20-06-2024, 21:16 - Wörter:
Als Sean die Augen aufschlug, war die Welt noch nicht gänzlich erwacht. Seine Frau lag so weit von ihm entfernt, den Rücken ihm zugewandt, dass er davon ausging, dass sie noch im tiefen Schlummer lag.
Gus, der Diener, der ihn, geweckt hatte, füllte gerade einen Becher mit Wasser und reichte es dem Prinzen, der sich mit einem Stöhnen aufrichtete. „Sind meine Brüder auf?“ Er sprach so leise, dass Gus ihn nur mit Mühe hören konnte. Dann nahm er ein paar große Schlucke Wasser. Seine Kehle war jeden Morgen wie ausgedörrt,
„Prinz Eoan hat bereits gefrühstückt und ist… nach draußen gegangen.“ In Gus Stimme lag ein Zögern, so als fürchtete er, dass er den Groll Seans auf sich ziehen könnte.
„Natürlich“, entgegnete dieser säuerlich. Eoan musste schließlich immer der Erste sein, bei allem. Dabei hatte sich Sean besonders früh wecken lassen, sodass er seinem Bruder voraus sein konnte. Doch er hätte es besser wissen müssen. „Ich verzichte auf mein Frühstück. Bitte lasst mir Proviant einpacken.“ Mit diesen Worten stemmte er die Hände auf die Oberschenkel und erhob sich. Sollte Eoan der erste Mann im Stall sein, doch er würde den ersten Keiler erlegen. Das hatte er sich jedenfalls fest vorgenommen.
Einige Zeit später, begab sich Sean, der nun bestens vorbereitet war (samt Proviant, bequemer Kleidung, Pfeilen und Bogen), in die Richtung der Ställe. Der Wald war an diesem Morgen friedlich und hatte seinen ganz eigenen Geruch, der immer dann entstand, wenn der Tau noch auf den Blättern lag. Die ersten Vögel sangen ihre Lieder, und die aufkommende Morgenröte zog für einige Momente Seans Aufmerksamkeit auf sich, ehe ihn ein Geräusch davon ablenkte. Finn.
„Heute scheinen alle pünktlich zu sein“, bemerkte der Ältere. „Hast du schon gegessen?“ Er selbst aß zu dieser Morgenstunde nicht gerne, hätte sich aber dazu gezwungen, wenn er die Zeit gehabt hätte. „Eoan scheint unsere Wette offensichtlich ernst zu nehmen. Er hat das Haus bereits verlassen, bevor ich geweckt worden bin.“ Doch auch Sean nahm sie ernst.
Sie waren nur noch wenige Schritte von den Ställen entfernt, als Eoans ungeduldige Stimme zu ihnen herüber wehte. Und da stand er, arrogant wie eh und je, die Arme verschränkt und mit tadelnden Worten, so als würde er bereits seit Stunden auf sie warten. „Wir sind zu rechten Zeit gekommen. Es ist nicht unsere Schuld, dass du wieder übertreiben musst. Arkle ist schon gesattelt, wie ich sehe.“ Er hob eine Hand, um Arkle zwischen den Augen zu kraulen. „Unsere Pferde sind nicht zufällig auch schon vorbereitet?“ Er sah seinen Bruder mit einem herausfordernden Lächeln
an, denn er meinte die Antwort bereits zu kennen. Warum sollte sich Eoan darüber auch Gedanken machen (nicht, dass Sean sich dieser Aufgabe angenommen hätte).
Gus, der Diener, der ihn, geweckt hatte, füllte gerade einen Becher mit Wasser und reichte es dem Prinzen, der sich mit einem Stöhnen aufrichtete. „Sind meine Brüder auf?“ Er sprach so leise, dass Gus ihn nur mit Mühe hören konnte. Dann nahm er ein paar große Schlucke Wasser. Seine Kehle war jeden Morgen wie ausgedörrt,
„Prinz Eoan hat bereits gefrühstückt und ist… nach draußen gegangen.“ In Gus Stimme lag ein Zögern, so als fürchtete er, dass er den Groll Seans auf sich ziehen könnte.
„Natürlich“, entgegnete dieser säuerlich. Eoan musste schließlich immer der Erste sein, bei allem. Dabei hatte sich Sean besonders früh wecken lassen, sodass er seinem Bruder voraus sein konnte. Doch er hätte es besser wissen müssen. „Ich verzichte auf mein Frühstück. Bitte lasst mir Proviant einpacken.“ Mit diesen Worten stemmte er die Hände auf die Oberschenkel und erhob sich. Sollte Eoan der erste Mann im Stall sein, doch er würde den ersten Keiler erlegen. Das hatte er sich jedenfalls fest vorgenommen.
Einige Zeit später, begab sich Sean, der nun bestens vorbereitet war (samt Proviant, bequemer Kleidung, Pfeilen und Bogen), in die Richtung der Ställe. Der Wald war an diesem Morgen friedlich und hatte seinen ganz eigenen Geruch, der immer dann entstand, wenn der Tau noch auf den Blättern lag. Die ersten Vögel sangen ihre Lieder, und die aufkommende Morgenröte zog für einige Momente Seans Aufmerksamkeit auf sich, ehe ihn ein Geräusch davon ablenkte. Finn.
„Heute scheinen alle pünktlich zu sein“, bemerkte der Ältere. „Hast du schon gegessen?“ Er selbst aß zu dieser Morgenstunde nicht gerne, hätte sich aber dazu gezwungen, wenn er die Zeit gehabt hätte. „Eoan scheint unsere Wette offensichtlich ernst zu nehmen. Er hat das Haus bereits verlassen, bevor ich geweckt worden bin.“ Doch auch Sean nahm sie ernst.
Sie waren nur noch wenige Schritte von den Ställen entfernt, als Eoans ungeduldige Stimme zu ihnen herüber wehte. Und da stand er, arrogant wie eh und je, die Arme verschränkt und mit tadelnden Worten, so als würde er bereits seit Stunden auf sie warten. „Wir sind zu rechten Zeit gekommen. Es ist nicht unsere Schuld, dass du wieder übertreiben musst. Arkle ist schon gesattelt, wie ich sehe.“ Er hob eine Hand, um Arkle zwischen den Augen zu kraulen. „Unsere Pferde sind nicht zufällig auch schon vorbereitet?“ Er sah seinen Bruder mit einem herausfordernden Lächeln
an, denn er meinte die Antwort bereits zu kennen. Warum sollte sich Eoan darüber auch Gedanken machen (nicht, dass Sean sich dieser Aufgabe angenommen hätte).
