21-06-2024, 05:34 - Wörter:
Was auch immer die zwei Frühlingsblumen an emotionaler Akzeptanz füreinander empfanden, stieß bei dem Winterländer auf wenig Verständnis. Aber seis drum, wenn sie sich um die Legitimität ihrer Gefühle unterhalten wollten, dann sollten sie das tun. Es änderte nur leider nichts daran, dass solche Gefühle in einer Kriegssituation nicht weiter halfen, so legitim sie auch waren. Aleena wusste um die Situation in Arcandas. Sie wusste, dass die Castellanos keinen vernünftigen Stellenwert mehr in ihrer Gesellschaft hatten, ihn über die Jahre zunichte gemacht hatten unter zu viel Wein und zu viel Reichtum, der aus all ihren Taschen gezogen wurde. Glaubte sie, Augusto würde verständnisvoll abdanken, wenn man mit ihm nur darüber redete? Vielleicht ließ er sich ja mit ein paar frisch gepflückten Blumen überzeugen, wer wusste das schon.
Leifs Meinung nach hatten sie alle die alten Traditionen lange genug gewahrt; es war an der Zeit, dass das Winterland sich positionierte und keinen dicken König mehr anerkannte. Besser, sie waren unabhängig, bevor Augustos Sohn sich entschied, seine Macht zu etwas Schlimmerem auszunutzen als nur zu seinem eigenen Vergnügen.
Ein Blick zu Aleena verriet, dass Leif nicht viel Verständnis für sie aufbringen konnte, aber er verurteilte sie auch nicht für ihre Sorgen. Würde er sich nicht so danach sehnen, endlich aktiv zu werden und nicht mehr länger rumzusitzen und Däumchen zu drehen, dann würde er sich vielleicht auch Sorgen machen. Vielleicht. Fakt war, dass er sehr viel mehr Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten und in die von Charles steckte, als es Aleena scheinbar tat. Aus Respekt allein hatte er Charles ausreden lassen und ließ nun auch Aleena den Raum, ihre Frage zu stellen und beantwortet zu wissen, bevor er selbst seine Meinung preisgab.
Den Stiel vom Glas in der Hand drehend, beobachtete er den Wein dabei, wie kleinste Wellen die Oberfläche durchbrachen. “Ich sehe das anders”, hob er schließlich seinen Blick und fasste Charles ins Auge. Respekt beruhte auf Gegenseitigkeit, so erwartete er auch von dem König, dass er gehört wurde. “Deine Soldaten haben kaum gekämpft. Anstatt sich die Bäuche mit den Vorräten der Stadt vollzuschlagen, hätten wir die Energie und den Kampfgeist nutzen können, um bis Bardon Pass vorzudringen. Du siehst doch selbst, dass Augusto noch gar nicht bereit ist, zurückzuschlagen.” Zugegeben konnte Leif das jetzt leicht sagen, hatte er doch zwei Wochen lang Zeit gehabt, die Situation zu beobachten und selbst zu beurteilen. Das Wissen, was er jetzt nutzen konnte, hatten sie zum Zeitpunkt des Angriffs natürlich nicht gehabt. Dem war er sich auch bewusst, allerdings hätte er, wär er an Charles Stelle gewesen, vermutlich einfach sein Glück erprobt und die Chance ergriffen, weiter ins Land vorzudringen. “Bardon Pass ist umringt von einer natürlichen Mauer und der Schlüssel zu King’s Portal. Vor zwei Wochen noch gab es dort mehr Winzer als Soldaten. Jetzt stellt die Stadt eine Herausforderung dar, die wir uns selbst zu Nutzen hätten machen können.”
Leifs Stimme war ernst, aber nicht brüsk. Sein Blick war direkt, aber nicht abweisend oder gar provokant. Die letzten Tage hatten ihm tatsächlich geholfen, den Sturm in seinem Kopf ein wenig zu beruhigen und sein Kriegerherz nicht mehr nach rücksichtslosem Kampf und Abenteuer dürsten zu lassen. Langsam sah er ein, dass er eben nicht Legenden hatte schreiben und die Zukunft hatte formen können. Nachdem tatsächlich Aleenas Anwesenheit und ihr Verständnis für eine gewisse Ausgeglichenheit in seiner Laune gesorgt hatte, brauchte es eigentlich nur noch Charles Erklärung, dass der Kronprinz die aktuelle Situation akzeptieren konnte. Wenn er ihm doch nur diese eine Frage beantwortete, die ihm so auf der Zunge brannte. “Wolltest du wirklich nur Eastergold Meadow einnehmen, weil die Stadt einmal zum Frühlingsland gehörte?”
Leifs Meinung nach hatten sie alle die alten Traditionen lange genug gewahrt; es war an der Zeit, dass das Winterland sich positionierte und keinen dicken König mehr anerkannte. Besser, sie waren unabhängig, bevor Augustos Sohn sich entschied, seine Macht zu etwas Schlimmerem auszunutzen als nur zu seinem eigenen Vergnügen.
Ein Blick zu Aleena verriet, dass Leif nicht viel Verständnis für sie aufbringen konnte, aber er verurteilte sie auch nicht für ihre Sorgen. Würde er sich nicht so danach sehnen, endlich aktiv zu werden und nicht mehr länger rumzusitzen und Däumchen zu drehen, dann würde er sich vielleicht auch Sorgen machen. Vielleicht. Fakt war, dass er sehr viel mehr Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten und in die von Charles steckte, als es Aleena scheinbar tat. Aus Respekt allein hatte er Charles ausreden lassen und ließ nun auch Aleena den Raum, ihre Frage zu stellen und beantwortet zu wissen, bevor er selbst seine Meinung preisgab.
Den Stiel vom Glas in der Hand drehend, beobachtete er den Wein dabei, wie kleinste Wellen die Oberfläche durchbrachen. “Ich sehe das anders”, hob er schließlich seinen Blick und fasste Charles ins Auge. Respekt beruhte auf Gegenseitigkeit, so erwartete er auch von dem König, dass er gehört wurde. “Deine Soldaten haben kaum gekämpft. Anstatt sich die Bäuche mit den Vorräten der Stadt vollzuschlagen, hätten wir die Energie und den Kampfgeist nutzen können, um bis Bardon Pass vorzudringen. Du siehst doch selbst, dass Augusto noch gar nicht bereit ist, zurückzuschlagen.” Zugegeben konnte Leif das jetzt leicht sagen, hatte er doch zwei Wochen lang Zeit gehabt, die Situation zu beobachten und selbst zu beurteilen. Das Wissen, was er jetzt nutzen konnte, hatten sie zum Zeitpunkt des Angriffs natürlich nicht gehabt. Dem war er sich auch bewusst, allerdings hätte er, wär er an Charles Stelle gewesen, vermutlich einfach sein Glück erprobt und die Chance ergriffen, weiter ins Land vorzudringen. “Bardon Pass ist umringt von einer natürlichen Mauer und der Schlüssel zu King’s Portal. Vor zwei Wochen noch gab es dort mehr Winzer als Soldaten. Jetzt stellt die Stadt eine Herausforderung dar, die wir uns selbst zu Nutzen hätten machen können.”
Leifs Stimme war ernst, aber nicht brüsk. Sein Blick war direkt, aber nicht abweisend oder gar provokant. Die letzten Tage hatten ihm tatsächlich geholfen, den Sturm in seinem Kopf ein wenig zu beruhigen und sein Kriegerherz nicht mehr nach rücksichtslosem Kampf und Abenteuer dürsten zu lassen. Langsam sah er ein, dass er eben nicht Legenden hatte schreiben und die Zukunft hatte formen können. Nachdem tatsächlich Aleenas Anwesenheit und ihr Verständnis für eine gewisse Ausgeglichenheit in seiner Laune gesorgt hatte, brauchte es eigentlich nur noch Charles Erklärung, dass der Kronprinz die aktuelle Situation akzeptieren konnte. Wenn er ihm doch nur diese eine Frage beantwortete, die ihm so auf der Zunge brannte. “Wolltest du wirklich nur Eastergold Meadow einnehmen, weil die Stadt einmal zum Frühlingsland gehörte?”
