09-06-2024, 18:45 - Wörter:
Belisarius musste seine Hand fest um den Zügel schließen, um seiner Wut Raum zu geben. Dieser Bengel verstand einfach nicht. Er sah nur seine falsche Ehre und seine falsche Macht, die er verloren glaubte. Der junge Prinz hatte nur noch seine Entscheidungen und sich selbst, keinerlei Ansprüche konnten darüber hinwegtäuschen, dass er nichts mehr hatte, außer das, was er an Familie hatte. - Und er entschied sich, seine eigene Schwester zu demütigen und herab zu setzen. Er zeigte, was er für ein Mann werden wollte. Belisarius sah sehr wohl, was sich entwickeln konnte. Als Meister der Schatten, als Kriegsherr, war er weit herumgekommen und hatte viele Menschen gesehen. Belisarius kannte so manches Herz eines Menschen und dessen Geheimnisse. Die Geheimnisse des Prinzen kannte er nun zu gut. Sein Herz war kein Geheimnis mehr. Er wandte sich mit einem kalten Gesichtsausdruck herum. Denn es war egal, was er sagen würde, da der Prinz von seinen gefühlten Ansprüchen durchdrungen war. Er war ein Narr, verloren in dieser Zeit und eine Last für Elithea, die so viel mehr sein konnte, als eine bloße Tochter und schlecht behandelte Schwester. Lieber sollte sie alleine gehen, als diesen selbstgerechten Heranwachsenden zu unterstützen. Elithea war in diesem Augenblick in seinem Sinn, denn Belisarius fühlte etwas, was er lange nicht mehr gefühlt hatte. "Ich glaube, dass ihr generell vieles nicht versteht und für euch Ehre ohnehin nur ein Selbstwert ist, der euch hingereicht wurde, ohne deren Wert zu erkennen," schimpfte der Kriegsherr, der sich selbst sonst wenig aus Ehre machte. Doch dieses Ungemach, diese Beleidigung, ohne Not, war nur grausam hingeworfen und setzte eine Person herab, die mehr verdiente und mehr erhalten sollte. "Mein Prinz, wahrlich unfähig, zu erkennen, was euch stark machen würde," setzte er nach und deutete auf den Horizont. "Verderbt nicht noch jenen Moment, nachdem euch eure eigene Schwester gerettet hat. Sie war es, die euch half und sie war es, die diesen Plan unterstützte. Sie ist weiser, klüger und ehrenvoller als ihr es bisher bewiesen habt ," erboste er sich und gab fast zu, was ohnehin alle politische Kreise in Castandor wussten. Endymion war eine politische Puppe, nicht mehr. Er hatte keinerlei Zweck darüber hinaus und er war zu politisch ungebildet, um das zu sehen. Er lief direkt in ein neues Gefängnis, welches die Hand des Königs bereiten würde. Der Prinz schlief bitter vor sich hin, erkannte nicht, welchen Schatz er wirklich noch besaß. Elithea hatte sich fast geopfert, sich hingeworfen und die Familie vertreten. Elithea hatte sich angedient und sich gezeigt. Sie half, die Familie zusammen zu halten und erntete dafür eine grobschlächtige Beleidigung. Dieser Undank und diese bedenkenlose Selbstgerechtigkeit des Prinzen ließen Belisarius nicht mehr teilnahmslos. Die Prinzessin hatte etwas verändert. Doch auch der magische Wind hatte etwas verändert, so dass der Streit verflog und Belisarius sowie Elithea eine seltsame Ruhe schenkte. Der Wind erlaubte den beiden etwas, was noch verborgen war.
Da war es: ein Blick von ihr, schüchtern, gar ein wenig verlegen, begleitet von einem scheu flüchtigen Lächeln. Belisarius war nicht mehr nur hier, um seinen Auftrag zu erfüllen. Er beschützte die Ehre einer jungen Prinzessin gegen ihren eigenen Bruder. Eine Neuigkeit, etwas, was wahrlich neu war, denn Belisarius nutzte solche Streitigkeiten nur aber beteiligte sich selten als echter Beschützer. Belisarius fand sich in einer merkwürdigen Situation wieder, wollte dem Prinzen erklären, was sich bald darstellen würde aber entschied sich, dies nicht zu tun. Sollte er doch in sein Verderben fallen, sofern es Elithea nicht tat. Der Kriegsherr würde Elithea beistehen, ihr erklären, was es wirklich mit Macht und Gegenmacht auf sich hatte. Sie war klug genug, um zu herrschen. Ihr Bruder war es nicht. So entschied er sich also, einfach zu schweigen, für wenige Atemzüge, bis sie seine gestellte Frage beantworteten. Immer noch hielt er ihre Hand, fast so, als ob er sie nie loslassen wollte. Sie konnte sich bei ihm sicher fühlen, dass wollte er ihr vermitteln. Ihr Bruder entgegnete das Erwartbare, das Belanglose und verfestigte damit nur den Eindruck, den Belisarius ohnehin längst hatte. Doch die kluge Prinzessin Elithea überlegte, ließ sich Zeit, was dem Kriegsherren gefiel. Belisarius blickte sie bei der langsamen Fahrt des Karrens direkt an, versuchte ihre Augen zu finden, um zu ergründen, was sie dachte, wie sie etwas erdachte und was sich in ihrem Kopf bewegte. Sie war interessant, bemerkenswert scharfsinnig und noch dazu voller Gnade, welche dieser Welt sonst fremd war. Der Kriegsherr bewunderte die Prinzessin fast, kaschierte dies jedoch dezent durch ernst zusammengelegte Lippen. Da bemerkte er, dass ihre Wangen stark errötete waren, sich Schweiß auf ihrer Stirn darstellte und ihre Atmung verändert war. Seine Bewunderung hatte sich gewandelt in Sorge, da er nun bemerkte, dass diese junge Frau sicherlich nie lange in der Sonne gewesen war und noch dazu in einer solchen Lage. Belisarius erahnte, was ihr Bruder nicht sah. Elithea hatte gewisse Nöte. Schnell kramte er ein Tuch hervor, welches noch sauber war, tränkte dieses hektisch in einem kleinen Schwall an Wasser und reichte es der Prinzessin zur Kühlung.
"Nehmt es," sagte er behutsam, während sie weiter nachdenklich schien und ihre Gedanken zu suchen schien. Belisarius war die Frage nun egal, da die Sorge für Elithea überwog. Diese verdammte Reise veränderte zu viel und gefährdete ebenso zu viel. Dabei wollte er sie doch nur retten. Alles, was ihn wirklich noch interessierte, war Elithea zu schützen und diese Mission mit ihr abzuschließen. Der Prinz war nur noch Nebensache. Wenn die Prinzessin hier umkam oder zu Schaden kam, wäre er untröstlich und würde tatsächlich Tränen verwerfen, die er sonst nie zeigte. Sie war ihm in kurzer Zeit sehr wichtig geworden, da sie in ihrer Erscheinung, in ihrer Essenz dessen, alles war, was diese Welt sonst verdarb. Belisarius blickte sie ernstlich besorgt mit großen und fürsorglichen Augen an, während seine andere Hand die Zügel lockert hielt und die haltende Hand immer noch die Hand der Prinzessin stützte. Schließlich antwortete sie und antwortete so, dass Belisarius noch mehr verstand, warum er sie beschützen wollte. Sie hatte verstanden, was vor sich ging und sah, dass es kein Zurück oder eine Wiedererlangung geben konnte. Man begab sich nur vorwärts durch Welt, reiste immer weiter und blickte nicht zurück. Belisarius überging die Antwort des Prinzen, nickte diese nur ab und antwortete direkt auf die klugen Worte von Elithea: "Eine gute Antwort. Das ist auch etwas, was ihr erwarten könnt, Prinzessin. Sofern ihr bereit seid, dafür zu arbeiten und auch neue Wege zu gehen. Ihr müsst Trübsal und Pein nicht alleinig Macht geben und erkanntet wohlwissend, dass auch ihr etwas tun könnt, indem ihr euch der neuen Zeit stellt, als Frau und Prinzessin. " Er würde ihr dabei helfen, auch wenn er es nicht aussprach. Hierbei blickte er sie fast seltsam menschlich an, nahm sie fast in seinen Arm, um sie fest zu drücken aber unterbrach diese Bewegung, da sie unpassend schien und sicherlich auch die Lage ihres Zustandes nicht verbessern würde. Die junge Dame hatte Hitze zu ertragen und eine Umarmung war sicherlich nicht vortrefflich zur Abkühlung. Doch von der Geste blieb eine vorsichtige Berührung ihrer Schulter und Oberarmes zurück, als seine Hand sanftmütig darüber fuhr und kurz emotionale Nähe vollbrachte, die Belisarius sonst niemals zeigte, außer seiner Skadi. Elithea schloß erneut für einen Moment die Augen, so dass auch Belisarius die Augen schloss, für einen winzigen Augenblick, um sich gemeinsam mit ihr zu sammeln; fast so, als ob sie gemeinsam eine Traumebene aufsuchen wollten. Für diese Sekunde wirkten ihre Gesichter gleichsam friedlich und umschlungen von jener Gnade, die Elithea bereits war. Belisarius atmete betont aus, öffnete seine Augen wieder und lenkte den Wagen über eine leichte Unwegbarkeit, so dass es kurz heftig rumpelte und die Passagiere ein wenig unsanft geschaukelt wurden.
Da war es: ein Blick von ihr, schüchtern, gar ein wenig verlegen, begleitet von einem scheu flüchtigen Lächeln. Belisarius war nicht mehr nur hier, um seinen Auftrag zu erfüllen. Er beschützte die Ehre einer jungen Prinzessin gegen ihren eigenen Bruder. Eine Neuigkeit, etwas, was wahrlich neu war, denn Belisarius nutzte solche Streitigkeiten nur aber beteiligte sich selten als echter Beschützer. Belisarius fand sich in einer merkwürdigen Situation wieder, wollte dem Prinzen erklären, was sich bald darstellen würde aber entschied sich, dies nicht zu tun. Sollte er doch in sein Verderben fallen, sofern es Elithea nicht tat. Der Kriegsherr würde Elithea beistehen, ihr erklären, was es wirklich mit Macht und Gegenmacht auf sich hatte. Sie war klug genug, um zu herrschen. Ihr Bruder war es nicht. So entschied er sich also, einfach zu schweigen, für wenige Atemzüge, bis sie seine gestellte Frage beantworteten. Immer noch hielt er ihre Hand, fast so, als ob er sie nie loslassen wollte. Sie konnte sich bei ihm sicher fühlen, dass wollte er ihr vermitteln. Ihr Bruder entgegnete das Erwartbare, das Belanglose und verfestigte damit nur den Eindruck, den Belisarius ohnehin längst hatte. Doch die kluge Prinzessin Elithea überlegte, ließ sich Zeit, was dem Kriegsherren gefiel. Belisarius blickte sie bei der langsamen Fahrt des Karrens direkt an, versuchte ihre Augen zu finden, um zu ergründen, was sie dachte, wie sie etwas erdachte und was sich in ihrem Kopf bewegte. Sie war interessant, bemerkenswert scharfsinnig und noch dazu voller Gnade, welche dieser Welt sonst fremd war. Der Kriegsherr bewunderte die Prinzessin fast, kaschierte dies jedoch dezent durch ernst zusammengelegte Lippen. Da bemerkte er, dass ihre Wangen stark errötete waren, sich Schweiß auf ihrer Stirn darstellte und ihre Atmung verändert war. Seine Bewunderung hatte sich gewandelt in Sorge, da er nun bemerkte, dass diese junge Frau sicherlich nie lange in der Sonne gewesen war und noch dazu in einer solchen Lage. Belisarius erahnte, was ihr Bruder nicht sah. Elithea hatte gewisse Nöte. Schnell kramte er ein Tuch hervor, welches noch sauber war, tränkte dieses hektisch in einem kleinen Schwall an Wasser und reichte es der Prinzessin zur Kühlung.
"Nehmt es," sagte er behutsam, während sie weiter nachdenklich schien und ihre Gedanken zu suchen schien. Belisarius war die Frage nun egal, da die Sorge für Elithea überwog. Diese verdammte Reise veränderte zu viel und gefährdete ebenso zu viel. Dabei wollte er sie doch nur retten. Alles, was ihn wirklich noch interessierte, war Elithea zu schützen und diese Mission mit ihr abzuschließen. Der Prinz war nur noch Nebensache. Wenn die Prinzessin hier umkam oder zu Schaden kam, wäre er untröstlich und würde tatsächlich Tränen verwerfen, die er sonst nie zeigte. Sie war ihm in kurzer Zeit sehr wichtig geworden, da sie in ihrer Erscheinung, in ihrer Essenz dessen, alles war, was diese Welt sonst verdarb. Belisarius blickte sie ernstlich besorgt mit großen und fürsorglichen Augen an, während seine andere Hand die Zügel lockert hielt und die haltende Hand immer noch die Hand der Prinzessin stützte. Schließlich antwortete sie und antwortete so, dass Belisarius noch mehr verstand, warum er sie beschützen wollte. Sie hatte verstanden, was vor sich ging und sah, dass es kein Zurück oder eine Wiedererlangung geben konnte. Man begab sich nur vorwärts durch Welt, reiste immer weiter und blickte nicht zurück. Belisarius überging die Antwort des Prinzen, nickte diese nur ab und antwortete direkt auf die klugen Worte von Elithea: "Eine gute Antwort. Das ist auch etwas, was ihr erwarten könnt, Prinzessin. Sofern ihr bereit seid, dafür zu arbeiten und auch neue Wege zu gehen. Ihr müsst Trübsal und Pein nicht alleinig Macht geben und erkanntet wohlwissend, dass auch ihr etwas tun könnt, indem ihr euch der neuen Zeit stellt, als Frau und Prinzessin. " Er würde ihr dabei helfen, auch wenn er es nicht aussprach. Hierbei blickte er sie fast seltsam menschlich an, nahm sie fast in seinen Arm, um sie fest zu drücken aber unterbrach diese Bewegung, da sie unpassend schien und sicherlich auch die Lage ihres Zustandes nicht verbessern würde. Die junge Dame hatte Hitze zu ertragen und eine Umarmung war sicherlich nicht vortrefflich zur Abkühlung. Doch von der Geste blieb eine vorsichtige Berührung ihrer Schulter und Oberarmes zurück, als seine Hand sanftmütig darüber fuhr und kurz emotionale Nähe vollbrachte, die Belisarius sonst niemals zeigte, außer seiner Skadi. Elithea schloß erneut für einen Moment die Augen, so dass auch Belisarius die Augen schloss, für einen winzigen Augenblick, um sich gemeinsam mit ihr zu sammeln; fast so, als ob sie gemeinsam eine Traumebene aufsuchen wollten. Für diese Sekunde wirkten ihre Gesichter gleichsam friedlich und umschlungen von jener Gnade, die Elithea bereits war. Belisarius atmete betont aus, öffnete seine Augen wieder und lenkte den Wagen über eine leichte Unwegbarkeit, so dass es kurz heftig rumpelte und die Passagiere ein wenig unsanft geschaukelt wurden.
