04-05-2024, 22:48 - Wörter:
In den frühen Morgenstunden herrschte hier noch wenig Treiben und die meisten Bewohner gingen noch einem ruhigen Tagwerk nach. Kleinere Schäden im Mauerwerk, etwas Müll und Unrat in den Winkeln des Platzes und noch leere Marktstände säumten sich mit anderen Dingen, die diese einst belebte Stadt ausgezeichnet hatten. Ein staubiger Wind zog durch die Straßen, ließ Staub auf dem Kopfsteinpflaster singend tanzen und verteilte jenen Staub weiter. Nur wenige Menschen hatten es eilig und die Stadt erwachte nur sehr langsam. Doch zwei Gestalten in dunkle Kutten gehüllt, die bis zum Boden reichten, rollten große Fässer in eine dunkle Ecke des kleinen Marktes. Die dunkle Ecke war umschlossen von zwei Stadthäusern aus gepflegtem Fachwerk und lag abseits von neugierigen Blicken, da ein Steg etwas hinab zu einem schmalen Steg führte, der wiederum zu einem Kanal führte. Dort lag ein längliches Ruderboot, welches weitere Fässer trug, die mit Siegelwachs fest verschlossen waren. Die beiden Gestalten brummten sich jeweils Halbsätze zu, die mehr gemurmelt waren und somit kaum verständlich. Doch es war erkenntlich, dass die eine Person eine Frau war und die andere ein älterer Mann, der unter der Last der Fässer ächzte. Sie gaben sich Mühe, dass ihre Kapuzen nicht vom Kopf rutschten und sie ihre wahre Identität verbargen. Die Fässer waren ebenso wenig beschriftet und trugen nicht mal Gildenzeichen. Es war unklar, was diese Fässer transportieren würden. Eigentlich waren alle Waren in Städten zumindest mit Zoll- oder Gildenzeichen versehen. Dies bedeutete, dass diese Fässer von keiner Wache gesehen wurden und nicht aus einem Gildenbetrieb stammten. Die dunkle Ecke gab den beiden Kuttenträgern genügend Raum, um ihre Waren ausgiebig zu verwalten und zu ordnen. Augenscheinlich wollten sie ein paar der Holzfässer hier belassen und mit den anderen Fässern den Kanal entlang fahren.
"Jack," schimpfte der jüngere Frau mit überschlagender Stimme. "Dieser Job ist doch eigentlich ganz leicht aber warum hört er dann nicht auf...," stammelte sie Worte zusammen, deren Zusammenhang nicht kohärent schien. Der ältere Mann raffte sich, seinen Rücken mit einer Hand stützend, auf und antwortete: "Gwyn, was weiß ich... mir egal... alles egal...," japste er müde und suchte ihren Anblick, wobei die Kapuze seinen Blick stark einschränkte. Gwyn, deren Gestalt doch etwas beleibter war und etwas gedrungen, torkelte erschöpft in seine Richtung. Der alte Mann, Jack, war hager und groß gewachsen, trug einen langen grauen Bart, der durch zwei Leinenkordeln kunstvoll zusammengebunden. Beide lehnten sich nun an das selbe Fass, ließen den Kopf hängen. "Der Auftrag ist einfach und wenn wir diese Walleydor-Hunde vertreiben wollen, muss das halt...," meinte Jack missmutig, wobei er seinen Bart zurecht zog. Gwyn grummelte, spuckte dann drei mal vor das Fass, wobei eine grau-braune Lache zurückblieb. Sie kaute wohl eine Form von Kaugras, welches auch ihre Zähne mit einem Zwischenbehang verschönte. Ohnehin fehlten ihr zwei Zähne, so dass in ihren Backen unschöne Zahnlücken hervortraten. Jack hingegen hatte ein gutes Gebiss, zeigte dies auch nun mit einem griesgrämigen Auflachen, als er Gwyn dabei beobachtete, wie diese das elende Kaugras ausspuckte. "Musst du das kauen?" - eine Frage, die aus seiner Sicht berechtigt war. Gwyn zog die Schultern teilnahmslos hoch, keuchte schwer durch ihre verstopfte Nase und rotzte dann noch einmal, nachdem sie ihren Schleim tief aus der Nase gezogen hatte, kräftig aus. "Boah," entfloh es aus Jacks Mundwerk, was eher einem Urteil gleich kam. Ja, Gwyn war keine Heldin des eleganten Auftretens und Jack bedauerte die gemeinsame Arbeit aber das Leben war nun mal keine Wunschbühne.
"Lass' mich," sagte sie und machte eine abwinkende Geste mit ihren klebrigen Händen, die wohl auch mit einer Art Öl verschmiert waren. Jack hingegen hatte etwas weniger von diesem Öl an seinen Händen, doch auch er hatte wohl Reste davon berührt. Es war anders als normales Öl, da es in einem funkelnden Purpur glänzte und das Licht auf eine seltsam-schöne Art brach. Jack seufzte, wobei er hinter sich auf das Fass klopfte, was nun unheilig gluckste. "Egal, es ist einfach egal...," wiederholte er sich fast und erhob sich dann von dem Fass, um die paar Stufen zum Steg hinab zu gehen. Er wollte das betakte Boot überprüfen, während Gwyn, die Fässer in der dunklen Ecke zählte. Doch man merkte ihr an, dass sie sich immer wieder verzählte, da sie immer wieder auf die selben Fässer mit dem Zeigefinger zeigte und wieder bei der Zahl Eins begann. Hingegen schüttelte Jack nur seinen Kopf, wobei die Kapuze zurückfiel, was ihm nun doch entgegen kam. Mit einer müden Bewegung kontrollierte er das Halteseil, welches an einem kleinen Poller befestigt war. Es hielt sehr gut und das Boot war gegen eine Drift gesichert. Er wollte den letzten Teil des Auftrags nicht gefährden, so dass er lieber die einzelnen Komponenten noch einmal durchging. Auch gerade, weil Gwyn mit ihm zusammenarbeiten musste. Doch Gwyn hatte auch ihre guten Seiten. Die waren zwar unter einer gewissen Banalität verborgen aber sie war durchaus loyal, war günstig in der Entlohnung und stellte wenig Ansprüche an ihre Aufgaben. Sie konnte zwar nicht wirklich lesen und schreiben, nicht wirklich unauffällig sein aber sie konnte anpacken, machte das, was man ihr sagte und stand für ihre Aufgaben ein, sofern sie überhaupt verstand, was sie tat. Jetzt transportiere sie Fässer und reihte sie auf. Das konnte sie gut und Jack war zufrieden, ihr nicht mehr erklären zu müssen. Er war nicht mehr in dem Alter, wo er sich mit diesen Dingen lange aufhalten wollte. Man erledigte seine Aufgaben, suchte entsprechende Unterstützung und verdiente gute Münze. Noch dazu konnte man Walleydor eine kleine Schlappe verpassen, was konnte es Besseres geben? Walleydor, diese eitlen und miesen Gauner, die seine Heimatstadt erobert hatten und den guten Trakas umgebracht hatten. Er hatte den alten Lord sehr gemocht. Diese miesen Hunde. Jack fluchte innerlich bei dem Gedanken an diesen lackaffigen König mit seinen großen Gesten und dem hübschen Gesicht. Er war viel zu hübsch für einen Halunken! Jack grummelte erneut Schimpfwörter in seinen Bart, während er sich langsam vom vertauten Seil erhob. Er sollte vielleicht mal wieder nach Gwyn sehen. Sie verlor sich gerne in mancher Kleinigkeit und hing dann, wie ein festgefahrener Wagen einfach fest.
"Jack," schimpfte der jüngere Frau mit überschlagender Stimme. "Dieser Job ist doch eigentlich ganz leicht aber warum hört er dann nicht auf...," stammelte sie Worte zusammen, deren Zusammenhang nicht kohärent schien. Der ältere Mann raffte sich, seinen Rücken mit einer Hand stützend, auf und antwortete: "Gwyn, was weiß ich... mir egal... alles egal...," japste er müde und suchte ihren Anblick, wobei die Kapuze seinen Blick stark einschränkte. Gwyn, deren Gestalt doch etwas beleibter war und etwas gedrungen, torkelte erschöpft in seine Richtung. Der alte Mann, Jack, war hager und groß gewachsen, trug einen langen grauen Bart, der durch zwei Leinenkordeln kunstvoll zusammengebunden. Beide lehnten sich nun an das selbe Fass, ließen den Kopf hängen. "Der Auftrag ist einfach und wenn wir diese Walleydor-Hunde vertreiben wollen, muss das halt...," meinte Jack missmutig, wobei er seinen Bart zurecht zog. Gwyn grummelte, spuckte dann drei mal vor das Fass, wobei eine grau-braune Lache zurückblieb. Sie kaute wohl eine Form von Kaugras, welches auch ihre Zähne mit einem Zwischenbehang verschönte. Ohnehin fehlten ihr zwei Zähne, so dass in ihren Backen unschöne Zahnlücken hervortraten. Jack hingegen hatte ein gutes Gebiss, zeigte dies auch nun mit einem griesgrämigen Auflachen, als er Gwyn dabei beobachtete, wie diese das elende Kaugras ausspuckte. "Musst du das kauen?" - eine Frage, die aus seiner Sicht berechtigt war. Gwyn zog die Schultern teilnahmslos hoch, keuchte schwer durch ihre verstopfte Nase und rotzte dann noch einmal, nachdem sie ihren Schleim tief aus der Nase gezogen hatte, kräftig aus. "Boah," entfloh es aus Jacks Mundwerk, was eher einem Urteil gleich kam. Ja, Gwyn war keine Heldin des eleganten Auftretens und Jack bedauerte die gemeinsame Arbeit aber das Leben war nun mal keine Wunschbühne.
"Lass' mich," sagte sie und machte eine abwinkende Geste mit ihren klebrigen Händen, die wohl auch mit einer Art Öl verschmiert waren. Jack hingegen hatte etwas weniger von diesem Öl an seinen Händen, doch auch er hatte wohl Reste davon berührt. Es war anders als normales Öl, da es in einem funkelnden Purpur glänzte und das Licht auf eine seltsam-schöne Art brach. Jack seufzte, wobei er hinter sich auf das Fass klopfte, was nun unheilig gluckste. "Egal, es ist einfach egal...," wiederholte er sich fast und erhob sich dann von dem Fass, um die paar Stufen zum Steg hinab zu gehen. Er wollte das betakte Boot überprüfen, während Gwyn, die Fässer in der dunklen Ecke zählte. Doch man merkte ihr an, dass sie sich immer wieder verzählte, da sie immer wieder auf die selben Fässer mit dem Zeigefinger zeigte und wieder bei der Zahl Eins begann. Hingegen schüttelte Jack nur seinen Kopf, wobei die Kapuze zurückfiel, was ihm nun doch entgegen kam. Mit einer müden Bewegung kontrollierte er das Halteseil, welches an einem kleinen Poller befestigt war. Es hielt sehr gut und das Boot war gegen eine Drift gesichert. Er wollte den letzten Teil des Auftrags nicht gefährden, so dass er lieber die einzelnen Komponenten noch einmal durchging. Auch gerade, weil Gwyn mit ihm zusammenarbeiten musste. Doch Gwyn hatte auch ihre guten Seiten. Die waren zwar unter einer gewissen Banalität verborgen aber sie war durchaus loyal, war günstig in der Entlohnung und stellte wenig Ansprüche an ihre Aufgaben. Sie konnte zwar nicht wirklich lesen und schreiben, nicht wirklich unauffällig sein aber sie konnte anpacken, machte das, was man ihr sagte und stand für ihre Aufgaben ein, sofern sie überhaupt verstand, was sie tat. Jetzt transportiere sie Fässer und reihte sie auf. Das konnte sie gut und Jack war zufrieden, ihr nicht mehr erklären zu müssen. Er war nicht mehr in dem Alter, wo er sich mit diesen Dingen lange aufhalten wollte. Man erledigte seine Aufgaben, suchte entsprechende Unterstützung und verdiente gute Münze. Noch dazu konnte man Walleydor eine kleine Schlappe verpassen, was konnte es Besseres geben? Walleydor, diese eitlen und miesen Gauner, die seine Heimatstadt erobert hatten und den guten Trakas umgebracht hatten. Er hatte den alten Lord sehr gemocht. Diese miesen Hunde. Jack fluchte innerlich bei dem Gedanken an diesen lackaffigen König mit seinen großen Gesten und dem hübschen Gesicht. Er war viel zu hübsch für einen Halunken! Jack grummelte erneut Schimpfwörter in seinen Bart, während er sich langsam vom vertauten Seil erhob. Er sollte vielleicht mal wieder nach Gwyn sehen. Sie verlor sich gerne in mancher Kleinigkeit und hing dann, wie ein festgefahrener Wagen einfach fest.
