26-01-2026, 22:29 - Wörter:
Rowan Fraser war kein Mann, dem man so leicht die Laune verderben konnte. Er war die Strapazen langer Reisen gewohnt, konnte mit Entbehrungen gut leben und hatte auch kein Problem damit, sich mit kargen Mahlzeiten über Wasser zu halten, solange die Gespräche am Lagerfeuer vor sich hinflossen und er ein Ziel und dessen Erreichung klar vor Augen hatte. Tage wie diese dämpften jedoch sein sonst eher gelassenes Gemüt, vor allem nachdem er festgestellt hatte, dass sich ihrer Truppe zur Drachenjagd keinerlei weitere Krieger angeschlossen hatten. Immer wieder hatte er gehofft, dass doch noch mehr Leute dem Aufruf des Königs folgen und ihnen auf der Reise ins Ungewisse Gesellschaft leisten würden. Dass er am Ende bisher der einzige Gerüstete bleiben würde - neben dem einen oder anderen passablen Kämpfer, so wie er die zwei Männer mit Hoffnung einschätzte - , damit hatte er nicht gerechnet und in gewisser Weise machte ihn das unruhig. Zwar war er niemand, der die Anwesenheit von Frauen nicht genoss - nein, ganz im Gegenteil - aber soweit er es beobachten hatte können, war keine der drei Damen in irgendeiner Art und Weise im Kampf geschult. Rowan war sich zwar sicher, dass sie schnell heraushaben würden, dass man am besten mit dem spitzen Ende einer Waffe zustieß, wenn man sich verteidigen wollte, doch in Anbetracht der Gefahren, die ihnen auf der Suche nach dem Fabelwesen auflauern konnten, brauchte es etwas mehr als das, um unversehrt oder zumindest am Leben zu bleiben. Dabei sprach er den jungen Frauen keineswegs ihre Fähigkeiten ab. Die Gelehrte punktete in vielerlei Hinsicht - oh Wunder - mit ihrem Wissen, während Freyja durch ihre offene Art und Neugier herausstach. Tja und dann war da noch Mira. Bereits seit sie zu ihnen gestoßen war, behielt der Söldner sie im Blick. Sie war flink wie ein Hase und er war sich sicher, dass diese Fähigkeit ihrer Beine auch genauso auf ihre Finger zutraf. Alleine die Art und Weise wie sie manchmal nach Dingen griff ließ bei ihm ein Signalglöckchen im Hinterkopf klingeln. Etwas, das ihn darauf aufmerksam machen sollte, dass hinter der Fassade der Gauklerin vielleicht mehr steckte - und dass er seine Geldkatze am besten dicht unter seiner Kleidung tragen sollte. Viel mehr als ihre Ausstrahlung schien jedoch ihr Gesicht eine Erinnerung wachrütteln zu wollen, die er noch nicht so recht greifen konnte. Kaum hatte er das Gefühl einen der losen Fäden, der zur Lösung des Rätsels führte, greifen zu können, so rutschte er ihm auch schon wieder durch die Finger und ließ ihn genauso ratlos wie zuvor zurück. Dabei war ihr Verhalten weder sonderbar noch verdächtig, ähnelte in ihrer Art ein wenig der neugierigen Freyja aber war doch für sich auch wieder einzigartig. Sei es wie es sei, Rowan hatte über die Jahre hinweg ohnehin gelernt, dass es mit Vorsicht zu genießen war, anderen sein Vertrauen zu schenken und so blieb er auch jetzt wachsam.
Die Chance, diesem seltsamen Gefühl in seiner Magengrube nachzuforschen, bot sich ihm schließlich, als er gemeinsam mit Mira zur Suche nach Feuerholz eingeteilt wurde. Einen Moment lang hatte der 31-Jährige überlegt, Sandokan als Packtier mitzuführen, doch das hätte nur dafür gesorgt, dass sie das trockene Brennmaterial im Unterholz noch schwieriger erreichten. Das stetig neblige und feuchte Wetter hatte nicht gerade dazu beigetragen, Äste und Zweige zu finden, die etwas anderes taten als vor sich hinzukohlen, wenn man sie in der Hoffnung auf Wärme und ein warmes Mahl in Brand steckte. Rowan war irgendwann dazu übergegangen zumindest etwas von dem Holz in Sandokans Satteltaschen zu verstauen, damit wenigstens passables Zündmaterial zur Verfügung stand. Dass seine Wechselkleider dafür als klammes Bündel am Rand des Sattels hingen, hatte der Söldner wohl oder übel dafür in Kauf nehmen müssen.
All das war nun jedoch im Lager geblieben und alles was Rowan bei sich trug war eine kleine, handliche Axt sowie sein Schwert an seiner Seite. Zwar hätte er sich natürlich auch mit dem handlichen Werkzeug auf irgendeine Art und Weise verteidigen können, aber die liebgewonnene Waffe ließ er ohnehin nicht gerne unbeaufsichtigt unter Menschen, die er für kaum einmal länger als einen Wimpernschlag kannte. Begleitet von den Geräuschen des Waldes suchten sich die beiden einen Weg tiefer in das Dickicht, vorbei an kleinen Wällen aus Dornenhecken und anderen Pflanzen und Sträuchern, die Rowan als nicht geeignet für ein Lagerfeuer hielt. Entweder war das Holz an sich zu feucht oder zu ölig, oder die Äste so dünn, dass sie gefühlte Zentner davon herbeischleppen hätten müssen, um wirklich etwas auszurichten. Etwas weiter in der Ferne hatte er jedoch bereits ein kleines Buchenwäldchen ausgemacht, bei dem er sich eine bessere Ausbeute erwartete.
Vorsichtig auf seine Schritte achtend warf er Mira einen Blick von der Seite zu, wieder grübelnd, während seine Augen über ihr rotes Haar wanderten, in denen der Schimmer der bereits etwas tiefer stehenden Sonne tanzte. Sie war eine Seltenheit geworden in den letzten Tagen, in denen der Himmel doch von dichten Wolken gesättigt gewesen war. "Du bist also eine Gauklerin? Oder ehemals Gauklerin?" Die Frage kam ihm selbst dumm vor, war sie doch eigentlich komplett rhetorisch, aber Rowan mochte das Schweigen nicht, dass sie beide einhüllte. "Was hat dich dazu verleitet, mit uns auf die Drachenjagd zu gehen?" Sei Kopf legte sich etwas schief und er musterte sie genauer, während er mit geschickten Schritten Wurzeln und Steinen auswich. "Wenn das Vieh wirklich so groß ist, wie der König glaubt, taugt es denke ich nicht wirklich als Attraktion für reisende Schausteller..."
Die Chance, diesem seltsamen Gefühl in seiner Magengrube nachzuforschen, bot sich ihm schließlich, als er gemeinsam mit Mira zur Suche nach Feuerholz eingeteilt wurde. Einen Moment lang hatte der 31-Jährige überlegt, Sandokan als Packtier mitzuführen, doch das hätte nur dafür gesorgt, dass sie das trockene Brennmaterial im Unterholz noch schwieriger erreichten. Das stetig neblige und feuchte Wetter hatte nicht gerade dazu beigetragen, Äste und Zweige zu finden, die etwas anderes taten als vor sich hinzukohlen, wenn man sie in der Hoffnung auf Wärme und ein warmes Mahl in Brand steckte. Rowan war irgendwann dazu übergegangen zumindest etwas von dem Holz in Sandokans Satteltaschen zu verstauen, damit wenigstens passables Zündmaterial zur Verfügung stand. Dass seine Wechselkleider dafür als klammes Bündel am Rand des Sattels hingen, hatte der Söldner wohl oder übel dafür in Kauf nehmen müssen.
All das war nun jedoch im Lager geblieben und alles was Rowan bei sich trug war eine kleine, handliche Axt sowie sein Schwert an seiner Seite. Zwar hätte er sich natürlich auch mit dem handlichen Werkzeug auf irgendeine Art und Weise verteidigen können, aber die liebgewonnene Waffe ließ er ohnehin nicht gerne unbeaufsichtigt unter Menschen, die er für kaum einmal länger als einen Wimpernschlag kannte. Begleitet von den Geräuschen des Waldes suchten sich die beiden einen Weg tiefer in das Dickicht, vorbei an kleinen Wällen aus Dornenhecken und anderen Pflanzen und Sträuchern, die Rowan als nicht geeignet für ein Lagerfeuer hielt. Entweder war das Holz an sich zu feucht oder zu ölig, oder die Äste so dünn, dass sie gefühlte Zentner davon herbeischleppen hätten müssen, um wirklich etwas auszurichten. Etwas weiter in der Ferne hatte er jedoch bereits ein kleines Buchenwäldchen ausgemacht, bei dem er sich eine bessere Ausbeute erwartete.
Vorsichtig auf seine Schritte achtend warf er Mira einen Blick von der Seite zu, wieder grübelnd, während seine Augen über ihr rotes Haar wanderten, in denen der Schimmer der bereits etwas tiefer stehenden Sonne tanzte. Sie war eine Seltenheit geworden in den letzten Tagen, in denen der Himmel doch von dichten Wolken gesättigt gewesen war. "Du bist also eine Gauklerin? Oder ehemals Gauklerin?" Die Frage kam ihm selbst dumm vor, war sie doch eigentlich komplett rhetorisch, aber Rowan mochte das Schweigen nicht, dass sie beide einhüllte. "Was hat dich dazu verleitet, mit uns auf die Drachenjagd zu gehen?" Sei Kopf legte sich etwas schief und er musterte sie genauer, während er mit geschickten Schritten Wurzeln und Steinen auswich. "Wenn das Vieh wirklich so groß ist, wie der König glaubt, taugt es denke ich nicht wirklich als Attraktion für reisende Schausteller..."

