17-06-2024, 21:48 - Wörter:
Glaube nicht, dass man deine Gedanken nicht sehen kann. Als hätte ihr Rabia so eben ins Wort geflüstert, schossen diese Worte durch ihren Kopf und lösten etwas aus, als würde sie innerlich beide Beine nach einem Sprint in den Sand stemmen um abrupt stehen zu bleiben. War es das, was ihr stets angekreidet worden war? Die Impulsivität, das unbändige Feuer in der Seele; fütterte sie all das mit ihren Gedanken? Latifa war beeindruckt von dem Elefanten und versuchte dieses positive Gefühl zu nähren so, wie es gerade noch mit ihrem Hass geschehen war. Nur weil der Berater bis jetzt kein scharfes Wort für sie verloren hatte, musste das nicht so bleiben, und allem Übel zum Trotz war sie hier um ihre Position zu festigen. Nicht zwingend bei ihm, aber ihre Daseinsberechtigung im Palast. Vermutlich würde ein Wort des Tadels seinerseits ausreichen um sie aus den Reihen der Akrobaten wieder hinaus zu befördern, und so wütend sie diese willkürliche Macht einzelner auch machte, so falsch wäre es ihr hier diesen Raum zu geben. Später. Später könnte sie toben und schimpfen, doch jetzt war sie Latifa, die Tänzerin.
„Selbst?“, wiederholte sie seine Worte und nun konnte wohl kein Zweifel mehr darin bestehen, dass sie beeindruckt war. Nämlich wahrhaftig beeindruckt. Nicht nur, dass sie selbst kaum ein gutes Händchen für Tiere besaß, obwohl sie diese gerne beobachtete, um ihre Eigenheiten heraus zu finden, war sie bereit Anerkennung für die Hingabe und Aufwendung seiner Zucht eingestehen zu müssen. „Eine weiße Perle, Loulia.“ Was für ein treffender Name und dass nun ein Lächeln beinahe zur Gänze auf ihren Gesichtszügen zu erkennen war, unterstrich ihre Ehrfurcht.
Sie hatte von einem Seefahrer einst gehört, dass das Finden von Perlen gar kein so leichtes Unterfangen und zum Teil gar gefährlich werden konnte. Das Tauchen in die Tiefe des Meeres war eine ganz besondere Herausforderung, der sich Latifa eigentlich gerne selbst auch eines Tages stellen wollte. Leichtfertig wie so vieles war sie der Meinung, dass es wohl nicht so schwer sein könne, wie behauptet wurde.
Viel lieber hätte sie mehr über den Elefanten und all das erfahren, als sich mit dem öden Auftrag beschäftigen zu müssen, für den sie eigentlich heute hergekommen war. Doch natürlich hatte eine Frau in ihrer Position keine Forderungen in diese Richtung zu stellen und da sie schließlich Latifa, die Tänzerin war, gebot ihre Demut den Auftrag weder in Frage zu stellen, noch ihn nicht voller Überzeugung auszuführen.
Bereits auf die erste Frage hätte sie mit dem Kopf schütteln wollen, aber diese schien wohl ohnehin eher rhetorischer Natur zu sein. Fast schon unhöflich. Latifa senkte kurz ihren Blick, wie um sich für ihre Ratlosigkeit entschuldigen zu wollen, und war doch dankbar dafür, dass er ihre Aufgabe an dieser Stelle wiederholte. Nichts wäre peinlicher und gar fataler gewesen, als ahnungslos an dieser Show beteiligt zu sein und nicht zu wissen, was denn eigentlich von ihr erwartet wurde.
„Die Königin unterstützt den Wiederaufbau der Zerstörung, sie hilft ihrem armen Volk in der Not“, bekräftigte sie wiederholend seine Ausführung und nickte. Sie verinnerlichte sich das Szenario, sie schob all die negativen Gedanken beiseite. Es war wie eine Meditation, nichts weiter, sie musste es nur selbst glauben und fühlen, dann würden die Worte wie von selbst ihre Lippen verlassen. „Bedeutet dies auch, dass ich jeden Tag Loulia begleiten darf?“ Dass dieser Punkt ihr beinahe wichtiger schien als die Aktion an sich, musste wohl ob der Besonderheit des weißen Elefanten gnädig entschuldigt werden. Auch wenn es bedeutete, dass sie ebenso Ismeth zu begleiten hatte, sofern er überhaupt vorgehabt hätte die ganze Woche als Aufsicht zu fungieren. „Die meisten in der Stadt haben wohl noch nie einen Elefanten aus der Nähe gesehen, geschweige denn, dass sie erwarten würden, diese Tiere können ihnen helfen. Das Volk wird sich an diese Großzügigkeit erinnern.“ Vermutlich teilte sie wieder ungefragt ihre Gedanken mit, aber sie versuchte ein wenig den Fauxpas zu kitten, den ihr Nichtzuhören wohl geleistet hatte. Der Berater sollte nicht auf die Idee kommen zu glauben, dass sie ihre Aufgabe hier nicht ernst nahm, und tatsächlich glaubte Latifa langsam einen Takt für sich gefunden zu haben.
So wie den Takt der Schritte, der sie in Begleitung des Beraters und Loulia durch die Straße führte und bemerken ließ, wie Passanten und Soldaten gleichermaßen kaum den Blick von dem beeindruckenden Tier abwenden konnten. Und mit einem Mal fühlte sie sich stolz, auf diese Weise dazu zu gehören und daran beteiligt zu sein, den Menschen zu helfen. Mochte es eine Farce sein, mochte es kalkuliert sein, doch Tatsache war: es geschah etwas. Die Trümmer wurden vielleicht beseitigt und den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Häuser neu aufzubauen.
„Selbst?“, wiederholte sie seine Worte und nun konnte wohl kein Zweifel mehr darin bestehen, dass sie beeindruckt war. Nämlich wahrhaftig beeindruckt. Nicht nur, dass sie selbst kaum ein gutes Händchen für Tiere besaß, obwohl sie diese gerne beobachtete, um ihre Eigenheiten heraus zu finden, war sie bereit Anerkennung für die Hingabe und Aufwendung seiner Zucht eingestehen zu müssen. „Eine weiße Perle, Loulia.“ Was für ein treffender Name und dass nun ein Lächeln beinahe zur Gänze auf ihren Gesichtszügen zu erkennen war, unterstrich ihre Ehrfurcht.
Sie hatte von einem Seefahrer einst gehört, dass das Finden von Perlen gar kein so leichtes Unterfangen und zum Teil gar gefährlich werden konnte. Das Tauchen in die Tiefe des Meeres war eine ganz besondere Herausforderung, der sich Latifa eigentlich gerne selbst auch eines Tages stellen wollte. Leichtfertig wie so vieles war sie der Meinung, dass es wohl nicht so schwer sein könne, wie behauptet wurde.
Viel lieber hätte sie mehr über den Elefanten und all das erfahren, als sich mit dem öden Auftrag beschäftigen zu müssen, für den sie eigentlich heute hergekommen war. Doch natürlich hatte eine Frau in ihrer Position keine Forderungen in diese Richtung zu stellen und da sie schließlich Latifa, die Tänzerin war, gebot ihre Demut den Auftrag weder in Frage zu stellen, noch ihn nicht voller Überzeugung auszuführen.
Bereits auf die erste Frage hätte sie mit dem Kopf schütteln wollen, aber diese schien wohl ohnehin eher rhetorischer Natur zu sein. Fast schon unhöflich. Latifa senkte kurz ihren Blick, wie um sich für ihre Ratlosigkeit entschuldigen zu wollen, und war doch dankbar dafür, dass er ihre Aufgabe an dieser Stelle wiederholte. Nichts wäre peinlicher und gar fataler gewesen, als ahnungslos an dieser Show beteiligt zu sein und nicht zu wissen, was denn eigentlich von ihr erwartet wurde.
„Die Königin unterstützt den Wiederaufbau der Zerstörung, sie hilft ihrem armen Volk in der Not“, bekräftigte sie wiederholend seine Ausführung und nickte. Sie verinnerlichte sich das Szenario, sie schob all die negativen Gedanken beiseite. Es war wie eine Meditation, nichts weiter, sie musste es nur selbst glauben und fühlen, dann würden die Worte wie von selbst ihre Lippen verlassen. „Bedeutet dies auch, dass ich jeden Tag Loulia begleiten darf?“ Dass dieser Punkt ihr beinahe wichtiger schien als die Aktion an sich, musste wohl ob der Besonderheit des weißen Elefanten gnädig entschuldigt werden. Auch wenn es bedeutete, dass sie ebenso Ismeth zu begleiten hatte, sofern er überhaupt vorgehabt hätte die ganze Woche als Aufsicht zu fungieren. „Die meisten in der Stadt haben wohl noch nie einen Elefanten aus der Nähe gesehen, geschweige denn, dass sie erwarten würden, diese Tiere können ihnen helfen. Das Volk wird sich an diese Großzügigkeit erinnern.“ Vermutlich teilte sie wieder ungefragt ihre Gedanken mit, aber sie versuchte ein wenig den Fauxpas zu kitten, den ihr Nichtzuhören wohl geleistet hatte. Der Berater sollte nicht auf die Idee kommen zu glauben, dass sie ihre Aufgabe hier nicht ernst nahm, und tatsächlich glaubte Latifa langsam einen Takt für sich gefunden zu haben.
So wie den Takt der Schritte, der sie in Begleitung des Beraters und Loulia durch die Straße führte und bemerken ließ, wie Passanten und Soldaten gleichermaßen kaum den Blick von dem beeindruckenden Tier abwenden konnten. Und mit einem Mal fühlte sie sich stolz, auf diese Weise dazu zu gehören und daran beteiligt zu sein, den Menschen zu helfen. Mochte es eine Farce sein, mochte es kalkuliert sein, doch Tatsache war: es geschah etwas. Die Trümmer wurden vielleicht beseitigt und den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Häuser neu aufzubauen.
