22-04-2024, 15:39 - Wörter:
Ridvan war wie ein Kind, das ständig Wünsche äußerte ..oder eben Bedürfnisse und das ganz ohne ein Gespür dafür zu haben, dass die Erfüllung dieser Wünsche und Bedürfnisse oft nicht ohne Kosten zu bewältigen war. Da war kein Bewusstsein dafür, dass Vater oder Mutter ihr Bestes getan hatten Geld mühsam aufzutreiben, sei es durch schwere körperliche Arbeit oder jene, die kein anderer erfüllen wollte, die gar über die Grenzen des eigenen Willens hinausgingen. Kinder äußerten Wünsche manchmal ins Blaue hinein und hatten dabei utopische Vorstellungen…fernab der Realität und dem Maß, das ihre familiären Umstände erübrigen konnte. Kinder. Ridvan war weit entfernt davon ein Kind zu sein.
Seine Wünsche aber waren die eines verwöhnten Kindes, das nicht nur keinen Weitblick darauf hatte was seine Wünsche da abverlangten, sondern es auch ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen einforderte.
Das Volk war in dieser Metapher das nicht zu beneidende Elternpaar des verwöhnten Kindes und hatte zu erfüllen was das Balg verlangte. Nur war dieses Volk schon ausgehungert in nahezu allen Belangen und brauchte alles, aber kein unvernünftiges, forderndes Kind, sondern einen umsichtig herrschenden König, der die dringend erforderliche Rücksicht mitbrachte und mit offenen, sorgenvollen Blicken auf das schaute, was ihm trotz allem (viel zu) ergeben zu Füßen lag.
Ilyas war stolz auf sein Volk, das so lange, so vieles unter größten Widrigkeiten ertragen hatte, aber es konnte nicht mehr und nie war es so deutlich spürbar wie just nun. Gepeinigt von Hunger, geschlagen von der Sturmflut von der man nichtmal sagen konnte, ob sie mit ihrer Gewalt und den vielen Toten so mancher Familie nicht gar einen Gefallen tat ein hungriges Maul zu verschlucken, aber wer wünschte sich schon den Tod ins Haus, wenn alle so nah daran waren wie nie zu vor. Sie nagten am Tod, wenn sie schon an sonst nichts nagten.
Ridvan nagte an seinem Verstand und das Volk an seinem Thron. Trotzdem war das Essen, welches dem König, aber auch Ilyas selbst, serviert wurde ein ganzes Festmahl für so manchen anderen.
Der El Mansouri blickte in die verklärten Augen des Herrschers und seine Kiefer mahlten einen kurzem Moment in Unzufriedenheit. Die Wut, die er verspürte, wurde hinab geschluckt und das Bedürfnis ihn im wahrsten Sinne wachzurütteln unterdrückt.
„Dharan al-Bahr ist stark, mein König. Die Aufräumarbeiten werden andauern. Vieles der unteren Stadt ist zerstört.“, und nur diese Arbeiten sorgten dafür, dass das Klagen für den Augenblick eine Pause eingelegt hatte. Die Menschen mussten ihre Strassen frei räumen, den Schlamm und den Dreck, all das Zerstörte Holz, Geröll…die Leichen, die bei den Temperaturen schnell in die nächste Katastrophe führen würden. Das alles sorgte dafür, dass die Menschen keine Zeit hatten weiter zu weinen und es waren Menschen wie Ilyas, die in ihrer Weitsicht solche Befehle gegeben hatten. Jeder einzelne, der noch gefunden wurde, löste neues Klagen aus und jede Bestattung weiteres. Ilyas nahm nicht an, dass Ridvan wirkliches Interesse daran hatte.
Mögliche Feinde. Imaginäre und weniger imaginäre. Ilyas wusste worum es hier ging. Er nickte, wenn auch nicht aus voller Überzeugung.
Dann aber öffnete sich sein Mund..die Augen legten sich in einem kurzen Entsetzen auf den Mann, der dort vor ihm hinaus ins Nichts sah und auch nur deshalb erlaubte er sich das Mimikspiel überhaupt. Zunächst aber schloss sich der Mund unverrichteter Dinge wieder und der Berater gab sich einen kurzen Moment den Nachdenkens und das war gut so. Ridvan sprach nicht von noch mehr Männern, die niemand hätte mehr auftreiben können. Wenn niemand mehr hier war um die Überreste der Flut zu räumen, waren all die Frauen, Kinder, Alten und Schwachen auf sich alleine gestellt und Ilyas war froh diesem Befehl nicht Folge leisten zu müssen. Jeder, fast jeder war eingezogen worden und der allmächtige Vater mochte ihnen gut gesinnt sein, dass sie es nicht bereuten schutzlos zurückzubleiben!
Es ging um Naila. Ilays nickte. „Natürlich, mein König. Ich begleite sie…erneut.“ Wie vernebelt er sein musste, dass sie dieses Gespräch führten, erneut. Es hatte es schon gegeben als er das erste Mal mit Naila aufgebrochen war, aber Ilyas kommentierte dies nicht. „Ich werde ein Auge auf sie haben so sehr es in meiner Macht steht“, er war nicht ihr Leibwächter und sicher auch 20 Jahre sicher älter als dieser, aber… natürlich traute er sich mindestens genauso viel zu. Was das anging, war er vielleicht einen Hauch dem Mann vor sich ähnlich, manches wollte man nicht wahrhaben. „Kein Zweitgeborener sollte es wert sein unsere Prinzessin an ihn zu reichen, aber so das Schicksal es will, wird es sich als lohnendes Bündnis zeigen. Ich werde selbstverständlich Bericht an Euch senden, ob der junge Castellanos eine dienliche Partie ist"
Seine Wünsche aber waren die eines verwöhnten Kindes, das nicht nur keinen Weitblick darauf hatte was seine Wünsche da abverlangten, sondern es auch ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen einforderte.
Das Volk war in dieser Metapher das nicht zu beneidende Elternpaar des verwöhnten Kindes und hatte zu erfüllen was das Balg verlangte. Nur war dieses Volk schon ausgehungert in nahezu allen Belangen und brauchte alles, aber kein unvernünftiges, forderndes Kind, sondern einen umsichtig herrschenden König, der die dringend erforderliche Rücksicht mitbrachte und mit offenen, sorgenvollen Blicken auf das schaute, was ihm trotz allem (viel zu) ergeben zu Füßen lag.
Ilyas war stolz auf sein Volk, das so lange, so vieles unter größten Widrigkeiten ertragen hatte, aber es konnte nicht mehr und nie war es so deutlich spürbar wie just nun. Gepeinigt von Hunger, geschlagen von der Sturmflut von der man nichtmal sagen konnte, ob sie mit ihrer Gewalt und den vielen Toten so mancher Familie nicht gar einen Gefallen tat ein hungriges Maul zu verschlucken, aber wer wünschte sich schon den Tod ins Haus, wenn alle so nah daran waren wie nie zu vor. Sie nagten am Tod, wenn sie schon an sonst nichts nagten.
Ridvan nagte an seinem Verstand und das Volk an seinem Thron. Trotzdem war das Essen, welches dem König, aber auch Ilyas selbst, serviert wurde ein ganzes Festmahl für so manchen anderen.
Der El Mansouri blickte in die verklärten Augen des Herrschers und seine Kiefer mahlten einen kurzem Moment in Unzufriedenheit. Die Wut, die er verspürte, wurde hinab geschluckt und das Bedürfnis ihn im wahrsten Sinne wachzurütteln unterdrückt.
„Dharan al-Bahr ist stark, mein König. Die Aufräumarbeiten werden andauern. Vieles der unteren Stadt ist zerstört.“, und nur diese Arbeiten sorgten dafür, dass das Klagen für den Augenblick eine Pause eingelegt hatte. Die Menschen mussten ihre Strassen frei räumen, den Schlamm und den Dreck, all das Zerstörte Holz, Geröll…die Leichen, die bei den Temperaturen schnell in die nächste Katastrophe führen würden. Das alles sorgte dafür, dass die Menschen keine Zeit hatten weiter zu weinen und es waren Menschen wie Ilyas, die in ihrer Weitsicht solche Befehle gegeben hatten. Jeder einzelne, der noch gefunden wurde, löste neues Klagen aus und jede Bestattung weiteres. Ilyas nahm nicht an, dass Ridvan wirkliches Interesse daran hatte.
Mögliche Feinde. Imaginäre und weniger imaginäre. Ilyas wusste worum es hier ging. Er nickte, wenn auch nicht aus voller Überzeugung.
Dann aber öffnete sich sein Mund..die Augen legten sich in einem kurzen Entsetzen auf den Mann, der dort vor ihm hinaus ins Nichts sah und auch nur deshalb erlaubte er sich das Mimikspiel überhaupt. Zunächst aber schloss sich der Mund unverrichteter Dinge wieder und der Berater gab sich einen kurzen Moment den Nachdenkens und das war gut so. Ridvan sprach nicht von noch mehr Männern, die niemand hätte mehr auftreiben können. Wenn niemand mehr hier war um die Überreste der Flut zu räumen, waren all die Frauen, Kinder, Alten und Schwachen auf sich alleine gestellt und Ilyas war froh diesem Befehl nicht Folge leisten zu müssen. Jeder, fast jeder war eingezogen worden und der allmächtige Vater mochte ihnen gut gesinnt sein, dass sie es nicht bereuten schutzlos zurückzubleiben!
Es ging um Naila. Ilays nickte. „Natürlich, mein König. Ich begleite sie…erneut.“ Wie vernebelt er sein musste, dass sie dieses Gespräch führten, erneut. Es hatte es schon gegeben als er das erste Mal mit Naila aufgebrochen war, aber Ilyas kommentierte dies nicht. „Ich werde ein Auge auf sie haben so sehr es in meiner Macht steht“, er war nicht ihr Leibwächter und sicher auch 20 Jahre sicher älter als dieser, aber… natürlich traute er sich mindestens genauso viel zu. Was das anging, war er vielleicht einen Hauch dem Mann vor sich ähnlich, manches wollte man nicht wahrhaben. „Kein Zweitgeborener sollte es wert sein unsere Prinzessin an ihn zu reichen, aber so das Schicksal es will, wird es sich als lohnendes Bündnis zeigen. Ich werde selbstverständlich Bericht an Euch senden, ob der junge Castellanos eine dienliche Partie ist"
