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Blood makes you related, Loyalty makes you Family.
01.10.1016 - 03:00
Wolfsmark, vor der Wolfsburg

Commander of Wolves
Leif Stelhammer
Winterland - Admin
Alter 24
Beruf Kronprinz von Norsteading
Wohnort Wintergard, Norsteading
Stand Verheiratet
User Letha
#11
Warum verstand Erik das grundlegende Problem nicht? Warum musste er so hohl in der Birne sein und die Situation, ach was, die ganze Welt von seinem eigenen eingeschränkten Blickfeld betrachten, als würde jeder andere sich das Leben nur unnötig kompliziert machen?? Dieser Idiot war zum Haare raufen, ehrlich. „Es geht nicht darum, wen das kümmert, hörst du mir überhaupt zu?? Die Geschichte ist mir egal.“ Nicht wahr, aber es trug gerade zur Rhetorik bei, die er auch getrost weiterführte, ohne Erik richtig ausreden zu lassen. „Mein Vorwurf ist“ , betonte er mit einem weitaus lauteren, hitzigeren Gemüt als sein Waffenbruder. „Dass du nie darüber nachdenkst, wem du was erzählst. Dir ist es egal, wenn die Welt deine Geheimnisse kennt. Du hast niemanden zu schützen, zu dem die Welt grausam ist, wenn die falschen Leute von ihr hören!“ Leif wollte überhaupt nicht hier sein. Er wollte Erik nicht die hohle, dickköpfige Birne einschlagen, weil es ja doch keinen Sinn hatte. Der Sturm in seinem Kopf zog ihn zu den Ställen, in den Wald, in den Schnee, zu der einen, einsamen Hütte am Waldrand, aus dessen Schornstein stets der Rauch emporstieg. Und doch stand er hier, hatte sich umgedreht und konnte den Streit nicht einfach so stehen lassen. Der Drang, Erik von seinen Gründen zu überzeugen und diesen Hauch von Verstehen durch einen schmalen Spalt in seinen Holzkopf zu pressen, war zu stark, als dass er ihn einfach ignorieren konnte. Erik und sein dummer, winterländischer Dickkopf, den Leif selbst zum Besten trug, diese frustrierend direkte Art, ihm sein Vertrauen abzusprechen, als wäre es das Leichteste auf der Welt. Für ihn bestand die Welt aus einfachen Worten — du vertraust mir nicht, dann vertraue ich dir auch nicht. Aber für Leif reichte das nicht. Ehrlich gesagt verstand er erst nicht, was passierte, oder er konnte es nicht glauben, als sein Freund derjenige war, der sich nun von ihm abwandte und ihn in der Kälte stehen ließ, die Axt nur ein weiteres Symbol zum vorzeitigen Ende Diskussion. „Was soll das heißen“ , du Schwachkopf, während Wut und Frustration nun drohten, endgültig hochzukochen. Doch weitere Worte, die Leif ihm gerne an den Kopf geworfen hätte, blieben unausgesprochen in seiner Kehle stecken. Gerne hätte er einen Stein genommen und ihn gegen Eriks Schädel geschmissen, aber stattdessen ballten sich nur seine Hände zu Fäusten in dem Versuch, die überkochende Wut zu beherrschen. Verletzte Tiere reagierten auch so.

Etwa zwanzig Meter weit kam Erik, ehe der Kronprinz sich ebenfalls umdrehte und — als wäre der Abgang seines Freundes nicht passiert — seinen eigenen Abgang antrat. Er blieb hinter dem Hünen, machte sich aber nicht sonderlich Mühe, das schwere Stiefeln seiner Schritte irgendwie einzudämmen, genauso wenig wie die Richtung, die er anstrebte. Als er in den Stallungen eintraf und an Erik vorbeiging, würdigte er ihn keines Blickes. „Hab vor dir entschieden, auszureiten“ , musste er nochmal klarstellen, nur diese eine Tatsache, weil es laut des anderen ja nichts mehr zu bereden gab. Dann sattelte er schweigend sein Pferd.
Als er dabei war, den dunkelbraunen Rappen aus den Stallungen zu führen (schneller als Erik wohlgemerkt), blieb er allerdings doch noch einmal stehen. Warmer Dunst stieß durch seine Nase und verflüchtigte sich in der kühlen Nachtluft. „Du Scheiß Hohlbirne. Muss man dir echt alles zeigen, damit du verstehst, was ich meine.“ Leifs Augen ruhten auf der Gestalt seines Waffenbruders, aber er war nicht mehr wütend — nicht mehr auf Erik als auf sich selbst zumindest. Ohne weitere Worte zu verschwenden, nickte er mit seinem Kopf in Richtung des Hofes, ein einziges Angebot in der Geste, das er nicht mehr zurücknehmen würde. Aber auch nicht mehr wiederholen, sollte Eriks Sturkopf entscheiden, ihm nicht in die Nacht zu folgen.
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Winterland
Erik Norrholm
Winterland
Alter 24
Beruf Prinz von Wolfsmark
Wohnort Wolfsmark
Stand Verheiratet
User Natsch
#12
Erik betrachtete Leif einen Moment lang schweigend. "Und mein Vorwurf ist", begann er schließlich, seine Stimme ruhig, aber fest, "...dass du mir offenbar nicht zutraust, selbst zu entscheiden, welche Informationen wirklich überlebenswichtig sind – und welche nicht." Der Blonde machte eine wegwerfende Handbewegung, in der mehr Enttäuschung als Wut lag. "Und das ist okay. Wirklich. Aber dann verschone mich bitte auch mit deinem ganzen Scheiß."

Eigentlich hatte Erik gehofft, dass Leif längst verschwunden war, nachdem er zur Burg gegangen war, nur um seine Abwesenheit anzukündigen. Doch der Kronprinz schien heute zur besonders langsamen Sorte zu gehören.
Mit demonstrativer Ruhe sattelte Erik seinen alten, verlässlichen Wallach. Die Bewegungen waren routiniert, fast schon gleichgültig – als wollte er zeigen, dass es ihm nichts ausmachte. Dass ihm nichts mehr ausmachte.

Er verstaute ein paar Habseligkeiten in den Satteltaschen, dann führte er das Tier aus dem Stall hinaus, ohne sich ein einziges Mal umzusehen.
Leif sagte etwas – Worte, die vielleicht eine Entschuldigung sein sollten, vielleicht auch eine Rechtfertigung. Oder eine weitere Beleidigung. Doch Erik schüttelte nur den Kopf.

"Wie schon gesagt: Mach, was du für richtig hältst. Ich muss das nicht mehr wissen. Und ich will es auch nicht." Seine Stimme war ruhig, fast schon müde – nicht hart, aber endgültig.

Ohne ein weiteres Wort stieg er auf den Rücken seines Wallachs. Mit gemächlichem Schritt verließ er das Burggelände, ohne sich noch einmal umzudrehen.
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