12-06-2024, 20:21 - Wörter:
Mit einem weiteren Wischen über seine Stirn, was unweigerlich seinen Schweiß tiefer in sein strubbeliges Haar schob, nahm Dunstan sich einen kurzen Augenblick, wartete auf den perfekten Moment und die richtige Hitze um sich wieder an die Arbeit zu machen. Klank. Ping. Klank. Ping. Klank. Tönte es kurze Zeit später und er fand schnell seinen ganz eigenen Rhythmus wieder, während er ein Lied summte, dessen Text er vor Wochen schon wieder vergessen hatte. Es war zu gleichermaßen langweilig und einsam, wenn er hier arbeitete, und ein Quell von Genugtuung und Bestätigung, besonders wenn er ein kunstvolles Schwert oder einen sehr edlen Dolch schmieden konnte. Eine gefährliche Mischung, die er leider seinem Sohn nicht mehr vermitteln konnte. Und wohl auch sonst niemanden, denn er bezweifelte stark, dass Ida sein Handwerk wirklich als Berufung ausüben wollte. Vor allem, wenn man bedachte, was der Rest der Stadt wohl dazu sagen würde. Dunstan schnaubte, vertiefte sich darin eine scharfe Spitze zu formen die wie ein heißes Messer durch weiche Butter schneiden würde, egal was man damit traf und bemerkte weder, wie der Neuankömmling in die Scheune trat, noch sich in einer Ecke platzierte und ihn beobachtete.
Erst als Charles das Wort ergriff und ihn so heimtückisch ansprach, wirbelte Dunstan herum. Den Hammer in der einen Hand auf Brusthöhe erhoben, das unfertige Schwert in der Anderen machte er große Augen und hätte vor lauter Schreck beinahe ausgeholt. “BeiHeofadersArschritzebistduwahnsinnig!?” Sprudelte Dunstan aufgeregt hervor, bevor er einen tiefen Atemzug nahm und beide Waffen zur Seite legte. Er schüttelte den Kopf, halb grinsend, halb anklagend und lehnte sich gegen seinen Amboss, der durch die Größe und das Gewicht allein schon kein Stückchen bewegte. “Ich bin alt, Charles. Lass das!” Fluchte er dann doch und musterte den König, der so unbedarft in seiner kleinen Schmiede stand, als wäre es das normalste der Welt. Mit einer plumpen Nachahmung der Verbeugungen, die er am Hofe mal beobachtet hatte, wedelte er seine dreckige Hand schwungvoll durch die Luft und knickte fast zur Hälfte ein, bevor er sich wieder aufrichtete. “Eure Majestät.” Man wollte ja nicht komplett vom Protokoll abweichen, auch wenn Dunstan sich ganz bewusst weit aus dem Fenster lehnte. Sie kannten sich jetzt, was, 20 Jahre? Länger? Da musste der in erstaunlich simple Kleidung steckende Stafford jetzt einfach mal durch.
“Ähm. Das ist ein Schwert.” Okay, ja, gut. Vielleicht trieb er es zu weit. “Es gibt ein paar mehr Aufträge seit Eastergold Meadow, Dolche, Schwerter. Das hier wird ein Falchion für einen der Händler, auch wenn er wahrscheinlich keine Ahnung hat wie man es führt. Mehr etwas zum angeben und einschüchtern, nehme ich an.” Dunstan zuckte mit den Schultern, es war sein Beruf, damit verdiente er sein Geld. Damit ernährte er seine Tochter. Aber manchmal wollte er wirklich nicht wissen, was die Leute mit den Waffen wirklich vorhatten. “Und du? Langeweile? Sehnsucht? Beides?” fragte er dann, weitaus weniger leichtfertig (oder unverschämt, wie Ida es genannt hätte) und stattdessen ehrlich interessiert, was diesen Besuch heraufbeschworen hatte. Sein Blick glitt kurz zu der Klinge, die bereits abkühlte. “Ich hab immer Zeit für dich!” Bestimmte er dann und wies auf den kleinen Innenhof. “Willst du dich setzen? Was trinken?” Er war vielleicht zu Anfang etwas brüsk gewesen, aber seine Gastfreundschaft litt nicht darunter und er würde sich niemals die Blöße geben und dem König nichts anbieten. “Oder wir gehen rein, wenn dir das lieber ist?”
Erst als Charles das Wort ergriff und ihn so heimtückisch ansprach, wirbelte Dunstan herum. Den Hammer in der einen Hand auf Brusthöhe erhoben, das unfertige Schwert in der Anderen machte er große Augen und hätte vor lauter Schreck beinahe ausgeholt. “BeiHeofadersArschritzebistduwahnsinnig!?” Sprudelte Dunstan aufgeregt hervor, bevor er einen tiefen Atemzug nahm und beide Waffen zur Seite legte. Er schüttelte den Kopf, halb grinsend, halb anklagend und lehnte sich gegen seinen Amboss, der durch die Größe und das Gewicht allein schon kein Stückchen bewegte. “Ich bin alt, Charles. Lass das!” Fluchte er dann doch und musterte den König, der so unbedarft in seiner kleinen Schmiede stand, als wäre es das normalste der Welt. Mit einer plumpen Nachahmung der Verbeugungen, die er am Hofe mal beobachtet hatte, wedelte er seine dreckige Hand schwungvoll durch die Luft und knickte fast zur Hälfte ein, bevor er sich wieder aufrichtete. “Eure Majestät.” Man wollte ja nicht komplett vom Protokoll abweichen, auch wenn Dunstan sich ganz bewusst weit aus dem Fenster lehnte. Sie kannten sich jetzt, was, 20 Jahre? Länger? Da musste der in erstaunlich simple Kleidung steckende Stafford jetzt einfach mal durch.
“Ähm. Das ist ein Schwert.” Okay, ja, gut. Vielleicht trieb er es zu weit. “Es gibt ein paar mehr Aufträge seit Eastergold Meadow, Dolche, Schwerter. Das hier wird ein Falchion für einen der Händler, auch wenn er wahrscheinlich keine Ahnung hat wie man es führt. Mehr etwas zum angeben und einschüchtern, nehme ich an.” Dunstan zuckte mit den Schultern, es war sein Beruf, damit verdiente er sein Geld. Damit ernährte er seine Tochter. Aber manchmal wollte er wirklich nicht wissen, was die Leute mit den Waffen wirklich vorhatten. “Und du? Langeweile? Sehnsucht? Beides?” fragte er dann, weitaus weniger leichtfertig (oder unverschämt, wie Ida es genannt hätte) und stattdessen ehrlich interessiert, was diesen Besuch heraufbeschworen hatte. Sein Blick glitt kurz zu der Klinge, die bereits abkühlte. “Ich hab immer Zeit für dich!” Bestimmte er dann und wies auf den kleinen Innenhof. “Willst du dich setzen? Was trinken?” Er war vielleicht zu Anfang etwas brüsk gewesen, aber seine Gastfreundschaft litt nicht darunter und er würde sich niemals die Blöße geben und dem König nichts anbieten. “Oder wir gehen rein, wenn dir das lieber ist?”
