02-06-2024, 20:23 - Wörter:
Sie verdankte dem Palast und der Güte der Königsfamilie ihr Leben, wie anders könnte sie eine Wiedergutmachung und Dankbarkeit dafür leisten, wenn nicht durch reine Hingabe? Und wenn er von ihr verlangen würde drei Tage wachen Auges neben seinem Bett zu stehen, auf dass damit die Alpträume und Sorgen verschwinden würden, so würde sie es tun und sich selbst zum Äußersten fordern und das Schwerste abverlangen, wenn es seiner Seele ein wenig Frieden zu bringen mochte. Schließlich gab es für Amira nichts anderes auf dieser Welt. Das Wohlbefinden des Königs und ihrer geliebten Yasirah waren ähnlich der wolkenlosen Sternbilder, eine unerreichbare Helligkeit und ein Mythos, stark und schicksalsgebend für so viele Leben auf dieser Welt, nicht nur für ihr eigenes. Sollte dieses Licht erlöschen, würden diesem fatalen Los viele andere ebenso folgen und ihr war klar, dass sie dazu gehören würde. Für die Aufständische in den armen Reihen des Volkes war sie ebenso eine Gönnerin des Palastes, die in weichen Betten schlief und vor reichhaltigen Tellern saß, jeden Abend ein Bad nehmen konnte oder keinen Schritt zu Fuß zu tätigen hätte, wenn sie es verlangte. Sollte es jemals zu einer Welle des Zorns aus dem Volk kommen, würde er über den Palast hinweg fegen und jeden mit sich reißen, der sich darin befand.
Doch ihrem König bereitete anderes Sorgen und auch diese wollten ernst genommen werden. Vielleicht war der Seelenverschlinger tatsächlich das Wahrzeichen dafür, dass die guten Seelen verschwanden und sich der dunkle Morast des Gesindel erheben würde. Niemand konnte die Zukunft vorhersehen, so oft Latifa auch daran geglaubt hatte, dass kleinste Zeichen oder Indizien einen Hinweis auf das künftige Geheimnis bieten konnten. Doch solange man nicht wusste, woher dieser dunkle Schatten, der sich über Matariyya legen könnte, stammte, war es unmöglich dagegen vorzugehen. Ruhe und Besonnenheit war alles, was sie Ridvan schenken konnte, keine Antworten und keine Weisheiten. Dafür waren seine Berater zuständig, die aber anscheinend dieser Tage grässlich darin versagt hatten.
Amira nickte zustimmend und war aufgestanden, hatte ihm voran den Weg hinab in seine Gemächer beschritten und die Harfe unter einem hingeworfenen Tuch wiedergefunden. Sorgsam befreite sie das Instrument und faltete den Stoff zusammen, legte ihn bei Seite auf eine Kommode. Mit einem Seitenblick wurde ihr gewahr, dass es sich Ridvan gemütlich gemacht hatte, so dass sie nun begann an den Seiten der Harfe zu zupfen. Sie nahm sich Zeit für die ersten Takte und ließ sich dann selbst von der Musik und dem Rhythmus weiter tragen. Die Vibration der Seiten sendete die feinen Klänge in die Luft und breiteten sich vorsichtig durch den Raum aus, als würden sie trotz Erlaubnis vorsichtigen Schrittes gehen und ihren Platz in diesem Miteinander erst für sich beanspruchen wollen. Amira fühlte die Melodie ebenso wie den Takt und spiegelte im Spiel die Emotionen der Ruhe, der Melancholie und der Sanftheit wieder, den dieses Stück transportierte.
Sie hoffte, es würde ihm gefallen und es könne gemeinsam mit den entzündeten Kräutern für eine Ruhe sorgen, die ihn bald in einen erholsamen Schlaf bringen sollte. Und wäre er nur eingedöst oder ansonsten sichtbar zur Ruhe gekommen, so würde sich Amira dann leisesten Schrittes aus den Gemächern entfernen und ihn seine verdiente Erholung finden lassen, in der Hoffnung, dass sich morgen ein besserer Tag für ihn zeigen würde.
Doch ihrem König bereitete anderes Sorgen und auch diese wollten ernst genommen werden. Vielleicht war der Seelenverschlinger tatsächlich das Wahrzeichen dafür, dass die guten Seelen verschwanden und sich der dunkle Morast des Gesindel erheben würde. Niemand konnte die Zukunft vorhersehen, so oft Latifa auch daran geglaubt hatte, dass kleinste Zeichen oder Indizien einen Hinweis auf das künftige Geheimnis bieten konnten. Doch solange man nicht wusste, woher dieser dunkle Schatten, der sich über Matariyya legen könnte, stammte, war es unmöglich dagegen vorzugehen. Ruhe und Besonnenheit war alles, was sie Ridvan schenken konnte, keine Antworten und keine Weisheiten. Dafür waren seine Berater zuständig, die aber anscheinend dieser Tage grässlich darin versagt hatten.
Amira nickte zustimmend und war aufgestanden, hatte ihm voran den Weg hinab in seine Gemächer beschritten und die Harfe unter einem hingeworfenen Tuch wiedergefunden. Sorgsam befreite sie das Instrument und faltete den Stoff zusammen, legte ihn bei Seite auf eine Kommode. Mit einem Seitenblick wurde ihr gewahr, dass es sich Ridvan gemütlich gemacht hatte, so dass sie nun begann an den Seiten der Harfe zu zupfen. Sie nahm sich Zeit für die ersten Takte und ließ sich dann selbst von der Musik und dem Rhythmus weiter tragen. Die Vibration der Seiten sendete die feinen Klänge in die Luft und breiteten sich vorsichtig durch den Raum aus, als würden sie trotz Erlaubnis vorsichtigen Schrittes gehen und ihren Platz in diesem Miteinander erst für sich beanspruchen wollen. Amira fühlte die Melodie ebenso wie den Takt und spiegelte im Spiel die Emotionen der Ruhe, der Melancholie und der Sanftheit wieder, den dieses Stück transportierte.
Sie hoffte, es würde ihm gefallen und es könne gemeinsam mit den entzündeten Kräutern für eine Ruhe sorgen, die ihn bald in einen erholsamen Schlaf bringen sollte. Und wäre er nur eingedöst oder ansonsten sichtbar zur Ruhe gekommen, so würde sich Amira dann leisesten Schrittes aus den Gemächern entfernen und ihn seine verdiente Erholung finden lassen, in der Hoffnung, dass sich morgen ein besserer Tag für ihn zeigen würde.
