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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Farynn - Das Herbstland]]></title>
		<link>https://facingthestorm.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestorm.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 15:22:42 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[The Weight of What Awaits]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=829</link>
			<pubDate>Sat, 24 Jan 2026 18:15:18 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=176">Samir Al-Mazhir</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=829</guid>
			<description><![CDATA[Langsam war die Sonne über Dharan al-Bahr gesunken, hatte ihre Wärme mit sich genommen. Einzig und allein die Lehmwände der Häuser in den Straßen strahlten noch eine Erinnerung davon ab, sorgten dafür, dass die Menschen nicht froren, auch wenn so manchen ob der aufkommenden leichten Brise ein kalter Schauer über die mit perlendem Schweiß bedeckte Haut glitt. Die von der oft harten Arbeit im Freien gebräunten Gesichter nahmen einen entspannteren Ausdruck an, als der Abend Einzug hielt und mit ihm Ruhe einkehrte, sie sich eine Pause gönnen konnten, so sie nicht in den Schenken oder anderen bis spät in die Nacht geöffneten Etablissements ihr Tag- - oder in diesem Falle eher - Nachtwerk verrichteten. Hier und dort sah man Kinder lachend durch die Gassen huschen, aufgeschreckt von den Stimmen strenger Mütter und Großmütter, die sie zum Nachhausekommen ermahnten. Schließlich waren die Straßen Matariyyas kein Spielplatz nach Einbruch der Dunkelheit - zumindest nicht für so zarte Seelen, auch wenn manche von ihnen wahrscheinlich schon mehr dunkle Erinnerungen in sich trugen, als der Geist eines Adeligen hinter verschlossenen Palasttüren überhaupt vermochte aufzunehmen. Von einem der geöffneten Gasthäuser drang der Geruch von Curry, Zimt und gebratenem Hammel herüber, mischte sich mit der stickigen, von Sand geschwängerten Nachtluft und sorgte für ein Aroma, das der Stadt ganz eigen war. Eines, mit dem Samir aufgewachsen war, der nun vom Balkon seines Zimmers im Anwesen seiner Eltern aus das sich legende Treiben beobachtete. <br />
<br />
Ein Schatten hatte sich über das Gesicht des 29-Jährigen gelegt, der nichts mit den schwindenden Strahlen des glühenden Himmelskörpers zu tun hatte. Die blauen Augen, die ebenso markant herausstachen wie die fast modelliert zu scheinenden Wangenknochen des Dunkelhaarigen, schweiften über die Stadt, die er sein zu Hause nannte und der er doch in jüngeren Jahren und vor allem in seinen frühen, 20 Sommern , viel zu oft fern gewesen war. Sein Vater hatte darauf bestanden, dass er Kontakte knüpfte, an seinem diplomatischen Geschick feilte und seinem Elternhaus somit Vorteile einbrachte. Etwas, das ihm ob der bevorstehenden Verantwortung, die auf seinen Schultern lasten würde, hoffentlich zugute kommen würde. 3 Tage noch und ihm würde ein Schicksal zuteil werden, von dem er nie zu hoffen gewagt hatte. Wie ein Fiebertraum kam ihm der Moment vor, als der Rat ihn zum Nachfolger für den Thron bestimmt hatte. Und doch war er Wirklichkeit. Samir hätte selbst daran gezweifelt, so er nicht im Moment tagtäglich durch diverse Vorbereitungen auf das bevorstehende Fest daran erinnert worden war. In den meisten Fällen dienten sie ihm als willkommene Ablenkung, die ihn davon abhielt in Nervosität und Panik zu verfallen. Doch jetzt, in den stillen Momenten, da das rege Treiben verstummte und einem leisen Summen der ruhigen Lebendigkeit Raum gab, da fühlte er, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Wie ein leises Zittern in seine vom Schweiß benetzten Hände einkehrte und die Gedanken in seinem Kopf begannen, Kreise zu drehen. Zweifel zu sähen. <br />
<br />
Mit einem leisen Ruck stieß Samir sich vom Geländer des Balkons ab und trat durch die in der Nachtluft wehenden Vorhänge, die den Eingang zu seinen Gemächern verhüllten. Der Stoff fühlte sich beinahe schon warm auf seiner abgekühlten Haut an. Ein Gefühl, das er selten kannte, war er doch ein Sonnenkind das die Wärme liebte und sonst selten fror. Anders als jene, die so lange unter der Krone gelitten hatten. Deren Körper von den Strapazen ausgemergelt waren und um jedes Stück Brot, um sauberes Wasser und etwas zertretenes Obst auf den Böden kämpften. All das würde sich ändern, das hatte Samir sich felsenfest vorgenommen. Und doch. Da war diese leise Stimme in seinem Hinterkopf, hinterhältig, zischend und süßlich-strafend, die ihn fragte, wie er all das zu bewerkstelligen gedachte. Die seine Autorität hinterfragte. Ihn klein machte und verhöhnte. Der junge Mann schluckte, wischte sich die Handflächen an seinen Leinenhosen ab und trat an einen kleinen Tisch, auf dem kühler, gesüßter Wein auf ihn wartete. Daneben hatte man eine kleine Platte mit Oliven, getrockneten Tomaten und Käse platziert. Seiner Mutter war in den letzten Tagen wohl aufgefallen, dass ihr Sohn kaum einen Bissen herunterbrachte. Mit unruhigen Fingern griff er also nach der Karaffe und goss eines der Gläser zur Hälfte voll. Vorsorglich hatte man ein zweites bereitgestellt, denn es war ein unausgesprochenes Geheimnis, dass er seine Nächte im seltensten Fall alleine verbrachte. Und auch an diesem Abend hoffte er, dass er dies nicht müssen würde. Ihn jener Mann, der nicht nur seine Gedanken sondern vor allem auch sein Herz bestimmte, ihm nicht fern bleiben würde.<br />
<br />
Bereits die ersten Tropfen des süßen, alkoholhaltigen Traubensaftes beruhigten Samirs Nerven merklich. Leise zwang er sich dazu, langsam und tief ein und aus zu atmen, um seinen rasenden Puls zu verlangsamen und der Panik keinen Raum zu geben, denn sofort drangen ihm wieder die Worte seines Vaters ins Gedächtnis. Das Volk brauchte einen starken König, zu dem es aufsehen konnte. Keinen Schwächling mit flatternden Nerven, der sich seiner Sache nicht sicher war. Aber das war er. Er wusste, woran es den Menschen fehlte - oder zumindest glaubte er es zu wissen. Wo sein Platz war und was er erreichen wollte. Und sollte er doch einmal schwanken, so hatte er Tariq an seiner Seite, der ihm den rechten Weg wies. Eine Stütze war. Sein Fels in der Brandung - aber gerade noch mit Abwesenheit glänzte. Das dem nicht mehr lange so sein würde war Samir sich sehr sicher, denn der Abend war noch jung und an seiner Seite zu sein, ihn zu unterstützen, nun einmal nicht die einzige Aufgabe seines Geliebten. Oh und wie er diesen Mann liebte. Ein leises Lächeln schob sich auf die Lippen des zukünftigen Königs, ehe er einen erneuten, kleinen Schluck nahm. Für ihn würde er die Welt aus den Angeln heben - oder veranlassen, dass es geschah.<br />
<br />
<span style="font-size: xx-small;" class="mycode_size">Penis.</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Langsam war die Sonne über Dharan al-Bahr gesunken, hatte ihre Wärme mit sich genommen. Einzig und allein die Lehmwände der Häuser in den Straßen strahlten noch eine Erinnerung davon ab, sorgten dafür, dass die Menschen nicht froren, auch wenn so manchen ob der aufkommenden leichten Brise ein kalter Schauer über die mit perlendem Schweiß bedeckte Haut glitt. Die von der oft harten Arbeit im Freien gebräunten Gesichter nahmen einen entspannteren Ausdruck an, als der Abend Einzug hielt und mit ihm Ruhe einkehrte, sie sich eine Pause gönnen konnten, so sie nicht in den Schenken oder anderen bis spät in die Nacht geöffneten Etablissements ihr Tag- - oder in diesem Falle eher - Nachtwerk verrichteten. Hier und dort sah man Kinder lachend durch die Gassen huschen, aufgeschreckt von den Stimmen strenger Mütter und Großmütter, die sie zum Nachhausekommen ermahnten. Schließlich waren die Straßen Matariyyas kein Spielplatz nach Einbruch der Dunkelheit - zumindest nicht für so zarte Seelen, auch wenn manche von ihnen wahrscheinlich schon mehr dunkle Erinnerungen in sich trugen, als der Geist eines Adeligen hinter verschlossenen Palasttüren überhaupt vermochte aufzunehmen. Von einem der geöffneten Gasthäuser drang der Geruch von Curry, Zimt und gebratenem Hammel herüber, mischte sich mit der stickigen, von Sand geschwängerten Nachtluft und sorgte für ein Aroma, das der Stadt ganz eigen war. Eines, mit dem Samir aufgewachsen war, der nun vom Balkon seines Zimmers im Anwesen seiner Eltern aus das sich legende Treiben beobachtete. <br />
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Ein Schatten hatte sich über das Gesicht des 29-Jährigen gelegt, der nichts mit den schwindenden Strahlen des glühenden Himmelskörpers zu tun hatte. Die blauen Augen, die ebenso markant herausstachen wie die fast modelliert zu scheinenden Wangenknochen des Dunkelhaarigen, schweiften über die Stadt, die er sein zu Hause nannte und der er doch in jüngeren Jahren und vor allem in seinen frühen, 20 Sommern , viel zu oft fern gewesen war. Sein Vater hatte darauf bestanden, dass er Kontakte knüpfte, an seinem diplomatischen Geschick feilte und seinem Elternhaus somit Vorteile einbrachte. Etwas, das ihm ob der bevorstehenden Verantwortung, die auf seinen Schultern lasten würde, hoffentlich zugute kommen würde. 3 Tage noch und ihm würde ein Schicksal zuteil werden, von dem er nie zu hoffen gewagt hatte. Wie ein Fiebertraum kam ihm der Moment vor, als der Rat ihn zum Nachfolger für den Thron bestimmt hatte. Und doch war er Wirklichkeit. Samir hätte selbst daran gezweifelt, so er nicht im Moment tagtäglich durch diverse Vorbereitungen auf das bevorstehende Fest daran erinnert worden war. In den meisten Fällen dienten sie ihm als willkommene Ablenkung, die ihn davon abhielt in Nervosität und Panik zu verfallen. Doch jetzt, in den stillen Momenten, da das rege Treiben verstummte und einem leisen Summen der ruhigen Lebendigkeit Raum gab, da fühlte er, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Wie ein leises Zittern in seine vom Schweiß benetzten Hände einkehrte und die Gedanken in seinem Kopf begannen, Kreise zu drehen. Zweifel zu sähen. <br />
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Mit einem leisen Ruck stieß Samir sich vom Geländer des Balkons ab und trat durch die in der Nachtluft wehenden Vorhänge, die den Eingang zu seinen Gemächern verhüllten. Der Stoff fühlte sich beinahe schon warm auf seiner abgekühlten Haut an. Ein Gefühl, das er selten kannte, war er doch ein Sonnenkind das die Wärme liebte und sonst selten fror. Anders als jene, die so lange unter der Krone gelitten hatten. Deren Körper von den Strapazen ausgemergelt waren und um jedes Stück Brot, um sauberes Wasser und etwas zertretenes Obst auf den Böden kämpften. All das würde sich ändern, das hatte Samir sich felsenfest vorgenommen. Und doch. Da war diese leise Stimme in seinem Hinterkopf, hinterhältig, zischend und süßlich-strafend, die ihn fragte, wie er all das zu bewerkstelligen gedachte. Die seine Autorität hinterfragte. Ihn klein machte und verhöhnte. Der junge Mann schluckte, wischte sich die Handflächen an seinen Leinenhosen ab und trat an einen kleinen Tisch, auf dem kühler, gesüßter Wein auf ihn wartete. Daneben hatte man eine kleine Platte mit Oliven, getrockneten Tomaten und Käse platziert. Seiner Mutter war in den letzten Tagen wohl aufgefallen, dass ihr Sohn kaum einen Bissen herunterbrachte. Mit unruhigen Fingern griff er also nach der Karaffe und goss eines der Gläser zur Hälfte voll. Vorsorglich hatte man ein zweites bereitgestellt, denn es war ein unausgesprochenes Geheimnis, dass er seine Nächte im seltensten Fall alleine verbrachte. Und auch an diesem Abend hoffte er, dass er dies nicht müssen würde. Ihn jener Mann, der nicht nur seine Gedanken sondern vor allem auch sein Herz bestimmte, ihm nicht fern bleiben würde.<br />
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Bereits die ersten Tropfen des süßen, alkoholhaltigen Traubensaftes beruhigten Samirs Nerven merklich. Leise zwang er sich dazu, langsam und tief ein und aus zu atmen, um seinen rasenden Puls zu verlangsamen und der Panik keinen Raum zu geben, denn sofort drangen ihm wieder die Worte seines Vaters ins Gedächtnis. Das Volk brauchte einen starken König, zu dem es aufsehen konnte. Keinen Schwächling mit flatternden Nerven, der sich seiner Sache nicht sicher war. Aber das war er. Er wusste, woran es den Menschen fehlte - oder zumindest glaubte er es zu wissen. Wo sein Platz war und was er erreichen wollte. Und sollte er doch einmal schwanken, so hatte er Tariq an seiner Seite, der ihm den rechten Weg wies. Eine Stütze war. Sein Fels in der Brandung - aber gerade noch mit Abwesenheit glänzte. Das dem nicht mehr lange so sein würde war Samir sich sehr sicher, denn der Abend war noch jung und an seiner Seite zu sein, ihn zu unterstützen, nun einmal nicht die einzige Aufgabe seines Geliebten. Oh und wie er diesen Mann liebte. Ein leises Lächeln schob sich auf die Lippen des zukünftigen Königs, ehe er einen erneuten, kleinen Schluck nahm. Für ihn würde er die Welt aus den Angeln heben - oder veranlassen, dass es geschah.<br />
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<span style="font-size: xx-small;" class="mycode_size">Penis.</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Good for Nothing but Die]]></title>
			<link>https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=822</link>
			<pubDate>Sun, 14 Dec 2025 10:27:30 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/member.php?action=profile&uid=21">Ivar Lorenson</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=822</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/72/3f/64/723f64c2ea77e9d530cef06494f5e4b5.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;color:black;">  .<br />
<br />
<div style="font-size:14px;font-family:'Cinzel';"> </div>
</div>
<br />
Schon seit gestern brachen kleine Wellen die glatte Oberfläche des großen Sees zu Ivars linken Seite. Nebel hatte sich über das Ufer gelegt, der Boden weich und matschig unter den Hufen von <i>’Pferd’</i>, Ivars Pferd. Ein guter Geselle. War vielleicht morgens etwas schwer aus dem trägen Schritt zu bekommen, weil er auch nicht mehr der Jüngste war, aber zeigte sich bei den felsigen Wegen und den langen Strecken ziemlich unbeeindruckt. Sein Herr war monatelang nicht vorbeigekommen, um ihn abzuholen? Kein Problem, der Stallmeister hatte Ivar deutlich gemacht, dass er jeden Tag für das Durchfüttern seines Freundes hier halt doppelt so viel berechnete als anfangs vereinbart - und Ivar hatte auf die Bezahlung sogar noch ein blaues Auge und den Backenzahn des Stallmeisters oben drauf gesetzt. Genau das hielt er nämlich von Leuten, die er dabei erwischte, seinen wenigen Besitz zu verkaufen und sich dann damit rauszureden, dass der Stall in Westgate ja größer wäre. <br />
Dem Söldner machte das nichts aus, im Freien zu übernachten, im Gegenteil. Er hatte es vermisst mit seinem alten Kumpel Pferd und ein paar Wölfen in den Bäumen allein zu sein, das Feuer vor sich knistern zu hören und sonst weit und breit keiner Menschenseele irgendeine Rechenschaft schuldig zu sein. Die Schönheit der Natur lag in ihrer Rauheit, in ihrem Dreck, der an Ivars Haut unter der Kleidung klebte, an kalten Nächten und feuchten Morgenden, die man für sich und nur für sich allein hatte. In den Bergen, wo man über nassen Kies lief und sein Pferd neben sich führte. In den Wäldern, dunkel und verwunschen im bewölkten Farynn auch im Tageslicht. Auf den weiten Ebenen und den Hügeln mit dem feuchten Gras, egal ob es am Vortag noch geregnet hatte oder nicht. <br />
Kein Wunder, dass sich der Drache ausgerechnet das Herbstland ausgesucht hatte. Es musste einen heiden Spaß machen, im Nebel über den Köpfen derer zu fliegen, die in den letzten Jahrhunderten verlernt hatten, nach oben zu schauen.<br />
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/fffab5a7cddb9a04cdd6e687bc8cbff6/tumblr_mjm4i25vMe1rhq3rjo12_r4_250.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Die letzte Menschenseele, die Ivar begegnet war, war ein alter Priester gewesen auf den Weg zu seinem Bergtempel, vor zwei Tagen, als er ihm bestätigt hatte, dass eine der todesmutigen Gruppen vor wenigen Tagen seinen Weg gekreuzt hatte. Todesmutig, weil er zu alt war, Mythen zu jagen, natürlich; weil es eine gewisse Position von Wahnsinn brauchte, um sich auf die Suche nach einem Drachen zu machen. Oder, im Fall von Ivar, einfach nur ein Gespür von Gold, das sich anders in den Händen anfühlte, wenn man dafür waghalsig sein Leben aufs Spiel setzte. Letztendlich hatte er doch nur auf die Chance gewartet, sein Leben dumm herauszufordern - damit Heofaders Arsch sich auch ja nicht darauf ausruhte, sein Ausreißer-Schäfchen endlich in Sicherheit zu wissen.<br />
Der See, der irgendwann am Ende des Horizontes ins Meer münden musste - war es dann überhaupt ein See? - erstreckte sich in einer spiegelglatten Oberfläche zu Ivars und Pferds Linken, seit er in den ersten Morgenstrahlen, die sachte durch die Nebeldecke fielen, sein Lager abgebrochen und das Feuer platt getreten hatte. Die Strahlen waren irgendwann über seinen Kopf gewandert, hatten aber nie die graue Wolkendecke durchbrochen. Es war ein miserabler Tag, und Ivar liebte miserable Tage. Er empfand eine merkwürdige Freude dabei, die langen Gesichter von anderen zu sehen, wenn sie ihre Überkleider enger um ihren Körper schlangen und sich weigern wollten, einen Fuß vor die Tür zu setzen. <br />
Was Ivar auch äußerst amüsierte waren Menschen, die trotz des schlechten Wetters draußen waren und am liebsten jede Sekunde dafür verfluchten, dass sie existierte - so stellte er sich die Gestalt vor, die wenige Meter vor ihm knietief im Wasser stand und einer Beschäftigung nachging, die man im besten Fall als tollpatschiges Fischen bezeichnen konnte. Mit einem Messer in der Hand, das natürlich nicht viel helfen würde, wenn man nicht schnell genug war, einen Fisch aus dem Wasser zu schnappen. Ja, die Frau vor ihm musste ihren Tag auch verfluchen, und Heofader gleich mit dazu. Ob der Söldner der armen Frau zu Hilfe eilen wollte?<br />
Klar, sicher nicht. Der Rücken seines Pferdes, das er nun zum Stehenbleiben anhielt, war viel wärmer als der Matsch unter ihm, und der Blick auf die Frau aus der Höhe gerade richtig, um das Spektakel vor sich gemütlich zu beobachten - bis sie ihn bemerkte oder, noch unwahrscheinlicher, es doch tatsächlich schaffte, so einen Fisch zu fangen. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/72/3f/64/723f64c2ea77e9d530cef06494f5e4b5.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;color:black;">  .<br />
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Schon seit gestern brachen kleine Wellen die glatte Oberfläche des großen Sees zu Ivars linken Seite. Nebel hatte sich über das Ufer gelegt, der Boden weich und matschig unter den Hufen von <i>’Pferd’</i>, Ivars Pferd. Ein guter Geselle. War vielleicht morgens etwas schwer aus dem trägen Schritt zu bekommen, weil er auch nicht mehr der Jüngste war, aber zeigte sich bei den felsigen Wegen und den langen Strecken ziemlich unbeeindruckt. Sein Herr war monatelang nicht vorbeigekommen, um ihn abzuholen? Kein Problem, der Stallmeister hatte Ivar deutlich gemacht, dass er jeden Tag für das Durchfüttern seines Freundes hier halt doppelt so viel berechnete als anfangs vereinbart - und Ivar hatte auf die Bezahlung sogar noch ein blaues Auge und den Backenzahn des Stallmeisters oben drauf gesetzt. Genau das hielt er nämlich von Leuten, die er dabei erwischte, seinen wenigen Besitz zu verkaufen und sich dann damit rauszureden, dass der Stall in Westgate ja größer wäre. <br />
Dem Söldner machte das nichts aus, im Freien zu übernachten, im Gegenteil. Er hatte es vermisst mit seinem alten Kumpel Pferd und ein paar Wölfen in den Bäumen allein zu sein, das Feuer vor sich knistern zu hören und sonst weit und breit keiner Menschenseele irgendeine Rechenschaft schuldig zu sein. Die Schönheit der Natur lag in ihrer Rauheit, in ihrem Dreck, der an Ivars Haut unter der Kleidung klebte, an kalten Nächten und feuchten Morgenden, die man für sich und nur für sich allein hatte. In den Bergen, wo man über nassen Kies lief und sein Pferd neben sich führte. In den Wäldern, dunkel und verwunschen im bewölkten Farynn auch im Tageslicht. Auf den weiten Ebenen und den Hügeln mit dem feuchten Gras, egal ob es am Vortag noch geregnet hatte oder nicht. <br />
Kein Wunder, dass sich der Drache ausgerechnet das Herbstland ausgesucht hatte. Es musste einen heiden Spaß machen, im Nebel über den Köpfen derer zu fliegen, die in den letzten Jahrhunderten verlernt hatten, nach oben zu schauen.<br />
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/fffab5a7cddb9a04cdd6e687bc8cbff6/tumblr_mjm4i25vMe1rhq3rjo12_r4_250.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Die letzte Menschenseele, die Ivar begegnet war, war ein alter Priester gewesen auf den Weg zu seinem Bergtempel, vor zwei Tagen, als er ihm bestätigt hatte, dass eine der todesmutigen Gruppen vor wenigen Tagen seinen Weg gekreuzt hatte. Todesmutig, weil er zu alt war, Mythen zu jagen, natürlich; weil es eine gewisse Position von Wahnsinn brauchte, um sich auf die Suche nach einem Drachen zu machen. Oder, im Fall von Ivar, einfach nur ein Gespür von Gold, das sich anders in den Händen anfühlte, wenn man dafür waghalsig sein Leben aufs Spiel setzte. Letztendlich hatte er doch nur auf die Chance gewartet, sein Leben dumm herauszufordern - damit Heofaders Arsch sich auch ja nicht darauf ausruhte, sein Ausreißer-Schäfchen endlich in Sicherheit zu wissen.<br />
Der See, der irgendwann am Ende des Horizontes ins Meer münden musste - war es dann überhaupt ein See? - erstreckte sich in einer spiegelglatten Oberfläche zu Ivars und Pferds Linken, seit er in den ersten Morgenstrahlen, die sachte durch die Nebeldecke fielen, sein Lager abgebrochen und das Feuer platt getreten hatte. Die Strahlen waren irgendwann über seinen Kopf gewandert, hatten aber nie die graue Wolkendecke durchbrochen. Es war ein miserabler Tag, und Ivar liebte miserable Tage. Er empfand eine merkwürdige Freude dabei, die langen Gesichter von anderen zu sehen, wenn sie ihre Überkleider enger um ihren Körper schlangen und sich weigern wollten, einen Fuß vor die Tür zu setzen. <br />
Was Ivar auch äußerst amüsierte waren Menschen, die trotz des schlechten Wetters draußen waren und am liebsten jede Sekunde dafür verfluchten, dass sie existierte - so stellte er sich die Gestalt vor, die wenige Meter vor ihm knietief im Wasser stand und einer Beschäftigung nachging, die man im besten Fall als tollpatschiges Fischen bezeichnen konnte. Mit einem Messer in der Hand, das natürlich nicht viel helfen würde, wenn man nicht schnell genug war, einen Fisch aus dem Wasser zu schnappen. Ja, die Frau vor ihm musste ihren Tag auch verfluchen, und Heofader gleich mit dazu. Ob der Söldner der armen Frau zu Hilfe eilen wollte?<br />
Klar, sicher nicht. Der Rücken seines Pferdes, das er nun zum Stehenbleiben anhielt, war viel wärmer als der Matsch unter ihm, und der Blick auf die Frau aus der Höhe gerade richtig, um das Spektakel vor sich gemütlich zu beobachten - bis sie ihn bemerkte oder, noch unwahrscheinlicher, es doch tatsächlich schaffte, so einen Fisch zu fangen. <br />
</div>]]></content:encoded>
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