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windmills of your mind
21.08.1016 - 17:00
Straße in Richtung King's Portal
Belisarius Caderitor Elithea Trakas

Unregistered
Belisarius Caderitor
Alter
Beruf
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Stand
User
#3
Feld schloss sich an Feld, während sich der kleine Wagen weiter bewegte. Immer wieder ließ Belisarius seinen Blick schweifen, um ein wenig Ablenkung für seine gelangweilten Augen zu finden. Die Geschwindigkeit, welche mehr als langsam war, sondern auch der monotone Weg, welcher stets geradeaus führte, taten ihr Übriges. Es gab zu wenig, um den Verstand zu beschäftigen, so dass dieser sich selbst eine Beschäftigung suchte. Nicht nur Sorgen, waren begleitende Gedanken, sondern auch gewisse Nöte, die Belisarius sehr gemein waren. Er fühlte sich verfolgt von den Umständen, von Walleydors Schergen und möglichen Gefahren, die so manche Zukunft bringen konnte. Die langsame Fortbewegung machte dieses Gefühl nicht kleiner. Er konnte zwar verbergen, was er wirklich dachte, was er fühlte aber konnte nicht sein Wesen ändern, dass sehr unter dieser Monotonie litt. Zeit war ein kostbares Gut für ihn und diese Entschleunigung tat ihm wahrlich nicht gut. Immer wieder grummelte er leicht, während seine Augen zu einem Baum huschten, der sich einsam in die Landschaft gesellt hatte und zwischen den Feldern überaus verloren fühlen musste. Belisarius betrachtete diesen doch sehr lebendigen Baum mit einer verfolgenden Kopfbewegung, als man an diesem vorbei fuhr.

Ein sehr schöner Baum, der mit seinem Blattwerk sogar etwas Schatten warf. Seine Hände lagen ruhig auf seinen Oberschenkeln, da die Zügel des Ochsens keinerlei Anspannung benötigten und dieses ebenso langweilige Tier einfach seinen Weg entlang trottete, nicht mal wirklich erspürend, was es an Gewicht zog. Es schien ihm einerlei, was er zog, solange er sich einfach bewegen konnte. Ohne einen wirklichen Anreiz würde er wohl sogar stehen bleiben, so dass Belisarius gelegentlich mit einem Ruck am Zügel aufzeigte, dass es noch weitergehen musste. Hierbei brummte auch der Ochse, indem er Luft durch seine Atemöffnungen stieß. Danach kehrte wieder eine beinahe Stille ein, da nur das Rumpeln, die Geräusche der Umgebung und jener Wind blieben. Man konnte es als eine ruhige Situation beschreiben und Ruhe lag Belisarius ebenso wenig, wie Stille. Stille war mit etwas zu füllen, sie verlangte sogar danach, und so war Belisarius in der Stille und ihrer Schwester der Ruhe, besonders einsam. Auch hier würde er sich einsam fühlen, doch er war in einer Begleitung, die unerwartet in sein Leben getreten war aber ebenso zufällig ein Glücksfund war. Elithea saß neben ihm, strahlte in ihrer Ruhe, in ihrer wortlosen Teilnahme, ihrer sensiblen Präsenz, jene Macht aus, die seine Einsamkeit vertreiben konnte. Belisarius hatte eine Aufgabe, die durch sein Mitgefühl für die Prinzessin genährt wurde. Weniger durch die Hingabe zu seinen Pflichten. Endymion erwies sich als schlechtere Reisebegleitung, so dass er dennoch pflichtgemäß, immer wieder einen schnelle Blick auf den Erben des Hauses Trakas richtete, damit dieser in bester Gesundheit ankommen würde. Belisarius nahm seine Aufgaben durchaus ernst aber sobald er ein persönliches Interesse an etwas gefunden hatte, hatte dies gelegentlich Vorrang. Doch auch hier wägte er sehr wohl ab, welchen Preis er zahlen konnte. Er war nicht dumm, sein Vertrauen durch diverse Brüche, ebenfalls brüchig und so war sein Mitgefühl für Elithea ausreichend aber noch nicht genug für eine weitreichende Hingabe für ihre Sache. Doch hatte sie bereits mehr Achtung bei ihm gefunden, als viele andere Menschen. Er würde also durchaus aufrichtig sein, soweit er dies eben konnte.

Gelegentlich hatten sie angehalten, eine sehr kurze Pause eingelegt. Doch für Belisarius waren dies keine echten Pausen, da er in dieser Situation besonders wachsam sein musste. Stillstand, wirklicher Stillstand, bedeutete immer akute Gefahren und so versicherte er sich durch eine gewisse Distanzlosigkeit der Anwesenheit der Prinzessin und des Prinzen, indem er ihnen fast auf den Schritt folgte und wenig Raum zwischen ihnen ließ. Während dieser Pausen trank er jedoch aus einem Weinschlauch stark verdünnten Würzwein, um zumindest einen anderen Geschmack zu finden, der nicht dem Gestank gleich war. Zwar konnte der Würzwein wenig abändern, was sie erlebten und erriechen mussten aber er konnte Erinnerungen an etwas Schönes wecken, an einen schönen Geschmack. Gelegentlich bot er den beiden den Schlauch an, so dass beide freigiebig entscheiden konnten, was sie tranken. Neben Wasser, in einem anderen Schlauch, war dies wohl die einzige Quelle gegen den Durst, die sie mit sich führten. Immer wenn sie die Fahrt, jedoch ohne nennenswerte Geschwindigkeitssteigerung, wieder aufnahmen, blickte er sich hektisch um, um mögliche Verfolgen auszumachen. Seine Augen war gut genug dafür aber sie waren soweit allein mit sich. Also nahmen wieder die Gedanken Raum zwischen den Feld an Feld gereihten Ackerflächen ein. Wieder ein Brummen, dieses mal von Belisarius, der sich fast akustisch selbst in einen Ochsen verwandelte, während er die Zügel hielt. Vielleicht unterhielten sich der Ochse und der Kriegsherr ja irgendwie und es gab eine merkwürdige Akzeptanz zwischen beiden, da das Tier seltsam munter agierte und seine ihm übertragene Zugpflicht genügsam ausführte. Andere Ochsen waren nach der Strecke sicherlich störrischer und verlangten mehr Aufmerksamkeit. Doch dieses Tier erledigte einfach seine Pflicht, solange Belisarius im gleichen Ton zusammen mit ihm brummte und schnaufte. Es war eine Ironie, dass beide gleichsam pflichtgebundene Seelen waren, die zwar auf unterschiedlichen Lebenswegen zogen aber doch nicht frei waren, sondern stets ausführen mussten, was ihnen geboten wurde. Belisarius ahnte nicht, dass er mit einem Ochsen eine seelische Verbundenheit gefunden hatte und widmete sich seinen eigenen gedanklichen Windmühlen, die sich unentwegt drehten, fast so, als ob er diese in diese Ackerlandschaft stellen wollte. Zumindest hätten sie gut gepasst, so mechanisch gut sie arbeiten konnten. Es wären die besten Windmühlen auf dem ganzen Kontinent, so eifrig und rücksichtslos drehten sie sich und eine kümmerliche Seele, wie die des Kriegsteufels, kämpfte dagegen. Elithea tat es ihm gleich, dachte an seine Worte, dachte schlicht nach und konnte er noch von ihren eigenen Windmühlen lassen, die sie selbst und eigenständig bekämpfen musste. Die Prinzessin war Belisarius nicht mehr unähnlich aber noch lange nicht ähnlich. Doch ihre Gesichtszüge begannen sich in den besorgten Gedanken anzugleichen, immer weiter, mit jedem Windzug, der am Wagen vorbei streifte. Es schien fast so, als ob der Wind, ein Band um sie flechten wollte, damit sie sich nicht verloren.

Der junge Prinz, entfernt davon, schien nun noch etwas verlorener, da keiner eine nennenswerte Konversation mit ihm pflegte. Belisarius und Elithea hatten ihre eigene Welt gefunden, die nun von Gedanken und Sorgen durchzogen wurde und nicht von der Rachsucht und Kampfeslust, die Endymion in seiner Welt verspürte. Eine Trennung durchzog den Wagen, so dass fast, wie von göttlicher Hand, durch jenes Rumpeln, Ruckeln und die Wagenbewegung, die Prinzessin immer näher an den Kriegsherren rutschte. Dieser hegte keinen Widerstand dagegen, da er dies nur abtat, nicht weiter beachtete und sich weiter seinen inneren Windmühlen widmete, die sich als Ideen und Gedanken ausdrücken konnte. Er musste Pläne schmieden, Fakten und Informationen vergleichen, um ein bestmögliches Schicksal für sich und hoffentlich Elithea zu erzwingen. Endymion war nur noch eine Nebensache, eine bezahlte Pflicht, deren Nutzen vielleicht messbar war aber von großem Interesse. Belisarius konnte nicht wissen, dass Elithea insgeheim eine Wahl getroffen hatte. Eine feste Absicht vor sich selbst bekundet hatte, von Belisarius zu lernen, ihm zu folgen und bei ihm Schutz zu suchen. Niemand suchte sonst Vertrauen bei ihm, sondern man mied den finsteren Condottiere viel mehr, bat zwar um seine Dienste, suchte aber keinerlei echtes Vertrauen, welches einen echten Schutz bieten konnte. Doch der Wind wusste es. Der Wind lauschte nur zu gut und konnte die Seele und die Gedanken von Elithea wahrnehmen, so dass er um Belisarius und die Prinzessin huschte, immer wieder, das Band enger bindend, was beide zusammengeführt hatte. Scheinbar beschleunigte die Mittagshitze noch die Wirkmacht des Windes, so dass Elithea ihm noch näher kam, doch Belisarius war so sehr mit seinen Gedanken befasst, dass nur eine übermenschliche Hand hinabfiel, um ihre Hand zu suchen. Etwas, ohne Bewusstsein, doch in ihm, fest verwurzelt mit seinem einstigen Herzen, welches noch schlug, trieb die Hand vor sich her, um einen Halt bei ihr zu suchen: Bei Elithea. Seine Finger suchten ihre Finger, wollten spüren, ihr versichern, dass sie nicht allein war. Die Prinzessin hatte ihren Schutz weise gewählt und Belisarius - all sein Wesen - war hier, um Elithea sicher zu geleiten. Die Hand versicherte dies in geheimnisvoller Bewegung, fast unsichtbar, verborgen durch die Sitzpositionen und Haltung der beiden.

Belisarius bemerkte, dass sie flacher atmete, ahnte, das dies bald zu einem leichten Schwindel führen konnte, so denn er nun bewusst nach ihrer Hand griff, um ihr wirkliche Sicherheit zu vermitteln. Sie hatte Halt, sie hatte Unterstützung, egal, was geschehen würde. Der Moloch des Krieges wollte ihr die Reise angenehmer machen, wenn er sie schon nicht besser machen konnte. So beobachtete er, nachdem er sich ihrer Lebenszeichen mit geübten Augen versichert hatte, ihre errötete Haut bemerkt hatte, dass Elithea eine lähmende Müdigkeit überfiel. Ihr Kopf fiel für ihn sichtbar nach vorn, so dass er mit einer dezenten Bewegung seiner eigenen Schulter dafür sorgte, dass sie darauf ruhen konnte. Dies ließ er geschehen, schmunzelte dabei fürsorglich und blickte dann wieder auf die Straße. Die Prinzessin sollte ihre Ruhe haben, schlafen dürfen, nach all dem, was geschehen war und vielleicht noch geschehen würde. Die Zeit verging langsam, sehr langsam aber es war keine Stunde aber viele Minuten der monotonen Bewegung des Wagens, als ein unsanfter Radstoß die Prinzessin weckte und Belisarius zu ihr blickte, während ihr Bruder böse tadelte. Belisarius musste reagieren, da er es nicht leiden konnte, dass ihr eigener Bruder sie mittelbar als Hure bezeichnet hatte. "Junger Prinz," tadelte er nun zurück, verteidigte ihre Ehre, fast, wie ein Ritter, obwohl er nichts Ritterliches geltend machen konnte. "Gönnt eurer Schwester etwas Ruhe und ... Ihr nehmt dieses Wort nicht gegen euer eigenes Blut in den Mund. Das ist ehrlos," sagte er und ließ in seinem Blick keinen Zweifel daran, dass Endymion verbal so versagt hatte, wie dieser Wagen stank. Kurz verweilte der durchbohrende Tadel auf dem Prinzen, bis Belisarius wieder zu Elithea blickte und ihr seine Hand sanft auf die Schulter legte, um ihr zu zeigen, dass alles gut war. Doch sie hatte schon wieder Haltung angenommen. Sie hatte wieder ein wenig Abstand zwischen sich und Belisarius gebracht. Belisarius seufzte, nahm die Hand zurück und legte sie wieder auf seinem Oberschenkel ab. Der Wind schien erbost über diesen Bruch, den Endymion provoziert hatte und rauschte lautstark um den Wagen, mehrmals, bis er sich auch entschloss, wieder seine gewohnte flache Stärke zu finden. Belisarius war sichtbar überrascht über die Windstöße, da sie so unerwartet kamen, so denn er sich umblickte aber nichts sehen konnte. Die weitere Aussage des verwöhnten Prinzen ignorierte er, da er seinen Ausruf über die baldige Ankunft viel mehr zur Prinzessin gerichtet hatte, die als Frau sicherlich größeren Bedarf an Bequemlichkeit und Hygiene hatte. Endymion verstand das noch nicht und das machte es vielleicht sogar noch lästiger. Natürlich sehnte er sich selbst nach einem Bad und frischer Kleidung aber er konnte dieses Bedürfnis noch zurückstellen und musste es somit auch nicht zur Belastung aller kundtun.

Die Magie des Augenblicks, getragen vom Zauber des Windes, zwang die höfliche Trennung in die Knie, so dass die Prinzessin Trakas in ihrer Aufregung ganz unbemerkt von beiden, ihre Hand an den Oberschenkel des Kriegsherren gelegt hatte. Dies fiel ihm erst auf, als der Satz von Elithea bereits gesprochen war und sie ihre Hoffnungen ausgedrückt hatte, die bis dato nur viele Gedanken gewesen waren. Wieder schmunzelte Belisarius, der nun die Hand der Prinzessin an seinem Oberschenkel vollständig bemerkte. Vorsichtig, sehr behutsam, fast schon zu liebevoll, hob er diese Hand an und legte sie in die höfliche und höfische Pose auf ihren Schoß zurück, damit sie nicht erneut in die Ungnade des Bruders fiel. Doch ein klein wenig Fürsorge gab er der Geste noch hinzu, indem er ihre Hand mit Mitgefühl liebevoll drückte und ihr dabei fast schon zu vertrauensvoll in die Augen blicken wollte. Elithea war ein guter Mensch und Belisarius wollte sie beschützen, weil er es eben nicht war. Das hatte sie geweckt, gefunden und mit ihrem eigenen Zauber verwoben. Seine dämonisch-klugen Augen, wissend über diesen Moment, suchten kurz ihren Blick, als sich die Gelegenheit gab. Doch dann galt es wieder, der Weg lag vor ihnen. Belisarius räusperte sich, verlor das Schmunzeln wieder und nahm seinen Ernst wieder auf. "In etwa einer Stunde sind wir da," meinte er abschätzend und machte dabei eine rotierende Geste mit seiner Linken. Ob ihre restliche Familie eintreffen würde oder eingetroffen war, konnte er noch nicht sagen und wollte diese Hoffnungen auch nicht mit einschränkenden Gedanken vergiften, die ihm ganz selbstverständlich kamen; also schwieg er und nickte kaum merklich erzwungen.

Belisarius glaubte daran, dass jetzt der Moment für ein Gespräch gekommen war. Nochmalig räusperte er sich gegen den Gestank in seinem Hals wehrend. "Was glaubt ihr, Prinzessin, in King's Portal vorzufinden, sobald wir dort ankommen?" - fragte er sie direkt und schloss Endymion vorerst aus, da dieser verzogene Adelssohn mit der Hurenbemerkung seinen ersten Kredit verspielt hatte.
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windmills of your mind - von Belisarius Caderitor - 02-05-2024, 20:46
RE: windmills of your mind - von Elithea Trakas - 06-05-2024, 23:12
RE: windmills of your mind - von Belisarius Caderitor - 07-05-2024, 20:28
RE: windmills of your mind - von Elithea Trakas - 12-05-2024, 23:39
RE: windmills of your mind - von Belisarius Caderitor - 09-06-2024, 18:45
RE: windmills of your mind - von Elithea Trakas - 11-06-2024, 00:11
RE: windmills of your mind - von Belisarius Caderitor - 28-06-2024, 23:10
RE: windmills of your mind - von Elithea Trakas - 01-07-2024, 22:20
RE: windmills of your mind - von Belisarius Caderitor - 08-07-2024, 23:39
RE: windmills of your mind - von Elithea Trakas - 24-07-2024, 00:22

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