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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Lexikon

Bestiarium

Bestiarium
Die Wandler
Sie sind ein Schwarm, obschon jeder von ihnen über ein eigenes Bewusstsein verfügt und selbstständig handeln kann. Wandler leben bevorzugt in den dunklen, dicht bewachsenen Waldregionen Tír Nuas, fern größerer Siedlungen und Handelswege. Dort existieren sie meist verborgen vor den übrigen Völkern und vermeiden direkten Kontakt, wann immer dies möglich ist.
Trotz zahlreicher Geschichten gelten sie nicht als grundlos aggressive Wesen. Viele elfische Gelehrte gehen inzwischen davon aus, dass Wandler in erster Linie territorial und zurückgezogen leben. Konflikte entstehen meist dann, wenn Nahrung knapp wird, ein Schwarm gestört wird oder einzelne Wandler über längere Zeit hungern mussten.
Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um Gestaltwandler. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie ihre tatsächliche Erscheinung aussieht. Berichte von Überlebenden widersprechen sich teilweise deutlich. Manche sprechen von bleicher Haut und unnatürlich langen Fingern, andere erinnern sich lediglich an dunkle Augen oder verzerrte Bewegungen. Häufig bleibt unklar, wie viel davon tatsächlicher Beobachtung und wie viel panischer Erinnerung entspringt.
Ein Wandler nimmt in der Regel eine Gestalt an, die möglichst wenig Aufmerksamkeit erregt. Dafür muss er nicht zwangsläufig die Haut eines Opfers tragen, auch wenn genau dies möglich ist. Mit ihren außergewöhnlich scharfen Klauen sind sie in der Lage, Haut nahezu vollständig vom Körper zu lösen und wie einen Überwurf zu tragen. Auf diese Weise können sie das Erscheinungsbild eines anderen Wesens erschreckend präzise imitieren.
Allerdings endet die Nachahmung meist beim Äußeren. Erinnerungen, emotionale Bindungen und vertraute Verhaltensweisen lassen sich nur begrenzt kopieren. Insbesondere eng verbundene Elfen oder magisch gebundene Tiere reagieren häufig misstrauisch auf einen Wandler, selbst wenn sie den Grund dafür nicht benennen können.
Hinzu kommt, dass Silber bereits in kleinen Mengen schwere Verbrennungen verursacht. Auch direktes Sonnenlicht setzt Wandlern sichtbar zu. Viele von ihnen meiden deshalb offene Flächen am Tag vollständig und bewegen sich bevorzugt während der Dämmerung oder nachts.

Angriffe auf Elfen sind vergleichsweise selten und erfolgen meist nur bei extremer Nahrungsknappheit oder wenn ein einzelner Wandler von seinem Schwarm getrennt wurde. Dennoch bleibt die Gefahr ernstzunehmend. Schon ein einzelner Wandler kann erheblichen Schaden innerhalb einer Siedlung anrichten, bevor seine Tarnung auffliegt.
Aus diesem Grund werden Fremde an elfischen Stadttoren sorgfältig überprüft, selbst dann, wenn es sich um bekannte Reiter oder Angehörige verbündeter Gruppen handelt.

Merkmale sind außerdem:
  • Geruch nach abgestandenem, altem Blut
  • Uncanny Valley (wirkt vertraut, aber gleichermaßen fürchterlich falsch)
  • scheinbar ungesunde Hautfarbe ohne jegliche weitere Symptome


Wyvern
Wyvern gehören zu den gefährlichsten bekannten Raubtieren Tír Nuas. Besonders häufig treten sie in schwer zugänglichen Gebirgsregionen sowie entlang zerklüfteter Küsten auf, wo starke Aufwinde ihre Jagd begünstigen. Im Gegensatz zu echten Drachen verfügen Wyvern über keine Verbindung zu den magischen Strömungen und besitzen keine eigene Magie. Dennoch erinnern ihre Körperformen entfernt an jene der Drachen, weshalb sie von Menschen häufig mit diesen verwechselt werden.
Wyvern besitzen zwei kräftige Hinterläufe sowie ein Flügelpaar, das gleichzeitig als Vordergliedmaßen dient. Ihr Körperbau ist leichter und schmaler als der eines Drachen, wodurch sie deutlich schneller und aggressiver wirken. Viele Arten erreichen dennoch Spannweiten, die groß genug sind, um Pferde oder kleinere Boote anzugreifen.
Sie gelten als ausgesprochen territoriale Jäger. Besonders während der Brutzeit reagieren sie extrem aggressiv auf Eindringlinge. Die meisten Angriffe erfolgen aus der Luft. Dabei stoßen Wyvern mit hoher Geschwindigkeit herab, verletzen ihre Beute mit Klauen oder Biss und ziehen sich anschließend wieder zurück.
Einige Arten verfügen über giftige Stacheln oder Speichel, der schwere Entzündungen auslösen kann.
Trotz ihrer Gefährlichkeit werden Wyvern von den Elfen nicht wahllos gejagt. Sie gelten als Teil des natürlichen Gleichgewichts Tír Nuas. Bekämpft werden sie in erster Linie dann, wenn sie Siedlungen, Handelswege oder größere Tierherden bedrohen.
Vor allem junge Rekruten der Marcra na Tíre werden regelmäßig mit Geschichten über Wyvernangriffe konfrontiert. Nicht selten dienen diese Erzählungen allerdings auch dazu, unerfahrene Soldaten einzuschüchtern.

Einhörner
Einhörner gehören zu den seltensten bekannten Wesen Tír Nuas. Selbst unter den Elfen existieren zahlreiche Geschichten über Begegnungen mit ihnen, während tatsächliche Sichtungen ausgesprochen ungewöhnlich bleiben. Viele Elfen verbringen ihr gesamtes Leben, ohne jemals eines dieser Tiere zu Gesicht zu bekommen. Sie leben bevorzugt in abgelegenen Waldregionen, alten Lichtungen oder Gebieten mit besonders starken magischen Strömungen. Auffällig ist, dass Einhörner Orte menschlicher oder elfischer Besiedlung meist meiden. Einige Strömungsleser vermuten, dass sie empfindlich auf Unruhe, Disharmonie oder größere Eingriffe in das natürliche Gleichgewicht reagieren.
Äußerlich erinnern Einhörner an hochgewachsene, außergewöhnlich schlanke Pferde mit langem Halsbau und schmalen Gliedmaßen. Ihr Fell ist häufig hell, kann jedoch je nach Region unterschiedliche Farbtöne annehmen. Besonders auffällig ist das einzelne Horn auf ihrer Stirn, dessen Oberfläche beinahe wie polierter Stein wirkt und feine, natürlich gewachsene Strukturen aufweist.
Trotz ihres friedlichen Erscheinungsbildes gelten Einhörner keineswegs als ungefährlich. Sie sind ausgesprochen wachsam, intelligent und reagieren empfindlich auf Bedrohungen. Werden sie bedrängt oder in die Enge getrieben, verteidigen sie sich mit erheblicher Geschwindigkeit und Präzision. Vor allem ausgewachsene Tiere können selbst größere Raubtiere schwer verletzen oder töten.
Unter Elfen existiert die weit verbreitete Annahme, dass Einhörner magische Strömungen wahrnehmen können. Manche behaupten sogar, sie würden aktiv Orte aufsuchen, an denen das Gleichgewicht gestört wurde. Gesicherte Erkenntnisse dazu existieren allerdings nicht.
Anders als Pferde lassen Einhörner keine dauerhafte Bindung zu einem Reiter zu. Versuche, sie einzufangen oder dauerhaft zu halten, endeten in der Vergangenheit meist tödlich – entweder für das Tier oder für denjenigen, der glaubte, es besitzen zu können.
Eine Begegnung mit einem Einhorn wird unter Elfen häufig als bedeutendes Zeichen verstanden. Welche Bedeutung genau dahinter steckt, darüber herrscht allerdings keine Einigkeit.

Allgemeine Fauna
Abseits der drei genannten Spezies ist die Fauna von Tír Nua eher unauffällig. Der Kontinent wird von vielen Tierarten bewohnt, die jenen aus Arcandas stark ähneln oder mit ihnen verwandt zu sein scheinen. Hirsche, Wölfe, Wildkatzen, Füchse, Bären, Raubvögel und zahlreiche kleinere Tiere gehören ebenso selbstverständlich zur Landschaft wie Pferdeherden, Küstenvögel oder Fische entlang der weitläufigen Küstenregionen.
Allerdings berichten Reisende und Jäger immer wieder davon, dass viele Tiere Tír Nuas ungewöhnlich groß, widerstandsfähig oder intelligent wirken. Besonders in abgelegenen Regionen entwickeln manche Arten auffällige Unterschiede zu ihren Verwandten aus Arcandas. So existieren im Norden beinahe schneeweiße Wolfsrudel, während einige Hirscharten deutlich größere Geweihe ausbilden als gewöhnlich.
Auch die Pferde Tír Nuas gelten als außergewöhnlich aufmerksam und eigenwillig. Viele Elfen sind überzeugt davon, dass Tiere Veränderungen innerhalb ihrer Umgebung deutlich früher wahrnehmen als andere Wesen. Vor allem vor Stürmen, Naturkatastrophen oder größeren magischen Ereignissen zeigt sich dieses Verhalten immer wieder.
Die Tierwelt des Kontinents ist trotz der langen Besiedlung noch immer nicht vollständig erforscht. Vor allem dichte Wälder, Gebirgsregionen und schwer zugängliche Küstengebiete gelten als unberechenbar und werden nur selten dauerhaft besiedelt.
Die Elfen selbst greifen nur begrenzt in die natürliche Tierwelt ein. Viele Regionen bleiben bewusst unberührt und werden lediglich beobachtet. Das Gleichgewicht zwischen Siedlungen und Natur besitzt innerhalb ihrer Gesellschaft einen hohen Stellenwert.