21-07-2024, 17:54 - Wörter:
Das Abendessen verlief ruhig. Hauptsächlich erzählte Gareth von der Jagd, was der Fürst mit wohlwollendem Nicken kommentierte. In diesen Momenten spürte Gareth die Zuneigung des Fürsten und fühlte sich wie Tiarnans eigener Sohn. Manchmal hatte er den Eindruck, Tiarnan wünschte sich, Rory wäre ein wenig mehr an der Jagd oder am Reiten interessiert – also ein wenig mehr wie Gareth.
Während des Essens saß die Hohepriesterin Alys würdevoll auf ihrem Platz. Sie sprach wenig, aß wenig und schien dennoch vollauf präsent zu sein. Vielleicht war es deswegen so ruhig an der Familientafel, weil alle von Alys’ Präsenz eingeschüchtert waren. Gareth kannte diese raumeinnehmende Anwesenheit seiner Mutter gut; sie konnte einen völlig in ihren Bann schlagen. Obwohl sie ihn nicht einschüchterte, verdrängte ihre Präsenz allen Groll, den er ihr gegenüber empfand, sowie den Schmerz und die Traurigkeit, die ihr Weggang hinterlassen hatten. Stattdessen bahnten sich Liebe und der Wunsch, sie stolz zu machen, ihren Weg in sein Herz.
Dennoch spürte Gareth, dass dieser Besuch etwas Besonderes war. Es lag etwas in der Luft, als hätte Alys nicht nur einen ihrer üblichen Besuche im Sinn, sondern etwas Bedeutsameres. Dies ließ in ihm eine warnende Stimme laut werden, denn er wusste, dass seine Mutter wollte, dass er eines Tages in den Hain zurückkehrte. Doch er war sich nicht sicher, ob er dazu bereit war oder wann dieser Zeitpunkt kommen würde.
Nach dem Essen bat ihn seine Mutter, sie zu ihrem Gästezimmer zu begleiten. Gareth bot ihr seinen Arm an und führte sie, ganz der brave Sohn, der er war, zu dem Zimmer. Sie waren oft so spazieren gegangen bei ihren Besuchen, was den jungen Mann jedes Mal mit tiefem Glück erfüllte und ihn tagelang in eine Krise stürzte, wenn Alys wieder abgereist war. Dann hasste er sie noch mehr für das, was sie getan hatte und immer noch tat – ihn zu verlassen. Und doch war er jedes Mal wieder voller Liebe für die Hohepriesterin, kaum war er in ihrer Nähe.
Nachdem sie das Gästezimmer erreicht hatten, setzte Alys ihn in Kenntnis, dass sie noch ein paar Worte mit ihm sprechen wollte. Gareth betrat zusammen mit seiner Mutter das Zimmer und setzte sich ihr gegenüber, aufmerksam und gespannt auf das, was sie zu sagen hatte. Ihre Worte waren so wohl gewählt, dass der junge Mann nichts anderes als Dankbarkeit empfinden konnte für die Möglichkeit, bei der Fürstenfamilie aufzuwachsen.
„Nun, ich bin dir wirklich dankbar, dass ich bei den Henaghens aufwachsen durfte, Mutter“, meinte Gareth vorsichtig. „Auch wenn es anfangs schwer war, euch alle zu verlassen, meine Familie.“ Er hob den Blick und sah Alys in die Augen, suchte nach einer Bestätigung, dass es ihr leidtat, ihren Sohn in so jungen Jahren weggegeben zu haben.
Doch das war nur das Vorgeplänkel. Ihre weiteren Worte machten klar, worum es ihr in Wirklichkeit ging – Gareths Rückkehr in den Hain, zumindest besuchsweise. Was das im Detail bedeutete, ließ die Hohepriesterin allerdings offen.
Als Alys seine Schwester erwähnte, wurde sein Blick weich. Man musste es der Hohepriesterin lassen, sie wusste geschickt ihre Worte zu wählen, um Gareth in die gewünschte Richtung zu lenken. „Ich vermisse Glynis jeden Tag und würde sie sehr gerne wiedersehen. Ich hoffe, sie ist wohlauf?“ Erneut sah der junge Mann seiner Mutter forschend in die Augen, denn er hatte in letzter Zeit eine gewisse Unruhe gespürt und wusste, dass sie von seiner Schwester kam. Als Zwillinge hatten sie eine ganz besondere Verbindung zueinander. Die Bitte seiner Mutter, sie in den Hain zurückzubegleiten, ließ der junge Mann vorerst unbeantwortet.
Während des Essens saß die Hohepriesterin Alys würdevoll auf ihrem Platz. Sie sprach wenig, aß wenig und schien dennoch vollauf präsent zu sein. Vielleicht war es deswegen so ruhig an der Familientafel, weil alle von Alys’ Präsenz eingeschüchtert waren. Gareth kannte diese raumeinnehmende Anwesenheit seiner Mutter gut; sie konnte einen völlig in ihren Bann schlagen. Obwohl sie ihn nicht einschüchterte, verdrängte ihre Präsenz allen Groll, den er ihr gegenüber empfand, sowie den Schmerz und die Traurigkeit, die ihr Weggang hinterlassen hatten. Stattdessen bahnten sich Liebe und der Wunsch, sie stolz zu machen, ihren Weg in sein Herz.
Dennoch spürte Gareth, dass dieser Besuch etwas Besonderes war. Es lag etwas in der Luft, als hätte Alys nicht nur einen ihrer üblichen Besuche im Sinn, sondern etwas Bedeutsameres. Dies ließ in ihm eine warnende Stimme laut werden, denn er wusste, dass seine Mutter wollte, dass er eines Tages in den Hain zurückkehrte. Doch er war sich nicht sicher, ob er dazu bereit war oder wann dieser Zeitpunkt kommen würde.
Nach dem Essen bat ihn seine Mutter, sie zu ihrem Gästezimmer zu begleiten. Gareth bot ihr seinen Arm an und führte sie, ganz der brave Sohn, der er war, zu dem Zimmer. Sie waren oft so spazieren gegangen bei ihren Besuchen, was den jungen Mann jedes Mal mit tiefem Glück erfüllte und ihn tagelang in eine Krise stürzte, wenn Alys wieder abgereist war. Dann hasste er sie noch mehr für das, was sie getan hatte und immer noch tat – ihn zu verlassen. Und doch war er jedes Mal wieder voller Liebe für die Hohepriesterin, kaum war er in ihrer Nähe.
Nachdem sie das Gästezimmer erreicht hatten, setzte Alys ihn in Kenntnis, dass sie noch ein paar Worte mit ihm sprechen wollte. Gareth betrat zusammen mit seiner Mutter das Zimmer und setzte sich ihr gegenüber, aufmerksam und gespannt auf das, was sie zu sagen hatte. Ihre Worte waren so wohl gewählt, dass der junge Mann nichts anderes als Dankbarkeit empfinden konnte für die Möglichkeit, bei der Fürstenfamilie aufzuwachsen.
„Nun, ich bin dir wirklich dankbar, dass ich bei den Henaghens aufwachsen durfte, Mutter“, meinte Gareth vorsichtig. „Auch wenn es anfangs schwer war, euch alle zu verlassen, meine Familie.“ Er hob den Blick und sah Alys in die Augen, suchte nach einer Bestätigung, dass es ihr leidtat, ihren Sohn in so jungen Jahren weggegeben zu haben.
Doch das war nur das Vorgeplänkel. Ihre weiteren Worte machten klar, worum es ihr in Wirklichkeit ging – Gareths Rückkehr in den Hain, zumindest besuchsweise. Was das im Detail bedeutete, ließ die Hohepriesterin allerdings offen.
Als Alys seine Schwester erwähnte, wurde sein Blick weich. Man musste es der Hohepriesterin lassen, sie wusste geschickt ihre Worte zu wählen, um Gareth in die gewünschte Richtung zu lenken. „Ich vermisse Glynis jeden Tag und würde sie sehr gerne wiedersehen. Ich hoffe, sie ist wohlauf?“ Erneut sah der junge Mann seiner Mutter forschend in die Augen, denn er hatte in letzter Zeit eine gewisse Unruhe gespürt und wusste, dass sie von seiner Schwester kam. Als Zwillinge hatten sie eine ganz besondere Verbindung zueinander. Die Bitte seiner Mutter, sie in den Hain zurückzubegleiten, ließ der junge Mann vorerst unbeantwortet.
