09-06-2024, 22:18 - Wörter:
Lautlos ließ die junge Frau die angehaltene Luft aus ihren Lungen entweichen. Es fühlte sich an wie ein nicht durchbrechender Sturm, wenn sie sich in der Nähe ihres Mannes aufhielt. Sie spürte seinen Unmut, seine Unruhe. Als würde die Kraft seiner Muskeln immer noch brodeln, als würde der Wunsch Kriegstreiben zu spielen noch immer von ihm Besitz ergreifen. Diese Unzufriedenheit konnte sie beinahe greifen, so dick war die Luft zwischen ihnen. Und dieses Mal - so vermutete sie jedenfalls - war das nicht alleine auf ihre emotionale Kluft zurück zu führen. Zumal sie das Gefühl hatte, dass dieser bodenlose Abgrund, der sich vor vier Jahren zwischen ihnen aufgetan hatte, ein paar Zentimeter geschrumpft sei. Es war, als hätten sie sich ein Stückchen aufeinander zu bewegt und sie tat nun alles, um diesen winzigen Fortschritt nicht wieder zu zerstören. Obwohl sie sowohl bei Pflanzen, als auch bei Tieren ein wahres Händchen dafür hatte etwas Gutes zu bewirken, so schien es manchmal so, als wäre es in der Gegenwart ihres Ehemannes genau das Gegenteil. Doch trotzdem hatte sich in den letzten Wochen etwas verändert. Diese Reise in ihre Heimat hatte ihr die Augen geöffnet. Hat ihr gezeigt, dass sie nicht mehr nur die Frühlingsblume war, die unter einer dicken Schneedecke begraben wurde, sondern mittlerweile auch ein wenig Frost auf ihren Blättern und Blüten dulden konnte. Das Frühlingsland würde immer ihre Heimat bleiben und sie würde den Duft der Pfingstrosen im Frühling immer vermissen, aber der Schnee gehörte mittlerweile auch zu ihr dazu.
Voller Stolz reckte sie das Kinn ein wenig nach vorn. Was sich nur leider nicht verändert hatte war die Tatsache, dass sie absolut keine Ahnung vom Krieg hatte. Ehrlicherweise wollte sie selbst daran auch nichts ändern. Aleena war kein Mensch für Brutalität und Gewalt. Worte waren ihre Waffen, doch damit konnte sie in einer Belagerung nichts anfangen. Dennoch hörte sie ihrem Mann sehr aufmerksam zu, als er seine Fragen an Charles stellte und nickte verständnisvoll. So viel verstand sie jedenfalls. Ihr Mann hatte mehr haben wollen. Hätte eine weitere Stadt einnehmen wollen. Sie glaubte sogar den Namen Castellanos schon einige Mal gehört zu haben, wenn Leif ihn wie einen schlechten Geschmack ausspuckte. Leif hatte ihnen mehr wegnehmen wollen.
Doch um auch nur eine blasse Ahnung davon zu haben, warum Charles das getan haben könnte, hätte sie überhaupt erst mal verstehen müssen, was ihn dazu geritten hat Eastergold Meadow einzunehmen. Nicht einmal das konnte sie sich erklären, daher blieb sie einfach stumm und wartete darauf, dass ihr Bruder direkt antworten konnte.
Als dieser die Stimme erhob, sah sie ihm fest in die Augen und versuchte seinen Worten zu folgen. Auch das klang logisch für sie - doch die Frage nach dem Warum blieb trotzdem.
Für einen kurzen Moment überlegte Aleena sich einfach komplett aus dem Gespräch rauszuhalten, erinnerte sich jedoch an die ersten Worte ihres Bruders: dass sie hier ansprechen konnten, was ihnen auf der Seele lag. Und plötzlich gab es da etwas, was ihr tatsächlich Kopfzerbrechen bereitete. Etwas, was ihr erst jetzt in diesem Moment aufgefallen war. Die Stelhammer schluckte.
"Bedeutet das, Du planst irgendwann anders einen weiteren Angriff?", fragte sie vorsichtig und schielte unauffällig zu Leif. Betend, dass er nicht völlig entnervt mit den Augen rollen würde. Doch die Angst, von der ihr Bruder noch kurz zuvor gesprochen hat, hatte sie noch gut vor Augen und die Aussicht darauf sie noch einmal durchzustehen war nicht sehr angenehm.
Voller Stolz reckte sie das Kinn ein wenig nach vorn. Was sich nur leider nicht verändert hatte war die Tatsache, dass sie absolut keine Ahnung vom Krieg hatte. Ehrlicherweise wollte sie selbst daran auch nichts ändern. Aleena war kein Mensch für Brutalität und Gewalt. Worte waren ihre Waffen, doch damit konnte sie in einer Belagerung nichts anfangen. Dennoch hörte sie ihrem Mann sehr aufmerksam zu, als er seine Fragen an Charles stellte und nickte verständnisvoll. So viel verstand sie jedenfalls. Ihr Mann hatte mehr haben wollen. Hätte eine weitere Stadt einnehmen wollen. Sie glaubte sogar den Namen Castellanos schon einige Mal gehört zu haben, wenn Leif ihn wie einen schlechten Geschmack ausspuckte. Leif hatte ihnen mehr wegnehmen wollen.
Doch um auch nur eine blasse Ahnung davon zu haben, warum Charles das getan haben könnte, hätte sie überhaupt erst mal verstehen müssen, was ihn dazu geritten hat Eastergold Meadow einzunehmen. Nicht einmal das konnte sie sich erklären, daher blieb sie einfach stumm und wartete darauf, dass ihr Bruder direkt antworten konnte.
Als dieser die Stimme erhob, sah sie ihm fest in die Augen und versuchte seinen Worten zu folgen. Auch das klang logisch für sie - doch die Frage nach dem Warum blieb trotzdem.
Für einen kurzen Moment überlegte Aleena sich einfach komplett aus dem Gespräch rauszuhalten, erinnerte sich jedoch an die ersten Worte ihres Bruders: dass sie hier ansprechen konnten, was ihnen auf der Seele lag. Und plötzlich gab es da etwas, was ihr tatsächlich Kopfzerbrechen bereitete. Etwas, was ihr erst jetzt in diesem Moment aufgefallen war. Die Stelhammer schluckte.
"Bedeutet das, Du planst irgendwann anders einen weiteren Angriff?", fragte sie vorsichtig und schielte unauffällig zu Leif. Betend, dass er nicht völlig entnervt mit den Augen rollen würde. Doch die Angst, von der ihr Bruder noch kurz zuvor gesprochen hat, hatte sie noch gut vor Augen und die Aussicht darauf sie noch einmal durchzustehen war nicht sehr angenehm.
