04-06-2024, 20:22 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08-08-2024, 15:39 von Naila Castellanos.)
Man sollte meinen, soviel Zeit wie er im Palast war anstatt sich um seine Elefanten zu kümmern, dass Ismeth sich mittlerweile an den Prunk gewöhnt hatte. Und zu einem gewissen Teil mochte das stimmen, wie er sich manchmal in einer ruhigen Minute selbst zugestehen konnte, obwohl es Dinge gab, die ihm selbst das kunstvoll gestaltete zu Hause der Königsfamilie nicht bieten konnte. Loulia, die Albino Elefantendame, war nicht hier und ihre großen dunklen Augen fehlten ihm jeden Tag, wie sie ihm auf Schritt und Tritt zu folgen schien und ihn von der Arbeit mit den anderen Tieren ablenkte. Sie liebte es, wenn er an ihren wackelnden Ohren zupfte und es juckte ihm viel öfter in den Fingern, als Ismeth jemals zugegeben hätte. Doch das stolze zur Schau stellen von Macht und Reichtum verursachte ein ganz eigenes Fingerzucken und wenn er genug hatte von endlosen Reden und den aufgeplusterten Egos der anderen Männer am Hofe, zog er sich am liebsten in die Gärten zurück. Das imposante Spiel mit den einzelnen Brunnen, welche die direkte Umgebung herunterkühlten, war eine so augenscheinliche Demonstration von Herrschaft – nicht nur über die Menschen des Landes, sondern des Landes selbst. Der König konnte es sich leisten, das kühle Nass nur wegen des sanften Plätscherns zur Schau zu stellen und je länger er darüber nachdachte, desto weniger wollte ihm einfallen wann er den König eigentlich zu letzt in seinem eigenen Garten gesehen hatte. Ismeth schnaufte und strich sich langsam über den Bart, das war ein Gedanke für einen anderen Tag, er hatte sich doch ausruhen wollen!
Also schlenderte er weiter, den Luxus genießend, mal nicht unter Zeitdruck zu stehen, bei keiner Sitzung anwesend sein zu müssen oder jemandem zuhören zu müssen, dessen Klang der eigenen Stimme wichtiger war als das tatsächlich Gesagte. Er wagte es, die mit Gold beringten Finger in einen der Brunnen zu halten, sich abzukühlen und ein paar seiner Sorgen dort zu lassen, als er weiter schritt und einen weiten Bogen lief, um jeden Winkel des Gartens zu erkunden. Aber vielleicht hatte er nicht genug Sorgen zurückgelassen, wie anders konnte er sich denn erklären, so in Gedanken vertieft zu sein, dass er die Prinzessin erst im letzten Moment wahrnahm!? Er hätte besser aufpassen müssen, denn sie hatte sicherlich Besseres zu tun als nun von ihm gestört zu werden. Doch er war bereits zu nah, sie hatte ihn sicherlich gehört, er konnte jetzt nicht einfach umdrehen und schweigend von dannen ziehen. Also verbeugte er sich wie es sich geziemte. “Eure Hoheit.” Seinem tiefen Nicken folgte der restliche Oberkörper in einer gekonnten und mit Vehemenz einstudierten Verbeugung, die nichts von seiner angespannten Stimmung verriet. “Bitte verzeiht, ich wollte Euch keinesfalls stören.” Seine Entschuldigung klang ehrlich, wenn auch nicht sonderlich beschämt, denn er war in Tagträume verfallen und hatte ihre Ruhe nicht mit Absicht gestört.
Nachdem er sich erhoben hatte, erlaubte sich der Elefantenzüchter einen weiteren Blick auf Naila, die junge Prinzessin die in absehbarer Zeit einen ganz anderen Abschnitt ihres Lebens antreten würde. Ob sie sich sorgte? So wie er um Yasirah, die sich sicherlich ganz schrecklich einsam fühlte, wenn ihre Tochter erst einmal fort war. Oder war sie ebenso genervt von dem ganzen Tamtam, so wie er selbst damals, als sein Vater ihn unbedingt dazu bringen wollte zu heiraten? Und stand es ihm überhaupt zu, sich um sowas Gedanken zu machen. “Ich...” Seine Worte nicht zu finden kam selten genug vor, doch Ismeth fühlte sich mehr denn je als Eindringling. “...setze meinen Weg dort drüben fort.” Er wies mit einer Hand in irgendeine Richtung und bewegte sich doch nicht fort, ohne von ihr eine Reaktion zu erhalten und sicher sein zu Können, sie nicht über die Maße beleidigt zu haben.
Also schlenderte er weiter, den Luxus genießend, mal nicht unter Zeitdruck zu stehen, bei keiner Sitzung anwesend sein zu müssen oder jemandem zuhören zu müssen, dessen Klang der eigenen Stimme wichtiger war als das tatsächlich Gesagte. Er wagte es, die mit Gold beringten Finger in einen der Brunnen zu halten, sich abzukühlen und ein paar seiner Sorgen dort zu lassen, als er weiter schritt und einen weiten Bogen lief, um jeden Winkel des Gartens zu erkunden. Aber vielleicht hatte er nicht genug Sorgen zurückgelassen, wie anders konnte er sich denn erklären, so in Gedanken vertieft zu sein, dass er die Prinzessin erst im letzten Moment wahrnahm!? Er hätte besser aufpassen müssen, denn sie hatte sicherlich Besseres zu tun als nun von ihm gestört zu werden. Doch er war bereits zu nah, sie hatte ihn sicherlich gehört, er konnte jetzt nicht einfach umdrehen und schweigend von dannen ziehen. Also verbeugte er sich wie es sich geziemte. “Eure Hoheit.” Seinem tiefen Nicken folgte der restliche Oberkörper in einer gekonnten und mit Vehemenz einstudierten Verbeugung, die nichts von seiner angespannten Stimmung verriet. “Bitte verzeiht, ich wollte Euch keinesfalls stören.” Seine Entschuldigung klang ehrlich, wenn auch nicht sonderlich beschämt, denn er war in Tagträume verfallen und hatte ihre Ruhe nicht mit Absicht gestört.
Nachdem er sich erhoben hatte, erlaubte sich der Elefantenzüchter einen weiteren Blick auf Naila, die junge Prinzessin die in absehbarer Zeit einen ganz anderen Abschnitt ihres Lebens antreten würde. Ob sie sich sorgte? So wie er um Yasirah, die sich sicherlich ganz schrecklich einsam fühlte, wenn ihre Tochter erst einmal fort war. Oder war sie ebenso genervt von dem ganzen Tamtam, so wie er selbst damals, als sein Vater ihn unbedingt dazu bringen wollte zu heiraten? Und stand es ihm überhaupt zu, sich um sowas Gedanken zu machen. “Ich...” Seine Worte nicht zu finden kam selten genug vor, doch Ismeth fühlte sich mehr denn je als Eindringling. “...setze meinen Weg dort drüben fort.” Er wies mit einer Hand in irgendeine Richtung und bewegte sich doch nicht fort, ohne von ihr eine Reaktion zu erhalten und sicher sein zu Können, sie nicht über die Maße beleidigt zu haben.
