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Bleeding Sun
Szeneninformationen
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
01. Oktober 1016
Ort
Strand und Straßen von King\'s Portal
Tageszeit
16:30
In need of a Quest?
Aurelia Marsili
Königsland - Admin
Alter 23
Beruf Wirtstochter, Sängerin, Informationshändlerin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Ledig
User Letha
#21
Szeneninformationen
Charaktere: Aurelia Marsili & Nadir ben Sahid
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 01. Oktober 1016
Ort: Strand und Straßen von King\'s Portal
Tageszeit: 16:30
Was erst nur sanft an den Mundwinkeln gezupft hatte, kaum auffällig für jemanden, der nicht wusste, wie man subtile Zeichen zu deuten hatte, sorgte nun dafür, dass Aurelia offen schmunzelte. Getrieben von aufregenden Erinnerungen, aber vor allem amüsiert darüber, wie indirekt er seine Frage formulierte.
“Neugierig, hm. Wenn die Nacht nicht mehr so jung ist vielleicht.”
Ein bisschen zappeln lassen, mit persönlichen Geschichten locken, von denen sie wusste, dass sie ihn erregen würden; Aurelia verstand sich nicht nur auf dieses Spiel, es machte sie selbst an.
Man konnte behaupten, sie genoss diesen Austausch zwischen Frau und Mann mehr als den eigentlichen Akt. Es war ihre eigene Art von Droge, Nervenkitzel, wo sie doch an eine Stadt, Kultur und Familie gebunden war und sich dem Leben einer Bürgerlichen zu beugen hatte. Wenn man es so wollte, war es ihr Aufbegehren nach Freiheit; ihr persönliches Abenteuer, nach ihren Vorstellungen geformt, genug Unberechenbarkeit und ein Hauch von Gefahr, wenn sie sich auf einen Fremden einließ. Natürlich war es dumm, Nadir in ein Zimmer zu folgen, wo sie doch gerade erst seinen Namen erfahrne hatte; und trotzdem warf sie keinen Blick mehr über ihre Schulter, als sie ihren Rock raufte und die Treppenstufen zum Zimmer nahm.
Das Glänzen aus ihren Augen verschwand nicht, während sie ganz natürlich auf seine halbe Frage reagierte.
“Schätzt Ihr?”
, wiederholte sie seinen Ton spielerisch und mit belustigter Schärfe. Wie er sich doch aus einer Antwort wand und ihr den Ball zu spielte. Sicher entging ihr das nicht, doch sie begnügte sich damit, einen stummen Vermerk zu machen und stattdessen darauf einzugehen.
“Also wart Ihr nicht unter den Feiernden? Wie schade.”
Hier im dämmrigen Flur verlor Aurelia jegliche Angst, erkannt zu werden. Da sie Nadir vorausgegangen war, drehte sie sich nun zu ihm um und ging rückwärts weiter, darauf vertrauend, dass er sie schon stoppen würde, wenn sie angekommen waren.
“Es passiert nicht so oft, dass zwei Königsfamilien heiraten. Natürlich lassen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, alle Regeln über den Haufen zu werfen.”
Ein breites, zwielichtiges Lächeln speiste Aurelias Lippen.
“Es ist wild.”
Ihre dunklen, lebendigen Augen bohrten sich in seine.
“Es ist heiß.”
Feuer tanzte nicht nur auf ihrer Haut, geschuldet der Öllampe, die sie passierte. Es belegte auch ihre Stimme.
“Wir tanzen so lange, bis uns die Kleider vom Leib brennen und unsere Körper miteinander verschmelzen.”
Ein Prickeln durchsetzte ihre Worte, gespeist von Erinnerungen und Aufregung; genau die Art von Spannung zwischen Mann und Frau, die sie spielte wie eine Harfe. Aurelia fing Nadirs Blick ein und hielt ihn, blieb im Türrahmen stehen, als er näher kam und neigte ihr Kinn leicht nach oben, um seiner Größe zu begegnen. Das Holz des Türrahmens im Rücken, hielt sie den Atem an.
Keine Bewegung. Kein Luftzug.
Dass ihre Hand sich an den Türknauf gestohlen hatte, war erst offensichtlich, als sie die Tür aufdrückte und ohne ein Wort hindurch schlüpfte - die Spannung mit sich nehmend und gnadenlos auflösend.
Aurelia baute absichtlich Distanz zwischen ihnen auf und trat in den Raum hinein. Den Blick über die hochwertigen Möbel und die geschmackvolle Deko wandern lassend, streifte sie die Kapuze ihres Mantels ab und nestelte an der Brosche, die den Stoff zusammenhielt. Voluminöse, dunkelbraune Locken fielen über ihre nackten, mit Perlenketten besetzen Schultern, als der Umhang an Spannung verlor und sie ihn über ihren Unterarm drapierte, darauf wartend, dass Nadir ihn ihr abnehmen würde.
“Interessante Wahl.”
Mehr sagte sie nicht zu dem Raum. Es gehörte zum Mindesten, dass ein Mann sich Mühe gab und in ein Zimmer investierte, sicher würde sie nicht sein Ego speisen und ihn glauben lassen, er hätte damit eine außergewöhnliche Leistung vollbracht.
“Welchen Wein habt Ihr gewählt?”
, nickte sie in Richtung des Kruges, der auf einem verzierten Glastisch zwischen zwei Ottomans stand.
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