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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

An Ember in the Ashes

Linearer Modus
Szeneninformationen
Charaktere
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
01. September 1016
Ort
Haus von Rabia
Tageszeit
19:00
#5
Es war die Stille von einer Sekunde, die sein Herz so laut in den Ohren pochen ließ. Der eine Moment, in dem sein Körper nicht die Schwerkraft finden konnte, die ihn erdete und seine Welt davon abhielt, aus dem Gleichgewicht zu geraten. In Folge eines angehaltenen Atemzuges fühlte sich sein Körper leicht an, fast schwerelos. Erst der Aufprall ließ das Gefühl platzen und presste jegliche Luft aus seinen Atemwegen.
Immer noch vibrierte der Fall durch die angespannten, reißfesten Muskeln und ließen das Ringen in Devans Ohren für den polternden Herzschlag in seinen Ohren dröhnen, ehe er sich orientierte und mit Gefasstheit feststellte, dass er auf dem Rücken lag. Seiner Blindheit geschuldet konzentrierte er sich auf die Schwerkraft, die ihn nun deutlich nach unten drückte und auf den schweren Atem über sich. Latifas Schatten fächerte über seine verbundenen Augen und auch, wenn er nichts sah, war er sich der Präsenz ihrer Faust an seinem Hals bewusst - trüge sie einen Dolch, würde dieser jetzt an seiner Kehle liegen. Auch sein Atem ging schwer, als sich sein Brustkorb tief mit der entwichenen Luft füllte und er zuließ, dass Finger in einer sanften Geste die Augenbinde nach oben schoben und ihn angestrengt in das Licht blinzeln ließen. Nicht in das Licht, in die Krone, die Latifas Gesicht umrahmte und mit jedem Blinzeln ihre Gesichtszüge schärfte. Devan starrte sie nur an, wie der Schalk in ihren Augen zurück starrte und ihm das Gefühl gab, verloren zu haben.
Wie sich das wohl für jemanden anfühlen musste, der sich gut darauf verstand, sich von solchen Kleinigkeiten aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen? In Devan hinterließ es nicht einmal einen bitteren Beigeschmack. Sein Blick richtete sich in den Himmel, kaum dass seine Schülerin von ihm abließ und ihm die Möglichkeit zum Atmen einräumte. Er ließ sich und dem Adrenalinpegel kurz Zeit, zur Ruhe zu kommen, ehe er die angebotene Hand ergriff und sich auf die Füße helfen ließ. Auch ohne die Leichtigkeit von Latifa, die er selbst mit den Jahren verloren hatte, und trotz den durch die letzten Tage strapazierten Muskeln glich er immer noch der Katze, die sich auf dem Fenstersims im ersten Stock niedergelassen hatte und das Spiel im Innenhof beobachtete. Seine robusten, an einigen Stellen verkrusteten Hände fegten den Staub von seinen Armen, mit einem dünnen Schweißfilm bedeckt, und zogen die Augenbinde von seinem Kopf. “Du bist immer noch impulsiv”, tadelte er schließlich, statt seine Schülerin für ihren Sieg zu beglückwünschen. Seiner Stimme fehlte hingegen jegliches Gefühl, das über die übliche Strenge hinausging. “Deine Bewegungen sind schnell und intuitiv, aber durchschaubar. Du hättest mich schon früher aus dem Gleichgewicht bringen können, lässt dich aber zu sehr von deinen Gefühlen leiten.” Devan öffnete den Knoten und rollte das Tuch um seine Handfläche, als würde er sich selbst verbinden. Dann aber zog er das Ende des Tuchs durch die kreierte Schlaufe und zog es zu einem kleinen Bündel fest, das er in der Hand verschwinden lassen konnte. “Fühlst du dich blockiert, wenn wir zusammen trainieren?” Zweimal öffnete und schloss er seine Hand um das Tuch, dann richtete er endlich seinen Blick auf Latifa; ruhig, forschend. “Als würdest du gegen deinen Schatten kämpfen?” Jahrelang hatte er sie trainiert. In ihrem Alter war er schon durch diverse Arenakämpfe und Söldneraufträge gegangen, eben weil er dieselbe Blockade erreicht hatte wie sie. Es gab nur ein endliches Maß an Wissen, das er ihr beibringen konnte; damit seine Schülerin ihn überragte und über ihren eigenen Horizont blicken konnte, war es irgendwann unabdinglich, dass sie sich in einem fremden Umfeld trainieren ließ. Nicht von ihm und nicht von Rabia, denn sie beide hatten die letzten Jahre bereits ihr Mögliches getan, Latifa ihr gesamtes Wissen näher zu bringen und die Ecken an ihr zu schleifen, für die sie die richtigen Werkzeuge hatten. Manchmal fragte sich Devan, ob er der Richtige war, der ihre charakteristische Impulsivität lenken konnte, wenn alles, was er davon selbst erlebte, nur ein Tropfen in dem Brunnen war, den Latifa fühlte.
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Nachrichten in diesem Thema
An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 11-05-2024, 10:15
RE: An Ember in the Ashes - von Latifa Salibi - 11-05-2024, 23:14
RE: An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 26-05-2024, 04:36
RE: An Ember in the Ashes - von Latifa Salibi - 02-06-2024, 19:42
RE: An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 08-06-2024, 07:45
RE: An Ember in the Ashes - von Latifa Salibi - 14-06-2024, 22:52
RE: An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 22-06-2024, 17:28