| Themenübersicht (Neueste zuerst) |
| Geschrieben von Naila Castellanos - Vor 9 Stunden |
Ich machs mal kurz: Das klingt alles ganz wunderbar. ![]() Und ich denk mir natürlich auch super gerne was mit dir zusammen aus. So Legenden und Geschichten, die von Mund zu Mund weitergegeben wurden, kann man ganz wunderbar hin und wieder im Inplay einbauen. ![]() Bei den Amra Alzili würde ich sagen, dass das im Endeffekt auch einfach ein Handel gewesen sein kann. Er hat Gold oder Leistungen, die er anbieten kann - sie geben ihm Schutz und eine Überfahrt. Keeran, der Händler von den Amra Alzili, wäre sicher an zwei Händen interessiert, die ein paar Wochen lang seine Handelsflotte mit aufbauen, wenn Sihan seine Reise denn ein bisschen verzögern kann. Ansonsten ist das Katana auch echt schön geschliffen…Und für den Auftrag (eventuell) gegen Informationen überleg ich mir gerne was! |
| Geschrieben von Cathal Fraser - Vor 9 Stunden |
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Hallöööchen Letha und Team <3 Ja… da wurde definitiv irgendwas in mir wieder ins Rollen gebracht – und was soll ich sagen: Unser Brainstorming damals war ja schon sehr, sehr nice D: Umso mehr freut es mich, dass dir das finale Konzept nun so gut gefällt! Dass die Nomadenstämme zur Zeit der Drachen nach Arcandas kamen, passt für mich unglaublich gut zum stark gebundenen Glauben der Gao. Auch der politische Aspekt gefällt mir sehr – vor allem, weil er ihre Haltung unterstreicht, dass der Clan an erster Stelle steht und nicht irgendein Königshaus. Was Inputs für Glauben und Lebensweise der Nomaden angeht, können wir uns da sehr gern zusammensetzen. Ich habe definitiv noch ein paar Ideen in meiner Schmiede, die man gut einbauen könnte oder die die Nomaden einfach noch bunter machen. Ich liebe isolierte Völkchen und es macht mir riesigen Spaß, Mythen und Legenden für sie zu entwerfen – gern auch clanübergreifend. Worldbuilding eben, ihr kennt das ja: eine meiner großen Leidenschaften. Die Idee, dass sich die Nomaden einmal im Jahr alle treffen, finde ich übrigens richtig schön. Ich stelle mir das wie eine große Zeltstadt in der Wüste vor, für ein paar Tage: Kamele, die durch die Gassen wackeln, Kinder, die clanübergreifend Freundschaften schließen… und vielleicht haben Yue und Sihan sich sogar schon vor der offiziellen Bekanntmachung ihrer Verlobung dort kennengelernt D: Auch im Zusammenhang mit der Drachenverehrung passt das wunderbar – mit alten Schutzritualen und Opfergaben, weil man noch immer glaubt, dass die Drachen existieren und nur durch Arcandas und ihre Rituale verborgen und beschützt werden. :> Wenn ihr bei den Nomaden noch mehr Farbe wollt, grabe ich da gern noch tiefer – das bekommen wir definitiv hin. Ich glaube außerdem, dass Sihan bisher keine Länder außerhalb Matariyyas bereist hat. Diesen „Zauber“ des ersten Moments in fremden Ländern würde ich gern ausspielen Innerhalb Matariyyas hingegen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er nahezu überall war – sei es, weil er Karawanen begleitet oder seinen Vater in Städte begleitet hat, um zu lernen. Dass die Nomaden den Aufruf ignorieren, kann ich mir ebenfalls sehr gut vorstellen – besonders bei Sihans Vater. Kriege anderer Männer, die selbst nicht daran teilnehmen, unterstützt er nicht; das widerspricht dem Tavak, nach dem sie leben. Eine Verbindung zu den Amra finde ich ebenfalls spannend, auch wenn ich noch nicht ganz sicher bin, wie man sie genau ausgestalten könnte. Um unerkannt zu reisen oder auf ein Schiff zu kommen, wären sie natürlich ideal. Es bräuchte nur etwas, das Sihan ihnen im Gegenzug bieten kann – und nein, sein Schwert gibt er nicht her xD Vielleicht könnte er über die Amra Informationen über Yue erhalten? Und als Gegenleistung nimmt er einen Auftrag mit aufs Festland – der darf von mir aus auch bodenlos sein, denn was nichts kostet, ist auch nichts. Und wie viel an der Legende der gebundenen Seelen wirklich dran ist, werden wir dann sehen, wenn die beiden plötzlich wieder voreinanderstehen… und in Matariyyah auf einmal keine Hungersnot mehr herrscht oder ein Fluss durch die Wüste plätschert – hahahaha. Liebe Grüße Natsch |
| Geschrieben von Yue Bai - Vor 11 Stunden |
Halloooooo Natsch. ![]() Wie schön, dass du uns nach so langer Pause wieder mit einem Charakterkonzept beehrst! Ich hab auch nur ein ganz kleines bisschen darauf gewartet und gehofft, dass du es noch nicht ganz aufgegeben hast. xD An der Stelle möchte ich mich einmal bei deinem Kopf bedanken, das Konzept ist nämlich ganz, ganz toll geworden. ![]() ![]() Es muss auch eigentlich gar nicht so viel angepasst werden, wenn überhaupt. Die Nomaden sind als Volk ja kaum bespielt und ihr Konzept beruht auf Stämmen, die ruhig unterschiedliche Spezialisierungen und Bräuche haben können, solange sie sich in ihren Grundzügen ähnlich sind. Da seh ich jetzt bei dir und mir (Ich bin neben dir die Einzige, die überhaupt nomadengebürtige Charaktere hat) keinen Konfliktpunkt. ![]() Ich geb dir mal ein bisschen strukturiertes Feedback und Gedankenanstöße mit, falls du nicht eh schon genug Ideen hast: Herkunft und Brauchtum Nur für dich als Hintergrundinfo: Die Nomadenstämme im Sommerland kamen vor vielen, vielen hundert Jahren noch zu den Zeiten der Drachen tatsächlich als Einwanderer nach Arcandas (Farynn ursprünglich) und wurden von den Ansässigen akzeptiert, weil sie so friedfertig waren. Es lag nie in ihrer Natur, sich in politische Geschehen einzumischen, weshalb sie sich schließlich als eigenständiges, isoliertes, wanderndes Volk in den Wüsten und auf den Inseln von Matariyya niedergelassen haben. Demnach bringen sie auch völlig andere Traditionen mit. Sie huldigen zum Beispiel ihre Ahnen und die Generationen vor ihnen, glauben an Schicksal, eventuell Wiedergeburt, heilige Geister. So genau haben wir das eigentlich gar nicht festgelegt, vielleicht magst du da auch ein bisschen Input zu geben? :> Einzelne Nomadenstämme haben mittlerweile eigene Sitten und Regeln. Ich würde fast sagen, dass man das ganze Volk wie eine einen Flickenteppich oder eine Patchwork-Familie sehen kann, welches sich immer mal wieder durchmischt, um Kultur und Spezialisierungen miteinander zu teilen. Es kommt super häufig zu arrangierten Ehen zwischen den Stämmen, je nachdem, was gerade gebraucht wird. Ein Schamane ist gestorben? Gut, der Bai-Stamm hat noch zwei junge Frauen, die verheiratet werden können. xD Außerdem kann sich jede Karawane glücklich schätzen, einen Gao-Krieger in den Reihen zu haben. Das ist vollkommen normal und hat mehr praktischen Sinn als alles andere. Ich habe bisher nur festgelegt, dass die Stämme eigentlich autonom agieren, aber einmal im Jahr alle zusammen kommen, für größere Hochzeiten, religiöse Anlässe, Handel, vielleicht alles zusammen. Wir können gerne zusammen mal ein bisschen überlegen, ob wir dem vielleicht ein bisschen mehr Hintergrund geben. |D Vielleicht auch mit Bezug auf die Drachenverehrung, die du beschrieben hast. Zu deiner Frage: Es ist nicht zu viel Mythos. Du bist da ganz frei, ich würde mich sogar freuen, wenn die Nomaden ein bisschen mehr Farbe bekämen. ^-^ Bezug zur Außenwelt Untereinander sind die Nomaden vielleicht eng miteinander verbunden, aber mit allen anderen Völkern haben sie wenig Anknüpfpunkte. Selbst im Sommerland ist es eigentlich was Besonderes, Nomaden in den Städten zu begegnen. xD Manche Stämme machen ein Geschäft daraus, Reisende durch die Wüste zu leiten und Handelswege zu beschleunigen. Andere wiederum halten sich fern von allen Städten. Die aller wenigsten haben einen Fuß aufs Festland gesetzt (du kannst natürlich trotzdem mit einem guten Grund davon ausgehen, dass Sihan schonmal in anderen Ländern unterwegs war). Die bisher regierenden Königsfamilien haben die Nomaden eher so hingenommen. Es gibt eh genug Mäuler im Sommerland zu stopfen, warum sich um ein Volk kümmern, das gut allein zurecht kommt und vielleicht sogar noch einen vereinbarten Tribut für das Nutzen der Reiserouten zahlt. xD Da würde ich direkt deine Frage zu anknüpfen, wie sich das mit dem Heeresaufruf und der Zwangsverpflichtung ausgeht. Ridvan ben Sahid hat damals alle Männer im Sommerland in einem gewissen Alter zwangsverpflichtet, dazu zählen auch die Nomaden. Tatsächlich geh ich aber davon aus, dass die Nomaden den Aufruf einfach gekonnt ignoriert haben und weiter ihr Ding machen. Was soll Ridvan auch machen, seine Männer in den sicheren Tod in die Wüste schicken, um zwei Dutzend Männer ausfindig zu machen?Auf deinen Charakter bezogen: Wenn Sihan sich die ersten Monate mit seinem Stamm nicht den Städten genähert hat, sollte er keine Probleme mit der Verpflichtung gehabt haben. Selbst in den Städten kann man mit den richtigen Kontakten unerkannt durch den Untergrund und durch die verwinkelten Gassen laufen (*hust* Amra Alzili *hust*). Mit dem Königswechsel ist das jetzt eh hinfällig. Sihan sollte sich nur bewusst sein, dass er theoretisch ins Heer müsste, ja. xD So, sorry für den langen Text. ![]() Ganz kurz gesagt, an deinem Konzept ist gar nichts auszusetzen, du kannst Sihan und seinen Stamm gerne so aufbauen, wie du beschrieben hast. Ich freu mich natürlich riesig auf ihn, und ich werde dir meine beiden Nomadencharaktere auf jeden Fall aufhalsen. |D Die eine wohl sogar schicksalsgebunden, hihi (wie viel an der Legende der Liebenden wohl dran ist? Hmmmmm ^-^) Viel Spaß beim Anmelden! Liebe Grüße, Letha vom Team |
| Geschrieben von Caeus Valerius - Gestern, 00:48 |
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Tief im Herz der endlosen matariyyschen Wüste existiert ein Nomadenstamm, dessen Traditionen die Jahrhunderte überdauert hat. Ihr Leben ist streng, diszipliniert und im Einklang mit der gnadenlosen Heimat geformt, die sie umgibt. Kaum ein Außenstehender hat je ihre Wege betreten, und noch seltener ist jemand in die Geheimnisse ihrer Kultur eingeweiht worden. Bescheidenheit, Loyalität und Demut sind die Säulen ihres Daseins, doch ebenso meisterhaft beherrschen sie die Kriegskunst – den Tanz mit dem Katana. Diese seltene Waffe, geformt aus den kostbarsten Metallen der Wüste, wird vom Vater an den Sohn weitergegeben, ein Symbol von Pflicht, Ehre und der unerschütterlichen Verbindung zwischen Krieger und Heimat. Wer das Katana führt, trägt nicht nur eine Klinge, sondern das Gewicht von Generationen, die Stille der Dünen und den Geist des Stammes selbst in seinen Händen. Der Gao-Clan lebt nach dem Kodex des Tavak – nicht bloß Regeln, sondern die pulsierende Kraft, die jeden Krieger formt. Selbstbeherrschung, Gehorsam gegenüber den Älteren und Respekt vor allem Leben sind nicht nur Lehren, sie sind das Blut des Stammes selbst. Über allem steht der Clan, und Loyalität ist heilig und unantastbar. Es heißt: „Tavak führt den Jungen zum Krieger.“ Doch wer den Kodex wirklich ehrt, spürt ihn in jedem Atemzug der Wüste, im heißen Sand unter den Füßen, im rhythmischen Klang der Klingen, die seit Generationen von Vater zu Sohn weitergegeben werden. Tavak ist kein Wort – es ist der Geist, der den Gao-Clan leben, kämpfen und überdauern lässt.Der Gao-Clan ist tief mit der Mystik Arcandas verbunden. Woher ihre Ahnen das Wissen über diesen Kontinent bezogen, kann Sihan nicht sagen. Doch eines war ihnen seit jeher klar: die Drachen sind heilige Gottheiten. Die großen Bestien der Lüfte wurden verehrt, ihre majestätische Gestalt inspirierte alles Handeln der Krieger, von den Ritualen bis hin zur Schmiedekunst. So tragen die Krieger des Gao-Clans auf ihren Reisen geschnitzte Halbmasken, geschmückt mit Reißzähnen und kunstvollen Verzierungen, dazu einfache, schwere Gewänder und einen Kasa, den traditionellen Strohhut, der Schatten in der gnadenlosen Sonne spendet. Ihre traditionelle Kampfrüstung hingegen ist ein Kunstwerk, das gleichermaßen Schutz und Ehrfurcht vermittelt. Der Kürass aus gehärtetem Leder wird kunstvoll so gestaltet, dass er die schuppenartige Struktur eines Drachen imitiert – ein Motiv, das sich auf Arm- und Beinschienen sowie den Rock erstreckt, der die Oberschenkel schützt. Am auffälligsten aber ist der Helm: aus Metallplatten gefertigt, geformt wie der Schädel eines Drachen oder Dämons, furchteinflößend und ehrwürdig zugleich. Wer diese Rüstung trägt, sieht nicht nur wie ein Krieger aus – er wird zum lebendigen Abbild der Drachen, verehrt und gefürchtet zugleich. Mittlerweile wird sie fast ausschließlich zu zeremoniellen Zwecken getragen. Sihan Gao wuchs zwischen Disziplin, Pflichten und unaufhörlicher Ausbildung auf. Von dem Moment an, in dem er laufen konnte, war sein Platz im Gefüge des Gao-Clans klar bestimmt. Als Sohn des Stammesführers wuchs er unter den wachsamen Blicken der Ältesten auf, stets umgeben von Erwartungen, die schwerer wogen als der Sand der Wüste selbst. Seine Kindheit war kein Spiel, sondern eine Abfolge aus Lehre, Prüfung und stiller Beobachtung.Seine Eltern waren nicht lieblos, doch Zuneigung zeigte sich selten in Worten. Stattdessen formten sie ihn durch Beständigkeit, durch Wiederholung, durch das unbeirrbare Festhalten am Tavak. Wie Wasser, das über Jahre hinweg einen Stein im Fluss glättet, schufen sie aus ihm einen Geist, der lernte zu ertragen, bevor er lernte zu verlangen. Schon früh wurde Sihan gelehrt, sich selbst zurückzustellen. Seine Wünsche hatten hinter den Bedürfnissen des Clans zu warten, seine Gefühle hinter der Pflicht zu schweigen. Er lernte, still zu stehen, während andere Kinder spielten. Er lernte, zuzuhören, wenn die Ältesten sprachen. Und er lernte, den Blick nicht abzuwenden, wenn Verantwortung vollstreckt wurde. So wurde Sihan vor allem eines: hart. Diszipliniert. Unverrückbar. Ein Junge, der Tavak nicht nur kannte, sondern lebte – lange bevor er verstand, was es bedeutete, ein Mensch zu sein. Und genau deshalb war es umso bemerkenswerter, dass ausgerechnet er es war, der eines Tages innehielt, als er dem Mädchen begegnete, das seine Frau werden sollte. Denn in ihrer Sanftheit, in diesem ruhigen Blick, für den ihm die Worte fehlten, begann die Mauer zu bröckeln, die durch Jahre der Erziehung unantastbar hätte sein sollen. Die Strenge seiner Züge, meist vom Pflichtbewusstsein verhärtet, wurde weicher. Vielleicht war es der erste Moment, in dem Tavak ihm nicht nur Disziplin, sondern auch Maß lehrte. Als Sihan sein achtzehntes Lebensjahr erreichte, verschwand das Mädchen, das als Einzige je Zugang zu ihm gehabt hatte. Ohne Abschied, ohne Erklärung. Und sie nahm das Kostbarste mit sich, das er je hätte geben können: sein Herz. Als Sihan von ihrem Verschwinden erfuhr, regte sich in ihm zunächst nur eines – Wut. Wut darüber, dass sie gegangen war. Oder verschwunden. Der Unterschied spielte keine Rolle. Wut darüber, dass sie sich ihm entzogen hatte und mit ihr das Gefühl, das er nur in ihrer Nähe gekannt hatte. Es war keine stille, kontrollierte Wut, wie Tavak sie lehrte. Es war eine rohe, ungezügelte Glut, die tief in ihm brannte. Nicht, weil er sie verloren hatte – sondern weil sie die Einzige gewesen war, die ihm gezeigt hatte, dass er mehr sein konnte als Pflicht, mehr als Disziplin, mehr als der zukünftige Anführer des Gao-Clans. Ihr Fortgehen hinterließ keine Leere, sondern ein Vakuum, das ihn zwang, sich selbst neu zu betrachten. Und in dieser Wut lag etwas Gefährliches: das erste Gefühl, das er nicht einordnen, nicht beherrschen und nicht sofort dem Tavak unterwerfen konnte. Auf die Wut folgte Sorge. Sihan hatte die Welt jenseits des Clans auf Reisen mit seinem Vater gesehen. Er kannte den Wert eines Menschen in fremden Reihen – und wusste, wie leicht dieser übersehen oder missachtet werden konnte. Der Gedanke, dass andere ihr Wesen nicht erkennen, nicht achten mochten, nagte an ihm. Doch Sorge hatte in seiner Welt keinen Platz. Tavak ließ keinen Raum für Zweifel oder Furcht. Sein Vater wusste das. Er wusste auch, dass sich eine andere Frau für Sihan finden ließe. Zehn Jahre lang suchte sein Vater nach einer geeigneten Frau für Sihan. Doch eine nach der anderen wurde von Krankheit oder Hunger dahingerafft, noch bevor sich ihr Schicksal mit dem seinen verbinden konnte. Es war, als lege eine höhere Macht ihre Hand über diese Entscheidungen, als wolle sie den Gao-Clan vor einer Wahrheit bewahren, die niemand auszusprechen wagte. Sihan jedoch verstand es, diese Zeichen zu deuten – und ebenso, sie seinen traditionsgebundenen Eltern zu vermitteln. Er sprach von Vorhersehung, von der Bestimmung der Liebenden, einem alten Mythos des Clans, der beinahe in Vergessenheit geraten war. Es hieß, dass manche Seelen nicht gewählt, sondern erkannt würden. Dass selbst Tavak sich beugen müsse, wenn das Schicksal seinen Lauf nahm. Der Mythos der Liebenden
Noch bevor Tavak in Worte gefasst wurde, so heißt es, kannten die Ahnen des Gao-Clans eine andere Wahrheit. Sie sprachen von den Gebundenen Seelen, jenen Liebenden, deren Wege nicht durch Wahl, sondern durch Vorhersehung miteinander verflochten waren. Man glaubte, dass diese Seelen einander über Zeit und Entfernung hinweg erkannten, selbst wenn Welten, Kriege oder der Tod zwischen ihnen standen. Der Mythos erzählt von einem Krieger und einer Heilerin aus längst vergangenen Tagen, geboren in unterschiedlichen Sippen, bestimmt für verschiedene Pfade. Jeder von ihnen lebte diszipliniert und dem Clan verpflichtet. Und doch trug jeder im Inneren eine Unruhe, ein leises Ziehen, das keine Übung und kein Gebet zu stillen vermochte. Erst als ihre Wege sich kreuzten, verstummte dieses Ziehen – als hätte die Wüste selbst den Atem angehalten. Die Ältesten jener Zeit warnten: Die Gebundenen Seelen seien ein Geschenk, aber auch eine Prüfung. Denn wer sie trennte, rief Unheil herbei. Krankheit, Hunger und Verlust galten als Zeichen dafür, dass sich der Lauf des Schicksals gegen den Willen der Menschen stellte. Tavak, so heißt es, sei stark – doch nicht unfehlbar. Er forme den Krieger, aber er könne nicht brechen, was die Vorhersehung gebunden habe. Aus Furcht vor dieser Wahrheit geriet der Mythos in Vergessenheit. Nur wenige Älteste sprachen darüber, und mit jeder Generation wurde er weiter an den Rand gedrängt, bis er nur noch als leises Flüstern am Rand der Feuerstellen existierte. Sihan aber kannte diese Geschichte. Und er wusste, dass manche Verluste keine Strafe waren, sondern eine Mahnung. „Dann such jene Seele, die an die deine gebunden ist“, resignierte sein Vater eines Abends im Schein des Lagerfeuers, mitten im Herzen ihres Lagers. Sein Gesicht war gealtert, von Wind und Verantwortung gezeichnet, doch die Strenge war nicht aus ihm gewichen. „Und bring sie zurück, damit unser Leben wieder seinen gewohnten Lauf nimmt“, fuhr er fort. Sein Blick flackerte dabei nur einen Augenblick zu jener Ältesten, die noch immer an dem Mythos festhielt. Sihan nickte. Er wusste nicht, was er dabei empfand. War es Erleichterung? Gewissheit? Oder etwas, das dem Triumph nahekam? Gefühle, die ihm eigentlich untersagt waren – und doch konnte er sie nicht von sich weisen. Selbst nach zehn Jahren erinnerte er sich noch an den Ausdruck in ihren Augen. An die Stille, die ihre Nähe ihm schenkte. Und an das brennende Verlangen, endlich zu erfahren, warum sie gegangen war. Oder wer sie ihm genommen hatte. Tavak hatte ihn gelehrt, den eigenen Willen zu beherrschen. Wünsche waren Schwäche. Verlangen ein Störgeräusch, das den Geist trübte und die Hand unsicher machte. So hatte Sihan es gelernt, so hatte er es gelebt – über Jahre, über Prüfungen hinweg, bis Tavak kein Kodex mehr war, sondern Instinkt. Und doch regte sich nun etwas in ihm, das sich nicht einordnen ließ. Sein Aufbruch folgte der Pflicht. Er suchte die Gebundene Seele, weil sein Vater es verlangte, weil der Clan es brauchte, weil Tavak es zuließ. Das redete er sich ein. Doch unter dieser Schicht aus Disziplin lag ein Wunsch, still und beharrlich, wie Wasser unter der Erde. Ein Wunsch, der ihren Namen trug, obwohl er ihn zehn Jahre nicht ausgesprochen hatte. Er fragte sich, ob Tavak ihn führte – oder ob er Tavak benutzte, um sich selbst zu erlauben, zu hoffen. In den Nächten, wenn das Feuer niederbrannte und die Wüste still wurde, dachte er an sie. An ihre Abwesenheit, die schwerer wog als jede Rüstung. Tavak verlangte Klarheit, doch sein Geist fand keine Ruhe. Er war nicht zerrissen, nicht schwach – aber etwas in ihm war verrückt. Vielleicht, so dachte Sihan, war Tavak nie dazu bestimmt gewesen, Wünsche zu vernichten. Vielleicht sollte er sie zügeln. Oder prüfen. Und vielleicht war dies seine Prüfung: zu erkennen, ob ein Krieger auch dann Tavak folgt, wenn der Weg nicht vom Kodex, sondern vom Herzen gewiesen wird. ---------- Also erstmal schön, dass ihr bis hier unten durchgehalten habt. Das hat sich irgendwie ein bisschen sehr verselbstständigt beim schreiben :'D Der Charakter muss vermutlich auch noch in das Arcandas System besser eingebettet werden, aber ich habe jetzt erst einmal alles so runtergeschrieben wie ich mir das einfach vorgestellt habe. Was für mich noch unklar ist:
Seine Ingame-Reise würde dann natürlich auch im Sommerland beginnen, ich glaube es wird für ihn relativ schwer werden eine Frau zu finden, die vor fast 10 Jahren verschwunden ist. Aber vielleicht begegnet ihm ja auch Mal ein reisender Mensch aus dem Herbstland der da zufällig eine Priesterin kennt? Ich könnte mir auch vorstellen, dass - wenn er von der Drachenjagt erfährt - er in das Herbstland reist, aber wohl eher, um die Jagd zu sabotieren, weil die Wesen für seinen Clan heilig sind. Ansonsten... ja. Aktuelle Avatarvorstellung: Manny Jacinto Vielleicht bekommen wir den ja hier verbaut
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Ansonsten ist das Katana auch echt schön geschliffen…
