27-05-2024, 23:16 - Wörter:
Was sollte sie mit seinem Bedauern? Bedauern bringt im Leben nichts, es gehört der Vergangenheit an und hatte in der Gegenwart nichts zu suchen. Das Hier und Jetzt bedurfte einer Reaktion auf dieses Bedauern. Der Schaden war schließlich schon entstanden, nicht nur an der Taverne, auch an ihrer Familie, an ihrem Vater, ihrem eigenen Leben. Anfangs waren ihre Gedanken noch von Rache erfüllt, brannten darauf, dass die Übeltäter einer gerechten Strafe zugeführt wurden, dass irgendjemand einfach zur Rechenschaft gezogen wurde für das, was hier passiert war. Jemand musste doch dafür verantwortlich gewesen sein. Mittlerweile waren diese Gedanken allerdings weit weniger dringlich. Viel wichtiger war es den Vater wieder auf die Beine zu bringen und die Taverne eröffnen zu können. Lange könnten sie es sich nicht leisten ohne Einkommen zu überleben. Das Letzte, was die junge Wirtstochter wollte, war, von ihrem Onkel abhängig zu sein. Sie nickte dem Fürstenprinzen zu, nahm sein Bedauern zumindest zur Kenntnis.
Aufmerksam beobachtete Zosia den jungen Fielding, der sich recht eingehend mit dem Zustand der Taverne auseinander zu setzen schien, auch wenn das alles natürlich auch nur Schein sein könnte. Vielleicht überlegte er sich ja doch, wie er diesen Umstand hier zu seinen Gunsten nutzen könnte. „Vielleicht sollte man ihnen einen Anreiz geben sich niederzulassen. Vielleicht würden sich so manche dazu umstimmen lassen, sesshaft zu werden, wenn sie Unterstützung erfahren würden.“ Meinte sie eher lapidar. Eigentlich war ihr die Lebensweise der Wanderheilerinnen relativ egal. An normalen Tagen gab es immer wieder welche, die durch die Straßen strollten, wenn man sie denn brauchte. Aber eigentlich war das kaum ein nachhaltiges System. Denn bei akutem Bedarf, wie hier nach einem Überfall fremder Heerscharen, oder bei einer plötzlich auftretenden Krankheitswelle oder einfach nur einer komplizierten Geburt oder einem unangenehmen Bruch, musste man sich erst auf die Suche machen oder hoffen, dass genug dem Ruf der Nachfrage folgen würden. In den großen Städten wäre eine fixe Heilereinrichtung eigentlich keine schlechte Idee, begann Zosia ihre Gedanken schweifen zu lassen, während er von Fenstern und Mobiliar faselte.
Auch in der Küche setzte er seine Inspizierung fort und bestätigte recht offensichtlich, was Zosia schon die ganze Zeit vor Augen hatte. Der Zustand der Taverne, in diesem konkreten Fall nun der Küche, war ein übler und durchaus als katastrophal anzusprechen. Vielleicht war es gar nicht so nachteilig, dass es hier miefte und man Gefahr lief, auf einem verrotteten Kohlblatt auszurutschen, so wirkte die Tat nur noch verheerender und niederträchtiger. „Ach, das fände ich sogar keine schlechte Idee, warum nicht? Dann würden sie sich das nächste Mal vielleicht zweimal überlegen, ob sie aus purer Lust und Laune einfach so fremdes Eigentum zerdeppern!“ grinste Zosia schadenfroh. „Stellt nur noch ein paar vertrauenswürdige Wachen dazu, damit sie nicht wieder auf die Idee kommen Unfug zu treiben.“ Und wer nicht spurte, dem würde sie gern eins mit dem Besen überziehen wollen. Oder, vielleicht auch einfach so mal eine Runde Besenhiebe auf den Allerwertesten. Rein zur Vorsicht. Das wäre sicherlich die einfachste Art von Unterstützung beim Aufräumen. Zosia konnte sich nun wirklich nicht vorstellen, dass er eine Garnison an wohlausgebildeten Soldaten als Putzkolonne abstellen würde. Da wäre wohl die nächste Revolte vorprogrammiert!
Immer noch stand sie mit verschränkten Armen an den Türrahmen gelehnt. Dem sie vertrauen konnte? Ja, wer sollte das denn sein? Egal, wer aus den Reihen des feindlichen Lagers hier auftauchen würde, mit Schwert und Schild oder Papier und Feder, wie sollte sie dem denn vertrauen können? Alle aus den Reihen Walleydors waren ihr fremd und daher schon von Grund auf unvertrauenswürdig. Nunja, man durfte gespannt sein. Dennoch, es war wichtig, dass festgehalten wurde, welche Schäden hier entstanden waren. Es war wichtig, dass es irgendwo verschriftlicht wurde und zu den Akten gelegt wurde. Und besser von jemand anderem, als von ihr, denn ihre Schrift konnte nicht einmal sie oft lesen. „Ganz ehrlich, es fällt mir schwer zu glauben, dass ihr aus reiner Nächstenliebe alle Kosten übernehmen wollt, Euer Gnaden.“ Lüpfte sie kritisch eine Braue. „Oder nur für ein Abendessen. Auch wenn mich eure Anwesenheit natürlich ehren würde und sicherlich auch eine gute Werbung für die Taverne wäre, darf ich wohl zweifeln, dass der neue Fürst von Eastergold Meadow sich hier jemals einfinden wird.“ Jeder Handel hatte doch immer zwei Seiten und jede Partei musste ihren Beitrag dazu leisten, dass der Handel aufging. Denn ansonsten wäre es doch nur eine Spende, eine Opfergabe… oder eine Bestechung. „Versteht mich nicht falsch, aber es hört sich ein wenig zu gut an, dass ihr einfach so freigiebig Geld hier reinstecken wollt und keinerlei Gegenleistung erwartet. Keine Rückzahlung mit Zinsen innerhalb der nächsten Jahre? Keine besonderen Steuern oder Abgaben? Keine Sonderleistungen für die Herrschaften? Keine besonderen Konditionen oder Privilegien zu euren Gunsten?“ runzelte sie prüfenden Blicks die Stirn. Das klang doch alles zu gut um wahr zu sein. Irgendwo musste es da doch einen Haken geben. „Ich stehe nicht gern in der Schuld anderer, schon gar nicht, wenn ich zukünftige Konsequenzen nicht absehen kann.“ Denn mit solch einem einseitigen Verständnis, wäre sie doch ewig an die Fürstenfamilie gebunden. Wer sagte denn, dass sie nicht eines Tages sich auf dieses ‚Geschenk‘ berufen würden und irgendwelche Gefallen einforderten, die sie nicht würde abschlagen können. Mit jeder Münze, die die Fieldings hier in die Taverne reinsteckten, erkauften sie sich mehr und mehr vom Betrieb. Und nahmen damit den Eigentümern mehr und mehr von ihrer Eigenständigkeit. Ob gewollt oder nicht. "Mir wäre es wohler, wenn die Konditionen klar definiert werden, bevor hier irgendwelche Arbeiten durchgeführt werden."
Aufmerksam beobachtete Zosia den jungen Fielding, der sich recht eingehend mit dem Zustand der Taverne auseinander zu setzen schien, auch wenn das alles natürlich auch nur Schein sein könnte. Vielleicht überlegte er sich ja doch, wie er diesen Umstand hier zu seinen Gunsten nutzen könnte. „Vielleicht sollte man ihnen einen Anreiz geben sich niederzulassen. Vielleicht würden sich so manche dazu umstimmen lassen, sesshaft zu werden, wenn sie Unterstützung erfahren würden.“ Meinte sie eher lapidar. Eigentlich war ihr die Lebensweise der Wanderheilerinnen relativ egal. An normalen Tagen gab es immer wieder welche, die durch die Straßen strollten, wenn man sie denn brauchte. Aber eigentlich war das kaum ein nachhaltiges System. Denn bei akutem Bedarf, wie hier nach einem Überfall fremder Heerscharen, oder bei einer plötzlich auftretenden Krankheitswelle oder einfach nur einer komplizierten Geburt oder einem unangenehmen Bruch, musste man sich erst auf die Suche machen oder hoffen, dass genug dem Ruf der Nachfrage folgen würden. In den großen Städten wäre eine fixe Heilereinrichtung eigentlich keine schlechte Idee, begann Zosia ihre Gedanken schweifen zu lassen, während er von Fenstern und Mobiliar faselte.
Auch in der Küche setzte er seine Inspizierung fort und bestätigte recht offensichtlich, was Zosia schon die ganze Zeit vor Augen hatte. Der Zustand der Taverne, in diesem konkreten Fall nun der Küche, war ein übler und durchaus als katastrophal anzusprechen. Vielleicht war es gar nicht so nachteilig, dass es hier miefte und man Gefahr lief, auf einem verrotteten Kohlblatt auszurutschen, so wirkte die Tat nur noch verheerender und niederträchtiger. „Ach, das fände ich sogar keine schlechte Idee, warum nicht? Dann würden sie sich das nächste Mal vielleicht zweimal überlegen, ob sie aus purer Lust und Laune einfach so fremdes Eigentum zerdeppern!“ grinste Zosia schadenfroh. „Stellt nur noch ein paar vertrauenswürdige Wachen dazu, damit sie nicht wieder auf die Idee kommen Unfug zu treiben.“ Und wer nicht spurte, dem würde sie gern eins mit dem Besen überziehen wollen. Oder, vielleicht auch einfach so mal eine Runde Besenhiebe auf den Allerwertesten. Rein zur Vorsicht. Das wäre sicherlich die einfachste Art von Unterstützung beim Aufräumen. Zosia konnte sich nun wirklich nicht vorstellen, dass er eine Garnison an wohlausgebildeten Soldaten als Putzkolonne abstellen würde. Da wäre wohl die nächste Revolte vorprogrammiert!
Immer noch stand sie mit verschränkten Armen an den Türrahmen gelehnt. Dem sie vertrauen konnte? Ja, wer sollte das denn sein? Egal, wer aus den Reihen des feindlichen Lagers hier auftauchen würde, mit Schwert und Schild oder Papier und Feder, wie sollte sie dem denn vertrauen können? Alle aus den Reihen Walleydors waren ihr fremd und daher schon von Grund auf unvertrauenswürdig. Nunja, man durfte gespannt sein. Dennoch, es war wichtig, dass festgehalten wurde, welche Schäden hier entstanden waren. Es war wichtig, dass es irgendwo verschriftlicht wurde und zu den Akten gelegt wurde. Und besser von jemand anderem, als von ihr, denn ihre Schrift konnte nicht einmal sie oft lesen. „Ganz ehrlich, es fällt mir schwer zu glauben, dass ihr aus reiner Nächstenliebe alle Kosten übernehmen wollt, Euer Gnaden.“ Lüpfte sie kritisch eine Braue. „Oder nur für ein Abendessen. Auch wenn mich eure Anwesenheit natürlich ehren würde und sicherlich auch eine gute Werbung für die Taverne wäre, darf ich wohl zweifeln, dass der neue Fürst von Eastergold Meadow sich hier jemals einfinden wird.“ Jeder Handel hatte doch immer zwei Seiten und jede Partei musste ihren Beitrag dazu leisten, dass der Handel aufging. Denn ansonsten wäre es doch nur eine Spende, eine Opfergabe… oder eine Bestechung. „Versteht mich nicht falsch, aber es hört sich ein wenig zu gut an, dass ihr einfach so freigiebig Geld hier reinstecken wollt und keinerlei Gegenleistung erwartet. Keine Rückzahlung mit Zinsen innerhalb der nächsten Jahre? Keine besonderen Steuern oder Abgaben? Keine Sonderleistungen für die Herrschaften? Keine besonderen Konditionen oder Privilegien zu euren Gunsten?“ runzelte sie prüfenden Blicks die Stirn. Das klang doch alles zu gut um wahr zu sein. Irgendwo musste es da doch einen Haken geben. „Ich stehe nicht gern in der Schuld anderer, schon gar nicht, wenn ich zukünftige Konsequenzen nicht absehen kann.“ Denn mit solch einem einseitigen Verständnis, wäre sie doch ewig an die Fürstenfamilie gebunden. Wer sagte denn, dass sie nicht eines Tages sich auf dieses ‚Geschenk‘ berufen würden und irgendwelche Gefallen einforderten, die sie nicht würde abschlagen können. Mit jeder Münze, die die Fieldings hier in die Taverne reinsteckten, erkauften sie sich mehr und mehr vom Betrieb. Und nahmen damit den Eigentümern mehr und mehr von ihrer Eigenständigkeit. Ob gewollt oder nicht. "Mir wäre es wohler, wenn die Konditionen klar definiert werden, bevor hier irgendwelche Arbeiten durchgeführt werden."
