18-05-2024, 12:26 - Wörter:
Alys seufzte aus und senkte kurz den Blick, schloss die Augen für einen Moment und horchte in sich hinein. Viele Zeichen gab die große Mutter nicht - und umso schwieriger war es, diese zu erkennen und richtig zu deuten. Alys wollte in sich lauschen und fühlen, was die Göttin ihr an Gefühlen und Wissen eingab. "Alles wird so geschehen, wie sie es wünscht...", schloss sie für sich, wenngleich dies keine allzu beruhigenden Worte waren. Die Göttin hatte viele Gesichter - und das der Todesbotin zählte genauso hinzu, wie das der jungen Verführerin. Das einzige, das Alys sicher wusste, war, dass es an ihnen war, den Glauben an die große Mutter zu bewahren und zu verteidigen. Sie durfte keine Untertanin des neuen Gottes werden, der alles auf seinem Weg zu verschlingen drohte. Wie schon in der Vergangenheit, musste Farynn auf seinen eigenen Wegen bleiben. Die Hohepriesterin war sicher, dass sie dazu noch in Konklave mit den anderen Priesterinnen und der Herrin vom Berg zu gehen hatte.
Der Zerfall hatte jedoch bereits eingesetzt - wie ihr heutiges Streitgespräch mit Glynis ihr überaus eindrucksvoll vor Augen geführt hatte. Sie musste diese ganzen Katastrophen nur abwenden ... doch wie, das war die Frage.
Auch Alen erkannte mit einem Blick in den Nachthimmel an, dass Veränderungen unabdingbar waren. Alys nickte ihm zu, wenn auch widerwillig; denn sie war eine große Bewahrerin von Traditionen. Veränderungen gehörten nicht gerade zu ihren Vorlieben. Doch Alen schien zuversichtlich. Die große Mutter würde sie leiten, wie sie es immer getan hatte. Alys wollte dies nur allzu gerne glauben und sich mit dieser Zuversicht gemütlich zurücklehnen. Doch sie wusste, dass sie ebenso zu den Galeonsfiguren ihres Glaubens gehörte, wie ein angesehener Druide, der Alen war. Es war an ihnen, das Schiff zu lenken, das Farynn durch den Sturm führen würde. Und ihrer aller Herrin Ceridwen würde der Stern sein, dem sie zu folgen hatten.
Alens weiteren Worten wohnte eine Kraft inne, die Alys schon immer an ihm und den anderen Druiden bewundert hatte. Auch heute betrachtete sie ihn mit größtem Wohlwollen. Nicht körperlicher Art, sondern spiritueller Natur. Wer Druiden für die einfachen Handlanger von Priesterinnen hielt, hatte definitiv keine Ahnung, wovon er sprach.
Nachdem sie die Reste der ihr noch zur Verfügung stehenden Kräfte in ihn hatte hineinfließen lassen, ließ sie ihre Hand locker auf seiner ruhen. Erst jetzt erspürte sie auch, dass er seinen Ring trug. Doch sie sprach ihn nicht darauf an, sondern nahm einfach nur zur Kenntnis. Nur beobachten, nicht beurteilen. Alles war gut, so wie es war.
Zumindest was das betraf - denn alles andere schien gerade aus den Fugen zu geraten. Sie begannen also, über den Krieg zu sprechen und welchen Verlauf er noch würde einnehmen können. "Welche Dinge könnten den König dazu bringen, seine Meinung zu ändern? Was würde ihn gar zwingen, selbst in diese Dinge einzugreifen?", fragte Alys und versuchte gleichsam, sich selbst ein Szenario zu überlegen, das ihren guten ruhigen König derart in Wallung versetzen könnte. "Jedes der anderen Länder kann nur hoffen, dass sein Gegner uns gegenüber einen Fehler macht. In der Hoffnung, dass wir uns gegen den jeweils anderen wenden...", grenzte sie ihre Frage weiter ein. Welcher Anlass wäre wohl Alens Meinung nach groß genug, dass er einen König in eine Zwangslage versetzen würde?
Walleydor hatte in Norsteading einen Verbündeten - Castandor in Matariyya. Farynn war sicherlich stark genug, eine dritte Partei in diesem Zwist zu sein - auch ganz für sich allein. Denn die Bedrohungen aus Norsteading und Matariyya kamen der Hohepriesterin zu weit weg vor. Und beide standen nicht im Unreinen mit Farynn. Alys war gespannt auf Alens Meinung.
Doch zunächst sprachen sie über seine Tochter. Alys konnte seine Verzweiflung beinahe greifen, denn sie konnte sich sehr deutlich vorstellen, was er fühlte. Vermutlich dasselbe, was sie gerade wegen Gareth durchmachte. Er war zwar noch in Ishcateslieve - doch ein ausgebildeter Krieger. Möglicherweise mit Lust auf einen Krieg. Nichts hielt ihn auf - er konnte täglich seine Sachen packen und gen Westen marschieren um Teil von etwas Großem zu sein. Dies musste sie unter allen Umständen verhindern.
"Was ist es noch gleich, das Màiris Mutter tut...?", erkundigte Alys sich ruhig, mit kalter Stimme. Ein Plan schien in ihr heranzureifen. sie mussten irgendeinen Vorwand konstruieren, um Màiris Mutter aus Avonston Green zu zwingen. Doch dazu brauchte Alys natürlich weitere Informationen. So war sie eben... kühl und kalkulierend, bestimmend und manipulierend.
Der Zerfall hatte jedoch bereits eingesetzt - wie ihr heutiges Streitgespräch mit Glynis ihr überaus eindrucksvoll vor Augen geführt hatte. Sie musste diese ganzen Katastrophen nur abwenden ... doch wie, das war die Frage.
Auch Alen erkannte mit einem Blick in den Nachthimmel an, dass Veränderungen unabdingbar waren. Alys nickte ihm zu, wenn auch widerwillig; denn sie war eine große Bewahrerin von Traditionen. Veränderungen gehörten nicht gerade zu ihren Vorlieben. Doch Alen schien zuversichtlich. Die große Mutter würde sie leiten, wie sie es immer getan hatte. Alys wollte dies nur allzu gerne glauben und sich mit dieser Zuversicht gemütlich zurücklehnen. Doch sie wusste, dass sie ebenso zu den Galeonsfiguren ihres Glaubens gehörte, wie ein angesehener Druide, der Alen war. Es war an ihnen, das Schiff zu lenken, das Farynn durch den Sturm führen würde. Und ihrer aller Herrin Ceridwen würde der Stern sein, dem sie zu folgen hatten.
Alens weiteren Worten wohnte eine Kraft inne, die Alys schon immer an ihm und den anderen Druiden bewundert hatte. Auch heute betrachtete sie ihn mit größtem Wohlwollen. Nicht körperlicher Art, sondern spiritueller Natur. Wer Druiden für die einfachen Handlanger von Priesterinnen hielt, hatte definitiv keine Ahnung, wovon er sprach.
Nachdem sie die Reste der ihr noch zur Verfügung stehenden Kräfte in ihn hatte hineinfließen lassen, ließ sie ihre Hand locker auf seiner ruhen. Erst jetzt erspürte sie auch, dass er seinen Ring trug. Doch sie sprach ihn nicht darauf an, sondern nahm einfach nur zur Kenntnis. Nur beobachten, nicht beurteilen. Alles war gut, so wie es war.
Zumindest was das betraf - denn alles andere schien gerade aus den Fugen zu geraten. Sie begannen also, über den Krieg zu sprechen und welchen Verlauf er noch würde einnehmen können. "Welche Dinge könnten den König dazu bringen, seine Meinung zu ändern? Was würde ihn gar zwingen, selbst in diese Dinge einzugreifen?", fragte Alys und versuchte gleichsam, sich selbst ein Szenario zu überlegen, das ihren guten ruhigen König derart in Wallung versetzen könnte. "Jedes der anderen Länder kann nur hoffen, dass sein Gegner uns gegenüber einen Fehler macht. In der Hoffnung, dass wir uns gegen den jeweils anderen wenden...", grenzte sie ihre Frage weiter ein. Welcher Anlass wäre wohl Alens Meinung nach groß genug, dass er einen König in eine Zwangslage versetzen würde?
Walleydor hatte in Norsteading einen Verbündeten - Castandor in Matariyya. Farynn war sicherlich stark genug, eine dritte Partei in diesem Zwist zu sein - auch ganz für sich allein. Denn die Bedrohungen aus Norsteading und Matariyya kamen der Hohepriesterin zu weit weg vor. Und beide standen nicht im Unreinen mit Farynn. Alys war gespannt auf Alens Meinung.
Doch zunächst sprachen sie über seine Tochter. Alys konnte seine Verzweiflung beinahe greifen, denn sie konnte sich sehr deutlich vorstellen, was er fühlte. Vermutlich dasselbe, was sie gerade wegen Gareth durchmachte. Er war zwar noch in Ishcateslieve - doch ein ausgebildeter Krieger. Möglicherweise mit Lust auf einen Krieg. Nichts hielt ihn auf - er konnte täglich seine Sachen packen und gen Westen marschieren um Teil von etwas Großem zu sein. Dies musste sie unter allen Umständen verhindern.
"Was ist es noch gleich, das Màiris Mutter tut...?", erkundigte Alys sich ruhig, mit kalter Stimme. Ein Plan schien in ihr heranzureifen. sie mussten irgendeinen Vorwand konstruieren, um Màiris Mutter aus Avonston Green zu zwingen. Doch dazu brauchte Alys natürlich weitere Informationen. So war sie eben... kühl und kalkulierend, bestimmend und manipulierend.
