28-04-2024, 17:08 - Wörter:
Nachdem Alen eingetreten war, folgte Alys nochmal seinem Blick aus dem Fenster. Er machte sie darauf aufmerksam, wie ruhig Farynn vor ihnen lag, wie schön und friedlich. Ehrlicherweise hatte sie gar nicht weiter darauf geachtet. Die Aufgaben und ihre Gedanken, die noch immer um Glynis kreisten, hatten sie zu sehr eingenommen. Die Hohepriesterin schluckte, denn ein Gefühl drohenden Unheils überkam sie für einen Augenblick. "Die große Mutter gebe, dass dies auch noch lange so bleibt", erwiderte Alys wie einstudiert, doch in ihrem Herzen war sie sicher, dass es nicht so bleiben würde. Da draußen geschahen zu viele Dinge - sie war sich sicher, dass sie selbst nur einen Bruchteil davon überhaupt mitbekam. Alen war ihr daher ein wichtiger Berater. Sein Blick war ungleich weiter, neutraler und geübter. Er wusste, worauf zu achten war. Doch selbst die Kleinigkeiten, die Alys erspüren konnte, genügten schon, sie zu beunruhigen. Es war eine schwere Zeit - vermutlich für alle Menschen. Man merkte es auch an den vielen Pilgern und Schutzsuchenden, die sich immer wieder an die Gemeinschaft vom Berg wandte.
Alen bot seine Hilfe an und sie nickte bereitwillig. "Das Lesen, Beobachten und Erfassen der Bewegung der Sterne gehört seit Anbeginn der Zeit zu den Aufgaben der Hohepriesterinnen. Der Wächter steht - wie er soll - hoch am Himmel, doch es kommt mir vor, als wäre er nicht mehr allein. Oder als verändere er sich...", versuchte sie, das für sie Unerklärliche in Worte zu fassen. Dass sie schlechter zu sehen vermochte, trug natürlich zu ihrer Verunsicherung bei. Sich nicht mehr sicher sein zu können, was man wirklich mit den Augen sah und was man sich vielleicht nur einbildete, konnte eine gewaltige Bürde sein - vorallem, wenn es um diese wichtigen Aufgaben ging, die sie nicht mit den anderen Hohepriesterinnen teilen wollte. Doch es war Nichts, das allzu sehr drängte. Die Sterne würden sich vermutlich auch am morgigen Nachthimmel wieder in ähnlicher Stellung zeigen. Viel wichtiger kamen ihr Alens Sorgen vor.
Warmherzig wie er immer war, teilte er eine schöne Weisheit mit ihr, die sie zu einem ehrlichen, tiefgreifenden Lächeln brachte. Ein Lächeln, das man bei Alys nur selten zu sehen bekam. Sie war oft ein ernster, versteifter Mensch, der sich allzu gerne in seine Aufgaben eingrub. "Das ist eine schöne Sichtweise... und irgendwie auch eine Warnung." Alys hatte manchmal ein Talent dafür, mit irgendwelchen Prokastinationen eine aufkommende Stimmung kaputt zu machen. Sie tat das nicht mit Absicht, aber aus einer tiefen Überzeugung.
Doch nun wollte sie erst einmal zuhören, was er zu berichten hatte. Oberstes Gebot einer Priesterin war es schließlich, für die Menschen da zu sein. Sie erfüllten keinen Selbstzweck, sondern standen ganz im Dienste der großen Mutter für die Menschen. Besorgt betrachtete sie ihn. Die Art, wie er über seine Geschwister sprach und sich am Tee verbrannte, stürzte Alys in große Sorge. Sie streckte eine Hand aus und legte sie warm und schwer auf seine. Sie konzentrierte sich, um all die Energie, Wärme und Lebenskraft, die sie durchströmte, auf Alen übergehen zu lassen. Als ein Geschenk der großen Mutter persönlich. Derweil ließ sie ihn weiter sprechen und seine Sorgen artikulieren. "Denkst Du, die großen Länder könnten sich in ihrem Zwist untereinander auch gegen Farynn wenden?" Sie selbst konnte dies überhaupt nicht einschätzen. Dass die dort lebenden Menschen Angst hatten, glaubte sie schon - nur wie real mochte diese Angst wirklich sein? "Deine Tochter?", fragte sie weiter, denn sie ahnte, dass er sich große Sorgen um sie machte. So wie sie sich auch um Gareth sorgte. Allein, dass die Sicherheit Màiris unklar war, warf einen Schatten über Alys' Gesicht. Sie konnte nur erahnen, wie er sich fühlte - doch sie wusste, dass sie selbst krank vor Sorge gewesen wäre.
Alen bot seine Hilfe an und sie nickte bereitwillig. "Das Lesen, Beobachten und Erfassen der Bewegung der Sterne gehört seit Anbeginn der Zeit zu den Aufgaben der Hohepriesterinnen. Der Wächter steht - wie er soll - hoch am Himmel, doch es kommt mir vor, als wäre er nicht mehr allein. Oder als verändere er sich...", versuchte sie, das für sie Unerklärliche in Worte zu fassen. Dass sie schlechter zu sehen vermochte, trug natürlich zu ihrer Verunsicherung bei. Sich nicht mehr sicher sein zu können, was man wirklich mit den Augen sah und was man sich vielleicht nur einbildete, konnte eine gewaltige Bürde sein - vorallem, wenn es um diese wichtigen Aufgaben ging, die sie nicht mit den anderen Hohepriesterinnen teilen wollte. Doch es war Nichts, das allzu sehr drängte. Die Sterne würden sich vermutlich auch am morgigen Nachthimmel wieder in ähnlicher Stellung zeigen. Viel wichtiger kamen ihr Alens Sorgen vor.
Warmherzig wie er immer war, teilte er eine schöne Weisheit mit ihr, die sie zu einem ehrlichen, tiefgreifenden Lächeln brachte. Ein Lächeln, das man bei Alys nur selten zu sehen bekam. Sie war oft ein ernster, versteifter Mensch, der sich allzu gerne in seine Aufgaben eingrub. "Das ist eine schöne Sichtweise... und irgendwie auch eine Warnung." Alys hatte manchmal ein Talent dafür, mit irgendwelchen Prokastinationen eine aufkommende Stimmung kaputt zu machen. Sie tat das nicht mit Absicht, aber aus einer tiefen Überzeugung.
Doch nun wollte sie erst einmal zuhören, was er zu berichten hatte. Oberstes Gebot einer Priesterin war es schließlich, für die Menschen da zu sein. Sie erfüllten keinen Selbstzweck, sondern standen ganz im Dienste der großen Mutter für die Menschen. Besorgt betrachtete sie ihn. Die Art, wie er über seine Geschwister sprach und sich am Tee verbrannte, stürzte Alys in große Sorge. Sie streckte eine Hand aus und legte sie warm und schwer auf seine. Sie konzentrierte sich, um all die Energie, Wärme und Lebenskraft, die sie durchströmte, auf Alen übergehen zu lassen. Als ein Geschenk der großen Mutter persönlich. Derweil ließ sie ihn weiter sprechen und seine Sorgen artikulieren. "Denkst Du, die großen Länder könnten sich in ihrem Zwist untereinander auch gegen Farynn wenden?" Sie selbst konnte dies überhaupt nicht einschätzen. Dass die dort lebenden Menschen Angst hatten, glaubte sie schon - nur wie real mochte diese Angst wirklich sein? "Deine Tochter?", fragte sie weiter, denn sie ahnte, dass er sich große Sorgen um sie machte. So wie sie sich auch um Gareth sorgte. Allein, dass die Sicherheit Màiris unklar war, warf einen Schatten über Alys' Gesicht. Sie konnte nur erahnen, wie er sich fühlte - doch sie wusste, dass sie selbst krank vor Sorge gewesen wäre.
