28-04-2024, 00:28 - Wörter:
Bemerkenswert, wie rasch und zielsicher Ronan sie überhaupt gefunden oder gar die Vermutung angestellt hatte, dass Maeve hier ihre Finger ins Spiel bringen wollte und getan hatte. Vielleicht hatte sie die letzten Tage eine Frage zu viel gestellt, einen Seitenblick zu viel getätigt oder war weniger unauffällig an einen Seitengang gelehnt gewesen um zu hören, was um die Ecke gesprochen worden war. Zweifelsfrei besaß er eine ganz besondere Intuition und zweifelsohne waren sie beide auf einer Ebene miteinander vertraut, dass eine Voraussage des Handelns des anderen kein Zufallsfund sein musste. Und so wussten sie auch beide, dass sie dafür zu bezahlen hatte. Im Moment verzichtete sie noch darauf zu fragen, ob er denn schon konkrete Vorstellungen dazu hatte, und war viel eher verlockt ihm als Antwort in sein Ohrläppchen zu beißen. Es hätte nicht mehr viel gefehlt, doch der feste Griff löste sich und sie glaubte erstmal wieder spüren zu können, wie sich der Blutfluss in ihren Armen wiederhergestellt hatte. Spielverderber. Doch das hier waren offene Straßen und selbst bei einem Feldweg, zumal aber befestigt, verirrten sich spionierende Augen und neugierige Ohren. Nicht alles, was sie einander zu sagen hatten, war für jeden anderen bestimmt.
Doch manches Mal konnte sich selbst Maeve nicht sicher sein, welche der Drohungen er denn gedachte tatsächlich umzusetzen und welche ihr nur seine Macht verdeutlichen wollten. Natürlich, er würde sie wohl kaum häuten lassen, weswegen der Lachanfall ihre Augen rollen ließ und sie zwar den Witz verstand, er allerdings auf ihre Kosten ging und deswegen Ronan ganz alleine gehörte. Es bliebe wohl ebenso ein ewiges Spiel zwischen ihnen, welchen Befehlen sie unabwendbar zu folgen hatte – wie ihn etwa auf dem Rückweg zu begleiten – und welche nichts weiter als eine Demonstration waren. „Morgen bin ich bereits vergeben“, kam daher trocken die Antwort und mit ihrem Handrücken wischte sie sich die Spuren von Fett von der Wange, die seine Tatze hinterlassen hatten, während sie Ronan folgte. Keineswegs in einem solch eiligen Schritt, denn es widerstrebte ihr sich körperlich anstrengen zu müssen nur um mit ihm mitzuhalten, doch der Abstand zueinander wurde nie überragend groß. Und er schien Wert darauf zu legen, sie auf die wenigen Meter nicht doch noch zu verlieren.
Selbstredend strauchelte die Schwarzhaarige für einen Moment, aber der feste Griff hielt sie aufrecht. Automatisch und um in nicht die Oberhand behalten zu lassen, legte sich ihr Arm um seinen Oberkörper, als wäre es selbstverständlich. Da war er, der kleine Knochen, der ihr zugeworfen wurde. Er wusste nicht, was sie getan hatte. Nun war es an ihr zu Lächeln und sie wog ihren Kopf hin und her, als müsse sie erst darüber nachdenken, ob seine Bedenken berechtigt wären. „Alle Hurenhäuser King Portals würden mich aus der Stadt jagen, wenn ich dir so etwas antun würde“, ließ Maeve aber Milde walten und zumindest diese Sorge zerstreuen. Und sie beide wusste ebenso, dass sie ihn niemals sterben lassen – genau so, wie er sie niemals endgültig aus seinem Leben verjagen würde. Egal, welche Fehler sie sich einander leisteten. Ronan hatte seine Unterwelt, doch sie war überzeugt davon, dass er gleichzeitig nicht ohne sie leben könnte. Sie jedenfalls nicht ohne ihn. „Du würdest wohl eher zwischen den Schenkeln der kleinen Mohnblume ersticken.“ Ihre Augen funkelten wütend auf, ehe sie mit einem aufgesetzten Seufzen schließlich doch nachgab. „Heute Nacht wird es ihr gut gehen. Wenn sie dir im Bett erstickt, ist es deine Schuld“, das brauchte er gar nicht erst auf sie abwälzen, „vermutlich auch noch morgen, wenn sie die Dosierung einhält. Höchstens drei Tage.“ Ihr Blick ging zurück zu Ronan und natürlich hatte sie die Schuldfrage keineswegs vergessen. „Reicht dir das?“ Sie würde nur ungerne dem Miststück noch in weiterer Folge helfen, denn das hatte sie bereits genug getan. Schlimm genug, dass Ronan aufgetaucht und sie direkt in seine Arme gelaufen war, anstelle sich an ihren Hof und Herd zurück zu scheren, wo sie hingehörte.
Bevor er sie aber womöglich hätte stehen lassen können um seinen Namen bei dem Rotschopf alle Ehre zu machen, trat sie vor ihn um ihm den Weg zu versperren. Ihre Hände schoben sich unter seinen Umhang entlang der Hüfte, wie um ihn in Position zu halten. „Ich meine es ernst“, war Maeve ihm dieses Mal nur so nahe gekommen um fremde Ohren wirklich auszusperren, die Stimme etwas gesenkt. „Wenn du krank wirst und stirbst, bringe ich dich um.“ War wohl ihre Art ihre Sorge auszudrücken und vermutlich konnte man trotz allem an bestenfalls zwei Händen abzählen, wie oft sie diesen Ton wirklich angeschlagen hatte, sich der Redundanz ihrer Worte bewusst. Zwar hatte die Seuche noch keine Todesopfer gefordert, aber Ronan hatte Zeit seines Lebens den Drang überall der erste sein.
Doch manches Mal konnte sich selbst Maeve nicht sicher sein, welche der Drohungen er denn gedachte tatsächlich umzusetzen und welche ihr nur seine Macht verdeutlichen wollten. Natürlich, er würde sie wohl kaum häuten lassen, weswegen der Lachanfall ihre Augen rollen ließ und sie zwar den Witz verstand, er allerdings auf ihre Kosten ging und deswegen Ronan ganz alleine gehörte. Es bliebe wohl ebenso ein ewiges Spiel zwischen ihnen, welchen Befehlen sie unabwendbar zu folgen hatte – wie ihn etwa auf dem Rückweg zu begleiten – und welche nichts weiter als eine Demonstration waren. „Morgen bin ich bereits vergeben“, kam daher trocken die Antwort und mit ihrem Handrücken wischte sie sich die Spuren von Fett von der Wange, die seine Tatze hinterlassen hatten, während sie Ronan folgte. Keineswegs in einem solch eiligen Schritt, denn es widerstrebte ihr sich körperlich anstrengen zu müssen nur um mit ihm mitzuhalten, doch der Abstand zueinander wurde nie überragend groß. Und er schien Wert darauf zu legen, sie auf die wenigen Meter nicht doch noch zu verlieren.
Selbstredend strauchelte die Schwarzhaarige für einen Moment, aber der feste Griff hielt sie aufrecht. Automatisch und um in nicht die Oberhand behalten zu lassen, legte sich ihr Arm um seinen Oberkörper, als wäre es selbstverständlich. Da war er, der kleine Knochen, der ihr zugeworfen wurde. Er wusste nicht, was sie getan hatte. Nun war es an ihr zu Lächeln und sie wog ihren Kopf hin und her, als müsse sie erst darüber nachdenken, ob seine Bedenken berechtigt wären. „Alle Hurenhäuser King Portals würden mich aus der Stadt jagen, wenn ich dir so etwas antun würde“, ließ Maeve aber Milde walten und zumindest diese Sorge zerstreuen. Und sie beide wusste ebenso, dass sie ihn niemals sterben lassen – genau so, wie er sie niemals endgültig aus seinem Leben verjagen würde. Egal, welche Fehler sie sich einander leisteten. Ronan hatte seine Unterwelt, doch sie war überzeugt davon, dass er gleichzeitig nicht ohne sie leben könnte. Sie jedenfalls nicht ohne ihn. „Du würdest wohl eher zwischen den Schenkeln der kleinen Mohnblume ersticken.“ Ihre Augen funkelten wütend auf, ehe sie mit einem aufgesetzten Seufzen schließlich doch nachgab. „Heute Nacht wird es ihr gut gehen. Wenn sie dir im Bett erstickt, ist es deine Schuld“, das brauchte er gar nicht erst auf sie abwälzen, „vermutlich auch noch morgen, wenn sie die Dosierung einhält. Höchstens drei Tage.“ Ihr Blick ging zurück zu Ronan und natürlich hatte sie die Schuldfrage keineswegs vergessen. „Reicht dir das?“ Sie würde nur ungerne dem Miststück noch in weiterer Folge helfen, denn das hatte sie bereits genug getan. Schlimm genug, dass Ronan aufgetaucht und sie direkt in seine Arme gelaufen war, anstelle sich an ihren Hof und Herd zurück zu scheren, wo sie hingehörte.
Bevor er sie aber womöglich hätte stehen lassen können um seinen Namen bei dem Rotschopf alle Ehre zu machen, trat sie vor ihn um ihm den Weg zu versperren. Ihre Hände schoben sich unter seinen Umhang entlang der Hüfte, wie um ihn in Position zu halten. „Ich meine es ernst“, war Maeve ihm dieses Mal nur so nahe gekommen um fremde Ohren wirklich auszusperren, die Stimme etwas gesenkt. „Wenn du krank wirst und stirbst, bringe ich dich um.“ War wohl ihre Art ihre Sorge auszudrücken und vermutlich konnte man trotz allem an bestenfalls zwei Händen abzählen, wie oft sie diesen Ton wirklich angeschlagen hatte, sich der Redundanz ihrer Worte bewusst. Zwar hatte die Seuche noch keine Todesopfer gefordert, aber Ronan hatte Zeit seines Lebens den Drang überall der erste sein.
