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Fight like a girl
21.10.1016 - 14:00
Wald von Farynn

Heimatlose
Rowan Fraser
Heimatlose
Alter 31
Beruf Söldner
Wohnort Heimatlos
Stand Ledig
User Mim
#1
Rowan Fraser war kein Mann, dem man so leicht die Laune verderben konnte. Er war die Strapazen langer Reisen gewohnt, konnte mit Entbehrungen gut leben und hatte auch kein Problem damit, sich mit kargen Mahlzeiten über Wasser zu halten, solange die Gespräche am Lagerfeuer vor sich hinflossen und er ein Ziel und dessen Erreichung klar vor Augen hatte. Tage wie diese dämpften jedoch sein sonst eher gelassenes Gemüt, vor allem nachdem er festgestellt hatte, dass sich ihrer Truppe zur Drachenjagd keinerlei weitere Krieger angeschlossen hatten. Immer wieder hatte er gehofft, dass doch noch mehr Leute dem Aufruf des Königs folgen und ihnen auf der Reise ins Ungewisse Gesellschaft leisten würden. Dass er am Ende bisher der einzige Gerüstete bleiben würde - neben dem einen oder anderen passablen Kämpfer, so wie er die zwei Männer mit Hoffnung einschätzte - , damit hatte er nicht gerechnet und in gewisser Weise machte ihn das unruhig. Zwar war er niemand, der die Anwesenheit von Frauen nicht genoss - nein, ganz im Gegenteil - aber soweit er es beobachten hatte können, war keine der drei Damen in irgendeiner Art und Weise im Kampf geschult. Rowan war sich zwar sicher, dass sie schnell heraushaben würden, dass man am besten mit dem spitzen Ende einer Waffe zustieß, wenn man sich verteidigen wollte, doch in Anbetracht der Gefahren, die ihnen auf der Suche nach dem Fabelwesen auflauern konnten, brauchte es etwas mehr als das, um unversehrt oder zumindest am Leben zu bleiben. Dabei sprach er den jungen Frauen keineswegs ihre Fähigkeiten ab. Die Gelehrte punktete in vielerlei Hinsicht - oh Wunder - mit ihrem Wissen, während Freyja durch ihre offene Art und Neugier herausstach. Tja und dann war da noch Mira. Bereits seit sie zu ihnen gestoßen war, behielt der Söldner sie im Blick. Sie war flink wie ein Hase und er war sich sicher, dass diese Fähigkeit ihrer Beine auch genauso auf ihre Finger zutraf. Alleine die Art und Weise wie sie manchmal nach Dingen griff ließ bei ihm ein Signalglöckchen im Hinterkopf klingeln. Etwas, das ihn darauf aufmerksam machen sollte, dass hinter der Fassade der Gauklerin vielleicht mehr steckte - und dass er seine Geldkatze am besten dicht unter seiner Kleidung tragen sollte. Viel mehr als ihre Ausstrahlung schien jedoch ihr Gesicht eine Erinnerung wachrütteln zu wollen, die er noch nicht so recht greifen konnte. Kaum hatte er das Gefühl einen der losen Fäden, der zur Lösung des Rätsels führte, greifen zu können, so rutschte er ihm auch schon wieder durch die Finger und ließ ihn genauso ratlos wie zuvor zurück. Dabei war ihr Verhalten weder sonderbar noch verdächtig, ähnelte in ihrer Art ein wenig der neugierigen Freyja aber war doch für sich auch wieder einzigartig. Sei es wie es sei, Rowan hatte über die Jahre hinweg ohnehin gelernt, dass es mit Vorsicht zu genießen war, anderen sein Vertrauen zu schenken und so blieb er auch jetzt wachsam.

Die Chance, diesem seltsamen Gefühl in seiner Magengrube nachzuforschen, bot sich ihm schließlich, als er gemeinsam mit Mira zur Suche nach Feuerholz eingeteilt wurde. Einen Moment lang hatte der 31-Jährige überlegt, Sandokan als Packtier mitzuführen, doch das hätte nur dafür gesorgt, dass sie das trockene Brennmaterial im Unterholz noch schwieriger erreichten. Das stetig neblige und feuchte Wetter hatte nicht gerade dazu beigetragen, Äste und Zweige zu finden, die etwas anderes taten als vor sich hinzukohlen, wenn man sie in der Hoffnung auf Wärme und ein warmes Mahl in Brand steckte. Rowan war irgendwann dazu übergegangen zumindest etwas von dem Holz in Sandokans Satteltaschen zu verstauen, damit wenigstens passables Zündmaterial zur Verfügung stand. Dass seine Wechselkleider dafür als klammes Bündel am Rand des Sattels hingen, hatte der Söldner wohl oder übel dafür in Kauf nehmen müssen.
All das war nun jedoch im Lager geblieben und alles was Rowan bei sich trug war eine kleine, handliche Axt sowie sein Schwert an seiner Seite. Zwar hätte er sich natürlich auch mit dem handlichen Werkzeug auf irgendeine Art und Weise verteidigen können, aber die liebgewonnene Waffe ließ er ohnehin nicht gerne unbeaufsichtigt unter Menschen, die er für kaum einmal länger als einen Wimpernschlag kannte. Begleitet von den Geräuschen des Waldes suchten sich die beiden einen Weg tiefer in das Dickicht, vorbei an kleinen Wällen aus Dornenhecken und anderen Pflanzen und Sträuchern, die Rowan als nicht geeignet für ein Lagerfeuer hielt. Entweder war das Holz an sich zu feucht oder zu ölig, oder die Äste so dünn, dass sie gefühlte Zentner davon herbeischleppen hätten müssen, um wirklich etwas auszurichten. Etwas weiter in der Ferne hatte er jedoch bereits ein kleines Buchenwäldchen ausgemacht, bei dem er sich eine bessere Ausbeute erwartete.

Vorsichtig auf seine Schritte achtend warf er Mira einen Blick von der Seite zu, wieder grübelnd, während seine Augen über ihr rotes Haar wanderten, in denen der Schimmer der bereits etwas tiefer stehenden Sonne tanzte. Sie war eine Seltenheit geworden in den letzten Tagen, in denen der Himmel doch von dichten Wolken gesättigt gewesen war. "Du bist also eine Gauklerin? Oder ehemals Gauklerin?" Die Frage kam ihm selbst dumm vor, war sie doch eigentlich komplett rhetorisch, aber Rowan mochte das Schweigen nicht, dass sie beide einhüllte. "Was hat dich dazu verleitet, mit uns auf die Drachenjagd zu gehen?" Sei Kopf legte sich etwas schief und er musterte sie genauer, während er mit geschickten Schritten Wurzeln und Steinen auswich. "Wenn das Vieh wirklich so groß ist, wie der König glaubt, taugt es denke ich nicht wirklich als Attraktion für reisende Schausteller..."
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Heimatlose
Mira Falren
Heimatlose
Alter 21
Beruf Gauklerin
Wohnort Heimatlos
Stand Ledig
User Ana
#2
Mira hatte die letzten Tage damit verbracht, leise ihren Platz in der Gruppe zu finden. Nicht, indem sie sich in den Vordergrund drängte oder versuchte, nützlich zu wirken, sondern indem sie beobachtete, zuhörte, sich einfügte. Die Nähe der anderen Frauen war dabei unerwartet wichtig geworden. Bei ihnen fühlte sich die Welt weniger scharfkantig an. Besonders Freyja. Ihre offene Art, ihr unkompliziertes Lachen, die Selbstverständlichkeit, mit der sie Raum teilte, ohne ihn zu beanspruchen, hatten Mira etwas gegeben, von dem sie nicht gewusst hatte, wie sehr sie es vermisst hatte: Sicherheit. Zumindest genug davon, um nachts zu schlafen, ohne bei jedem Geräusch hochzuschrecken, ohne ständig mit dem Gedanken einzuschlafen, dass jemand ihr im Dunkeln ein Messer zwischen die Rippen schieben könnte. Sie war sich ziemlich sicher, dass es unter ihren Mitreisenden Menschen gab, die dazu durchaus fähig wären, vielleicht sogar willig. Aber zwischen den anderen Frauen wirkte diese Gefahr gedämpft, weiter weg.
Die Märsche hingegen setzten ihr zu. Sie war Bewegung gewohnt, ja, aber keine endlosen Fußwege mit Gewicht auf den Schultern und nassem Boden unter den Sohlen. Ihre Füße schmerzten, die Beine brannten, der Rücken fühlte sich an, als würde er jeden Moment protestieren. Doch Mira ließ sich nichts anmerken. Nicht ein Zischen, nicht ein Hinken. Schwäche war eine Einladung, das wusste sie. Und sie wusste auch, dass manche nur darauf warteten, dass sie stolperte, körperlich oder anders, um sie loszuwerden. Die Gruppe zu verlassen kam für sie nicht infrage. Nicht jetzt. Nicht nachdem sie zum ersten Mal gekostet hatte, wie sich Freiheit anfühlte. Sie würde dieses Leben nicht wieder eintauschen gegen das Alte. Gegen die Schläge. Gegen den Blick ihres Vaters, der aus einer Lappalie eine Strafe machte, die sie noch Tage später in jeder Bewegung spürte. Manchmal, wenn sie falsch auftrat oder sich streckte, glaubte sie noch immer, ein dumpfes Knacken in den Knochen zu hören, eingebildet vielleicht, längst verheilt. Aber Erinnerungen heilten langsamer als Fleisch.
In Gedanken versunken stapfte sie neben dem großen Mann durch den Wald. Ihre Aufmerksamkeit hing mehr an den Erinnerungen als am Boden, und mehr als einmal musste sie sich im letzten Moment fangen, um nicht über eine freiliegende Wurzel zu stolpern. Sie fluchte nicht. Zog nur unmerklich die Schultern zurück und ging weiter. Ihr Blick wanderte über die Bäume, suchte nach trockenem, totem Holz, fand aber kaum etwas, das diesen Namen verdiente. Alles war feucht, schwer, widerspenstig.
Immer wieder glitt ihr Blick zu Rowan hinüber. Zu dem großen Mann, dem Söldner, dem Mann mit der Rüstung. Der Einzige hier, der wirkte, als wüsste er wirklich, was er tat, wenn es ernst wurde. Sie versuchte, ihn zu lesen, so wie sie es gewohnt war. Suchte nach Brüchen, nach zu offensichtlichen Masken. Doch bei ihm griff nichts richtig. Er war wachsam, aber nicht nervös. Reserviert, aber nicht verschlossen. Ein Mann, der gelernt hatte, mit Gefahren zu leben, statt vor ihnen davonzulaufen. Das machte ihn schwer einzuordnen.
Ein umgestürzter Stamm lag quer auf ihrem Weg. Ohne groß nachzudenken setzte sie an, sprang darüber hinweg, landete auf der anderen Seite sicher, streckte sich kurz, um die Spannung aus Rücken und Schultern zu vertreiben, und ging weiter, als wäre es nichts gewesen. Erst als er sprach, hielt sie einen Moment inne.
Sie hörte ihm zu, ohne ihn anzusehen. Als er fragte, sagte sie zunächst nichts. Nur ein leises Atmen, das Rascheln der Blätter unter ihren Stiefeln. Dann, ruhig und knapp, sagte sie: „Ich war eine Gauklerin.“
Eine kleine Pause.
„Das bin ich nicht mehr.“
Mehr Erklärung schien sie ihm nicht schuldig zu sein. Sie ließ den Blick über ein paar Steine gleiten, sprang leichtfüßig darüber hinweg, wo er ihnen auswich, und zuckte schließlich kaum merklich mit den Schultern.
„Ich bin neugierig.“ fügte sie hinzu. „Und ein Drache ist, nun ja. Eine gute Geschichte.“ Ein schiefes, beinahe scheues Lächeln. „Außerdem wollte ich einmal bei etwas dabei sein, das später in Chroniken steht. Nicht immer nur zuhören.“
Bei seiner Bemerkung über die Größe des Tieres dachte sie einen Moment nach, während sie weiterging. Dann sagte sie, leise, fast nachdenklich, „Wenn er wirklich so groß ist, wie der König glaubt, wird rohe Stärke allein nicht reichen.“
Sie sah kurz zu ihm auf.
„Manchmal ist es nicht die Größe, die entscheidet. Sondern wie viele bereit sind, gemeinsam zu handeln, und wie klug.“
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