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| Aurora Acilius |
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21-05-2025, 21:15 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24-05-2025, 06:18 von Ivar Lorenson.)
Gewiss wusste Aurora nicht wirklich um ihre Reize Bescheid. Auch wenn ihre Oberweite wohl ein treffender Punkt war, der einem sofort ins Auge fiel. Generell fühlte sie sich zu klein. Ein paar Zentimeter mehr würden ihre Proportionen doch besser aufteilen, wie sie glaubte und auch gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein steigern. Dass Aurora eher der schüchternen Art Menschen angehörte, war offensichtlich. Die Körpersprache allein gab so viel von einem Menschen preis, dass es beinahe unheimlich wirken konnte, wie sie fand.
Die Prinzessin fühlte sich zwar geschmeichelt von den lobenden Worten der rothaarigen Frau, erklärte aber die vollkommene Balance noch nicht gefunden zu haben. ”Das kann ich so nicht bezeugen, wenn ich dies erwähnen darf. Meiner Meinung nach klangen die Melodien perfekt, wenn ich das so sagen darf.” sagte Aurora schließlich und senkte etwas den Kopf, um Demut zu zeigen. Als sie das Instrument zur Seite legte, winkte Aurora ab. ”Oh, Sie können aber liebend gerne weiter musizieren, wenn Sie wollen.” bat die Rothaarige in weiterer Folge und nickte leicht und lächelte.
Es folgte eine Vorstellungsrunde mit den Gesellschafterinnen. Immer wieder nicke sie den Damen dann freundlich zu. ”Es freut mich außerordentlich, Ihre Bekanntschaft machen zu dürfen. Gesehen haben wir uns gewiss schon das ein oder andere Mal, aber ins Gespräch sind wir bis dato noch nicht gekommen. Bedauerlicherweise.” erklärte sie sodann. Ihr Blick fiel dann auf den Teller mit Köstlichkeiten, den die Prinzessin anbot. ”Vielen Dank, ihr seid zu gütig!” bedankte sich Aurora und nahm einen Keks. Aus Höflichkeit vor allem, aber auch, weil sie ihr so lecker entgegengrinsten und ihr automatisch das Wasser im Mund zusammenlief. Abgesehen davon schickte es sich nicht, das Angebot einer Prinzessin auszuschlagen. In der feinen Gesellschaft gab es nun mal Regeln und nicht niedergeschriebene Gesetze, die es zu befolgen galt. Und eine davon war eben jene.
Gerade erst hatte sie Elithea kennengelernt, da war sie auch schon weg. Sie murmelte eine Entschuldigung, stand auf und ging hinfort. Rajani hatte eine kurze Erklärung und Aurora blickte Elitha nach. ”Es geht ihr doch gut, oder?” fragte sie fürsorglich nach und sah den beiden Damen vor sich fragend in die Augen.
Die Frage der Prinzessin, was Aurora allein durch die Gärten führt, riss sie dann aus ihrer Gedankenwelt. Sie sah sie an und lächelte freundlich. ”Ich liebe die Palastgärten aufgrund ihrer Schönheit. Für mich gibt es keinen schöneren Ort und die Wirkung ist einfach beruhigend, wenn man inmitten der Sträucher und Bäume hindurchspaziert. Kombiniert mit dem schönen Wetter und der frischen Luft ist es einfach himmlisch hier!”
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| Nightingale in a Golden Cage |
| Naila Castellanos |
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| Alter |
20 |
| Beruf |
Prinzessin |
| Wohnort |
Castandor, King's Portal |
| Stand |
Verheiratet |
| User |
Letha |
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31-05-2025, 05:28 - Wörter:
Naila würde lügen, wenn sie behaupte, es bereite ihr keine Sorge, wie abrupt Elithea aufstand und sich entschuldigte, aber erkennen tat man diese Sorge nur für einen flüchtigen Herzschlag. Wie eine kleine Windbrise flog ein Schatten über ihr Gesicht, so zart, dass er fast nur in ihren Augen zu erkennen war, ehe sie ihn einfing und unter ihrer Maske glättete. Ein Lächeln folgte auf die aufmerksame Frage von Aurora, ruhig und nichts mehr von ihren eigenen Gedanken durchscheinen lassend, die sich darum drehten, warum ihre Gesellschafterin so plötzlich verschwinden musste. “Sicher geht es Elithea gut. Ich hatte sie gebeten, meine Schwester nach ihrem Unterricht abzuholen, der jetzt vorbei sein müsste.” Als würde sie etwas mit dem Winkel der Sonne anfangen können, legte sie ihren Kopf kurz in den Nacken und betrachtete die Baumkronen, die ein wanderndes Muster auf ihr blassrotes Gewand warfen. “Ich habe die Zeit ganz aus den Augen verloren. Geht es nur mir so, oder fühlt sich der Tag heute an wie ein Traum?” Das war tatsächlich zu einem großen Teil die Wahrheit und nur wenig überzogen - Naila hatte seit ihrer Hochzeit ein wenig das Gefühl zur Realität verloren. Ob es all die neuen Eindrücke waren, die ihre Sinne beanspruchten? Der innere Druck, den sie sich selbst machte, mit diesem dumpfen, sehnsüchtigen Pochen ind er Brust nach ihrer Heimat? Oder war die Wärme Schuld daran, die sich ausbreitete wie ein weiches, milchiges Laken, wann immer sie sich erlaubte, an die Hände zu denken, die ihre umfassten? An die langen, dünnen Fingergelenke eines Künstlers. An die tiefen, dunklen Augen eines Poeten, der mehr mit sich trug als er durch seine Oberfläche dringen ließ. Es war erstaunlich, und erschreckend zugleich, wie langsam, so schleichend, dass Naila es selbst lange nicht wahrgenommen hatte, eine andere Sehnsucht neben der anderen entstanden war. Selbst an einem schönen Tag wie diesem, in einer angenehmen Gesellschaft wie dieser, erwischte sich Naila dabei, wie sie sich den Abend herbei wünschte. Was sollte sie nur mit sich anfangen, wenn die Neugierde sie aus der Realität hin in die Gemächer zog, die ihr ein Zuhause geworden waren?
Vielleicht waren es auch die Melodien, die sie emotional gemacht hatten. Ihr Lächeln, jedenfalls, war ganz und ehrlich den beiden Frauen gewidmet, die sich so an dem Gebäck erfreuen, das die Prinzessin selbst unangetastet ließ. Verständnis zeigte sich in ihrem Blick, als Aurora von den Gärten schwärmte. “Ich kann Euch nur zustimmen. Palastgärten sind an ihrer Schönheit kaum zu übertreffen. Selbst in Wintergard, wo nur spärlich Flora blüht, verleihen die Blumen dem Winter eine einzigartige Tastbarkeit. Als würden sie das unerbittliche Wetter zart und angreifbar machen.” Ob Aurora schon einmal in Norsteading gewesen war? Ihre Augen würden es verraten, wie sie die Erzählungen aufsaugte. “Hier ist es wie ein Stück Frieden, der von Heofader selbst vom Himmel gebrochen und unserem Großkönig geschenkt wurde. Meint ihr nicht?” Naila wollte wissen, wie empfänglich Aurora für das Schöne im Leben war, wie leicht sie sich begeistern ließ. Sie wollte wissen, wie tief sie in den Strukturen des Hofes verankert war und welche Möglichkeit sich auftaten, wenn Naila diesen Knoten im Netz für sich gewinnen konnte. Weswegen sie noch etwas tiefer greifen wollte. Ihr Blick schwenkte zu Rajani, mit einer Aufforderung, die einem mentalen, spielerischen Anstupsen gleichkam. “Erzähl Lady Acilius doch von unseren Gärten in Matariyya.” Denn Rajanis Geschichten lagen nicht in ihren Worten, die sie wählte; sie lagen in ihrem Ausdruck und der ganzen Liebe, die sie für ihre Heimat empfand.
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| Land des Königs |
| Rajani Parikh |
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| Alter |
22 |
| Beruf |
Gesellschafterin |
| Wohnort |
Kings Portal |
| Stand |
Ledig |
| User |
Nessi |
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13-06-2025, 18:00 - Wörter:
Als wäre sie eine Studierte, die viele Jahre Arbeit in die Erforschung der Prinzessin gesteckt hatte, beobachtete sie ganz genau jede Regung Nailas. Manchmal musste sie sich selbst ein wenig zur Vernunft rufen, wenn sie bemerkte, dass sie aus dem Starren kaum noch raus kam. Es war nicht mehr die sanfte Schönheit, die Rajanis Blick fesselte, auch wenn sie beinahe jeden Tag aufs Neue feststellte, wie makellos ihre Prinzessin war, sondern viel mehr der Wunsch ihr jeden noch so kleinen Gedanken von den Augen abzulesen. Es war ihre Lebensaufgabe geworden, ihr eine Freundin zu sein. Es war ihre Berufung an ihrer Seite zu stehen, für immer im Schatten ihrer adligen Abstammung und doch so unverzichtbar, wie es nur irgendwie ging. Es gab kaum jemanden, der seine Berufung so ernst nahm, wie es Rajani tat. Auch wenn man ihr sicherlich vorwerfen konnte unkonzentriert und sehr leicht abzulenken zu sein, so kreisten ihre Gedanken doch den Großteil des Tages um ihre Freundin und Prinzessin Naila. So auch heute. Obwohl es schwierig war sich die ganze Zeit über auf das Gespräch zu konzentrieren, weil sie immer wieder an den jungen Prinzen denken musste, der mit seinen Händen über ihren Körper gewandert war, würde Rajani jede Gefühlsregung im Gesicht der Prinzessin auffallen. Würde sie selbst jedenfalls behaupten. Dass das in der Realität vielleicht nicht unbedingt der Wahrheit entsprach, würde sie hoffentlich nie herausfinden, denn das war etwas, auf das sie sich verhältnismäßig viel einbildete. Aber ehrlicherweise steckte die junge Frau mit dem Kopf so sehr in den Wolken, dass sie immer wieder die sanften Gefühlsregungen verpasste - so auch bei dem Verschwinden Elitheas. Sie nickte verständnisvoll, als Naila erklärte, dass es um ihre kleine Schwester handeln musste und tat so, als würde sie das wissen. Gegenüber der anderen Hofdame einzugestehen, dass sie keine Ahnung davon hatte, würde ihr das Herz brechen.
" Ihr seid so freundlich ", stellte die Dunkelhaarige gegenüber der jungen Frau fest und schenkte ihr ein Lächeln. Jeder hier am Hof war nur leider ' so freundlich', dass es schwierig war zu unterscheiden, wer es davon wirklich ernst meinte. Rajani nahm sich vor, Naila am Abend danach zu fragen, wie sie Lady Acilius einschätzte. In der Regel hatte die Prinzessin da ein besseres Gespür für, als Rajani selbst. " Ich sage auch immer wieder, dass die Töne, die sie den Instrumenten entlockt, absolut verzaubernd sind ", stimmte Rajani überraschend überschwänglich zu, so als hätte Aurora in diesem Moment genau ins Schwarze mit ihren Worten getroffen. Sie nickte wild und blickte von Naila zu der Rothaarigen und wieder zurück. Es war der Blick, der sagte: 'siehst du, ich habs dir doch gesagt'. Stolz glitzerte in ihren braunen Augen, weil sie selbst und Naila im Umkehrschluss irgendwie auch, Bestätigung erfuhr. Schnell vergessen war da wieder die Tatsache, dass am Hof nicht jedes gesprochene Wort tatsächlich der Wahrheit entsprach.
Als die neu hinzugekommene junge Frau so über die Palastgärten schwärmte, war sie in Gedanken schon längst damit beschäftigt diese mit den Gärten in ihrer Heimat zu vergleichen, hatte quasi schon tief Luft geholt, um alles auf einmal sagen zu können, als Naila ihr dann plötzlich auch noch den Stupser in die entsprechende Richtung gab.
" Wisst ihr - ich habe in meinem Leben noch nie etwas vergleichbares zu den Palastgärten in Matariyya erlebt ", fing sie an und die Worte sprudelten so schnell aus ihr heraus, dass sie sich beinahe überschlugen. Dass sie damit automatisch die Gärten in Castandor klein redete, fiel ihr nicht auf. Sie war niemand, der besonders lange über gesprochene Worte nachdachte, daher passierten häufiger mal so kleinere Fettnäpfchen. " Dort ist es so heiß, dass die Luft ganz unnatürlich anfängt zu flackern, wenn ihr in die Ferne guckt! Manche behaupten, dass schon viele Wanderer, die die Wüste durchqueren wollten, am Ende völlig verrückt daraus wieder hervor kamen, weil sie in dieser Hitze Dinge gesehen haben, die überhaupt nicht existierten! ", erzählte sie total aufgeregt und verfehlte damit wohl ein wenig das Thema von den Palastgärten zu erzählen... " Also... Wie dem auch sei: im Palast selbst haben wir natürlich keine Wüste, ist ja klar ", stellte sie peinlich berührt lachend fest und fragte sich im nächsten Moment, ob das wirklich so klar war... " aber die Königsfamilie hat keine Kosten und Mühen gescheut dort die wundervollsten Gärten zu errichten, die ihr jemals gesehen habt. Von der Wüste ist kaum mehr etwas zu erkennen, dafür haben wir dort exotische Pflanzen und - haltet Euch fest! - Pfaue! Die Tiere laufen bei uns frei in den Gärten herum und ich sag euch eines - ", erklärte sie und hob wedelnd den Finger in die Luft -" diese Tiere machen einen ganz schönen Lärm ", endete sie völlig aus der Puste, weil sie so viel auf einmal erzählen wollte. Dass dabei am Ende alles ganz schön durcheinander bei raus gekommen ist, fällt ihrem sowieso chaotischem Kopf überhaupt nicht auf.
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| Unregistered |
| Aurora Acilius |
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| Beruf |
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| Wohnort |
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| Stand |
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| User |
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16-07-2025, 20:25 - Wörter:
Oftmals waren Tage tatsächlich wie Träume, da musste Aurora innerlich der Prinzessin zustimmen. Bei ihr war es heute tatsächlich nicht der Fall, aber oft verfiel sie doch ihren Tagträumereien, welche eben zu so einer Auffassung führten. Wichtig war aber, dass es Elithea gut ging, die doch von einer Sekunde auf die andere aufgesprungen und weggegangen war. Die Rothaarige hoffte einfach, dass nicht ihre Anwesenheit der Grund für die voreilige Abwesenheit war. ”Tatsächlich geht es mir oft wie Ihnen und der Tag ist einfach zu schnell vorbei, aber wirklich produktiv war er dann nicht ... ein eigenartiges Gefühl, wie ich finde.” stimmte Aurora schließlich der Prinzessin zu und nickte dabei leicht.
Rajani unterstützte schließlich Aurora bei der Erkenntnis, dass die Musik wirklich schön und liebevoll war. Aurora hätte ihr noch eine Weile lauschen können. Ein positiver Nebeneffekt davon war, dass es keiner Worte bedarf, wenn man lieblicher Musik lauschte. Tat sich Aurora doch oft schwer bei diesen belanglosen Gesprächen, die oft einfach so geführt wurden, weil es der gute Ton so wollte. Dabei war sie eher diese typische Einzelgängerin und vergrub sich lieber in einer Bibliothek oder ähnlichem. Das war der Inbegriff von Ruhe und einem wohligen Gefühl. Auch wenn Aurora stets bemüht war, dem sozialen Leben beizuwohnen.
Interessiert lauschte Aurora schließlich den Worten von Naila, die ebenfalls sehr angetan war von der Schönheit der Palastgärten. Ein weiterer Ort, wo sich Aurora stundenlang aufhalten konnte und wo sie sich einfach wohlfühlte. Besonders, als Naila von fremden Gärten anfing zu erzählen und das Wort an Rajani übergab, hing sie förmlich an ihren Lippen. Wie heiß es dort sein musste, vermag sich Aurora gar nicht auszumalen oder vorzustellen. Sie kannte es nur von den Erzählungen und den Büchern, aber tatsächlich gesehen hatte sie es noch nicht. Ein Wunsch von ihr, all dies mit ihren eigenen Augen bewundern zu können, war gewiss da. Aber wie sagte ihre Mutter immer? Eine Lady hatte keine Wünsche zu hüten, geschweige denn davon zu erzählen und zu sprechen. Eine Lady musste ihren Mann glücklich machen.
Ihre Augen begannen zu glitzern, als von exotischen Pflanzen und Pfauen erzählt wurde. Davon hatte Aurora noch nie etwas gehört! ”Wie war das? Pfaue?” wiederholte sie dann die letzten Worte von Rajani und blickte gespannt zwischen Naila und Rajani hin und her. ”Ich bitte euch, erzählt mir mehr davon. Welche Art von Tieren sind das und verzeiht meine Frage, aber wieso um alles in der Welt sind sie so dermaßen laut?” fragte sie dann ganz unglaubwürdig nach und musste schmunzeln bei der Vorstellung, dass die Tiere vollkommen grundlos so laut waren. Möglich war es ja. Auch wenn das für die unmittelbaren Nachbarn, oder besser gesagt Bewohner der Paläste, vermutlich nicht allzu amüsant war.
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| Nightingale in a Golden Cage |
| Naila Castellanos |
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| Alter |
20 |
| Beruf |
Prinzessin |
| Wohnort |
Castandor, King's Portal |
| Stand |
Verheiratet |
| User |
Letha |
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27-07-2025, 11:33 - Wörter:
 Wenn Rajani im Mittelpunkt des Geschehens stand, dann blühte sie regelrecht auf. Es war wahrlich eine Pracht für sich, sie dabei zu beobachten, wie sich ihr Strahlen schnell nach außen kehrte, ihre Augen sich aufgeregt weiteten und sie sich vor lauter übersprudelnder Energie kaum noch halten konnte. Der schönste Nebeneffekt war dabei, wie sie andere mitzureißen schien, und wie Mann und Frau gleichermaßen an ihren Lippen hingen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Oft hatte Naila mehr Probleme damit, diese Energie wieder einzufangen und unter der ihren ruhigen Präsenz zu begraben, wenn gewisse soziale Konstrukte nicht erlaubten, dass eine Gesellschafterin ihre Prinzessin überschattete, aber heute… Warum eigentlich nicht? Rajani ihrem Element zu überlassen, brachte ihnen allen Vorteile und Freude. Während Naila regelrecht spürte, wie die innere Spannung in ihrer Freundin gemeinsam mit ihrer Zurückhaltung abfiel, ertastete sie die Veränderung, die sich auch in der Rothaarigen auftat. Die Zurückhaltung schien sich aufzulösen und machte einer Neugierde Platz, die nicht gespielt wirkte; Naila musste ihr nicht ins Gesicht sehen, um zu wissen, welche Echtheit hinter der Intensität des Blicks ruhte, der an Rajani haftete.
Was ihre Gesellschafterin anging… Nun, ihr Charme lag oft genug darin, dass sie in Fettnäpfchen trat. In einer anderen Situation hätte die Prinzessin ihre Worte umschifft, elegant mit einer Schleife umpackt und ihr den Redeanteil abgenommen, um sie beide nicht bloßzustellen. Aber mit Aurora erlaubte sie Rajani die Freiheit, zu erzählen, was sie wollte. Nur mit einem gelegentlichen Kommentar korrigierte sie die Richtung der Erzählung, was sich heute auf ein einfaches “Außerhalb der Gärten” beschränkte, als die Ältere anfing, von dem Naturphänomen der Wüste zu erzählen. “Man nennt diese nicht existierenden Dinge auch ’Fata Morgana’, vielleicht habt Ihr davon gehört” , ergänzte sie sanft, ohne Rajani in ihrem Redefluss zu unterbrechen. Es war erfrischend, wirklich, und Naila hatte sogar Zeit, sich leicht nach vorne zu lehnen und einen von den unangetasteten Keksen zu nehmen. Mit einer Hand in ihrem Schoß über der Lyra, lag ihr Blick kurz auf Aurora, ehe er sich zu Rajani neigte und ihrer Geschichte folgte. Ob von Pfauen oder exotischen Blumen, auch Naila ließ sich gerne hin und wieder dazu verleiten, sich von ihrer Freundin mitreißen zu lassen und in dem wunderschönen Chaos zu versinken, was sie ausmachte.
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| Land des Königs |
| Rajani Parikh |
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| Alter |
22 |
| Beruf |
Gesellschafterin |
| Wohnort |
Kings Portal |
| Stand |
Ledig |
| User |
Nessi |
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20-09-2025, 17:54 - Wörter:
Es war wie Öl, das man ins Feuer goss. Das Feuer nahm es mit offenen Armen entgegen und brannte nur noch umso heller, je mehr man hineingoss. Anders als Wasser, welches das Feuer unter sich begrub und verenden ließ. Und in diesem Moment waren ihre Freundinnen das Öl, das ihr Feuer heller brennen ließ, als in den letzten vergangenen Tagen. Und es war, als loderten die Flammen in ihren Augen, während sie von ihrer Heimat erzählte. Doch gleichzeitig war da auch ein Stich in ihrer Brust, der ihr zu sagen versuchte, dass es Heimweh war, was sie des nachts plagte. Dieses Gefühl, das sie oft nicht schlafen ließ. Doch jetzt in diesem Moment war da nur unbändige Liebe. Für sich selbst, für ihre Heimat, und für ihre Prinzessin, die alles symbolisierte, was sie an Matariyya so liebte. Sie war die zurückhaltende Leidenschaft, die sich dezent Bahn brach, wenn man nicht damit rechnete, sie war die liebende und heiße Wüste, die mit offenen Armen auf Besucher wartete, sie war die sengende Hitze, die kein Blatt vor den Mund nahm. Prinzessin Naila Castellanos war Alles, was Rajani an ihrem Land liebte. Und nun würde sie dieses Land zu einem Besseren machen. Und auch, wenn sie traurig darüber war, dass Matariyya von nun an auf seine Prinzessin verzichten musste, wusste sie, dass Castandor ein wundervolles Geschenk überreicht bekommen hat, als Naila und Orpheus den Bund der Ehe geschlossen haben. Auch heute noch dachte die Parikh gerne an diesen Tag zurück. Er war so voller Respekt und Freundlichkeit... Und der Abend, den sie mit dem Cousin des zweiten Erben der Castellanos verbracht hatte, war feurig und leidenschaftlich gewesen. So, wie sie es am liebsten mochte. So, wie sie war. Heiß, temperamentvoll, voller ungezügelter Wildheit.
" Ihr kennt keine Pfaue? ", fragte Rajani völlig perplex und war damit so schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, dass sie sich beinahe wehgetan hätte. Sie starrte Aurora mit geöffnetem Mund an und blinzelte ein paar Mal überdeutlich. Ihr fiel es schwer zu verstehen, dass nicht jeder das kannte, was sie selbst kannte. Dabei war es anders herum ja genauso. Aber in ihrer eigenen kleinen Welt gab es eben nur Matariyya und nun ein Stückchen Castandor. Und somit musste jeder genau das kennen, was sie auch kannte. Dabei ergab das ja überhaupt gar keinen Sinn.
Etwas entgeistert schlug sie sich dramatisch die Hand vor den geöffneten Mund. " Entschuldig bitte meine Überraschung. Manchmal vergesse ich, dass die wenigstens Leute hier schon mal über die See gesegelt sind, um unsere ferne Heimat zu besuchen ", erklärte sie achselzuckend und konnte hören, wie Naila neben ihr anfing an einem kleinen Keks zu knabbern. Wenn das nicht mal das schönste Kompliment für die Gesellschafterin war: dass ihre Prinzessin losließ und sich zurücklehnte. " Also Pfaue... ", fing sie an und legte dann fragend den Kopf schief. Unsicher warf sie einen kurzen Blick zu Naila, ehe sie fortfuhr. Naila würde sie schon unterbrechen, wenn sie völligen Quatsch erzählte. " Das sind Vögel, denke ich. Sie haben Flügel, aber... ich habe sie ehrlich gesagt noch nie fliegen sehen ", murmelte sie und war nun doch deutlich verwirrt. Sie zog die Stirn kraus und strich sich unsicher durch die dunklen Locken. " Ähm... also wie auch immer. Das sind so große Tiere ", fuhr sie weiter fort und deutete mit den Armen an, wie groß in etwa ein Pfau war und hätte dabei Naila beinahe den Keks aus der Hand geschlagen. Sie lehnte sich ein bisschen zur Seite, um ihre Ausführung beenden zu können. " Und du kannst dir nicht vorstellen, was für wunderschöne Federn sie haben. Man nennt ihre Federn auch 'Pfauenaugen', weil da in der Spitze ein leuchtend blauer Kreis drin ist, der beinahe aussieht wie ein Auge. Und das auf. Jeder. Einzelnen. Feder. Kannst du dir das vorstellen? ", endete sie überschwänglich und wollte gar nicht unbedingt einen Antwort erhalten. " Falls ich irgendwann mal die nötige Geduld und vielleicht das nötige Können habe, dann male ich Euch mal einen Pfau auf ", versprach sie grinsend und nahm sich ebenfalls noch einen Keks. Sie hatte jetzt so viel geredet, dass sie erst einmal eine Stärkung brauchte. " Oh seht doch nur, die Sonne geht schon bald unter" , stellte Rajani mit leuchtenden Augen fest und deutete mit dem Finger auf das goldene Licht, das von oben auf sie herunter schien.
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| Nightingale in a Golden Cage |
| Naila Castellanos |
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| Alter |
20 |
| Beruf |
Prinzessin |
| Wohnort |
Castandor, King's Portal |
| Stand |
Verheiratet |
| User |
Letha |
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26-11-2025, 15:59 - Wörter:
 Prinzessin und Gesellschafterin funktionierten in stummer Symbiose, in ständigem Einklang aus jahrelanger Übung. Als man Naila damals Rajani zum Spielen vorgestellte hatte, eine Tochter aus reichem, doch nicht adeligem Hause, hatte man nicht träumen können, was für eine enge Beziehung die beiden einmal zueinander pflegen würden. Wie eng sich die Prinzessin an ein Mädchen binden würde, das sie durch ihr Heranwachsen begleiten würde. Doch saßen sie hier, die eine sprudelnd, die andere im Einklang mit der Stille, in die sie sich selbst hüllte, während sie lauschte. Und wenn Rajani Fehler machte, dann waren es schöne Fehler, in Unschuld und Nichtwissen eine Naivität zeichnend, die kein Schmerz auf der Welt zunichte machen durfte. Wenn sie unsicher zu Naila blickte, dann war es kein Halt, an den sie sich klammerte, sondern nur die Suche nach Bestätigung, die ihr mit einem kleinen Lächeln zugesprochen wurde. Pfaue konnten tatsächlich fliegen entgegen den langen Federn, die sie stolz hinter sich herzogen wie eine Schleppe. Keine langen Strecken, vielleicht ein paar Meter, weswegen sie sich nie die Blöße gaben, es im Palastgarten zu tun. Wofür auch? Dort wurden sie gefüttert und achtsam von dem einen Löwen ferngehalten, der in einem anderen Teil des Gartens in seinem Gehege residierte. Alles, was ihnen gefährlich werden konnte, war der Mensch selbst, der sie gelegentlich des Kleides beraubte, um schöne Fächer daraus herzustellen. Aber wie Sklaven zuckten sie nicht vor der Hand zurück, die ihnen Futter gab und gleichzeitig ein kurzes Ende bedeuten könnte.
Aurora war angetan von der Erzählung und Naila verstand, dass es für die Ältere keine Richtigkeit in der Erzählung geben musste, um ihre Fantasie anzuregen. Es reichte die Begeisterung, mit der Rajani, die Lebendigkeit, mit der sie gestikulierte und ein sachtes Ausweichen von Naila erfolgte, damit sie ihren Keks nicht verlor. Bald blieben nur noch kleine Krümel auf ihren Fingerspitzen übrig, die sie an einem weißen Tuch abwischte und neben den Naschteller legte. Rajani merkte an, dass die Sonne untergehen würde, und Naila neigte ihren Kopf in den Nacken, bis das Laub goldene Muster auf ihrem Gesicht zeichnete.
„Lasst uns den Sonnenuntergang an den Klippen betrachten“ , schlug sie mit samtener Stimme vor, obwohl sie wusste, dass niemand ihr Angebot ausschlagen würde. Es gehörte sich nicht für jemanden von Rang und Namen wie Aurora, sich etwas auf ihr eigenes Befinden einzubilden, auch wenn Naila ihr in ihrem Ton offensichtlich die Wahl ließ. Das war das Privileg einer Hochwohlgeborenen, und die Prinzessin hatte die Regeln bereits mit dem ersten goldenen Löffel im Mund auswendig gelernt.
Sorgfältig legte Naila die Laute vor sich ab und richtete sich in einer fließenden Bewegung auf. Ihre Finger zogen den Schal, der bisher in den Armbeugen geruht hatte, über ihr Haupt, um ihren Kopf vor der Sonne zu schützen und Anstand zu wahren, während sie in Begleitung von Rajani und Aurora den idyllischen Ort zwischen den Lorbeerhainen verließ. Auf dem Weg rief ihr eine junge Stimme entgegen und Nailas Lächeln weitete sich. Sie begrüßte ihre Schwester, so wie Elithea und Aanya an ihrer Seite. Im Rhythmus von Ranyas Stimme, die aufgeregt wiederholte, was sie heute gelernt hatte, wandte die Sonne sich langsam dem Horizont zu und tauchte den Himmel in ein rötliches Licht, das sie ein wenig an ihre Heimat erinnerte. Dort verbrannte die Sonne den Horizont, hier glühte sie nur. Doch war das so schlimm? Leben und Orte veränderten sich. Es war nicht in der Natur des Menschen, ständig nur an einem Fleck zu verweilen, und während der Gedanke Naila vor wenigen Wochen noch zum Denken angeregt hatte, stellte sie fest, dass er ihr gar keine Sorgen mehr bereitete. Was, wenn Zuhause nicht ein Ort war, sondern die Menschen, die den Ort füllten? Alles veränderte sich mit den Menschen; veränderte man sich selbst also auch, wenn man neue Menschen in sein Leben ließ?
Während Naila die Sonne beim Untergehen beobachtete, fühlte sie sich nicht fremd. Die Strahlen wärmten ihre Haut von außen, doch das Gefühl wärmte sie von innen. Ohne es auszusprechen, wusste sie, dass sie angekommen war. Dafür hatte sie ihre Heimat nicht loslassen, sondern nur neue Menschen in ihrem Leben willkommen heißen müssen, und sie wusste, dass es sie stärker machte als je zuvor.
Szenenende
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