20-05-2024, 21:17 - Wörter:
Für was, bei Ceridwens Unterröcken, wollte man sie bestrafen? Bis auf die Tatsache, dass sie dezent promiskuitiv lebte und noch nicht den Bund der Ehe eingegangen war, hatte sie sich immer viel Mühe gegeben eine gute Tochter und Schwester zu sein! Sie nutze keine Schimpfworte (jedenfalls nicht, wenn andere zuhörten!), vergnügte sich nur mit unverheirateten Männern (jedenfalls wenn man ihnen Glauben schenken konnte!) und bot der neuen Frau ihres Vaters eine liebevolle und wärmende Familie (naja, jedenfalls wenn sie den Mund hielt...). Die Tatsache, dass Gareth sich offenbar einen Spaß daraus machte die Rothaarige dazu zu nötigen noch weiter Zeit mit dieser absolut unangenehmen Frau zu verbringen, trieb ihr die Röte auf die Wangen. Glücklicherweise konnte man einfach denken, dass sie sich einfach so sehr freute ihren Ziehbruder zu sehen. Klar. So wie immer, wenn er von der Jagd nach Hause kam und sie eben genauso viele Worte miteinander wechselten, wie sonst. Nämlich keine. Die meiste Zeit lebten sie nebeneinander her und nahmen gemeinsam ihre Mahlzeiten ein, gingen danach aber auch wieder getrennte Wege. Und das war vollkommen in Ordnung für sie!
Bestrafte man sie jetzt dafür, dass sie Gareth nicht anhimmelte und ihm den lieben langen Tag jeden Wunsch von den Augen ablas? War er irgendein Kind Ceridwens, das besonders in Watte gepackt werden musste, weil es aus dem Schoß dieser Hohepriesterin geschlüpft war? WAS hatte sie falsch gemacht?
Die Gedanken kreisten um diese eine Frage, während sich Muirín widerwillig zurück in den Sessel führen ließ. Das würde sie Gareth auf jeden Fall heimzahlen, so viel stand fest. Sie versuchte diesen Gedanken einfach besonders leise zu denken und gleichzeitig ein so strahlendes Lächeln aufzusetzen, dass nicht einmal die sagenumwobene Hohepriesterin mit den ebenso roten Haaren etwas davon mitbekam. Pah, eigentlich hätte Muirín die Tochter des ungebetenen Gastes sein müssen, wenn man sich ihre Haare so ansah. Ein kurzes - vermutlich ziemlich unpassendes - Stoßgebet gen Himmel drückte die Dankbarkeit darüber aus, dass dem nicht so war. Mit ihrem Vater war das Familienleben auch nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, aber jeder war besser, als diese Frau. Dass Gareth plötzlich wie verzaubert wirkte, sich seine Gesichtszüge glätteten und seine Augen so einen merkwürdigen Schimmer bekamen, unterstützte diesen Gedanken nur noch.
Wie konnte man jemanden so in seine Arme schließen, der einen einfach weggegeben hatte? Und außerdem war der letzte Besuch der Hohepriesterin auch schon wieder so lange her, dass man ihr zumindest mal vorsichtig unterstellen konnte, dass sie kein besonders großes Interesse an ihrem Sohn hatte. Auch wenn beide jetzt gerade einen anderen Eindruck machten.
Zähneknirschend setzte sie sich wieder in den weichen Ohrensessel und beobachteten die beiden dabei wie sie... was auch immer taten. Einander die Hände irgendwo auflegten und Zaubersprüche sprachen oder weiß Ceridwen was noch. Es kostete sie die größte Anstrengung nicht mit den Augen zu rollen und stattdessen einfach nur die Beine zu überschlagen und ein sanftes Lächeln aufzusetzen. Ihre Mundwinkel waren wie festgenäht (und fühlten sich auch ähnlich schmerzhaft an).
Ehrlich gesagt fiel ihr in diesem Moment nicht einmal irgendeine halbwegs schlagfertige Antwort für ihren Ziehbruder ein. "Einem guten Jagdbericht höre ich immer gerne zu", murmelte Muirín und wusste in dem Moment, in dem ihre Worte ihre Lippen verließen, dass niemand in diesem Raum ihr glauben würde. Im Versuch das Ganze zu retten, fügte sie noch etwas hinzu: "Nur wenn es um das Töten der Tiere geht, verdreht sich mir immer etwas der Magen", erklärte sie wie beiläufig und winkte ab. Sie klopfte sich gedanklich selbst auf die Schulter. Das würde man ihr bestimmt abkaufen, immerhin war sie eine Frau. Gewalt und Tod waren keine Themen, die sich für sie ziemten.
"Soll ich der Dienerschaft Bescheid sagen gehen, dass sie den Rehbock gleich abholen sollen oder hast du das auf deinem Weg hinein schon erledigt?", fragte sie mit süßer Stimme Gareth und blickte ihm dabei in die Augen. Ehrlich gesagt fühlte sie sich ganz schön Fehl am Platz. Jeder in diesem Raum wusste, dass Muirín hier überflüssig war und doch war es den anderen beiden offenbar nicht recht, wenn sie verschwand.
WAS bitte hatte sie angestellt, um so bestraft zu werden?!
Bestrafte man sie jetzt dafür, dass sie Gareth nicht anhimmelte und ihm den lieben langen Tag jeden Wunsch von den Augen ablas? War er irgendein Kind Ceridwens, das besonders in Watte gepackt werden musste, weil es aus dem Schoß dieser Hohepriesterin geschlüpft war? WAS hatte sie falsch gemacht?
Die Gedanken kreisten um diese eine Frage, während sich Muirín widerwillig zurück in den Sessel führen ließ. Das würde sie Gareth auf jeden Fall heimzahlen, so viel stand fest. Sie versuchte diesen Gedanken einfach besonders leise zu denken und gleichzeitig ein so strahlendes Lächeln aufzusetzen, dass nicht einmal die sagenumwobene Hohepriesterin mit den ebenso roten Haaren etwas davon mitbekam. Pah, eigentlich hätte Muirín die Tochter des ungebetenen Gastes sein müssen, wenn man sich ihre Haare so ansah. Ein kurzes - vermutlich ziemlich unpassendes - Stoßgebet gen Himmel drückte die Dankbarkeit darüber aus, dass dem nicht so war. Mit ihrem Vater war das Familienleben auch nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, aber jeder war besser, als diese Frau. Dass Gareth plötzlich wie verzaubert wirkte, sich seine Gesichtszüge glätteten und seine Augen so einen merkwürdigen Schimmer bekamen, unterstützte diesen Gedanken nur noch.
Wie konnte man jemanden so in seine Arme schließen, der einen einfach weggegeben hatte? Und außerdem war der letzte Besuch der Hohepriesterin auch schon wieder so lange her, dass man ihr zumindest mal vorsichtig unterstellen konnte, dass sie kein besonders großes Interesse an ihrem Sohn hatte. Auch wenn beide jetzt gerade einen anderen Eindruck machten.
Zähneknirschend setzte sie sich wieder in den weichen Ohrensessel und beobachteten die beiden dabei wie sie... was auch immer taten. Einander die Hände irgendwo auflegten und Zaubersprüche sprachen oder weiß Ceridwen was noch. Es kostete sie die größte Anstrengung nicht mit den Augen zu rollen und stattdessen einfach nur die Beine zu überschlagen und ein sanftes Lächeln aufzusetzen. Ihre Mundwinkel waren wie festgenäht (und fühlten sich auch ähnlich schmerzhaft an).
Ehrlich gesagt fiel ihr in diesem Moment nicht einmal irgendeine halbwegs schlagfertige Antwort für ihren Ziehbruder ein. "Einem guten Jagdbericht höre ich immer gerne zu", murmelte Muirín und wusste in dem Moment, in dem ihre Worte ihre Lippen verließen, dass niemand in diesem Raum ihr glauben würde. Im Versuch das Ganze zu retten, fügte sie noch etwas hinzu: "Nur wenn es um das Töten der Tiere geht, verdreht sich mir immer etwas der Magen", erklärte sie wie beiläufig und winkte ab. Sie klopfte sich gedanklich selbst auf die Schulter. Das würde man ihr bestimmt abkaufen, immerhin war sie eine Frau. Gewalt und Tod waren keine Themen, die sich für sie ziemten.
"Soll ich der Dienerschaft Bescheid sagen gehen, dass sie den Rehbock gleich abholen sollen oder hast du das auf deinem Weg hinein schon erledigt?", fragte sie mit süßer Stimme Gareth und blickte ihm dabei in die Augen. Ehrlich gesagt fühlte sie sich ganz schön Fehl am Platz. Jeder in diesem Raum wusste, dass Muirín hier überflüssig war und doch war es den anderen beiden offenbar nicht recht, wenn sie verschwand.
WAS bitte hatte sie angestellt, um so bestraft zu werden?!
