Hailey, wir schaffen das. Du wirst jetzt versuchen, dein Holzreff auszuziehen und an geeigneter Stelle abzulegen. Ich versuche dasselbe."</b> Gesagt, getan. Die Wanderheilerinnen, die beide mit schweren Holzreffs beladen waren, schoben die straff gespannten Lederriemen von ihren Schultern und versuchten, durch schiere Kraft in den Oberarmen, ihre Ladung an fester Stelle abzulegen. Dies war vorallem deshalb schwer, weil sie keinen festen Untergrund hatten, gegen den sie sich stemmen konnten. <br />
<br />
Beide kämpften sich ab, denn die Aufgabe schien unschaffbar. Hailey brach sogar in Tränen aus und Lovis fiel nichts ein, womit sie ihre Ziehtochter hätte trösten können. <b>"Schon gut, wir werden es schaffen. Ich helfe Dir, sobald ich hier raus bin!"</b>, sagte sie und erkannte dabei in Haileys Nähe eine aus dem Boden ragende Wurzel. <b>"Die Wurzel, Hailey, rechts von Dir! Kannst Du sie erreichen? Und dich daran herausziehen?"</b> Das Mädchen steckte zwar erst Knietief im Schlamm, doch dieser war derart zäh, klebrig und schwer, dass sie einige Minuten brauchte, bis sie sich tatsächlich wieder befreit hatte. <i>"Meine Schuhe sind stecken geblieben!"</i>, sagte Hailey, nachdem sie sich aus ihrer Lage befreit hatte und kurz zu Atem gekommen war. Lovis hatte derweil versucht, sich so wenig wie möglich zu bewegen um nicht noch tiefer einzusinken. Auch sie stand schon bis leicht über die Knie im Sumpf und versuchte, ihr Holzreff von sich zu schieben. Das rettende "Festland" schien gar nicht so weit entfernt zu sein... <br />
Als Hailey sich vorsichtig näherte um die Hand nach ihr auszustrecken, schüttelte Lovis den Kopf. <b>"So wird es nicht gehen. Wir brauchen einen langen Ast, etwas Stabiles. Kernholz, am besten Trocken, aber nicht zu morsch"</b>, versuchte Lovis etwas zu beschreiben, das ihnen möglicherweise helfen konnte. <b>"Warte, bevor Du etwas Geeignetes suchst, zieh doch bitte mein Holzreff an eine wirklich sichere Stelle..."</b>, bat Lovis und Hailey tat, wie ihr geheißen. Dann entfernte sie sich vorsichtig und fing an, nach einem langen Stecken zu suchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Lovis hielt inne um durchzuatmen. <i>Ruhe bewahren... Ruhe bewahren...</i>, sagte sie sich innerlich wie ein Mantra auf, während sie kurz die Augen geschlossen hielt und durchatmete. Sie würden das schaffen. Ihre Ziehmutter und sie hatten es vor Jahren auch geschafft, nachdem sie beide daneben getreten waren. <br />
<b>"Alles in Ordnung, Hailey, bis der Regen kommt, werden wir hier wieder raus sein..."</b>, sagte Lovis in sehr betont ruhiger Stimme. Hauptsächlich natürlich, um sich selbst zu beruhigen. Doch sie spürte, wie Angst in ihr anschwoll und sie wie eine Welle zu überrollen drohte. Sie konnte nicht schwimmen - gut, hier würde sie wohl auch nicht ertrinken. Doch die Gefahr, im Sumpf für immer stecken zu bleiben, war trotzdem gerade viel zu real. Das würde noch Stunden dauern, richtig, aber bis dahin mussten sie sich dann auch wirklich gegenseitig gerettet haben. <br />
<br />
<i>"Wir müssen uns trotzdem beeilen. In Farynn kann es mit dem Wetter sehr schnell gehen!"</i>, fürchtete Hailey aufgebracht und Lovis reckte den Kopf noch einmal gen Himmel. Ja, Hailey hatte natürlich Recht - vorallem in der Nähe des Gebirges, das sie in weiter Ferne schon vor sich aufragen sehen konnten. Das Gebirge, das Farynn und Walleydor voneinander trennte. <br />
<b>"Hör mir zu, Hailey, wir schaffen das. Du wirst jetzt versuchen, dein Holzreff auszuziehen und an geeigneter Stelle abzulegen. Ich versuche dasselbe."</b> Gesagt, getan. Die Wanderheilerinnen, die beide mit schweren Holzreffs beladen waren, schoben die straff gespannten Lederriemen von ihren Schultern und versuchten, durch schiere Kraft in den Oberarmen, ihre Ladung an fester Stelle abzulegen. Dies war vorallem deshalb schwer, weil sie keinen festen Untergrund hatten, gegen den sie sich stemmen konnten. <br />
<br />
Beide kämpften sich ab, denn die Aufgabe schien unschaffbar. Hailey brach sogar in Tränen aus und Lovis fiel nichts ein, womit sie ihre Ziehtochter hätte trösten können. <b>"Schon gut, wir werden es schaffen. Ich helfe Dir, sobald ich hier raus bin!"</b>, sagte sie und erkannte dabei in Haileys Nähe eine aus dem Boden ragende Wurzel. <b>"Die Wurzel, Hailey, rechts von Dir! Kannst Du sie erreichen? Und dich daran herausziehen?"</b> Das Mädchen steckte zwar erst Knietief im Schlamm, doch dieser war derart zäh, klebrig und schwer, dass sie einige Minuten brauchte, bis sie sich tatsächlich wieder befreit hatte. <i>"Meine Schuhe sind stecken geblieben!"</i>, sagte Hailey, nachdem sie sich aus ihrer Lage befreit hatte und kurz zu Atem gekommen war. Lovis hatte derweil versucht, sich so wenig wie möglich zu bewegen um nicht noch tiefer einzusinken. Auch sie stand schon bis leicht über die Knie im Sumpf und versuchte, ihr Holzreff von sich zu schieben. Das rettende "Festland" schien gar nicht so weit entfernt zu sein... <br />
Als Hailey sich vorsichtig näherte um die Hand nach ihr auszustrecken, schüttelte Lovis den Kopf. <b>"So wird es nicht gehen. Wir brauchen einen langen Ast, etwas Stabiles. Kernholz, am besten Trocken, aber nicht zu morsch"</b>, versuchte Lovis etwas zu beschreiben, das ihnen möglicherweise helfen konnte. <b>"Warte, bevor Du etwas Geeignetes suchst, zieh doch bitte mein Holzreff an eine wirklich sichere Stelle..."</b>, bat Lovis und Hailey tat, wie ihr geheißen. Dann entfernte sie sich vorsichtig und fing an, nach einem langen Stecken zu suchen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Do you stick with me or with him?]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=198</link>
			<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 17:54:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Ruaidhri Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=198</guid>
			<description><![CDATA[War ja wieder einmal klar dass dieser dumme Egomane wieder gegen ihn ging. Es gefiel seinem Vater nie was sie taten. Egal was sie taten es war immer falsch und auch wenn Rory einen Teufel tun würde seinem Vater zu gefallen, konnte er das nicht auf sich sitzen lassen. Sie hatten gemeinsam gegessen vor ein paar Stunden und ihm hatte nicht gefallen was aufgetischt wurde. Als kamen Gareth und er auf die Idee das Essen auszutauschen und bei dem Fürsten selbst etwas hineinzumischen was er nicht vertrug. Ein lustiger Spaß denn dann hatten sie erst einmal Ruhe davor. Zumindest war das der Plan gewesen. Beim Essen zeigte nichts die gewünschte Wirkung und Rory war während des Essen aufgestanden. Offenbar um seinen Vater und seine Stiefmutter abzulenken indem er sie in ein Gespräch verwickelte. In der Zwischenzeit hatte er versucht etwas Unappetitliches in das Getränk seines Vaters zu werfen, aber das ging schief. Was aufgeflogen war. Das Zeug was sie in das Essen gemischt hatte, roch leider auch zu extrem und das alles viel auf. Nun...sein Vater hatte diesen Spaß gar nicht gut aufgenommen und Rory an Ort und Stelle eine Ohrfeige verpasst. Dann hatte er ihn mit in seine Räume genommen. <br />
<br />
Davon mal abgesehen dass er angeschrien wurde, hatte sein Vater ihn auch für diesen Scherz bestrafen wollen. Denn offenbar brachte es immer etwas das eigene Kind zu schlagen richtig? Rory diskutierte natürlich mit ihm und gewiss hatte man sie gehört. So laut wie sie sich angeschrien hatten. Eigentlich war die Sache schnell vorbei. Rory wurde als Strafe verprügelt und sein Vater hatte wutentbrannt sein Zimmer verlassen. Was dauerte war allerdings der Weg von diesen Gemächern zu seinen. Ohne dass ihn jemand sah. Rory brauchte sehr lange dafür und als er in diesen angekommen war, verschloss er die Tür und warf den Schlüssel weg. Dann warf er sich aufs Bett und vergrub das Gesicht im Kissen. Er konnte nicht deuten was ihm alles wehtat, aber es war genug. Doch er weinte nicht. Nein er war wütend und schlug mit der Faust auf das Bett.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[War ja wieder einmal klar dass dieser dumme Egomane wieder gegen ihn ging. Es gefiel seinem Vater nie was sie taten. Egal was sie taten es war immer falsch und auch wenn Rory einen Teufel tun würde seinem Vater zu gefallen, konnte er das nicht auf sich sitzen lassen. Sie hatten gemeinsam gegessen vor ein paar Stunden und ihm hatte nicht gefallen was aufgetischt wurde. Als kamen Gareth und er auf die Idee das Essen auszutauschen und bei dem Fürsten selbst etwas hineinzumischen was er nicht vertrug. Ein lustiger Spaß denn dann hatten sie erst einmal Ruhe davor. Zumindest war das der Plan gewesen. Beim Essen zeigte nichts die gewünschte Wirkung und Rory war während des Essen aufgestanden. Offenbar um seinen Vater und seine Stiefmutter abzulenken indem er sie in ein Gespräch verwickelte. In der Zwischenzeit hatte er versucht etwas Unappetitliches in das Getränk seines Vaters zu werfen, aber das ging schief. Was aufgeflogen war. Das Zeug was sie in das Essen gemischt hatte, roch leider auch zu extrem und das alles viel auf. Nun...sein Vater hatte diesen Spaß gar nicht gut aufgenommen und Rory an Ort und Stelle eine Ohrfeige verpasst. Dann hatte er ihn mit in seine Räume genommen. <br />
<br />
Davon mal abgesehen dass er angeschrien wurde, hatte sein Vater ihn auch für diesen Scherz bestrafen wollen. Denn offenbar brachte es immer etwas das eigene Kind zu schlagen richtig? Rory diskutierte natürlich mit ihm und gewiss hatte man sie gehört. So laut wie sie sich angeschrien hatten. Eigentlich war die Sache schnell vorbei. Rory wurde als Strafe verprügelt und sein Vater hatte wutentbrannt sein Zimmer verlassen. Was dauerte war allerdings der Weg von diesen Gemächern zu seinen. Ohne dass ihn jemand sah. Rory brauchte sehr lange dafür und als er in diesen angekommen war, verschloss er die Tür und warf den Schlüssel weg. Dann warf er sich aufs Bett und vergrub das Gesicht im Kissen. Er konnte nicht deuten was ihm alles wehtat, aber es war genug. Doch er weinte nicht. Nein er war wütend und schlug mit der Faust auf das Bett.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cruel is the night that covers up your fears]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=179</link>
			<pubDate>Sat, 23 Mar 2024 12:06:57 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=22">Muirín Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=179</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Cruel is the night that covers up your fears<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Tender is the one<br />
That wipes away your tears</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/sVzsUnA.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die Bürste glitt durch das lange Haar der jungen Frau, während sie sich im Spiegel begutachtete. Vermutlich verbrachte sie schockierend viel Zeit damit sich selbst zu betrachten, ihre Kleider heraus zu suchen und sich etwas rotes Pulver auf die Wangen zu tätscheln. Bevor nicht alles perfekt aussah würed Muirín Henaghen nicht das Anwesen ihrer Familie verlassen, so viel stand fest. Manchmal tauschte sie ihre Kleider sogar mehrmals am Tag, je nach Laune. Ihre Zofe ließ sich nichts anmerken, doch auch wenn die Rothaarige vielleicht nicht mit der Intelligenz einer Gelehrten gesegnet worden ist, so war sie trotzdem eine aufmerksame Beobachterin. Einen tiefen Atemzug hier und einen Seufzer da waren die kleinen Zeichen, die auf ein anstrengendes Leben der Frau hindeuteten, deren einzige Aufgabe es war Muirín unter die Arme zu greifen. Dass die Rothaarige keinen Deut an Mitleid empfand überraschte sie selbst nicht, schließlich war das eben der Lauf der Dinge. Oder? Ehrlich gesagt hatte sie sich da bisher noch gar nicht allzu viele Gedanken drüber gemacht. Oft wurde sie ablenkt - entweder von ihrem eigenen Spiegelbild oder von irgendetwas anderem. Einem Vogel zum Beispiel. Oder einem Schmetterling. Wobei sich nur wenige Tiere bis in die Gebirgsstadt verirrten, denn hier wuchsen nicht besonders viele Pflanzen oder Bäume. Der hohe Salzanteil im Boden und die viele Gesteinsformationen machten es der Flora nicht besonders einfach zu gedeihen. <br />
<br />
So schnell war die Zofe mit ihrem vermeintlich anstrengenden Leben schon wieder vergessen. <br />
<br />
Mit einem Lächeln auf den Lippen wendete sie sich nun endlich ihrem Spiegelbild ab, strich sich die nicht vorhandenen Falten aus dem Kleid und verließ ihr Gemach. Es war erst mittags, die Sonne stand hoch am Himmel und schien erbarmungslos auf das Anwesen. Es war sehr warm und stickig, weshalb sie sich dazu entschied ins Freie zu gehen. Vielleicht würde sie eine Runde durch das Gelände drehen. Ein Spaziergang wäre jetzt genau das richtige. Außerdem zeugten die weit entfernten Stimmen davon, dass die heißen Quellen jetzt schon einige Besucher hatten. Vielleicht war da ja jemand dabei, dem sie heute Abend, wenn die Sonne längst hinter dem Horizont verschwunden war, 'zufällig' über den Weg laufen konnte. <br />
Schon völlig in Gedanken vertieft streifte sie wie eine Raubkatze durch das Haus und bemerkte dabei gar nicht, dass sie wider Erwarten Gesellschaft hatte. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Cruel is the night that covers up your fears<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Tender is the one<br />
That wipes away your tears</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/sVzsUnA.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die Bürste glitt durch das lange Haar der jungen Frau, während sie sich im Spiegel begutachtete. Vermutlich verbrachte sie schockierend viel Zeit damit sich selbst zu betrachten, ihre Kleider heraus zu suchen und sich etwas rotes Pulver auf die Wangen zu tätscheln. Bevor nicht alles perfekt aussah würed Muirín Henaghen nicht das Anwesen ihrer Familie verlassen, so viel stand fest. Manchmal tauschte sie ihre Kleider sogar mehrmals am Tag, je nach Laune. Ihre Zofe ließ sich nichts anmerken, doch auch wenn die Rothaarige vielleicht nicht mit der Intelligenz einer Gelehrten gesegnet worden ist, so war sie trotzdem eine aufmerksame Beobachterin. Einen tiefen Atemzug hier und einen Seufzer da waren die kleinen Zeichen, die auf ein anstrengendes Leben der Frau hindeuteten, deren einzige Aufgabe es war Muirín unter die Arme zu greifen. Dass die Rothaarige keinen Deut an Mitleid empfand überraschte sie selbst nicht, schließlich war das eben der Lauf der Dinge. Oder? Ehrlich gesagt hatte sie sich da bisher noch gar nicht allzu viele Gedanken drüber gemacht. Oft wurde sie ablenkt - entweder von ihrem eigenen Spiegelbild oder von irgendetwas anderem. Einem Vogel zum Beispiel. Oder einem Schmetterling. Wobei sich nur wenige Tiere bis in die Gebirgsstadt verirrten, denn hier wuchsen nicht besonders viele Pflanzen oder Bäume. Der hohe Salzanteil im Boden und die viele Gesteinsformationen machten es der Flora nicht besonders einfach zu gedeihen. <br />
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So schnell war die Zofe mit ihrem vermeintlich anstrengenden Leben schon wieder vergessen. <br />
<br />
Mit einem Lächeln auf den Lippen wendete sie sich nun endlich ihrem Spiegelbild ab, strich sich die nicht vorhandenen Falten aus dem Kleid und verließ ihr Gemach. Es war erst mittags, die Sonne stand hoch am Himmel und schien erbarmungslos auf das Anwesen. Es war sehr warm und stickig, weshalb sie sich dazu entschied ins Freie zu gehen. Vielleicht würde sie eine Runde durch das Gelände drehen. Ein Spaziergang wäre jetzt genau das richtige. Außerdem zeugten die weit entfernten Stimmen davon, dass die heißen Quellen jetzt schon einige Besucher hatten. Vielleicht war da ja jemand dabei, dem sie heute Abend, wenn die Sonne längst hinter dem Horizont verschwunden war, 'zufällig' über den Weg laufen konnte. <br />
Schon völlig in Gedanken vertieft streifte sie wie eine Raubkatze durch das Haus und bemerkte dabei gar nicht, dass sie wider Erwarten Gesellschaft hatte. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[with gentle care, wounds repair]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=172</link>
			<pubDate>Sun, 10 Mar 2024 18:39:18 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Lovis Winters</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=172</guid>
			<description><![CDATA[Obwohl Lovis sich am heutigen Abend schlapp und müde - wie eigentlich fast immer nach einer langen Reise - fühlte, fand sie doch keine Ruhe. Ihren jungen Schützling, das Mädchen, das sie begleitete und das sie zur Wanderheilerin ausbildete, hatte sich bereits in der Taverne hingelegt. Nicht, weil für die meisten Leute schon Schlafenszeit gewesen wäre, das nicht. Aber die beiden Wanderheilerinnen hatten die letzten 18 Stunden damit verbracht, einer Gebährenden mit ihrer Geburt zu helfen. Vor zwei Stunden hatte ihr Sohn dann das Licht der Welt erblickt und die beiden Wanderheilerinnen hatten sich nach der Erstversorgung zurückgezogen. Glücklicherweise hatte man ihnen ein paar Münzen gegeben, mit denen sie heute Nacht Unterkunft bezahlen konnten, ansonsten hätten sie nun noch nach einer Schlafstatt für die Nacht suchen müssen. <br />
<br />
Doch wie immer nach dem Wunder der Geburt fühlte Lovis sich einfach nur unendlich erschöpft und gleichzeitig entrückt. Die Entstehung neuen Lebens war auch nach vielen Jahren der Wanderschaft noch immer etwas Unvergleichbares für sie. Und meist brauchte sie noch ein paar Stunden danach, bis sie schlafen konnte. Und da sie aktuell keine weitere Arbeit hatte, machte die Wanderheilerin sich noch - ohne ihr schweres Holzreff wohlgemerkt - auf den Weg und ging Spazieren. Obwohl sie schon viele Male in Farynn, und auch einige Male in Ishcateslieve gewesen war, hatte sie diese berühmten heißen Quellen noch nie gesehen. Man sagte ihnen nach, dass das hiesige Klima ganz besonders gesund sei und die heißen Quellen eine Wohltat. Ob das an den Salzen lag, die auch in den Minen um Ishcateslieve gefördert wurden? Ehrlich gesagt wusste sie es nicht... aber es interessierte sie. <br />
<br />
Den Weg dorthin konnte man wohlgemerkt leicht finden, denn er war tatsächlich ausgeschildert. Nicht mit Worten, wohlgemerkt; die einfache Bevölkerung Farynns konnte zwar oftmals lesen, aber eben doch nicht jeder. Und so zeigten einfache, Bilder und Zeichnungen, wohin man sich wenden konnte. Lovis ließ sich Zeit und versuchte, den Weg dafür zu nutzen, um zu sich selbst zu finden. Sie brauchte das oft in letzter Zeit und wünschte sich, wieder einmal auf ihren Freund und Vertrauten zu treffen. Vielleicht hatte es sie auch deshalb nach den Erlebnissen im Krieg nach Farynn ziehen lassen. Einfach, weil sie den Waldläufer ihres Vertrauens genau dort vermutete. <br />
<br />
Völlig in Gedanken verpasste Lovis vermutlich die richtige Abzweigung und ging einfach dorthin, wo ihre Nase sie gerade führte - und obwohl sie nicht den richtigen Weg genommen hatte, fand sie schließlich doch einige heiße Quellen. Überwältigt von dem Anblick blieb sie für einen Augenblick stehen und betrachtete das Naturwunder, das sich ihr offenbarte. Mitten in den felsigen Hängen waren natürliche Becken, gefüllt mit Wasser, das von nirgendwoher zu kommen schien. Über der Wasseroberfläche hing ein Nebel - nein, vermutlich heißer Dampf, denn sie konnte die warme, salzhaltige Luft angenehm auf ihrer Haut fühlen. Neugierig ging sie auf die Knie und ließ ihre Hand über die Oberfläche des warmen, gelegentlich blubbernden Wassers gleiten, während sie mit der anderen Hand das heilige Symbol Heofaders gegen ihre Brust drückte, das sie um den Hals hängen hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Obwohl Lovis sich am heutigen Abend schlapp und müde - wie eigentlich fast immer nach einer langen Reise - fühlte, fand sie doch keine Ruhe. Ihren jungen Schützling, das Mädchen, das sie begleitete und das sie zur Wanderheilerin ausbildete, hatte sich bereits in der Taverne hingelegt. Nicht, weil für die meisten Leute schon Schlafenszeit gewesen wäre, das nicht. Aber die beiden Wanderheilerinnen hatten die letzten 18 Stunden damit verbracht, einer Gebährenden mit ihrer Geburt zu helfen. Vor zwei Stunden hatte ihr Sohn dann das Licht der Welt erblickt und die beiden Wanderheilerinnen hatten sich nach der Erstversorgung zurückgezogen. Glücklicherweise hatte man ihnen ein paar Münzen gegeben, mit denen sie heute Nacht Unterkunft bezahlen konnten, ansonsten hätten sie nun noch nach einer Schlafstatt für die Nacht suchen müssen. <br />
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Doch wie immer nach dem Wunder der Geburt fühlte Lovis sich einfach nur unendlich erschöpft und gleichzeitig entrückt. Die Entstehung neuen Lebens war auch nach vielen Jahren der Wanderschaft noch immer etwas Unvergleichbares für sie. Und meist brauchte sie noch ein paar Stunden danach, bis sie schlafen konnte. Und da sie aktuell keine weitere Arbeit hatte, machte die Wanderheilerin sich noch - ohne ihr schweres Holzreff wohlgemerkt - auf den Weg und ging Spazieren. Obwohl sie schon viele Male in Farynn, und auch einige Male in Ishcateslieve gewesen war, hatte sie diese berühmten heißen Quellen noch nie gesehen. Man sagte ihnen nach, dass das hiesige Klima ganz besonders gesund sei und die heißen Quellen eine Wohltat. Ob das an den Salzen lag, die auch in den Minen um Ishcateslieve gefördert wurden? Ehrlich gesagt wusste sie es nicht... aber es interessierte sie. <br />
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Den Weg dorthin konnte man wohlgemerkt leicht finden, denn er war tatsächlich ausgeschildert. Nicht mit Worten, wohlgemerkt; die einfache Bevölkerung Farynns konnte zwar oftmals lesen, aber eben doch nicht jeder. Und so zeigten einfache, Bilder und Zeichnungen, wohin man sich wenden konnte. Lovis ließ sich Zeit und versuchte, den Weg dafür zu nutzen, um zu sich selbst zu finden. Sie brauchte das oft in letzter Zeit und wünschte sich, wieder einmal auf ihren Freund und Vertrauten zu treffen. Vielleicht hatte es sie auch deshalb nach den Erlebnissen im Krieg nach Farynn ziehen lassen. Einfach, weil sie den Waldläufer ihres Vertrauens genau dort vermutete. <br />
<br />
Völlig in Gedanken verpasste Lovis vermutlich die richtige Abzweigung und ging einfach dorthin, wo ihre Nase sie gerade führte - und obwohl sie nicht den richtigen Weg genommen hatte, fand sie schließlich doch einige heiße Quellen. Überwältigt von dem Anblick blieb sie für einen Augenblick stehen und betrachtete das Naturwunder, das sich ihr offenbarte. Mitten in den felsigen Hängen waren natürliche Becken, gefüllt mit Wasser, das von nirgendwoher zu kommen schien. Über der Wasseroberfläche hing ein Nebel - nein, vermutlich heißer Dampf, denn sie konnte die warme, salzhaltige Luft angenehm auf ihrer Haut fühlen. Neugierig ging sie auf die Knie und ließ ihre Hand über die Oberfläche des warmen, gelegentlich blubbernden Wassers gleiten, während sie mit der anderen Hand das heilige Symbol Heofaders gegen ihre Brust drückte, das sie um den Hals hängen hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[child, heed wisdom's call]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=171</link>
			<pubDate>Sun, 10 Mar 2024 17:06:24 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=0">Alys Flachnàn</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=171</guid>
			<description><![CDATA[Als einer von drei Hohepriesterinnen in Ceridwens Heiligtum war Alys Stellung sehr hervorgehoben gegenüber den anderen Priesterinnen. Das bedeutete auch, dass sie über private Gemächer verfügte, die sie nicht mit anderen Frauen teilen musste. Sie wurde bedient und den ganzen Tag über umsorgt. Und das war auch gut so, denn ihre Aufgaben waren sehr vielfältig, dauerten oftmals bis tief in die Nacht hinein und kannten keinen Feierabend. Was das anging, hatten die Priesterinnen ein deutlich geregelteres Leben. Heute Abend war Alys noch spät auf, denn es war an ihr, den Verlauf der Gestirne zu dokumentieren. Es war mühsam und sie merkte wieder einmal, wie hinderlich ihr verblassendes Augenlicht sein konnte. Die vor ihr ausgebreitete Sternenkarte füllte sich nur sehr langsam ... und ehrlich gesagt war Alys nicht einmal sicher, ob sie alles richtig eingezeichnet hatte. Denn andere Hilfsmittel als ihre Augen standen den Hohepriesterinnen nicht zur Verfügung. Einzig im Sommerland kannte man bereits fortschrittlichere Methoden, die jedoch eher hinter verschlossenen Türen wie kostbare Schätze gehütet wurden und höchstens einem König vorgestellt wurden - sofern er noch bei Sinnen war. Von Ridvan ben Sahid hörte man allerdings Anderes.<br />
<br />
Dennoch - das wenige, das Alys zu Lesen geglaubt hatte, beunruhigte sie zutiefst. Auch Alen hatte mit seinen mahnenden Worten seinen Teil beigetragen, um Alys wachzurütteln. Sie musste ihren Sohn nun zurückrufen, an ihre Seite, wenn sie ihn nicht an einen sinnlosen Krieg anderer Länder verschwendet sehen wollte. Obwohl es bereits bald Mitternacht war, befahl Alys einer anwesenden Dienerin, die ein Schweigegelübde zu Ehren der Göttin abgelegt hatte, nach ihrer großen Tochter zu schicken. Selbstverständlich war es Alys dabei vollkommen egal, ob Glynis sich bereits zum Schlafen auf ihr Lager gebettet hatte, oder nicht. Es war ihre Pflicht, dem Wort einer Hohepriesterin Folge zu leisten und umso mehr, wenn es sich dabei um ihre eigene Mutter handelte, die gerne nach Belieben über jedermann verfügte, der gerade in ihrer Nähe war. Doch ehrlich gesagt war sie da nicht anders als die anderen Hohepriesterinnen, die ebenso gebieterisch sein konnten. <br />
<br />
Bis ihre Tochter da war, legte Alys die Sternkarten beiseite und ging durch ihre Kammer, die von religiösen Symbolen an allen Wänden geziert wurde. Von der Decke und den Türrahmen hingen wohlriechende Kräuter herab, die man zum Trocknen und für den Duft aufgehängt hatte. Alys schritt bedachtsam an den Reihen von Büscheln vorbei und streckte sich schließlich, um ein Band mit einer Mischung von Kamille, Baldrian, Salbei und Thymian abzunehmen. Geschickt, weil sie diese einfachen Handlungen auch im Schlaf und mit geschlossenen Augen hätte verrichten können, zwickte sie mit dem Daumennagel einige Stiele ab und ließ die Blätter in zwei holzgeschnitzte Schalen fallen, die sie danach mit heißem Wasser von ihrer Feuerstelle übergoss. Das würde sie beide beruhigen. Und das war gut, denn Alys hatte ernste Dinge mit ihrer Tochter zu besprechen. Dinge, die sie nur mit ihr und nicht einer beliebigen Priesterin bereden konnte. <br />
Als es klopfte, hängte sie ihren Kessel gerade wieder über den schmiedeeisernen Arm, den sie dann wieder mit einem Schürhaken über die Feuerstelle schwenkte. <b>"Komm herein, Tochter. Du kannst uns allein lassen, Tegwen"</b>, sagte sie, bevor die andere Priesterin noch mit in ihre Gemächer kommen wollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Als einer von drei Hohepriesterinnen in Ceridwens Heiligtum war Alys Stellung sehr hervorgehoben gegenüber den anderen Priesterinnen. Das bedeutete auch, dass sie über private Gemächer verfügte, die sie nicht mit anderen Frauen teilen musste. Sie wurde bedient und den ganzen Tag über umsorgt. Und das war auch gut so, denn ihre Aufgaben waren sehr vielfältig, dauerten oftmals bis tief in die Nacht hinein und kannten keinen Feierabend. Was das anging, hatten die Priesterinnen ein deutlich geregelteres Leben. Heute Abend war Alys noch spät auf, denn es war an ihr, den Verlauf der Gestirne zu dokumentieren. Es war mühsam und sie merkte wieder einmal, wie hinderlich ihr verblassendes Augenlicht sein konnte. Die vor ihr ausgebreitete Sternenkarte füllte sich nur sehr langsam ... und ehrlich gesagt war Alys nicht einmal sicher, ob sie alles richtig eingezeichnet hatte. Denn andere Hilfsmittel als ihre Augen standen den Hohepriesterinnen nicht zur Verfügung. Einzig im Sommerland kannte man bereits fortschrittlichere Methoden, die jedoch eher hinter verschlossenen Türen wie kostbare Schätze gehütet wurden und höchstens einem König vorgestellt wurden - sofern er noch bei Sinnen war. Von Ridvan ben Sahid hörte man allerdings Anderes.<br />
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Dennoch - das wenige, das Alys zu Lesen geglaubt hatte, beunruhigte sie zutiefst. Auch Alen hatte mit seinen mahnenden Worten seinen Teil beigetragen, um Alys wachzurütteln. Sie musste ihren Sohn nun zurückrufen, an ihre Seite, wenn sie ihn nicht an einen sinnlosen Krieg anderer Länder verschwendet sehen wollte. Obwohl es bereits bald Mitternacht war, befahl Alys einer anwesenden Dienerin, die ein Schweigegelübde zu Ehren der Göttin abgelegt hatte, nach ihrer großen Tochter zu schicken. Selbstverständlich war es Alys dabei vollkommen egal, ob Glynis sich bereits zum Schlafen auf ihr Lager gebettet hatte, oder nicht. Es war ihre Pflicht, dem Wort einer Hohepriesterin Folge zu leisten und umso mehr, wenn es sich dabei um ihre eigene Mutter handelte, die gerne nach Belieben über jedermann verfügte, der gerade in ihrer Nähe war. Doch ehrlich gesagt war sie da nicht anders als die anderen Hohepriesterinnen, die ebenso gebieterisch sein konnten. <br />
<br />
Bis ihre Tochter da war, legte Alys die Sternkarten beiseite und ging durch ihre Kammer, die von religiösen Symbolen an allen Wänden geziert wurde. Von der Decke und den Türrahmen hingen wohlriechende Kräuter herab, die man zum Trocknen und für den Duft aufgehängt hatte. Alys schritt bedachtsam an den Reihen von Büscheln vorbei und streckte sich schließlich, um ein Band mit einer Mischung von Kamille, Baldrian, Salbei und Thymian abzunehmen. Geschickt, weil sie diese einfachen Handlungen auch im Schlaf und mit geschlossenen Augen hätte verrichten können, zwickte sie mit dem Daumennagel einige Stiele ab und ließ die Blätter in zwei holzgeschnitzte Schalen fallen, die sie danach mit heißem Wasser von ihrer Feuerstelle übergoss. Das würde sie beide beruhigen. Und das war gut, denn Alys hatte ernste Dinge mit ihrer Tochter zu besprechen. Dinge, die sie nur mit ihr und nicht einer beliebigen Priesterin bereden konnte. <br />
Als es klopfte, hängte sie ihren Kessel gerade wieder über den schmiedeeisernen Arm, den sie dann wieder mit einem Schürhaken über die Feuerstelle schwenkte. <b>"Komm herein, Tochter. Du kannst uns allein lassen, Tegwen"</b>, sagte sie, bevor die andere Priesterin noch mit in ihre Gemächer kommen wollte.]]></content:encoded>
		</item>
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