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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Lexikon

Das Volk der Nomaden

Nomaden
Die Nomaden sind ein kleines Volk, das die weiten, unbarmherzigen Wüsten von Matariyya ihr Zuhause nennt. Sie leben in einer Clanstruktur mit zahlreichen, abgezweigten Stämmen und kümmern sich nicht um die Angelegenheiten der anderen Reiche. Obwohl sie sich die kleine Landfläche der Inseln mit den Matariyyanern teilen, differenziert man sie ganz klar als eigenes, isoliertes Volk. Begrenzt kann man Kontakt mit ihnen aufbauen, wenn man sich ihren Karawanen anschließt oder seltene Schätze aus der Wüste von ihnen kauft, doch im Allgemeinen bleiben sie lieber unter sich und lassen Außenseiter in der Regel nicht in ihre engeren Kreise.

Aussehen
Ein echter Nomade ist leicht differenzierbar von der restlichen matariyyanischen Bevölkerung. Sie sind relativ groß gewachsen, schlank und haben trotz der ständigen Aussetzung in der Sonne recht helle Haut im Vergleich zu den anderen Sommerländern. Ihr Körper ist an die Wüste angepasst und Entbehrlichkeiten gewohnt, weshalb man unter den Männern nur wenige Übergewichtige sieht und unter den Frauen kaum Kurven.
Auffallende Merkmale sind die mandelförmigen Augen (wir orientieren uns am ostasiatischen Erscheinungsbild) und die ausnahmslos schwarzen Haare, oft glatt, lang und in Zöpfen getragen, auch von Männern.

Ihre Kleidung ist ausschließlich selbst angefertigt in einer Mischung aus vielen robusten, leichten Lagen bestehend aus Tüchern oder Ziegenfellen, die sie tagsüber vor der Sonne und nachts vor den kalten Temperaturen schützen. Schmuck zeigt sich spärlich in Form von gefärbten Bändern, Holzperlen, Federn oder Raubtierzähnen.

Gesellschaftsstruktur
Die Nomaden leben in einem friedlichen Konglomerat aus zahlreichen Stämmen, die an und für sich autark agieren und nur für bestimmte gesellschaftliche Ereignisse zusammenkommen. Jeder Stamm hat ein männliches Oberhaupt und in der Regel eine weibliche spirituelle Führerin. Wenn es um stammesübergreifende Entscheidungen geht, hat der Ältestenrat hingegen das letzte Wort.

Jeder Stamm funktioniert wie ein Organismus und kann alleine überleben, übernimmt im Gesamten aber eine spezielle Funktion als Teil der Gesellschaft. Der Bai-Stamm zum Beispiel ist dafür bekannt, die besten Schamanen hervorzubringen. Der Gao-Stamm bildet seine Söhne nach einem Kodex aus und entsendet seine Krieger nicht selten zum Schutz von Karawanen.

Heirat ist aus diesem Grund absolut pragmatisch und verbindlich. Es gibt einen regen Austausch zwischen den Stämmen von ausgebildeten jungen Leuten, die in einen anderen Stamm heiraten, um dort eine leere Position einzunehmen und den Organismus am Laufen zu halten. Ehen werden von den Ältesten entschieden und organisiert, für das Wohl des Volkes, nicht nach dem Wunsch eines Individuums.

Die Demographie der Nomaden ist durch das entbehrliche Leben eher jung. Es gibt viele Kinder - nicht alle von ihnen erreichen das Erwachsenenalter - und wenige Ältere, welche in der Gesellschaft einen besonderen Stellenwert haben. Den Ältesten wird viel Respekt entgegengebracht und eine besondere, spirituelle Verbindung zu den Ahnen nachgesagt.


Besondere Orte

Oase der tausend Feuer

Die heiligste Stätte der Nomaden befindet auf einer südlichen Insel umgeben und geschützt von einem natürlichen, meterhohen, kahlen Klippenwall. Man gelangt nur durch einen schmalen Pass in die Oase und sollte die steilen Wände aufmerksam beobachten, da es schonmal zu Steinschlag kommen kann.
Die Oase selbst ist grün, gespeist vom Wasser des Teiches, der in ihrer Mitte ruht. In der Nacht spiegelt er all die Sterne am Himmel wider, so klar, dass man glauben könnte, die Sterne wären auf die Erde geholt worden.
Die Nomaden kommen hier einmal im Jahr zusammen, um Zha'ruun zu feiern, das Fest des wiederkehrenden Feuers. Es ist ein hoch spiritueller Ort, um den sich einige Legenden ranken, und ihm wird nachgesagt, dass er damals von den Drachen gesegnet wurde. Man sagt auch, dass sich Träume hier lebendiger anfühlen, dass man Verstorbenen begegnen kann, und dass das Wasser des Teiches heilende Wirkung hat.


Die weißen Dünen

Dies ist ein kleiner Abschnitt im südöstlichen Landstreifen von Matariyyas Hauptinsel. Man braucht etwa einen Tagesmarsch, um ihn zu durchqueren, aber viele Nicht-Nomaden vermeiden ihn und nehmen lieber einen Umweg.
Der Grund dafür ist, dass die fast weißen Dünen gespenstisch still sind. Nicht einmal der Wind weht hindurch. Manchmal kann man die Fußspuren anderer Karawanen noch im Sand erkennen, oder es sind die Seelen der Verstorbenen, an die sich hier erinnert wird.
Die Nomaden passieren diesen Landstreifen schweigend zum Tag des Wüstenwindes. Manch einem soll in dieser Zeit ein Verstorbener begegnen, oder ein Schatten, aber niemand spricht darüber.


Grabstätten

Nomadengräber kann man theoretisch überall in der Wüste finden, da es keinen festen Ort gibt, an dem sie ihre Verstorbenen begraben. In der Überzeugung, den Körper der Wüste zu übergeben, sind die Gräber recht klein und unauffällig, nur mit einem Stapel aus Steinen gekennzeichnet.


Ursprung
Es gibt kaum Überlieferungen aus der Zeit, als die Drachen noch lebten und über Arcandas herrschten, weniger noch über das kleine Volk, das einst in Farynn anlegte und die ansässigen Menschen fragte, ob sie sich hier eine Heimat aufbauen dürften. Da sie friedliche Absichten hatten, wurde ihnen erlaubt, ins Landesinnere zu ziehen.
Als der letzte Drache vor über tausend Jahren starb, zogen sich die Nomaden in die Wüsten Matariyyas zurück und leben seitdem dort, abgeschieden von den Machtgefällen der restlichen Welt.
Heutzutage gibt es eigentlich nichts mehr, was auf die vergangenen Reisen der Nomaden durch die Felder und Gebirge des Festlandes hindeutet. Nur an den abgelegensten Orten, wo Mensch und Wetter keinen Einfluss haben, kann man noch kleine handgemachte Schreine und hinterlassene Figuren aus Holz finden.