04-05-2024, 14:21 - Wörter:
Amira nickte bedächtig und sah seine Antwort als keinen Grund an, ihr Erscheinen zu widerrufen. Selbst, wenn sie den ganzen Tag zugunsten der Königin getanzt hätte, gelacht oder tiefe Konversation betrieben habe, sah sie es ebenso als ihre Pflicht an, dem König in seiner schweren Zeit beizustehen. Sie war bereit dafür über ihre eigenen Grenzen hinaus zu gehen um für jeden in dieser Weise da zu sein, wie es ihr möglich war. Vielleicht half der Gedanke, eines morgigen Besuchs ihm dabei, doch von selbst eher zum Teller zu greifen, sich nicht ganz so viel in seinen Überlegungen zu verlieren oder gar mit Freude auf einen Zeitpunkt hinzusehen, der ihm im trüben Alltag ein wenig Helligkeit bringen konnte. „Eure Majestät, ich freue mich Euch ebenso dienen zu können, wie meiner Königin. Und ich bin neugierig darauf, ob die Sterne am morgigen Abend vielleicht Weiteres zu unser aller Schicksal verraten mögen.“ Denn selbst, wenn ihre Anwesenheit hier eine Art von Arbeit darstellte, bedeutete das nicht zwangsweise, dass sie es nicht gerne tat. Wenn es auch wenig weitblickenden Sinn in ihrem Leben geben mochte, so war ihr die Möglichkeit zur Hilfsbereitschaft Ziel und Dank genug.
Sorgsam hatte die junge Frau die Sternenkarte an ihren zugehörigen Ort wieder verstaut, auf dass Ridvan sie am nächsten Abend bei Bedarf sogleich wiederfinden würde. Nicht auszudenken, wenn eine der wertvollen Karten womöglich eines Tages abhanden käme, oder durch Witterungen oder Unachtsamkeit beschädigt, gar zerstört werden würde. Und ebenso sorgfältig bereitete sie ihm das Essen und besah sich zufrieden, dass der Hunger nun doch aufgekommen war. Es blieb ihr schwer einzuschätzen, ob der König bereits in den letzten Tagen der Zerstreuung an Gewicht verloren hatte, doch sie wollte von nun an ein Auge darauf haben. Ein wenig aufmerksamer sein, als sie es bis jetzt bereits gewesen ist.
Und sie liebte es, wenn er erzählte. Gebannt lauschte Amira seinen Worten, während sie selbst viel eher damit beschäftigt war ihm den Teller zu halten, vielleicht die ein oder andere Köstlichkeit darauf ein wenig näher in seine Richtung schob, in einer stillen Aufforderung. Es war einerlei, ob der König sich in seinen Geschichten in Widersprüchen verstrickte, denn die Worte selbst waren es doch, auf die es ankam. Sie halfen ihr ein klein wenig Einblick in seine Gedanken zu erhaschen und so wie jetzt zu bemerken, dass sich Hoffnung wiederfinden ließ. Der Wächter war zweifelsfrei positiv, doch dieses Mal nicht wie damals rachsüchtig und grausam, sondern bewahrend und behütend. Amira lächelte. „Möge er niemals seine Kraft verlieren. Und so lasset uns Trost in seinem Anblick finden“, nickte sie bedächtig und blickte nochmals in den Himmel hinauf. Strahlend schön, sie liebte den Sternenhimmel – und hatte doch zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung davon, wie überwältigend der Anblick dieser Lichter erst in der Wüste ohne weiteres Streulicht wirken würde. „Eure Majestät, gebt die Hoffnung nicht auf. Der Wächter beschützt Euer Reich bereits so lange Zeit, er wird nicht fallen. Ihr sagtet selbst, er ist Gesandter des großen Heofader. Niemals würde der Wächter ihn enttäuschen.“
Amira glaubte zu bemerken, wie immer mehr Ruhe ihren König für sich gewinnen konnte, und es freute ihr Herz. Vielleicht waren es auch nur wenige Momente, Minuten gar, die er in Entspannung und ohne Sorgen verbringen konnte, doch jeder einzelne Augenblick davon war kostbar. So wollte sie ihn nicht drängen, auch wenn sie glaubte sehen zu können, dass nun mit Ende der Umtriebigkeit vielleicht Müdigkeit ihren Platz für sich beanspruchen wollte. Sie blieb an seiner Seite, solange es ihm danach verlangte. Und auch, wenn sie gar die Auswirkungen der Flut selbst interessierten, wäre solch ein brisantes und politisches Thema keineswegs die rechte Wahl hier formuliert zu werden. „Möchtet Ihr, dass ich Euch noch ein wenig Musik spiele?“
Sorgsam hatte die junge Frau die Sternenkarte an ihren zugehörigen Ort wieder verstaut, auf dass Ridvan sie am nächsten Abend bei Bedarf sogleich wiederfinden würde. Nicht auszudenken, wenn eine der wertvollen Karten womöglich eines Tages abhanden käme, oder durch Witterungen oder Unachtsamkeit beschädigt, gar zerstört werden würde. Und ebenso sorgfältig bereitete sie ihm das Essen und besah sich zufrieden, dass der Hunger nun doch aufgekommen war. Es blieb ihr schwer einzuschätzen, ob der König bereits in den letzten Tagen der Zerstreuung an Gewicht verloren hatte, doch sie wollte von nun an ein Auge darauf haben. Ein wenig aufmerksamer sein, als sie es bis jetzt bereits gewesen ist.
Und sie liebte es, wenn er erzählte. Gebannt lauschte Amira seinen Worten, während sie selbst viel eher damit beschäftigt war ihm den Teller zu halten, vielleicht die ein oder andere Köstlichkeit darauf ein wenig näher in seine Richtung schob, in einer stillen Aufforderung. Es war einerlei, ob der König sich in seinen Geschichten in Widersprüchen verstrickte, denn die Worte selbst waren es doch, auf die es ankam. Sie halfen ihr ein klein wenig Einblick in seine Gedanken zu erhaschen und so wie jetzt zu bemerken, dass sich Hoffnung wiederfinden ließ. Der Wächter war zweifelsfrei positiv, doch dieses Mal nicht wie damals rachsüchtig und grausam, sondern bewahrend und behütend. Amira lächelte. „Möge er niemals seine Kraft verlieren. Und so lasset uns Trost in seinem Anblick finden“, nickte sie bedächtig und blickte nochmals in den Himmel hinauf. Strahlend schön, sie liebte den Sternenhimmel – und hatte doch zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung davon, wie überwältigend der Anblick dieser Lichter erst in der Wüste ohne weiteres Streulicht wirken würde. „Eure Majestät, gebt die Hoffnung nicht auf. Der Wächter beschützt Euer Reich bereits so lange Zeit, er wird nicht fallen. Ihr sagtet selbst, er ist Gesandter des großen Heofader. Niemals würde der Wächter ihn enttäuschen.“
Amira glaubte zu bemerken, wie immer mehr Ruhe ihren König für sich gewinnen konnte, und es freute ihr Herz. Vielleicht waren es auch nur wenige Momente, Minuten gar, die er in Entspannung und ohne Sorgen verbringen konnte, doch jeder einzelne Augenblick davon war kostbar. So wollte sie ihn nicht drängen, auch wenn sie glaubte sehen zu können, dass nun mit Ende der Umtriebigkeit vielleicht Müdigkeit ihren Platz für sich beanspruchen wollte. Sie blieb an seiner Seite, solange es ihm danach verlangte. Und auch, wenn sie gar die Auswirkungen der Flut selbst interessierten, wäre solch ein brisantes und politisches Thema keineswegs die rechte Wahl hier formuliert zu werden. „Möchtet Ihr, dass ich Euch noch ein wenig Musik spiele?“
