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Conditio humana
28.09.1016 - 02:00
Palast der Castellanos, Bibliothek
Ariadne Trakas Stavros Castellanos

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Ariadne Trakas
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#11
Sie hörte dem Castellanos weiter aufmerksam zu. Seine Anmerkung, dass es darum gehen müsse, nötige Ausgleiche zu schaffen, war nicht uninteressant, überzeugte sie aber doch nicht vollständig. Natürlich war es möglich, dass die Familie eines Bauern oder Händlers die anfallende Arbeit erledigte während der Mann eine Reise unternahm, doch dies würde eine große Belastung für die betroffenen Familien bedeuten, so dass viele Männer davor zurückschrecken würden, an so einer Art großen Reichsversammlung teilzunehmen. Am Ende würden also nur jene zugegen sein, die es sich leisten konnten, längere Reisen zu unternehmen, wie etwa die Aristokratie oder wohlhabende Fernkaufleute, oder jener kleine Teil des Reiches, der in einem Umkreis von einer oder zwei Tagesreisen um den Versammlungsort lebte. Man könnte alternativ auch überlegen, dass jedes Dorf einen Vertreter entsendet, der es auf der Reichsversammlung vertritt. Aber das wäre dann auch in den allermeisten Fällen der wohlhabendste Dorfbewohner, der über genügend Arbeitskräfte auch über seine Familie hinaus verfügte, so dass seine Anwesenheit nicht dringend notwendig war. Damit wäre das einfache Volk aber auch nicht in der Form an der politischen Führung des Reiches beteiligt wie sich die radikalen Philosophen dies vorstellten. Sie kam allerdings nicht mehr dazu, ihre Einwände ausführlich darzulegen, da bereits ein anderes Thema zur Sprache gekommen war und sie schließlich die persönliche Frage des Castellanos beantwortete.

"Euer Gnaden, ich danke Euch sehr für diese Sorge um mein Befinden. Ich kann Euch versichern, dass ich die Zeit der akuten, lähmenden Trauer überwinden konnte, um mich nun wieder den Lebenden zu widmen, allen voran meinem Sohn und meinen Töchtern. Für mich selbst begehre ich nicht viel. Meine einzige Sorge ist, dass meine Töchter gut versorgt sind und mein Sohn, bis er sein Geburtsrecht zurückerlangt, seinen Wert am Hofe des Großkönigs unter Beweis stellen kann."Als sie auf ihre Redeweise angesprochen wurde verließ der ernste, schwermütige Tonfall ihre Stimme und ihr Mund verzog sich zu einem leichten Lächeln. "Nun, ich war schon in jungen Jahren immer sehr neugierig und durfte die Bibliothek meines Vaters nutzen wenn es mir beliebte. Meine Mutter war da etwas skeptischer. Sie befürchtete, dass die Heiratschancen einer junge Damen sinken, wenn sie zu belesen ist.
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Stavros Castellanos
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#12
Stavros konnte quasi genau sehen, was sich im Kopf der Fürstin abspielte, doch er lächelte nur höflich und nickte zwischendurch immer wieder. Da war keine Zustimmung für seine Thesen, vielleicht auch nur ansatzweise nicht, doch trotzdem konnte er die Ablehnung spüren. Das war mitunter auch ein Grund, warum Stavros schließlich die politischen und gesellschaftlichen Thesen sein ließ, um auf das Persönliche zu sprechen zu kommen. Aber da war auch ehrliches Interesse in seinen Fragen und durchaus auch ein wenig Sorge. Jedermann wusste, was Ariadne Trakas durchgemacht hatte, und Stavros konnte sich nicht vorstellen, wie man derartiges so gut überleben konnte. In dieser Frau steckte so viel Klugheit und Kraft, dass es ihn wahrlich beeindruckte. “Das Geburtsrecht wird sich Euer Sohn bestimmt zurückholen, dafür wird mein Onkel, der Großkönig selbst, sorgen.” Stavros MUSSTE so etwas sagen, auch wenn er für den Sohn von Lady Trakas hoffte, dass dem wirklich so war. Und dennoch… diese ganze Kriegstreiberei gefiel ihm nicht. Es wurde fast schon Werbung dafür gemacht und das war einfach nur ein großes Kinderfest. Warum nicht die Köpfe zusammenstecken, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Es gab schließlich so viel zu entdecken und zu erforschen. Stavros würde es nie verstehen.

“Ich bin mir nicht sicher, ob mir Euer Sohn und Eure Töchter schon mal persönlich vorgestellt wurden, aber dem könnten wir uns in baldiger Zukunft annehmen, wenn Ihr wollt.” Dann lachte er, weil die Worte der Fürstin so herrlich ehrlich waren. Zuerst Rajani und jetzt sie, lauter ehrliche weibliche Wesen, was für ein spannender Abend das doch war! “Ich freue mich, dass Eure Mutter eines Besseren belehrt wurde. Ihr habt groß geheiratet, obwohl Ihr so belesen seid, und das erfreut mich sehr. Ich wünschte, mehr Menschen wären so belesen wie wir beide.” Stavros hatte keine Probleme damit, so etwas zu sagen, weil er da zu einem großen Stück auch eingebildet war - zurecht, denn er wusste einfach tatsächlich viel und bildete sich gerne fort. Menschen langweilten ihn meist sehr schnell. “Ich freue mich auch, dass Ihr unsere Bibliothek hier gleich nutzt. Es ist ein Ort der Bildung und Entspannung, und einen Geist um sich zu haben, der ähnlich tickt wie der eigene, ist immer ein Quell der Freude. Ich danke Euch also.” Dann trank er seinen Becher leer, stand auf und verbeugte sich galant. “Ich werde meinen heutigen Tag nun beenden und mich zu Bett begeben. Danke für das sehr spannende Gespräch und Eure Anwesenheit.”
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Ariadne Trakas
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#13
Das Gespräch drehte sich nun ganz um Ariadne und ihre Familie. Auf ihre Sorge um das Geburtsrecht ihres Sohnen antwortete der Castellanos sehr höflich und diplomatisch. Was sollte er auch sonst sagen? Es mochte zwar das Ziel des Großkönigs sein, Eastergold Meadow dem Frühlingsland wieder zu entreißen, doch wer konnte sagen, ob dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein würde? Die Skepsis gegenüber einer solchen militärischen Lösung nahm sie aber nicht wahr, dafür kannte sie den Neffen des Großkönigs auch nicht gut genug. Sie selbst sah das natürlich als Betroffene etwas anders.
"Es wäre mir schon sehr wichtig, dass meine Kinder sich hier bei Hofe gut einleben und in gute Gesellschaft kommen. Daher würde es mich sehr freuen, sie Euch vorstellen zu dürfen." Ihr weiteres Schicksal hing davon ab, wie gut sie bei Hofe vernetzt waren. Selbst wenn es gelingen sollte, den Krieg gegen Walleydor zu gewinnen, waren sie noch für längere Zeit als Gäste auf das Wohlwollen des Hofes angewiesen und da konnte es nie schaden, sich einen Namen zu machen.
Es freute sie, dass der Castellanos eine so hohe Meinung von ihr hatte auch wenn sie selbst zu bescheiden war, sich selbst als besonders belesen über andere Menschen zu erheben. "Ich habe zu danken, Euer Gnaden!" Sie erhob sich und erwiderte die Verbeugung mit einem höflichen Knicks. "Ich werde noch einen Abschnitt lesen und mich dann auch zurückziehen. Eine gute Nacht wünsche ich Euch!"
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