| Make me lose my breath |
| Muirín Henaghen |
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| Alter |
23 |
| Beruf |
Prinzessin |
| Wohnort |
Ishcateslieve, Farynn |
| Stand |
Verlobt |
| User |
Nessi |
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21-11-2025, 18:39 - Wörter:
" Nie darf man das machen, was man wirklich machen möchte. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, dann steht Weglaufen ganz oben auf meiner Wunschliste ", murmelte sie leise und fügte am Ende ein sanftes Grinsen mit an. Es war ein Scherz. Sie war nicht die humorvollste Person oder die, mit der man besonders viel lachen konnte, aber manchmal, da überkam es sie dann doch. Wenngleich auch ein wenig Wahrheit mitschwang. Als Frau war sie es jedoch gewohnt, dass andere über ihr Leben entschieden. Das war schon immer ihr Weg gewesen und daran würde sich auch nie etwas ändern. Allerdings hatte sie dafür an dem heutigen Abend festgestellt, dass es sie hätte deutlich schlimmer treffen können. Jedenfalls was ihre Schwiegermutter betraf. Wenn sich ihr Ehemann jetzt auch noch als ein handzahmer Welpe herausstellte, dann wäre sie zumindest vorerst einigermaßen zufrieden mit der Situation. Dann würde sie immer noch einen Ring als Fessel um ihren Finger tragen. Und dieser Ring ging mit Pflichten einher, die sie nicht haben wollte.
" Wieso habt ihr beide keinen so guten Bezug zueinander? Also ich verstehe, wieso er mich nicht leiden kann, aber wie kann es in ganz Farynn überhaupt jemanden geben, der Euch nicht leiden kann?! ", fragte sie völlig verdutzt und traute sich einfach mal ihre Gedanken frei heraus auszusprechen. Maebh hat ihr nun oft genug zu verstehen gegeben, dass die Rothaarige sich nicht an irgendwelche Etiketten halten musste, solange sie zu zweit waren. Und auch, wenn es sie nicht von allen Fesseln befreite, lockerte es sie doch ungemein. Und dafür war sie ihr zutiefst dankbar. Eine Verbündete zu haben, machte alles so viel einfacher. Obwohl sie sich noch nicht lange kannten, spürte sie, dass die Worte, die die Fürstin an sie richtete, voller Wahrheit waren.
" Ich würde gerne mit der Familie essen, ja. Ich habe Angst, dass Cathal sonst lieber alleine isst und ich dann den Abend ebenfalls alleine verbringen muss. Und das würde mir nicht sehr gefallen ", gab sie leise zu und ließ eine Hand auf dem warmen Pferdekörper liegen. Geistesabwesend strich sie immer wieder mit der Bürste über das Fell, das mittlerweile einiges an Feuchtigkeit verloren hatte. Das Tier schnaubte leise, als würde es ihr Mut zusprechen wollen. Sanft strich ihr Daumen über das Tier, während sie über die Abendplanung nachdachte. " Ich wüsste nicht, was wir sonst machen sollten. Ich glaube wirklich vorbereiten kann ich mich sowieso nicht für morgen ", gab sie zu und zuckte mit den Schultern. Plötzlich musste sie an das weiße Kleid denken, dass ihr Vater in Auftrag gegeben hatte, ohne dass sie davon etwas mitbekommen hat. Es lag noch immer sicher verstaut in einer ihrer Taschen und würde morgen erst zum Einsatz kommen. Hoffentlich passte es überhaupt...
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| Herbstland |
| Maebh Fraser |
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| Alter |
31 |
| Beruf |
Ehefrau |
| Wohnort |
Kenmara |
| Stand |
Verheiratet |
| User |
Cat |
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23-11-2025, 20:37 - Wörter:
Die Fürstin hielt inne und ihr Blick lag für einen Moment lang sehr ruhig auf der jüngeren Frau. Dann neigte sie den Kopf.
„Aufgrund meines eigenen moralischen Kompass fühle ich mich dazu verpflichtet dir mitzuteilen, dass niemand dich am weglaufen hindern kann, Muírín. Das Weglaufen kannst du schon erledigen, aber das was danach kommt könnte eben ausgesprochen unangenehm sein.“
Und darin lag Maebhs Expertise nach eben ein entschiedener Unterschied.
Es war wirklich nicht so, als hätte sie nicht absolut nachvollziehen können, dass ihre zukünftige Schwiegertochter darüber nachdachte, davonzulaufen. Irgendwohin, vermutlich, wo man sie nicht kannte und wo sie sich mit diesen Dingen, die sie hier erwarteten, nicht auseinandersetzen mussten.
Aber die Realität holte einen am Ende immer ein. Und sie hatte fürchterliche Überraschungen für einen, wenn man glaubte, das man ihr entkommen konnte.
„Du bist kein Feigling“, stellte sie also fest. „Du bist eine mutige junge Frau und so solltest du dich auch verhalten. Wir sind noch nicht so weit“, fuhr sie fort, „dass wir Frauen selbst für uns entscheiden dürfen. Wir müssen uns noch immer mit dem arrangieren, was wir haben. Das ist eben so. Das lässt sich leider nicht ändern. Aber es gibt Mittel und Wege, wie man als Frau dennoch ein angenehmes und einigermaßen erfülltes Leben führen kann. Ich kann dir diese Wege zeigen.“
Auch wenn es im Grunde die Aufgabe des Mädchens gewesen wäre, das zu tun. Sie vorzubereiten und auszubilden. Ihr die Flaußen auszutreiben.
Das war nicht geschehen, die Götter wussten warum.
Sie hing noch den eigenen Gedanken nach, als Muírín die nächste Frage an sie richtete. Und Maebh damit auf einem denkbar schlechten Fuß erwischte.
Nicht, weil die Fürstin wütend reagiert hätte. Nein. Maebh wurde ohnehin ausgesprochen selten überhaupt auch nur ungehalten.
Stattdessen wurde sie blass vor Schreck und schien für einen erschreckend langen Moment die eigene Fassung völlig zu verlieren. Ihr Mund öffnete sich, stumm und erschrocken, dann schloss er sich wieder, während ihre Lippen eine schmale Linie bildeten.
Sie wusste nicht, wie sie diese Frage beantworten sollte.
Damit, dass sie Schuld daran war, dass man Cathal den Anspruch auf den Thron abgesprochen hatte? Obwohl das gar nicht ihre Entscheidungen gewesen wäre? Sie hatte es nur in den Raum gestellt und ihr Mann hatte sich so bereitwillig daraufgestürzt, dass Maebh ihn nicht mehr hatte bremsen können. Seitdem war das Verhältnis noch kühler, als ohnehin schon.
„Wir… haben keine enge Beziehung zueinander. Ich bin eben nicht ihre Mutter sondern die Frau, die ihr Vater später geheiratet hat, weil er eine Lebensschuld erfüllen musste.“
Ja.
Ja, das klang brauchbar.
Und es war die Wahrheit, auch wenn Maebh nun ihrerseits diejenige war, die den Blick zu der Jüngeren lieber mied.
Und umso erleichterter nahm sie den Themenwechsel an, bei dem es hoffentlich bleiben würde.
„Ich bin mir sicher, dass lässt sich einrichten. Ich werde später mit Eanruig sprechen. Und im Zweifel leistest du einfach mir Gesellschaft und wir sprechen bei einem Becher Wein einfach über alles, was uns einfällt und genießen den Abend, sobald Aedan schläft.“
Für gewöhnlich war der Kleine aber auch einfach dazu zu bringen, schlafen zu gehen und anstrengend war er in dieser Hinsicht nicht.
Er kam eher nach seinem Vater. Er konnte überall schlafen, solange es nur ruhig genug war.
Mitfühlend musterte Maebh Muírín.
„Man kann sich immer vorbereiten. Und sei es nur, dass du Liebe und Zuversicht bekommst. Es wird schon alles gut werden.“
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| Make me lose my breath |
| Muirín Henaghen |
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| Alter |
23 |
| Beruf |
Prinzessin |
| Wohnort |
Ishcateslieve, Farynn |
| Stand |
Verlobt |
| User |
Nessi |
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08-12-2025, 17:22 - Wörter:
Ein trockenes Lachen, das weder der Inbegriff von Freude, noch von Glück war, schallte einen kurzen Moment durch den Stall, während draußen noch immer der Regen vom Himmel fiel. Das Tosen der Wellen im Hintergrund war kaum mehr als ein leises Rauschen, das nur wahrzunehmen war, wenn man sich konzentrierte. Das Prasseln auf dem Holz über ihren Köpfen hingegen war allgegenwärtig und versprach eine Mischung aus Gemütlichkeit und Wärme, wenn man denn das Glück hatte, ein Dach über dem Kopf zu haben. Und genau das war der springende Punkt, der der jungen Frau so große Angst einjagte, als sie die Worte der Älteren hörte. Würde sie weglaufen, hätte sie nichts mehr, mit dem sie sich identifiziert. Kein Titel, kein Gold, keinen Namen. Eigentlich nicht mal eine Zukunft. Es würde ihr die Freiheit schenken, nach der sie sich so sehr sehnte, aber die Angst war viel zu groß. Es stand gar nicht zur Debatte ihren Adelstitel und damit ihre Familie, ihre Pläne und alles aufzugeben, was sie ausmachte. Ein leises Seufzen - schon wieder - verließ ihre Lippen und war Ausdruck ihrer Verzweiflung. Maebh hatte es geschafft ihr den Großteil der Angst zu nehmen, hatte ihr Mut zugesprochen, wo sie warme Worte gebraucht hatte, hatte ihr eine Zuflucht angeboten, in einem Moment, in dem sie sich nichts sehnlicher wünschte, als das. Doch was blieb war trotzdem eine ungeheure Portion Angst. Ungewissheit. Unsicherheit.
" Vermutlich hast du Recht. Ich bin sicher auch nicht die einzige Frau, die anfänglich ein paar Probleme mit ihrer vorgeplanten Zukunft hat. Vielleicht wird es ja sogar besser werden, als gedacht. Ich glaube ich muss nur den ersten Eindruck von gestern Abend irgendwie verbessern, dann wird das schon. Ich muss Cathal zeigen, dass ich eigentlich ganz in Ordnung bin ", murmelte sie grinsend und vergaß in ihrer Wortwahl völlig, dass es unmöglich war, dem Mann etwas tatsächlich zu zeigen. Eine unangenehme Hitze stieg ihr in die Wangen und sie entschied sich, es einfach zu ignorieren. Der Fürst selbst war nicht hier und Maebh würde sie schon nicht für ihre Wortwahl rügen, wie sie hoffte. Muirßin war es nicht gewohnt, dass jemand nicht sehen konnte. Sie hatte noch nie in ihrem ganzen Leben Kontakt zu jemand Blindes gehabt. Arcandas konnte ein hartes Pflaster sein, wenn man nicht so viel Glück hatte und in eine Adelsfamilie geboren wurde. Für jemanden, der sich nicht einmal auf sein Augenlicht verlassen konnte, musste es noch viel viel schlimmer sein. Egal ob adlig, oder nicht.
Dass ausgerechnet die Blindheit ein wunder Punkt in der Familie war, hätte Muirín sich eigentlich denken können. Andere emotionale Situationen zu beachten war jedoch noch nie ihre Stärke gewesen, daher fiel ihr gar nicht mal besonders auf, dass sie noch mehr Salz in die Wunde streute. " Ehrlich gesagt kenne ich das Gefühl ", antwortete sie direkt, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, dass da vielleicht mehr dahinter stecken konnte. Für Dinge, die zwischen den Zeilen standen, hatte sie keinen Sinn. Sie bemerkte solche Dinge nicht oder erst viel zu spät und hätte im Zweifelsfall vermutlich auch kaum gewusst, wie sie damit hätte umgehen sollen. Gefühle anderer waren ganz schön kompliziert. Ehrlich gesagt waren ihre eigenen Gefühle ja schon manchmal zu kompliziert für die junge Prinzessin, wie sollt sie dann noch mit denen, von Anderen umgehen können? " Meine Mutter ist auch vor einigen Jahren verstorben und mein Vater hat neu geheiratet. Seine neue Frau war genauso alt, wie ich es bin. Das ist einfach ein komisches Gefühl ", erklärte sie ungewöhnlich verständnisvoll, während sie gedankenverloren den Wallach streichelte. Die beiden Frauen waren schon längst nicht mehr damit beschäftigt das Tier zu putzen oder sonstige Arbeiten zu verrichten, waren sie doch beide unlängst abgelenkt von ihren tiefgründigen Gesprächen. Das Tier schnaubte nur leise und stupste Maebh mit dem Kopf auffordernd an. Weiß der Geier, was das Pferd wollte...
" Wein ist eine deiner besten Ideen von heute Abend ", stimmte sie lachend ein und legte für einen kurzen Moment ihre Hand auf Maebhs Unterarm. Was für ein Glück die Rothaarige doch mit ihrer neuen Familie hatte, dachte sie. Mit Cathal und Eanruig würde sie sich sicher auch noch anfreunden. Oder zumindest fühlte sie ein bisschen mehr Vertrauen in ihr neues Leben in Kenmara, als noch vor wenigen Stunden. " Ich kann dir ein Kartenspiel zeigen, das wir zu Hause immer gespielt haben, an solchen Abenden, wenn du Lust hast. Keine Sorge, ich bin selbst nicht besonders gut darin, aber es hat immer sehr viel Spaß gemacht. Meine Mutter hat es meinen Geschwistern und mir schon als kleine Kinder beigebracht. Vielleicht möchte sich dein Mann uns ja sogar anschließen? Oder... Ist er nicht so der Kartenspieler und Weintrinker? ", fragte sie vorsichtig nach und nahm sich vor, sich in Zukunft ein bisschen mehr für ihre Mitmenschen zu interessieren. Sie war sich sicher, dass sie sonst echte Probleme irgendwann bekommen würde...
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| Herbstland |
| Maebh Fraser |
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| Alter |
31 |
| Beruf |
Ehefrau |
| Wohnort |
Kenmara |
| Stand |
Verheiratet |
| User |
Cat |
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20-12-2025, 01:06 - Wörter:
Maebh hörte ihr einen Moment lang ruhig zu und runzelte dann die Stirn, ehe sie den Kopf schüttelte.
„Du musst ihm gar nichts zeigen“, stellte sie fest, denn Maebh war durchaus der Meinung, das man auch blinden Menschen Dinge zeigen konnte. Sie konnten sie zwar nicht sehen, aber eben wahrnehmen. Unterm Strich war es vermutlich allerdings nur eine Begrifflichkeit, die die beiden Frauen unterschiedlich definierten. Und da sie das Thema auch nicht aufgriffen, würde es für die nächste Zeit sicher auch unerwähnt bleiben.
„Du musst ihm auch nichts beweisen“, fuhr sie dann fort. „Du solltest eher den Antrieb haben, dir selbst zu beweisen, dass du diese Situation meistern kannst. Hier geht es nicht um ihn oder um die geplante Hochzeit.“
Sie zog den Sattel von der Tür von Céos Box und schleppte das Ding einmal auf die andere Seite der Stallgasse.
„Hier geht es darum, dass du lernen musst, wie du dich mit der neuen Situation arrangierst und das Beste für dich herausholst.“
Und dazu gehörte ganz entschieden nicht, dass sie irgendjemandem gefiel.
„Was unserer Welt und dieser Zeiten fehlt, wenn du mich fragst“, fuhr sie fort und hievte den Sattel in der gegenüberliegenden Sattelkammer auf den dafür vorgesehenen Bock, „ist das Wissen, dass Frauen nicht einfach nur hübsche Deko sind.“
Ihre Stimme klang durch den Raumwechsel dumpfer und ein wenig angestrengter, weil sie am räumen war und unter dem Gerumpel sogar fast ein wenig unterging. Als sie wieder nach vorne kam, strich sie sich gerade die dunklen Haare zurück. Eine Geste, die ihr kurz ein deutlich wilderes Aussehen bescherte.
„Unsere Männer verstehen einfach nicht, dass wir mehr sind als nur schöner Armschmuck. Herrje, sie sehen uns ja manchmal nicht einmal. Emotional, meine ich“, fügte sie schnell an. „Und glaub mir, Eanruig ist davor genauso wenig sicher wie dein zukünftiger Ehemann. Das liegt einfach in der Erziehung. Der Sanftmut, der uns Frauen gelehrt wird, wird bei ihnen einfach völlig vergessen.“
Sie musterte ihr Gegenüber kurz. Dann hob sie die Schultern.
„Wir werden damit sicher nicht die Welt verändern“, fügte sie an. „Aber hier in unserem kleinen Umfeld können wir schon dafür sorgen, dass die Situation für uns zumindest ein klein wenig angenehmer wird.“
Fand sie.
Als Muírín erklärte, dass sie Maebhs Gefühl kannte, runzelte die Fürstin ein wenig nachdenklich und auch besorgt die Stirn.
Im ersten Schritt hatte sie das Mädchen maßregeln wollen, dass es unmöglich war, dass sie das Gefühl einer Mutter in diesem Ausmaß kennen konnte. Sie war nicht in dieser Rolle, sie war die Tochter. Aber nur, weil eine Äußerung nicht zu dem Gesagten passte und emotional auf eine andere Ebene kletterte, bedeutete das nicht, dass damit kein ehrliches Verständnis ausgedrückt werden konnte.
Allerdings fand sie durchaus wichtig, das aufzugreifen.
„Das ist nicht ganz das, worum es hier geht“, stellte sie also sanft fest. „Es geht darum, dass ich nicht seine Mutter bin. Und das Entscheidungen getroffen wurden, für die ich verantwortlich gemacht werde, obwohl ich nicht die Entscheidungsträgerin war. Ich denke, dass es grundlegend… Missverständnisse in dem Verhältnis zwischen mir und meinen Stiefkindern gibt. Aber die kann ich nicht alleine ausräumen, also habe ich Geduld.“
Die sie vermutlich ihr ganzes Leben haben durfte. Maebh konnte sich nicht vorstellen, dass sich von der Seite ihrer Stiefkinder etwas änderte.
Sie war das Monster.
Sie war die Stiefmutter.
„Wie sich eine fürchterliche Stiefmutter anfühlt“, fuhr sie dann leise fort und führte Céo in seine Box, „weiß ich allerdings sehr sehr gut. Und ich wollte nie so sein wie die meine.“
Die Hand auf ihrem Arm überraschte sie. Aber Maebh lehnte die Geste auch nicht ab. Sie fand es schön, dass Muírín Nähe suchte und sie wollte die Verbindung auch nicht unterbrechen.
„Oh, sehr gerne“, stellte sie fest und legte ihre Hand auf die der jüngeren Frau. „Das können wir gerne machen. Ich freue mich schon sehr darauf. Ob Eanruig sich anschließt, weiß ich nicht, Muírín. Aber ich werde ihn fragen. Und weil ich das tun möchte, werde ich dich jetzt auch allein lassen“, fügte sie sanft an und trat zu ihr, um ihr einen Kuss auf die Stirn zu setzen.
„Ich gebe dir später bescheid, ob wir gemeinsam zu Abend essen oder ob du ausschließlich mit mir Vorlieb nehmen musst.“
Aber das war sicher auch kein Problem, oder? Das wäre auch möglich.
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| Make me lose my breath |
| Muirín Henaghen |
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| Alter |
23 |
| Beruf |
Prinzessin |
| Wohnort |
Ishcateslieve, Farynn |
| Stand |
Verlobt |
| User |
Nessi |
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08-02-2026, 15:39 - Wörter:
Obwohl dieses Gespräch eigentlich Alles war, was sich die rothaarige Prinzessin immer gewünscht hatte, war es für die junge Frau vollkommen überfordernd. Sie fühlte sich gesehen, hatte das Gefühl, dass ihren Emotionen ein sicherer Raum gegeben wurde, bekam Zuneigung und Nähe zu spüren, die nichts mit ihrem Aussehen und einer gewissen Erwartungshaltung zu tun hatten und wurde angenommen, so wie sie war. Ohne Ansprüche, ohne Anforderungen. Muirín kannte diese Art der Kommunikation nicht. Wusste nicht so richtig, wie man sich in solchen Situationen verhalten sollte. Sogar die Tatsache, dass Maebh offenbar nicht ganz zufrieden mit dem war, was sie gesagt hatte, wurde nicht mit Geschrei oder Ignoranz geklärt, sondern in Ruhe erklärt. Einfühlsam und auf Augenhöhe. Und auch, wenn sie erst zwei Tage in Kenmara war und dachte, dass ihr Leben hier sein Ende gefunden hätte, weil sich einfach Alles zum Negativen ändern wurde, zeigte ihr die ach so böse Stiefmutter plötzlich, was es hieß, wahren Familienzusammenhalt zu erfahren. Maebh zeigte ihr, wie es sich anfühlte, eine Mutter zu haben - auch, wenn ihre Beziehung zueinander eine andere sein würde. Trotz der Tatsache, dass sich die Henaghen so gut aufgehoben und sicher fühlte, schien ihr Körper mit Abwehr zu reagieren. Diese Situation war ihr unbekannt und wurde automatisch von ihrem Körper abgelehnt. So fühlte es sich jedenfalls an. Vor allem, als Maebh ihrem Hengst den Sattel abnahm und mit dem schweren Gewicht einen Raum weiter stapfte. Einerseits bewunderte Muirín ihre Art und Weise Dingle zu händeln und gleichzeitig fühlte es sich so fremd an, einer Frau dabei zuzusehen ein Pferd fertig zu machen, dass sie sich am liebsten abgewendet hätte. Sie war immer in dem Wissen aufgewachsen, eine Frau zu sein. Mit allem, was dazu gehörte. Körperlicher Schwäche, keinen eigenen Entscheidungen, dem Willen eines Mannes gebeugt, nicht arbeitend, hübsch aussehend - und vermutlich könnte sie die Liste noch unendlich lange fortführen. Es würde noch dauern, bis sie sich davon lösen konnte, dessen war sie sich sicher. Ihre initialen Gedanken waren immer ablehnend, waren immer mit einem 'Aber' am Anfang versehen, doch sie spürte, dass diese Art und Weise das Leben zu nehmen eigentlich genau das war, was sie sich wünschte.
" Ich kenne dich weder lange noch gut, aber eines kann ich dir ganz sicher sagen: du bist keine furchtbare Stiefmutter. Nur, weil Andere dich in diesem Licht sehen wollen, entspricht das noch lange nicht den Tatsachen ", durchdrang ihre Stimme leise den Stall. Es fühlte sich irgendwie gut an, etwas zurückgeben zu können, auch, wenn sie nicht wusste, ob Maebh sich ihre Worte annehmen würde. Es schmerzte sie jedoch zutiefst, dass eine so zarte und intelligente Seele als ' böse' abgestempelt wurde, nur, weil sie versuchte das Beste aus ihrem Leben zu machen. Nur, weil sie eine Frau war, die einen Platz eingenommen hatte, um den sie nie gebeten hat.
" Es wäre kein Vorlieb nehmen, wenn es nur mit dir stattfindet. Das wäre mindestens genauso gut ", antwortete sie lächelnd und nickte zustimmend. " Wenn nicht sogar noch besser ", flüsterte sie schnell hinterher und war so baff von der Reaktion ihrer zukünftigen Schwiegermutter, dass sie wie angewurzelt stehen blieb, als diese näher kam und ihr einen sanften Kuss auf die Stirn gab. Auch, als Maebh sich verabschiedet hatte und ihre Schritte schon längst durch das Rauschen der Wellen draußen verschluckt wurden, stand Muirín noch an Ort und Stelle. Dieses Gespräch und dieser Tag würde ihr vielleicht länger im Gedächtnis bleiben, als ihre Hochzeit.
Sie wusste nicht, wie viele Minuten vergangen waren, als sie sich langsam aus ihrer Starre löste und sich in ihre Gemächer begab. Sie würde sich schon einmal für den Abend vorbereiten, wie auch immer er am Ende aussehen mochte. Tatsächlich freute sie sich schon darauf, obwohl sie gestern noch gedacht hatte, dass das Essen mit ihrer neuen Familie die schlimmsten Situationen sind, in die sie hier gelangen könnte...
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