20-05-2024, 16:52 - Wörter:
Üblicherweise bedauerte Jasper ganz und gar nicht, dass er zehn Jahre seines Lebens nicht im Haus seines Vaters verbracht hatte. Doch jetzt gerade hätte er gerne auf mehr Erfahrung im Lesen des väterlichen Gesichtsausdrucks zurückgeblickt. Es fiel ihm unheimlich schwer, an seinem Gesicht zu erkennen, wohin dieses Gespräch sie führen würde. Was wurde erwartet, was sollte getan werden? Jasper konnte nur hoffen, die wenigen Zuckungen und Regungen richtig aufzufassen. Und simples Hoffen gehörte üblicherweise nicht zu seinen bevorzugten Handlungsweisen. Jasper war ein junger Mensch, der sehr genau und präzise wissen wollte, woran er war. Doch sein Vater ließ ihn diesbezüglich noch am langem Arm verhungern.
Auch jetzt. Alastair hinterfragte die Bedeutung der Taverne und Jasper konnte nur darüber nachdenken, ob sein Vater das mit Absicht tat: generell alles zu hinterfragen, was seine Kinder taten. "Die Menschen brauchen einen Ort, an dem sie ihren Alltag vergessen können. Unsere Soldaten brauchen das, ebenso wie die Menschen, die sich an die neue Situation hier gewöhnen sollen. Wir müssen eine Normalität wiederherstellen, damit sie vergessen, dass wir ihre Feinde sind...", erklärte Jasper im Brustton der Überzeugung und mit einem Unterton, der sein Unverständnis ganz deutlich machte. Er versuchte nicht einmal, sich in diesem Punkt zurückzuhalten, denn Jasper war von dieser Angelegenheit mehr als nur überzeugt. "Ich kümmere mich auch um alle anderen Prioritäten!", beteuerte er voller Herzblut. "Bitte nenne mir Deine Prioritäten, damit ich sie mit den meinen abgleichen und in Einklang bringen kann", forderte er seinen Vater dann sogar auf.
Es kam nicht oft vor, dass Jaspers Blut derart in Wallung geraten konnte und sobald er bemerkt hatte, wie sehr ihn diese wenigen Worte schon aufgebracht hatten, versuchte er, sich zur Ruhe zu rufen. Er schenkte sich Wasser nach und griff nach Brot. Mit der rechten Hand teilte er kleine Häppchen ab, die er sich betont ruhig in den Mund steckte um darauf herumzukauen.
Auch mit dem nächsten Rückschlag konnte Jasper nur bedingt umgehen. Sein Vater wollte nicht über Rechtsprechung für das einfache Volk reden. Jasper kaute energisch und zwang das trockene Stück Brot seine Kehle hinunter, während er seinen Blick im Raum schweifen ließ - nur um Alastair nicht ansehen zu müssen. Noch ehe Jasper sich danach ekrundigen konnte, worüber sein Vater stattdessen sprechen wollte, fing dieser auch schon an, sich behutsam einem bestimmten Thema zu widmen. Die Zukunft der Familie - Jaspers Zukunft. Jasper ließ das Stück Brot, das er noch in der Hand gehalten hatte, auf den Teller fallen und lehnte sich zurück in dem Stuhl, der noch vor wenigen Tagen irgendeinem Trakas gehört hatte. "Meine Zukunft, Vater?", wiederholte Jasper, ganz so, als habe er nicht verstanden. Doch natürlich hatte er verstanden. Es war ja auch nur noch eine Frage von Zeit gewesen, bis sein Vater dieses Thema ansprechen würde. Das Familienoberhaupt hatte nach Jahrzehnten endlich alles erreicht, was es sich immer gewünscht hatte. Der nächste Schritt war damit ganz logischerweise, das Vermächtnis zu schützen. "Wie ich Dich kenne, schwebt Dir schon etwas Bestimmtes vor." Jasper hob den Kopf und betrachtete das Antlitz seines Vaters. Wie würde er auf diese direkte Konfrontation reagieren? "Wen?" Er musste die Frage gar nicht vollkommen ausformuliert stellen. Wen sollte er heiraten? Was hatte sein Vater bereits veranlasst?
Auch jetzt. Alastair hinterfragte die Bedeutung der Taverne und Jasper konnte nur darüber nachdenken, ob sein Vater das mit Absicht tat: generell alles zu hinterfragen, was seine Kinder taten. "Die Menschen brauchen einen Ort, an dem sie ihren Alltag vergessen können. Unsere Soldaten brauchen das, ebenso wie die Menschen, die sich an die neue Situation hier gewöhnen sollen. Wir müssen eine Normalität wiederherstellen, damit sie vergessen, dass wir ihre Feinde sind...", erklärte Jasper im Brustton der Überzeugung und mit einem Unterton, der sein Unverständnis ganz deutlich machte. Er versuchte nicht einmal, sich in diesem Punkt zurückzuhalten, denn Jasper war von dieser Angelegenheit mehr als nur überzeugt. "Ich kümmere mich auch um alle anderen Prioritäten!", beteuerte er voller Herzblut. "Bitte nenne mir Deine Prioritäten, damit ich sie mit den meinen abgleichen und in Einklang bringen kann", forderte er seinen Vater dann sogar auf.
Es kam nicht oft vor, dass Jaspers Blut derart in Wallung geraten konnte und sobald er bemerkt hatte, wie sehr ihn diese wenigen Worte schon aufgebracht hatten, versuchte er, sich zur Ruhe zu rufen. Er schenkte sich Wasser nach und griff nach Brot. Mit der rechten Hand teilte er kleine Häppchen ab, die er sich betont ruhig in den Mund steckte um darauf herumzukauen.
Auch mit dem nächsten Rückschlag konnte Jasper nur bedingt umgehen. Sein Vater wollte nicht über Rechtsprechung für das einfache Volk reden. Jasper kaute energisch und zwang das trockene Stück Brot seine Kehle hinunter, während er seinen Blick im Raum schweifen ließ - nur um Alastair nicht ansehen zu müssen. Noch ehe Jasper sich danach ekrundigen konnte, worüber sein Vater stattdessen sprechen wollte, fing dieser auch schon an, sich behutsam einem bestimmten Thema zu widmen. Die Zukunft der Familie - Jaspers Zukunft. Jasper ließ das Stück Brot, das er noch in der Hand gehalten hatte, auf den Teller fallen und lehnte sich zurück in dem Stuhl, der noch vor wenigen Tagen irgendeinem Trakas gehört hatte. "Meine Zukunft, Vater?", wiederholte Jasper, ganz so, als habe er nicht verstanden. Doch natürlich hatte er verstanden. Es war ja auch nur noch eine Frage von Zeit gewesen, bis sein Vater dieses Thema ansprechen würde. Das Familienoberhaupt hatte nach Jahrzehnten endlich alles erreicht, was es sich immer gewünscht hatte. Der nächste Schritt war damit ganz logischerweise, das Vermächtnis zu schützen. "Wie ich Dich kenne, schwebt Dir schon etwas Bestimmtes vor." Jasper hob den Kopf und betrachtete das Antlitz seines Vaters. Wie würde er auf diese direkte Konfrontation reagieren? "Wen?" Er musste die Frage gar nicht vollkommen ausformuliert stellen. Wen sollte er heiraten? Was hatte sein Vater bereits veranlasst?
