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The beauty of a desert flower lies in its resilience
27.08.1016 - 16:00
Gärten des Königspalastes
Ismeth Abd al-Azim Naila Castellanos

Unregistered
Ismeth Abd al-Azim
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#5
Es war zu gleichen Teilen beruhigend wie beunruhigend, wie die Prinzessin genau zu wissen schien, woher seine rührselige Stimmung stammte. Oder besser formuliert, dass sie ihm seine Besorgnis an der Nasenspitze anzusehen schien, ganz egal wie präsent die in seinem Gesicht prangte. Ismeth senkte ergeben den Kopf und blieb tatsächlich sitzen, entspannte sich sogar etwas und folgte dem Beispiel der erhabenen Figur neben sich und lauschte dem leisen Wasserspiel der Brunnen um sie herum. Er hatte auf der Farm auch einige, nicht zuletzt als Tränken für seine Tiere, doch die Opulenz hier im königlichen Garten konnte er nicht mal im Ansatz nachahmen. Auch wenn sie auf seine Frage nach der Vegetation des Königslandes nicht einging und seinen anscheinend unzulänglichen Versuch einer Aufmunterung umging, so verriet die Prinzessin ihre Gedanken mit den nächsten Worten und er glaubte einen Deut von Neugierde zu erkennen, als sein Blick kurz über ihre dunklen Augen schweifte. Es war ein persönliches Thema, dessen war er sich bewusst, und dennoch. Vielleicht war es an ihm, ihr Mut zuzusprechen für die kommenden Wochen und vielleicht war es ihre Art, ihn von seiner eigenen Laune abzulenken, deren dunkle Schwere er heute nicht abschütteln konnte. Es war die Sehnsucht nach der Königin, die seine Sinne gefangen nahm und er wünschte sich inbrünstig, dass auch die junge Prinzessin einmal dieses Gefühl erleben würde. Es war bittersüß, nicht immer einfach, und dennoch wollte er dieses Gefühl bis zu seinem letzten Atemzug in sich tragen. Ismeth schluckte und verscheuchte seine Gedanken an die Konsequenzen, die ihre Affäre heraufbeschwören würde, wenn sie nicht weiterhin so vorsichtig waren wie kleine Mäuse in einem Garten voller Habichte.

“Dann bleibe ich gerne, eure Majestät, und stehe euch mit Rat und Tat zur Seite. Und ein paar Geschichten, wenn euch daran gelegen ist.” Er lächelte und versuchte sich an seine eigene Hochzeit zu erinnern, was ihm nicht immer gelang. Ismeth verband damit mehr den Verlust seiner Frau und noch viel mehr seines Sohnes, diesem kleinen Hoffnungsschimmer, der bereits erloschen war bevor er die Welt sein eigen nennen konnte. Es vergingen Wochen, Monate, ohne einen Gedanken an sie und dann reichte eine wohlgemeinte Frage aus, ihm Erinnerungen wie gemalte Bilder vor sein Auge zu zaubern. Und plötzlich erinnerte ihn das sanfte Plätschern vom Wasser an die Melodie ihres Flötenspiels. Das Zwitschern der Vögel an ihr helles Lachen. Die Farben der hier wachsenden Blumen an das grün ihrer Augen. Sherine war ihm eine gute Ehefrau gewesen und er schlcukte, auch wenn das alles nun schon ein Jahrzehnt hinter ihm lag.

“Meine Frau stammte aus Yalewdal …” begann er, nicht wissend ob es nur ein Zufall war, diesen Namen von den Lippen der Prinzessin zu hören “... und sie war wunderschön. Unbeschwert. Ihre Augen funkelten wie Juwelen.” Ismeth konnte sich ein schwärmerischen Lächeln nicht verbieten und ließ ihm einen entschuldigenden Blick folgen. Das war nicht ihre Frage gewesen. “Unsere Hochzeit fand sowohl in ihrer Heimat statt, wie auch auf der Elefantenfarm meiner Familie. Meine Eltern und meine Geschwister sind gemeinsam angereist und haben den Hazan Sayyid entsprechend im Haus ihrer Familie verbracht und dann am darauffolgenden Tag bin ich auf einem Elefanten reitend zu ihrem Haus zurückgekehrt und habe ihre Familie und sie mit Geschenken überhäuft. Selbst der Elefant war eines davon, auch wenn die Familie ihn nicht halten konnte und bald darauf weiter verkaufen musste.” Ismeth grinste, wie jung er damals gewesen war! “Und dann ist habe ich sie entführt und wir sind den ganzen Weg zurück zur Farm gemeinsam geritten, sie hatte so schreckliche Angst vor den Tieren, ich musste beinahe befürchten meine Frau bereits vor dem Beenden der Feierlichkeiten zu verlieren, weil sie sich bei jedem Schnauben zu Tode erschreckte.” Diesmal lachte Ismeth und schüttelte amüsiert den Kopf. “Die eigentliche Eheschließung, wenn ihr so wollt, erfolgte dann einen Tag später, wir feierten Niran erst am vierten Tag, weil es so lange dauerte ihre Familie zu uns anreisen zu lassen. Es gab ein ausladendes, feierliches Essen und Tänze und Wein und Gesang. Es war ein gutes Fest.” Er nickte, die letzten Erinnerungen, die noch vor seinen dunklen Augen anhielten, vertreibend. Seine Ehe hatte nicht mal ein Jahr gehalten.
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The beauty of a desert flower lies in its resilience - von Ismeth Abd al-Azim - 04-06-2024, 20:22
RE: The beauty of a desert flower lies in its resilience - von Ismeth Abd al-Azim - 14-06-2024, 14:56
RE: The beauty of a desert flower lies in its resilience - von Ismeth Abd al-Azim - 01-07-2024, 18:13
RE: The beauty of a desert flower lies in its resilience - von Ismeth Abd al-Azim - 04-08-2024, 11:32
RE: The beauty of a desert flower lies in its resilience - von Ismeth Abd al-Azim - 28-08-2024, 08:53

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