28-04-2024, 20:51 - Wörter:
Alys spürte sehr deutlich, dass Gastfreundschaft für ihr junges Gegenüber ein Fremdwort war. Missbilligend legte sie daher die Stirn in Falten und betrachtete sie kühl. Warum hatte ihr Vater noch nicht dafür gesorgt, dass sie unter die Haube kam? Sie musste doch schon seit vielen Jahren im heiratsfähigen Alter sein. Wenn sie schon mit Gästen nicht gut umzugehen wusste, dann hatte sie vermutlich auch noch weitere Mängel. Alys vermutete, dass diese in ihrem Charakter liegen mussten, denn äußerlich gab es an der jungen Frau nichts auszusetzen. Einer ihrer Mundwinkel kräuselte sich, als Muirín ein bisschen widerwillig ihre Fragen beantwortete. Doch sie trug nichts dazu bei, selbst das Gespräch am Laufen zu halten. Ganz schlechte Schwiegertochter-Qualitäten, urteilte die Hohepriesterin daher insgeheim.
"Wählerisch?", hinterfragte Alys sichtbar pikiert. "Es wäre die Aufgabe des Fürsten, eine geeignete Braut für seinen Erstgeborenen zu finden...", erklärte Alys ihr Unverständnis über die Situation. Wenn Tiarnan derart nachlässig war, wunderte sie gar nichts mehr. Hätte dessen junge Braut nicht auch eher an die Seite des Prinzen gepasst? Nun blieb nur noch zu hoffen, dass Gareth nicht ebenfalls derart vom hiesigen Fürsten verzogen worden war. Fest stand - es gab für Adlige keine Wahl. Und somit auch kein Recht, wählerisch zu sein. Streng genommen galt dies aber vermutlich für alle Eheschließungen. Nicht, dass Alys mit einer Ehe persönliche Erfahrungen gehabt hätte...
Dann öffnete sich unversehens die Tür und ihr Sohn kam herein. Alys' Herz vollführte einen Hüpfer bei seinem Anblick. Er war mittlerweile zu einem stattlichen jungen Mann herangewachsen, der einen nur mit größtem Stolz erfüllen konnte. "Gareth!", entwich es ihr vor Überraschung und gleichzeitiger Freude, ihn endlich erblicken zu dürfen. Er war nicht passend gekleidet, doch sie war gewillt, darüber hinweg zu blicken. Noch ehe sie hatte aufstehen können, war er schon bei ihr angelangt und hatte ihre Wange geküsst. Er war ja so ein guter Sohn...
Sie hätte gerne sofort auf seine Fragen geantwortet, doch eins nach dem anderen. Zunächst erhob sie sich und obwohl sie ein ganzes Stück kleiner war, als ihr Sohn, vermochten ihre Präsenz und Aura sofort den gesamten Raum auszufüllen. Falls er wirklich bemerkt hatte, dass sie müde von der Reise gewesen war (anstatt dies nur freundlich anzunehmen), dann wischte sie diesen Eindruck nun hinfort. Sie vollführte zwischen ihnen eine segnende Geste und sprach mit der tragenden Stimme einer Hohepriesterin. "Die große Mutter hat Dich gesegnet, Gareth Flachnàn. Und sie möge Dich auch in Zukunft leiten!"
Danach ließ sie den Zauber mehr oder weniger von sich fallen, überbrückte den Abstand und schloss ihren Sohn in die Arme. Natürlich küsste sie ebenfalls seine Wange, nahm dann wieder ein wenig Abstand und legte eine warme, erdende Hand auf seinen Wangenknochen. So konnte sie seine Wange spüren, ebenso wie seinen starken Herzschlag an seiner Halsschlagader. Er war stark - und sie unheimlich stolz. "Deine Ziehschwester hat bereits veranlasst, dass ein Zimmer für meine Gefolgschaft und mich bereitet wird", ließ sie ihn wissen und nickte nochmals wohlwollend in Richtung besagter Ziehschwester.
Auch Alys wollte hören, ob die Männer etwas geschossen hatten, daher ließ sie ihrem Sohn nun Zeit zum Antworten, ehe sie selbst wieder das Wort ergriff. "Es freut mich sehr, Dich zu sehen, Sohn. Sicherlich hast Du etwas Zeit für deine alte Mutter", sagte sie - und wirkte ausnahmsweise mal nicht wie die starke Hohepriesterin, die sie sonst so gerne verkörperte.
"Wählerisch?", hinterfragte Alys sichtbar pikiert. "Es wäre die Aufgabe des Fürsten, eine geeignete Braut für seinen Erstgeborenen zu finden...", erklärte Alys ihr Unverständnis über die Situation. Wenn Tiarnan derart nachlässig war, wunderte sie gar nichts mehr. Hätte dessen junge Braut nicht auch eher an die Seite des Prinzen gepasst? Nun blieb nur noch zu hoffen, dass Gareth nicht ebenfalls derart vom hiesigen Fürsten verzogen worden war. Fest stand - es gab für Adlige keine Wahl. Und somit auch kein Recht, wählerisch zu sein. Streng genommen galt dies aber vermutlich für alle Eheschließungen. Nicht, dass Alys mit einer Ehe persönliche Erfahrungen gehabt hätte...
Dann öffnete sich unversehens die Tür und ihr Sohn kam herein. Alys' Herz vollführte einen Hüpfer bei seinem Anblick. Er war mittlerweile zu einem stattlichen jungen Mann herangewachsen, der einen nur mit größtem Stolz erfüllen konnte. "Gareth!", entwich es ihr vor Überraschung und gleichzeitiger Freude, ihn endlich erblicken zu dürfen. Er war nicht passend gekleidet, doch sie war gewillt, darüber hinweg zu blicken. Noch ehe sie hatte aufstehen können, war er schon bei ihr angelangt und hatte ihre Wange geküsst. Er war ja so ein guter Sohn...
Sie hätte gerne sofort auf seine Fragen geantwortet, doch eins nach dem anderen. Zunächst erhob sie sich und obwohl sie ein ganzes Stück kleiner war, als ihr Sohn, vermochten ihre Präsenz und Aura sofort den gesamten Raum auszufüllen. Falls er wirklich bemerkt hatte, dass sie müde von der Reise gewesen war (anstatt dies nur freundlich anzunehmen), dann wischte sie diesen Eindruck nun hinfort. Sie vollführte zwischen ihnen eine segnende Geste und sprach mit der tragenden Stimme einer Hohepriesterin. "Die große Mutter hat Dich gesegnet, Gareth Flachnàn. Und sie möge Dich auch in Zukunft leiten!"
Danach ließ sie den Zauber mehr oder weniger von sich fallen, überbrückte den Abstand und schloss ihren Sohn in die Arme. Natürlich küsste sie ebenfalls seine Wange, nahm dann wieder ein wenig Abstand und legte eine warme, erdende Hand auf seinen Wangenknochen. So konnte sie seine Wange spüren, ebenso wie seinen starken Herzschlag an seiner Halsschlagader. Er war stark - und sie unheimlich stolz. "Deine Ziehschwester hat bereits veranlasst, dass ein Zimmer für meine Gefolgschaft und mich bereitet wird", ließ sie ihn wissen und nickte nochmals wohlwollend in Richtung besagter Ziehschwester.
Auch Alys wollte hören, ob die Männer etwas geschossen hatten, daher ließ sie ihrem Sohn nun Zeit zum Antworten, ehe sie selbst wieder das Wort ergriff. "Es freut mich sehr, Dich zu sehen, Sohn. Sicherlich hast Du etwas Zeit für deine alte Mutter", sagte sie - und wirkte ausnahmsweise mal nicht wie die starke Hohepriesterin, die sie sonst so gerne verkörperte.
