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Unfortunately for Everybody We Keep Doing Whatever We Want
05.10.1016 - 11:00
Hinterhof der Marsili und Castro
Aurelia Marsili Antonius Castro

In need of a Quest?
Aurelia Marsili
Königsland - Admin
Alter 23
Beruf Wirtstochter, Sängerin, Informationshändlerin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Ledig
User Letha
#1
I missed You, Idiot.
Arbeit machte Aurelia nichts aus, solange sie passierte, wenn die Sonne nicht gerade erst angefangen hatte, sich blicken zu lassen. Dass man über diese Definition diskutieren konnte und sie damit eigentlich meinte, dass jeder gerührte Finger vor der Mittagsstunde mindestens einen halben Tag voll schlechter Laune bedeutete, das durfte ihre Familie wohl am besten wissen - und ein gewisser bester Freund, der sich nie blicken ließ.
Nicht, dass sie ihn vermisste, pf. Wenn sie ihrer Mutter dabei half, das Geschirr vom Vorabend zu waschen, dann passierte das halt mal, dass ihre Gedanken zu unwichtigen Themen schwenkten wie dem Krieg, der Armee vor ihrer Tür und der bekannten Visage, die sich ausgerechnet dazu entscheiden hatte, ein Teil davon zu werden. Diese verdammte, grinsende Visage, die keine Sorgen auf der Welt kannte und sie wie ein hilfloses Waschweib zurückließ, das auf eine gute Nachricht ihres Ehemannes wartete. Dass Aurelias Laune jedes Mal aus ihrem Tiefpunkt gezogen wurde, wenn sie einen Brief von Antonius in der Hand hielt, das schmeckte ihr natürlich noch weniger als seine Visage, wenn er ihr mit seinen Männerprivilegien ins Gesicht lachte. Ich hab die Welt gesehen. Ich darf das. Ich werde nicht von der Gesellschaft genötigt, zu heiraten und Bälger in die Welt zu setzen. So ein Idiot. Sie vermisste ihren Idioten, okay?

Der Tag fing ja auch wunderbar an, wenn sie in den frühen Morgenstunden (11 Uhr vormittags) schon von Antonius Erinnerung geplagt wurde, und das tüchtige Schweigen ihrer Mutter half nicht unbedingt dabei, die Gedanken abzuschütteln. Mit einem dramatischen Seufzen legte sie die letzte trockene Schüssel auf dem Tisch ab und warf sich den Lappen über die Schulter. “Ich geh die Wäsche abhängen”, murrte sie und schnappte sich beim Rausgehen den Korb, der vor der sperrangelweit offenen Hintertür des Schankraumes stand. Die Sonne begrüßte sie mit einer angenehmen Wärme, wie sie für frühe Oktobertage bekannt war, ließ die gebräunte Haut ihrer freien Schulter fast Gold erscheinen und trotzdem kräuselte Aurelia die Nase. Auf dem Hinterhof war es nie vollkommen ruhig; immer gab es jemanden, der Hausarbeit erledigte und den Dreck vom Haus draußen leerte, oder eine alte Nachbarin, die mit ihrem Gehstock die Vögel aufscheuchte, oder mindestens eine Katze, die in der Sonne faulenzte und in Aurelia eine Eifersucht weckte, die sie nicht haben sollte. Die Marsalis teilten sich den Hof, fast schon ein Platz, mit den Nachbarn und waren oft Gastgeber der Treffen, wenn sie gemeinsam Tische raustrugen und bei Brot, Früchten und Wein den Mittag miteinander verbrachten. Die Tische von gestern standen immer noch dort, als Aurelia mit dem Korb auf der Hüfte über den Platz zu der Wäscheleine lief und sich direkt das erstbeste weiße Tuch griff, um es sich um den Kopf zu binden. Wie sie die Wäsche von der Leine zupfte, grenzte eher an das Rupfen eines Huhns, aber selbst das lebendige Huhn im Hausschatten ließ sich nicht davon beeindrucken und pickte weiter fröhlich die Körner vom Boden.
Wenn es nach der Wirtstochter ging, dann konnte sie auch weiterhin schlecht gelaunt den Morgen versauern lassen, aber eine Stimme ließ sie dann doch innehalten. Schneller als eine Katze ruckte ihr Kopf zur Seite, dass sie durch die Laken einen Blick auf das Haus der Perlentaucher-Nachbarn werfen konnte, und zuerst dachte sie, ihre Ohren hätten sie getäuscht. Aber Nein. Da stand der Idiot, der sie nichtmal in ihren Gedanken in Ruhe lassen konnte: Prächtig aufrecht in seiner Soldatenmanier und doch dem unbeschwerten Lachen im Gesicht, das sie als persönlichen Affront auffasste. Ohne nachzudenken (war vor 14 Uhr sowieso nicht ihre Stärke) bückte sie sich, um den Korb abzustellen und ihre Sandale vom Fuß zu streifen. Wer wusste schon, was Aurelia trieb, als sie ausholte und die Sandale mit voller Wucht auf ihren Kindheitsfreund warf. “Was, kommst du nach Hause und machst dir nichtmal die Mühe, mir Bescheid zu sagen??”, brüllte sie mit ihrem kräftigen Stimmorgan über den Platz in seine Richtung und stemmte eine Hand in die Hüfte, zwei Schritte entfernt von der schützenden Wäsche. Dass ihr Herz vor Freude, Antonius so unerwartet wiederzusehen, gegen ihre Brust klopfte, das ging ihn ja mal gar nichts an.
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