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In a world of thieves
07.08.1016 - 11:00
War makes thieves, an peace hangs them
Zosia Marsili Willard Sutherland

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Willard Sutherland
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#2
Die letzten anderthalb Wochen war zunehmend Ruhe in das Stadtbild, das mit vereinzelten Trümmerbauten und leerstehenden Häusern noch von der Nacht der rechtmäßigen Rückeroberung zeugte, gekehrt. Das Frühlingsland kümmerte sich um seine Bürger, egal ob in Spring’s Court, Penwick oder wie hier in der jüngst zurückeroberten Stadt Eastergold Meadow. Auch wenn die Bürger jenes zuletzt genannten Ortes wohl erst nach einiger Zeit wieder volle Abgaben zu leisten vermochten, stand ihnen schon jetzt während der Schonfrist wieder das zu, was der Staat ihnen im Gegenzug dafür versprach. Sicherheit. Die Sicherheit dieses Fürstentums war nun zu Willards Aufgabenbereich geworden und so hatten auch die Männer, die sich für die neu zu etablierende Stadtwache gemeldet hatten, unter seiner Führung einen guten Teil zur Ruhe beigetragen.

Gerade jetzt in den ersten Wochen und Monaten würde aber auch Willard als Hauptmann selbst Präsenz zeigen müssen. Die Bevölkerung sollte das Gesicht des Mannes kennen, der einerseits für die Durchsetzung der Gesetzte des Adels sorgte aber anderseits auch für die Belange des einzelnen, aufrichtigen Bürgers einstehen sollte. Seine Rundgänge ließen ihn dabei nicht nur die Menschen hier, sondern auch die Stadt selbst kennenlernen und verschafften ihm außerdem einen direkten Eindruck von der aktuellen Lage und Stimmung der Bevölkerung. Der Marktplatz im Stadtzentrum war dabei ein Ort, der sich besonders gut dafür anbot, wenn man sich einen Überblick über die Bedürfnisse der Leute hier verschaffen wollte. Das Warenangebot, der Aufbau der Stände und schon allein die Art und Weise, wie miteinander gesprochen wurde, lies einen schnell erkennen, wo man genauer hinsehen sollte.

Mit seiner Größe und Statur fiel es dabei so schon schwer, in einer Menge unterzutauchen. Wenn man wie Willard nun auch noch eine ansehnliche Rüstung samt Bewaffnung und grünem Umhang trug, wurde es dann definitiv eine Herausforderung, kein ausschließlich bedrohliches Bild abzugeben. Da half es auch nicht, dass er den Federgeschmückten Helm unter dem Arm trug. Was aber half, war sein Erscheinungsbild zu akzeptieren und damit ein gutes Zeichen zu setzen, denn am Ende waren es Taten, die erkennen ließen, dass hinter dem Stahl auch ein menschliches Herz schlägt. „Lasst euch kurz helfen, gute Frau.“, wandte er sich deshalb an eine ältere Frau, die gerade versuchte ihren Stand mit einem Wimpel zu dekorieren, aber nicht ganz an die oberen Balken des Holzverschlages herankam. Trotz anfänglichen Zögerns erntete der Hauptmann damit nicht nur interessierte Blicke der Umstehenden sondern sogar das ein oder andere Lächeln, als er die Schnur recht einmal um den Balken band und ganz ohne Hektik mit einem Knoten fixierte, fast so, als würde er erreichen wollen, dass die Bürger der Stadt auch genau das in ihm erkannten. Denn es waren Taten, die einen Menschen ausmachten. „Habt meinen Dank.“, sprach die Händlerin dann und schien es auch so zu meinen. Aber gerade, als Willard nur lächelnd abwinken wollte, durchbrach ein Aufschrei seine Edlen Intentionen und ließ ihn herumfahren.

„Hey!“, donnerte die Stimme des Vierzigjährigen der Quelle der Unruhe hinterher, als dieser sich auch schon in Bewegung setze, um die Verfolgung der beiden Halbstarken aufzunehmen, die es mit einem Huhn in der Hand so eilig hatten, dass sie nicht mal davor Halt machten, eine junge Frau und ihr Kind umzurennen. Eine Frau und ihr Kind hatten auch während er Eroberung auf diese Art ihr Leben lassen müssen. Nein, daran durfte er gerade keine Gedanken verlieren, zog daraus aber die Energie noch ein wenig schneller zu sprinten. Man konnte meinen, dass er beinahe zu alt für diesen Job war, doch trugen seine Beine ihn noch immer so schnell wie sie es in jüngeren Jahren getan hatten. Es blieb dennoch eine Herausforderung den beiden Jungspunden hinterherzujagen. Ihren Verfolger bemerkt setzen die Flüchtigen auch noch einmal einen Zahn zu und bogen kurz darauf in eine Seitenstraße ab, in der Hoffnung, den alten Mann dort abschütteln zu können. Tatsächlich, Willard hatte sie aus den Augen verloren und sie mussten nur noch ein passendes Versteck finden oder Glück haben und die nächste Abbiegung nehmen. Der Vierzigjährige hielt in der Gasse inne. Sie waren verschwunden. Willard zog die Augenbrauen zusammen und sah jeden Winkel dieses Ganges genau ab. Unmöglich hätten sie das Ende der Gasse erreicht haben können, bevor er hier gewesen war. „Der Ritter!“, tönte es dann von hinten. Willard drehte sich aber nicht um. Es war die Stimme eines Kindes, die auch einfach nur eine Ablenkung hätte sein können. Käme er zu nahe, würde er ihn hören. Willard setzte einen Fuß vor den anderen, so bedächtig, dass er jedes Geräusch vernehmen würde. Der Bengel hinter ihm blieb wo er war, braves Kind. Aber wo waren die anderen zwei? Ein gackern durchbrach die Stille. „Scheiße! Lauf!“, schallte es kurz darauf aus einem Eck, an dem Willard vor wenigen Sekunden vorbeigeschritten war. Überrascht fuhr der Hauptmann herum und sah die Hühnerdiebe wieder flüchten. Ihre Beute hatte sie verraten, aber sie hatten freie Bahn und auch der kleine Mann, der eben noch nach dem gerüsteten Mann rief, schien getürmt zu sein. Er war am schnaufen, doch die beiden würde er nicht davonkommen lassen und setzte sich noch einmal vollen Elans in Bewegung. Aber jetzt waren sie schneller als er.

Und dennoch, heute sollte er gewinnen. Kaum hatten die beiden Hühnerdiebe das Ende der Gasse erreicht, zog es ihnen einen nach dem anderen den Boden unter den Füßen weg und sie flogen in hohem Bogen vornüber mit einem unfreiwilligen Hechtsprung in Richtung der Pflastersteine. Nur das Huhn begann zu flattern und konnte sich der Schwerkraft zumindest für einen kurzen Moment wiedersetzen. Ein triumphierendes „Jah!“ ertönte hinter beiden Ecken gefolgt von einem „Du fängst das Huhn!“. In diesem Moment begriff auch der Hauptmann was passiert war und ehe er die beiden Unglücksraben erreicht hatte, war da auch wieder der Junge, der eben noch hinter ihm gewesen war und nach ihm gerufen hatte und nun mit einem Stecken über den beiden Ganoven stand, während ein etwas kleinerer sich auf das Huhn stürzte. Blitzgescheit hatten sie einfach eine Schnur gespannt. „Liegen bleiben, sonst tut es weh!“, drohte er den Halbstarken, die dankbarer weise schon Bäuchlings auf dem Boden lagen und scheinbar noch nicht ganz verstanden hatten, was passiert war. Kurzerhand hatte der erfahrene Ritter den ersten Verschnürt, ohne dabei seine beiden scheinbaren Hilfsscheriffs aus den Augen zu verlieren. Als sich dessen Komplize dann jedoch besann und erneut zu flüchten versuchte, erntetet dieser nur einen Griff an den Hals, der ihn recht schnell wieder schmerzhaft zu Boden brachte. Willard kommentierte diesen Versuch seiner Gewalt zu entrinnen nicht einmal, hatte er es angekündigt und bereits mit weiterem Unfug gerechnet. Erst als er die zwei an Händen und jeweils einem Bein zusammengebunden hatte, stand er wieder auf, um nun auch die beiden kleineren Jungs genauer zu betrachten, die mittlerweile doch etwas eingeschüchtert waren. „Gute Arbeit.“, merkte er mit einem Schmunzeln an. „Ich nehme an, das ist euer Huhn?“, fragte er kurz darauf. „Tante Zias“, ergänzte der ältere das Nicken des jüngeren. „Dann gehen wir mal zu ihr.“, legte der Hauptmann das weiter Vorgehen fest und half den Gefesselten auf die Beine. „Sie ist im Travelers Inn“, folgte vorbildlicher weiße auf seine Anweisung. Jetzt nickte Willard zufrieden, denn dort wollte er eh noch hin und jetzt wusste er auch wer sich hinter „Tante Zia“ verbarg. Den Namen der Wirtstochter hatte er bereits schon ein paar Mal vernommen.

„Ziaa!“, ertönte es nach geraumer Zeit des Wartens im Chor und ließ einen beinahe von allein in Richtung des Trosses blicken, aus dem sich nun zwei furchtbar stolz dreinblickende Burschen lösten, um auf ihre Tante zuzustürmen, wobei einer von ihnen noch immer den Stecken und der andere das Huhn in den Händen hielt. „Wir haben sie! Wir haben sie!“, jubilierten beide und verkündeten das offensichtliche und holten schon aus, um die ganze Geschichte zu erzählen. „Dann seid ihr also Zosia Marsili.“, meldete sich dann der gerüstete Mann mit den beiden Gefangenen im Schlepptau zu Wort, nachdem er angekommen war und die beiden Jungs fertig waren – oder eben von ihrer Tante unterbrochen wurden. „Lord Willard Sutherland, der neue Hauptmann dieser Stadt.“, stellte er sich in freundlichem Ton der Wirtstochter und ihren Jungs vor. „Und die beiden kennt ihr auch schon?“, deutete er auf die gefesselten. Wobei man jetzt erst erkannte, dass es keine zwei Knaben, sondern ein Junge und Mädchen waren, wohl beide etwa 15 bis 16 Jahre alt.
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In a world of thieves - von Zosia Marsili - 03-05-2024, 23:09
RE: In a world of thieves - von Willard Sutherland - 05-05-2024, 17:10
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