10-06-2024, 08:26 - Wörter:
Sein nachdenkliches Nicken lag einen Moment auf ihr und er versuchte sich ihren Namen einzuprägen, wenigstens für diesen einen Tag. Ob er ihn morgen noch wusste, stand auf einem ganz anderen Blatt und war dem Elefantenzüchter auch nicht wichtig. Viel wichtiger war dagegen, ob sie wenigstens die Instruktionen gehört hatte oder ob er diese auch nochmal wiederholen musste. Ismeth stieß einen langen, hörbaren Atemzug aus, durch die Nase, was beinahe dem Schnauben eines Elefanten glich. Doch sein Blick hing nicht lang an ihr, viel mehr folgte er ihrer Frage und besah sich das imposante Tier neben ihm mit neuen Augen. Versuchte zu erkennen, was Latifah wohl sehen würde, die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zum ersten Mal einen Albino Elefanten sah. War sie beeindruckt? Ehrfürchtig? Geblendet von der außergewöhnlichen Farbe und dem hervorragenden Benehmen? Ismeth jedenfalls war all das, sein Plan hatte einen guten Anfang gefunden und das Chaos alles zu organisieren lag nun hinter ihm, was eine immense Erleichterung darstellte.
Gerade als er den Mund öffnen und ihr eine Frage stellen wollte, ergriff Latifah das Wort und Ismeth beugte leicht den Kopf um sie besser zu hören. Und dann fand seine Hand wie von alleine das wackelnde Ohr neben sich und strich liebevoll darüber. “Sie heisst Loulia.” Seine geschwungene Nase rümpfte sich einen winzigen Augenblick. “Das bedeutet kleine Perle.” Erklärte er dann doch, unsicher ob das Mädchen es sonst verstanden hätte, während sein Blick deutlich sanfter wurde als er von der Elefantin sprach. “Ich habe sie selbst groß gezogen.” Ein kleines Detail, das wohl im Großen und Ganzen keine wirkliche Rolle spielte, ihn aber immer wieder daran erinnerte, wie wertvoll seine Zeit und seine Liebe wirklich waren. Und wie viel er davon an außergewöhnliche Frauen verschenkte. Was seine Gedanken wieder zu dem eigentlich Grund dieses Einsatzes brachte und die Frage, die er ihr vorhin schon stellen wollte.
“Hast du gehört, was heute von dir erwartet wird, Latifah?” Eine ziemlich direkte Frage, deren Tonlage man seine Gedanken um Liebe nicht anhörte. Und er wartete auch gar nicht auf ihre Antwort. “Die Arbeitstiere unter meinen Elefanten räumen eine Woche lang die Stadt auf, ausgehend vom Palast werden wir jeden Morgen in unterschiedliche Richtungen gehen, die Tiere sind also nicht immer als große Kolonne unterwegs.” Eine Vorsichtsmaßnahme. “Und jeder wird von einem Trainer begleitet und dieser von einer Frau. Wahrscheinlich wird es für die meisten so aussehen, als sollen sie Wasser und Nahrung reichen, doch es gibt noch einen weiteren Auftrag. Die Königin hat in ihrer Weisheit beschlossen, meine Elefanten zum Wiederaufbau einzusetzen und wenn dich jemand anspricht, egal ob Mann, Frau oder Kind, wirst du ihnen genau das erklären. Jeder, der uns erblickt, soll wissen wem er diese aufopfernde Hilfe zu verdanken hat und wie großzügig und mitfühlend die Königin ist.” Es war nicht unbedingt eine Lüge, nicht in allen Details. Doch viele der Wörter, die er soeben laut ausgesprochen hatte, waren gebeugt und gedehnt in seinem Wunsch Yasirah zu helfen. Ridvan hatte die Männer in den Krieg geschickt die eigentlich die Reparaturen hätten erledigen können, also war es nur verständlich, dass seine Frau sich auf die königlichen Berater stütze und auf diesem Umwege ihrem Volk half. Was auch die Zeitspanne zwischen der Flutwelle und dem Einsatz seiner Elefanten erklären konnte.
Gerade als er den Mund öffnen und ihr eine Frage stellen wollte, ergriff Latifah das Wort und Ismeth beugte leicht den Kopf um sie besser zu hören. Und dann fand seine Hand wie von alleine das wackelnde Ohr neben sich und strich liebevoll darüber. “Sie heisst Loulia.” Seine geschwungene Nase rümpfte sich einen winzigen Augenblick. “Das bedeutet kleine Perle.” Erklärte er dann doch, unsicher ob das Mädchen es sonst verstanden hätte, während sein Blick deutlich sanfter wurde als er von der Elefantin sprach. “Ich habe sie selbst groß gezogen.” Ein kleines Detail, das wohl im Großen und Ganzen keine wirkliche Rolle spielte, ihn aber immer wieder daran erinnerte, wie wertvoll seine Zeit und seine Liebe wirklich waren. Und wie viel er davon an außergewöhnliche Frauen verschenkte. Was seine Gedanken wieder zu dem eigentlich Grund dieses Einsatzes brachte und die Frage, die er ihr vorhin schon stellen wollte.
“Hast du gehört, was heute von dir erwartet wird, Latifah?” Eine ziemlich direkte Frage, deren Tonlage man seine Gedanken um Liebe nicht anhörte. Und er wartete auch gar nicht auf ihre Antwort. “Die Arbeitstiere unter meinen Elefanten räumen eine Woche lang die Stadt auf, ausgehend vom Palast werden wir jeden Morgen in unterschiedliche Richtungen gehen, die Tiere sind also nicht immer als große Kolonne unterwegs.” Eine Vorsichtsmaßnahme. “Und jeder wird von einem Trainer begleitet und dieser von einer Frau. Wahrscheinlich wird es für die meisten so aussehen, als sollen sie Wasser und Nahrung reichen, doch es gibt noch einen weiteren Auftrag. Die Königin hat in ihrer Weisheit beschlossen, meine Elefanten zum Wiederaufbau einzusetzen und wenn dich jemand anspricht, egal ob Mann, Frau oder Kind, wirst du ihnen genau das erklären. Jeder, der uns erblickt, soll wissen wem er diese aufopfernde Hilfe zu verdanken hat und wie großzügig und mitfühlend die Königin ist.” Es war nicht unbedingt eine Lüge, nicht in allen Details. Doch viele der Wörter, die er soeben laut ausgesprochen hatte, waren gebeugt und gedehnt in seinem Wunsch Yasirah zu helfen. Ridvan hatte die Männer in den Krieg geschickt die eigentlich die Reparaturen hätten erledigen können, also war es nur verständlich, dass seine Frau sich auf die königlichen Berater stütze und auf diesem Umwege ihrem Volk half. Was auch die Zeitspanne zwischen der Flutwelle und dem Einsatz seiner Elefanten erklären konnte.
