20-05-2024, 17:57 - Wörter:
Während Hailey unterwegs war um einen langen, stabilen Stecken zu suchen, hatte Lovis ein wenig Zeit um über ihr Leben nachzudenken. Über das, was gut gelaufen war - und über das, was nicht so gut gelaufen war. Der kalte Schweiß stand ihr auf der Stirn während sie versuchte, sich insgesamt so wenig wie nur irgend möglich zu bewegen. Ihre Gedanken rasten dafür umso schneller. Wenigstens steckte Hailey nicht mehr fest. Es gab also Hoffnung. Selbst wenn es ihnen gemeinsam nicht gelingen würde, Lovis wieder hier raus zu holen - Hailey würde den Weg zurück zu Asleif sicherlich finden. Sie war zwar jung, aber klug und längst nicht mehr so weltfremd wie zum Beginn ihrer Reise. Etwas von ihr würde in ihrer Ziehtochter weiterleben. Wenn das kein schöner Trost war, dann wusste Lovis auch nicht...
Mit einem Male - Lovis war gedanklich immer noch beim Abschiednehmen von ihrem Leben - stand Hailey wieder vor ihr. "Der dürfte zu kurz sein...", schätzte Lovis und versuchte, sich dem rettenden Boden entgegen zu strecken. "Du musst Hilfe holen, Hailey. Eine Ansiedlung dürfte nicht weit von hier sein!", versuchte sie, Hailey auf eine schwere Aufgabe vorzubereiten: alleine weiterzugehen. Dann jedoch trat ein Jungspund auf die beiden Wanderheilerinnen zu. Lovis' Augen weiteten sich und ihr Mund schnappte aufgeregt nach Luft. Ein Junge - ihre Überlebenschancen waren ungleich gestiegen, auch wenn der Bursche ein wenig einfältig wirkte. "Ich komme nicht heraus, wir brauchen Deine Hilfe!", versuchte Lovis, dem Burschen rasch den Ernst der Lage klar zu machen. In Farynn war es nichts vollkommen Ungewöhnliches, dass fremde Reisende Probleme im Moor hatten. Die sicheren Wege waren verschlungen und nur schwerlichst erkennbar. Jemand Anderes schnalzte mit der Zunge und Lovis versuchte herumzublicken und zu erkennen, womit sie es zu tun hatten. Ein junger Mann, im besten Alter. Lovis' Herz machte einen ausgesprochen erleichterten Ausdruck und noch ehe sie Worte finden konnte, bestürmte Hailey den Mann bereits. Auch ihr Kleid wies noch Spuren von Schlamm auf - nämlich halb die Wade hoch. Und ihre Schuhe waren wohl im trüben Nass zurückgeblieben. Ergo war das junge Mädchen barfuß. "Heofader sei Dank, mein Herr. Bitte! Ihr müsst uns helfen!", sagte sie und trat beherzt auf ihn zu, griff nach seiner Hand, damit er ja nicht kehrt machte und fortging. Doch das Betteln war gar nicht notwendig - der Mann schickte den Burschen davon ein Seil zu holen und am liebsten hätte Lovis sich vor Erleichterung auf den Boden geworfen. Nun, wo die Anspannung allmählich von ihr abzufallen begann - es sah mittlerweile schließlich wieder sehr gut für ihr Weiterleben aus - fühlte sie sich unendlich müde.
Der Mann wandte sich ihr zu und Lovis beeilte sich, seine Frage zu beantworten. Dazu legte sie kurz den Kopf in den Nacken und betrachtete den Himmel - offenbar, um den Stand der Sonne zu überprüfen und damit die Zeit besser einschätzen zu können. "Nicht sehr lange - vielleicht eineinhalb Stunden...", schätzte die ältere Blondine. Der Mann bat, keine Angst zu haben und versicherte, dass er bereits mehrere Leute aus dem Sumpf gerettet hatte. Diese Moore waren wahrlich tückisch - er musste also aus der Gegend sein. "Danke, Herr, Heofader vergelt's euch!", sagte sie, wobei ihr offenbar für einen Moment entfallen war, dass die Menschen von Farynn eher zu einer großen Mutter beteten, statt zum himmlischen Vater. Lovis hatte dahingehend keine Vorurteile, wusste aber, dass die meisten Anhänger der neuen Religion den Glauben von Farynn belächelten und als vollkommen verschroben abtaten. "Wir sind Wanderheilerinnen auf der Reise. Doch scheinbar haben wir auf dem Weg nicht gut achtgegeben!", fügte sie als erste Erklärung für ihre Lage hinzu. Auch, um den Mann für sich einzunehmen. Die meisten Leute waren doch sehr aufgeschlossen gegenüber Wanderheilerinnen. Und zeigten sich barmherzig.
Mit einem Male - Lovis war gedanklich immer noch beim Abschiednehmen von ihrem Leben - stand Hailey wieder vor ihr. "Der dürfte zu kurz sein...", schätzte Lovis und versuchte, sich dem rettenden Boden entgegen zu strecken. "Du musst Hilfe holen, Hailey. Eine Ansiedlung dürfte nicht weit von hier sein!", versuchte sie, Hailey auf eine schwere Aufgabe vorzubereiten: alleine weiterzugehen. Dann jedoch trat ein Jungspund auf die beiden Wanderheilerinnen zu. Lovis' Augen weiteten sich und ihr Mund schnappte aufgeregt nach Luft. Ein Junge - ihre Überlebenschancen waren ungleich gestiegen, auch wenn der Bursche ein wenig einfältig wirkte. "Ich komme nicht heraus, wir brauchen Deine Hilfe!", versuchte Lovis, dem Burschen rasch den Ernst der Lage klar zu machen. In Farynn war es nichts vollkommen Ungewöhnliches, dass fremde Reisende Probleme im Moor hatten. Die sicheren Wege waren verschlungen und nur schwerlichst erkennbar. Jemand Anderes schnalzte mit der Zunge und Lovis versuchte herumzublicken und zu erkennen, womit sie es zu tun hatten. Ein junger Mann, im besten Alter. Lovis' Herz machte einen ausgesprochen erleichterten Ausdruck und noch ehe sie Worte finden konnte, bestürmte Hailey den Mann bereits. Auch ihr Kleid wies noch Spuren von Schlamm auf - nämlich halb die Wade hoch. Und ihre Schuhe waren wohl im trüben Nass zurückgeblieben. Ergo war das junge Mädchen barfuß. "Heofader sei Dank, mein Herr. Bitte! Ihr müsst uns helfen!", sagte sie und trat beherzt auf ihn zu, griff nach seiner Hand, damit er ja nicht kehrt machte und fortging. Doch das Betteln war gar nicht notwendig - der Mann schickte den Burschen davon ein Seil zu holen und am liebsten hätte Lovis sich vor Erleichterung auf den Boden geworfen. Nun, wo die Anspannung allmählich von ihr abzufallen begann - es sah mittlerweile schließlich wieder sehr gut für ihr Weiterleben aus - fühlte sie sich unendlich müde.
Der Mann wandte sich ihr zu und Lovis beeilte sich, seine Frage zu beantworten. Dazu legte sie kurz den Kopf in den Nacken und betrachtete den Himmel - offenbar, um den Stand der Sonne zu überprüfen und damit die Zeit besser einschätzen zu können. "Nicht sehr lange - vielleicht eineinhalb Stunden...", schätzte die ältere Blondine. Der Mann bat, keine Angst zu haben und versicherte, dass er bereits mehrere Leute aus dem Sumpf gerettet hatte. Diese Moore waren wahrlich tückisch - er musste also aus der Gegend sein. "Danke, Herr, Heofader vergelt's euch!", sagte sie, wobei ihr offenbar für einen Moment entfallen war, dass die Menschen von Farynn eher zu einer großen Mutter beteten, statt zum himmlischen Vater. Lovis hatte dahingehend keine Vorurteile, wusste aber, dass die meisten Anhänger der neuen Religion den Glauben von Farynn belächelten und als vollkommen verschroben abtaten. "Wir sind Wanderheilerinnen auf der Reise. Doch scheinbar haben wir auf dem Weg nicht gut achtgegeben!", fügte sie als erste Erklärung für ihre Lage hinzu. Auch, um den Mann für sich einzunehmen. Die meisten Leute waren doch sehr aufgeschlossen gegenüber Wanderheilerinnen. Und zeigten sich barmherzig.
