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Nothing burns like the cold.
12.10.1016 - 10:00
Wälder

Winterland
Erik Norrholm
Winterland
Alter 24
Beruf Prinz von Wolfsmark
Wohnort Wolfsmark
Stand Verheiratet
User Natsch
#11
Erik warf seinem Freund einen belustigten Blick zu und ließ einen tiefen, schweren Seufzer entweichen.
„Natürlich hättest du recht, weißer Wolf“
, murmelte er, während er Veith zustimmte und den alten Thorin behutsam weiter vorwärts trieb. Mit einer übertriebenen Geste fuhr er sich durch das Haar.
„Wir sind alte Waschweiber“
, sagte er grinsend, doch sein Blick glitt sofort wieder auf den Schnee unter ihren Füßen.

Die weiße Decke knirschte leise unter den Hufen ihrer Pferde, und die frostige Luft biss in ihre Wangen. Vor ihnen lag die Spur des Wildschweins, das sie nun schon fast eine Stunde verfolgten, verschlungen von den Schatten der kahlen Bäume und dem flackernden Licht der Wintersonne. Jeder Atemzug dampfte wie Rauch, und die Stille des Waldes schien selbst den Herzschlag zu hören. All diese Verzögerung nur, weil sie, wie Veith spöttisch gesagt hatte, „Waschweiber“ waren. Erik sah es hingegen als Abenteuer und eine willkommene Flucht vor dem Alltag.

Erik lachte leise, als Veith von seiner Schwester und ihrem Gemahl sprach, und das Bild lag ihm deutlich vor Augen. Der zukünftige Herrscher der Wolfsburg hegte großen Respekt vor den Frauen des Hauses Alvarsson und verstand wohl jeden Mann, der sich vor ihnen… fürchtete. Doch zugleich erkannte er die Herausforderung, die darin lag, eine solche Frau für sich zu gewinnen – so wie damals bei Reinka.
„Ach, Veith…“
, seufzte Erik schließlich theatralisch.
„Das bleibt nur so lange, bis eine Frau es schafft, dich aus deinem Schneckenhaus zu zerren.“
Der Norrholm machte eine wegwerfende Handbewegung.
„Bis dahin kannst du ja im Stall bei den Schafen schlafen. Die sind ja auch recht kuschelig.“
Langsam ließ sich der junge Krieger aus dem Sattel gleiten, löste seinen Bogen und schwang ihn behände in die Hand, während die Kälte des Schnees unter seinen Stiefeln knirschte. Der Wald schien in gespannter Erwartung zu lauschen, als er sich bereit machte, die Fährte weiter zu verfolgen.

„Jaja, komm, wir gehen, du alter mürrischer Kerl. Seit wann bist du so ungeduldig?“
schnatterte Erik und setzte sich in Bewegung, den Spuren des Schweins folgend. An Größe und Tiefe der Hufabdrücke erkannten sie, dass es sich um einen gewaltigen Keiler handelte – eines dieser Tiere, das mit derselben Selbstsicherheit durch den Wald zog wie der Norrholm selbst.

Erik trat vorsichtig über den knirschenden Schnee, folgte den Spuren mit wachen Augen und zog vorsorglich einen Pfeil aus seinem Köcher. Geschickt nockte er ihn an den Bogen, die Muskeln leicht angespannt, bereit für den Moment, in dem sie dem Tier gegenüberstehen würden.
„Du solltest nach der Jagd mit zurückkommen. Von diesem Tier werden wir wohl die ganze Burg satt bekommen, und Reinka freut sich sicher, wenn sie mal wieder mit jemandem über ihre Pferde fachsimpeln kann“
, sagte Erik mit einer Selbstverständlichkeit, als würde er den älteren Krieger zu einem einfachen Mahl einladen – nicht zu Tisch eines zukünftigen Fürsten.
Gerade, als er sich zu dem weißen Wolf umdrehen wollte, ließ ein Rascheln im Gebüsch gegenüber ihn erstarren. Sofort richtete sich seine volle Aufmerksamkeit darauf, jede Faser seines Körpers angespannt, bereit für das, was sich dort verbergen mochte.
[Bild: Erik_Signatur_01.png]
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Winterland
Veith Alvarsson
Winterland
Alter 31
Beruf Krieger
Wohnort Wintergard
Stand Ledig
User Risa
#12
Veith verzog kaum merklich den Mundwinkel, als Erik ihn „weißer Wolf“ nannte. Er hielt die Zügel locker, ließ sein Pferd vorsichtig Schritt gehen, sodass die Hufe möglichst leise aufsetzten. Der Atem des Tieres stieg dampfend auf und vermischte sich mit der kalten Luft. „Schön, dass du so viel Selbsterkenntnis besitzt“, fügte er brummend hinzu, als Erik ganz selbstverständlich meinte, dass sie tatsächlich Waschweiber wären. Ein kurzer Seitenblick zu Erik, dann wieder nach vorn. Der Keiler hatte tiefe Spuren hinterlassen, der Schnee war an manchen Stellen aufgewühlt, als hätte das Tier im Boden nach Nahrung gescharrt.

Als Erik von Frauen sprach und davon, dass irgendwann eine kommen würde, die ihn aus seinem „Schneckenhaus“ zerrte, schnaubte Veith leise. Der Hauch seines Atems stieg in der kalten Luft auf, während er den Blick weiter auf die Spuren im Schnee gerichtet ließ. „Warum reden wir jetzt eigentlich über Frauen?“ gab er zurück, ohne Erik anzusehen. Natürlich wusste er, dass Erik eine glückliche Ehe führte. Man sah es ihm an, hörte es in seiner Stimme, wenn er von zu Hause sprach. Aber dieses Glück war kein Maßstab für alle. Leif war das beste Beispiel dafür, dass es auch anders laufen konnte. Beziehungen bedeuteten nicht nur Nähe, sondern auch Verpflichtungen, Erwartungen, Risiken. Dinge, auf die Veith gut verzichten konnte. Er hatte sich bewusst dafür entschieden, sein Glück nicht herauszufordern. Lieber allein bleiben, als sich auf etwas einlassen, das am Ende mehr kostete, als es gab. „Ich habe keinen Drang, mich freiwillig in eine Falle zu begeben“, sagte er trocken. Seine Stimme blieb ruhig und gleichgültig, doch seine Finger zogen die Handschuhe ein Stück fester. „Wenn ich die Richtige jedoch finden sollte, bist du der Erste, dem ich davon berichten werde“, versprach er, doch der amüsierte Unterton in seiner Stimme verriet, wie wenig er selbst daran glaubte. Es klang eher wie ein Zugeständnis an Eriks Hartnäckigkeit als wie eine ernsthafte Aussicht auf die Zukunft.

Er ließ sein Pferd langsamer werden, als die Spur dichter in den Wald führte. Die Bäume standen enger, Äste hingen tief und der Schnee wirkte hier unberührter, nur von den frischen Abdrücken des Keilers durchzogen. Veith beugte sich leicht nach vorn, um die Spur besser zu erkennen, während sein Pferd vorsichtig weitertrat. Als Erik bereits abstieg, zügelte auch Veith sein Tier vollständig, schwang sich aus dem Sattel und griff nach Pfeil und Bogen. Mit einer routinierten Bewegung verkürzte er die Zügel und ließ das Pferd ruhig zurück, bevor er Erik folgte. Den Bogen hielt er bereit in der Hand, aufmerksam auf jede Bewegung im Unterholz achtend, während sie der Spur weiter in den Wald hinein folgten. „Ich komme gerne vorbei, immerhin schulde ich dir noch einen Besuch“, sagte Veith, während ein kaum merkliches Lächeln über sein Gesicht huschte. „Und außerdem will ich mich ja davon überzeugen, ob Reinka dich noch genauso gut im Griff hat wie beim letzten Mal.“

Veith erstarrte ebenfalls, kaum dass sich Eriks Aufmerksamkeit schlagartig auf das Gebüsch richtete. Sein Griff um den Bogen festigte sich, der Pfeil lag bereits angelegt, während sein Blick in dieselbe Richtung glitt. Dann bewegte sich das Unterholz. Erst ein dunkler Schatten, dann brach der Keiler aus dem Gestrüpp hervor. Massig, die Borsten gesträubt, der Atem dampfte in der kalten Luft. Einen Augenblick verharrte das Tier, den Kopf tief gesenkt, die kleinen Augen auf sie gerichtet. „Der sieht wütend aus“, sagte Veith ruhig. Im nächsten Moment scharrte der Keiler mit den Vorderläufen im Schnee und stieß ein raues, wütendes Schnauben aus. Ohne weitere Warnung setzte er sich in Bewegung und hielt direkt auf sie zu, schwer und schnell zugleich, der Boden vibrierte unter seinen Hufen. Veith hob den Bogen höher, während er einen Schritt zur Seite machte, um freie Schussbahn zu haben und spannte dabei die Sehne in einer fließenden Bewegung. Sein Blick fixierte das Tier, berechnete die Distanz, den Winkel, den richtigen Moment. Als der Keiler näherkam, ließ er die Sehne los.
sig-veith2
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Winterland
Erik Norrholm
Winterland
Alter 24
Beruf Prinz von Wolfsmark
Wohnort Wolfsmark
Stand Verheiratet
User Natsch
#13
Erik war ein Füllhorn von Selbsterkenntnissen, so viel war ja wohl klar. Er wusste schließlich, wer er war und was er alles konnte - und auch nicht konnte. Und er wusste natürlich auch, dass er eines der schlimmsten Waschweiber auf der Wolfsburg war. Jeder hatte so seine Fehler und würde er die Zeit haben, würde er wohl öfter mit den Mägden tuscheln und sich die neusten Geschichten aus dem Fürstentum erzählen lassen. Ja, das war Erik. Ein waschechtes Waschweib und Stolz drauf.
“Ich finde den Leuten fehlt es oft an Selbstkenntnis.”
, er hob leicht seine Schultern.
“Die Welt wäre ein viel einfacherer Ort, wenn die Leute sich selbst nicht so verbiegen würden.”
, erklärte er und fuhr sich mit der Hand durch den Bart, als wäre er einer dieser weisen, alten Greise, die schon alles erlebt hatten und kein Knabe von 24 Jahren.

“Wieso sollten wir nicht über Frauen sprechen?”
, fragte Erik beinahe empört und sah Veith mit einem Unverständnis an, als hätte der ihm gerade erklärt, dass gelber Schnee nach irgendeiner Frucht schmeckte und nicht nach Pisse.
“Ohne Frauen wären wir ganz schön im Eimer.”
, sagte er schulterzuckend und dachte dabei nicht nur an seine Gemahlin, sondern auch an seine Mutter und seine Schwester. Würde es nur noch Männer geben, wäre die Welt ein viel kälterer und härterer Ort. Nein, Erik wollte auf die Frauen in seinem Leben nicht verzichten.
“Falle…”
, schnappte der 24-Jährige mit einer wegwerfenden Handbewegung.
“Ich würde es eher als Nest bezeichnen. Warm, kuschelig, harmonisch.”
, erklärte Erik, als würde er gerade mit einem Fünfjährigen sprechen.
“Deine Schwester hat sicher auch ihre sanften Seiten. Die bekommt ihr Bruder nur vielleicht nicht gesehen.”
, ein frecher Zug zeigte sich um Eriks Lippen, ehe sein Blick wieder auf die Spuren glitt.
“Aber es ehrt mich, dass ich der erste sein werde, der von ihr erfährt.”

Veith auf der Wolfsburg zu haben, wäre eine tolle Sache. Der Krieger kommt eh viel zu selten vorbei, weil er entweder in der Hauptstadt war oder bei seinen Onkeln und irgendwelchen Borkenkäfern.
“Sehr gut. Willst du in den Ställen schlafen, damit es sich für dich heimisch anfühlt oder darf ich dir eines unserer Zimmer anbieten?”
, fragte Erik grinsend und spielte damit auf Helvi an.
“Und natürlich hat meine Frau mich im Griff. Eigentlich bin ich nämlich ein ziemlicher Waschlappen.”
, erklärte der Winterländer und in der Tat, war er was Reinka angeht, ein ziemlich… verliebter Narr.

Die Stimmung kippte leicht, als das Rascheln aus dem Gebüsch ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Eriks Blick wanderte über die vibrierenden Äste, ehe ein - zugegeben recht wütender - Keiler aus dem Unterholz brach.
“Und scheiße riesig.”
, antwortete Erik und spannte ebenfalls seinen Bogen, wartete, ähnlich wie Veith. Er ließ den anderen zuerst schießen und der Schuss traf. Der Keiler gab ein empörtes und wütendes Geräusch von sich, machte aber keine Anstalten zu bremsen. Eriks Pfeil löste sich ebenfalls aus der Sehne, überbrückte die nicht mehr ganz so weite Entfernung und traf in die Brust des Wildschweins. Ein weiteres, wütendes Geräusch des Keilers, ehe Erik Veith zur Seite stieß, weil das Schwein sonst durch sie hindurch gerannt wäre. Der Keiler brach durch das nächste Dickicht.
“Ich glaube der ist mehr als wütend.”
, sagte er und spürte wie das Adrenalin durch seine Finger tanzte.
[Bild: Erik_Signatur_01.png]
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