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Versteckerle
17.08.1016 - 17:30
Hodgsons Waffenschmiede
Dunstan Hodgson Helena Rathnell

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Helena Rathnell
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Stand
User
#12
Helena kicherte leise, als sich Dunstan so davor drückte mit dem Preis des Weines rauszurücken. Aber ganz ehrlich, es kümmerte sie nicht. Er konnte schließlich mit seinem Geld machen, was er wollte. Und solange sie ein bisschen davon auch profitieren konnte, wollte sie ihm seine spendable Art sicherlich nicht vorwerfen. Ganz im Gegenteil, lustvoll nahm sie gleich wieder einen ordentlichen Schluck und merkte dabei recht schnell, wie ihr der schwere Wein samtig zu Kopfe stieg. Genüsslich ließ sie die rote Flüssigkeit ihre Kehle hinab rinnen, ehe sie den Becher gleich nochmal ansetzte. So konnte es sich doch wahrlich leben. Ein lauer Sommerabend, die Sonne, die sich allmählich in bunten Farben dem Horizonte näherte, eine laue Brise, die die schwere Hitze des Tages vertrieb, das leiser werdenden Gemurmel der Straße vor den Mauern und dazu ein süßlich-weicher Duft der blühenden Blumen in den Töpfen und Bottichen verteilt. Herrlich. Bald mal würden sich auch die Sterne zeigen, vielleicht konnten sie sogar den Mond sehen zwischen dem Dächerwald der Nachbarschaft. Zufrieden seufzte Helena auf, lächelte wie eine Katze, die sich an warmer Milch satt getrunken hatte. Wenn sie die Augen schloß, konnte sie sich einbilden, dass es Edgar war, der an ihrer Seite auf der Bank saß, dass alles war wie früher, dass sie immer noch eine vollständige Familie waren.

Aber es war Dunstans Stimme, die die Stille durchbrach. Bitte nicht falsch verstehen, sie freute sich über die Nähe des Schmieds sicherlich ebenso, dennoch schmerzte der Verlust des Ehemannes immer noch ein wenig in der Seele. “Ackergaul?“ verschluckte sie sich fast an dem Wein, der allmählich bald leer werden würde in ihrem Becher. “Also ich bitte dich, so sehr spann ich dich auch nicht vor den Pflug!“ echauffierte sie sich nun auch ein wenig. “Das bisschen Reparaturhilfe… pf, das könnt ich auch allein, aber ich wollte dir nicht das Gefühl geben, dass ich dich ni….“ ups. Jetzt hätte sie sich fast verraten, dass sie hin und wieder auch mal eine Aufgabe ‚erfand‘, um sie an ihn auszulagern, nur damit sie ein wenig Zeit miteinander verbringen könnten. Also, anfangs brauchte sie ihn wirklich, weil sie einfach nicht fähig war manche Ausbesserungsarbeiten zu erledigen, sowohl psychisch als auch physisch. Dann war es ihr nur Recht, dass ein Mann wieder in ihrer Nähe war, weil sie ganz unbewusst Edgar auf den benachbarten Schmied projizierte und zumindest so tun konnte, als hätte sie noch einen Ehemann. Doch der Geist Edgars, der durch das Haus und ihr Herz spukte, wurde immer weniger und weniger. Und Dunstan wurde ein fixer Bestandteil in ihrem Alltag, nahm einen leeren Platz ein, den sie ihm nur all zu gern bereitete. Hastig trank die Witwe den restlichen Wein aus und hüstelte ertappt. “Hast du noch?“ während sie ihm den leeren Becher vor der Nase herumwedelte und darauf wartete, dass er ihn wieder füllte.

Zum Glück war er ihr nicht böse, als sie sich an seine Schulter lehnte. Die Sommerschwüle ließ den flugs getrunkenen Wein gleich schneller wirken, machte Helena ein wenig leichtsinnig, im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre Gedanken tanzten, erfreuten sich des Seins und ließen ihr einen zufriedenen Schauer durch den Körper rieseln. Das Ganze wurde natürlich noch angeheizt, als Dunstan – völlig unauffällig natürlich – seine Arme um sie legte und ihr gedankenverloren über den Oberarm strich. Das vermisste sie sehr. Diese kleinen körperlichen Zuneigungsbekundungen, die einem Geborgenheit und Wärme gaben und das Gefühl von Vertrautheit. Gerade diese aber, war jäh wieder dahin, als Dunstan empört aufbrauste. “Ja, der Bäckerbursch.“ schmunzelte Helena, jetzt konnte sie sich erinnern. Ida hatte ihr doch erzählt, dass ihr Hugh oft ein selbst gebackenes Brötchen oder Süßgebäck mitbrachte. “Na und? Als hättest du dir mit zehn nicht allmählich auch deine Schulkameradinnen etwas genauer angeschaut. Das heißt doch noch gar nichts.“ ließ Helena den Wein im Becher herum schwappen und trank dann wieder einen Schluck. “Noch zehn Jahre warten? Ich bin mir nicht sicher, ob du das so bestimmen kannst, mein Guter!“ witzelte sie ob seines Schnaubens. “Wenn sie sich mit großen Augen anhimmelt und dir erklärt, wie toll nicht der eine oder andere Bursch ist, dann möchte ich sehen, dass du da hart bleiben kannst.“ Möge es nur so sein. Das wünschte sie der kleinen Ida, dass es ihre Entscheidung war, die Wahl des Ehemannes, und nicht irgendein Zwang. Natürlich konnten die Eltern Vorschläge machen und nicht immer musste es rosaäugige Liebe sein, die die Wahl traf, aber sie sollte zumindest ein Mitspracherecht haben. So versuchte sie es auch bei ihren Kindern. Apropos, sie sollte Anne auch mal nach ihren Herzensangelegenheiten fragen. Oder mal bei den Brüdern nachfragen, ob ihre Söhne denn ein Liebchen schon hatten. Ohje, nein, da nahm sie lieber noch einen großen Schluck Wein.

“Glaubst du sie hört auf mich?“ Ohne Frage mochte sie die kleine Schmiedstochter, als wäre es ihre eigene. Und trotzdem spielte sie sich nicht als Stiefmutter auf oder wollte gar in die Erziehung des Nachbarns hineinpfuschen. Das war seine Sache. Sie half gern, natürlich, aber nur, wenn man sie darum bitten würde. “Ich bin mir sicher, dass sie schon Verstand genug hat, nicht auf einen trotteligen Aufreisser reinzufallen oder einem arroganten Tunichtgut aufzusitzen. Sie muss sich ja nur dich als Vorbild nehmen, dann findet sie schon den Ri….“ verdammt, nicht schon wieder. Erneut stoppte sie sich mitten im Satz, als sie bemerkte, dass der Alkohol ihre Zunge viel lockerer machte, als ihr lieb war. Und wieder versteckte sie das Fettnäpfchen hinter einem ordentlichen Schluck. “Also ich glaub da brauchst du keine Sorgen haben, aber ich bin gern da, wenn ich mit ihr reden soll“ versuchte sie die Kurve zu kratzen. Zum Glück wechselte er das Thema, wobei nicht gerade zum Angenehmeren. Ehrlich gesagt hatte sie noch nicht wirklich mit einem Fremden über ihre Trauer geredet. Ja, sicherlich, mit ihren Schwestern, ohne Frage, ein wenig auch mit ihren Schwägerinnen, schließlich standen sie sich alle nahe in der verknüpften Familienstruktur. Aber sonst… nicht einmal mit ihren Freundinnen. Die hatten doch alle ihre eigenen Sorgen. Anfangs gab es schon ein paar Gespräche, aber irgendwann war man des themas überdrüssig, ganz gleich, ob Helena vielleicht nicht doch noch das Bedürfnis hatte, Edgar durch Worte am Leben zu erhalten. Mittlerweile hatte sie fast die Angst ihn zu vergessen, sich nicht mehr an ihn zu erinnern, seinem Leben nicht angemessen Respekt zu zollen als seine Ehefrau, nun Witwe.

Unruhig rutschte Helena auf der Bank herum ein wenig weg aus der Umarmung des Schmieds, die ihr auf einmal ein wenig zu intim wirkte, nun, da ihr Edgar wieder durch die Gedanken geisterte. Tief seufzte sie auf und richtete sich gerade, die Gefühle vom Alkohol viel näher an der Oberfläche, da wurde sie ganz wehmütig und emotional. “Nein.“ wisperte sie leise und sah in den Becher. “Sie haben mir Edgar nicht aufgedrängt, aber vielleicht war es indirekt ihr Plan, als sie mich zu den Rathnells in die Lehre gegeben haben. Die waren lang ja schon befreundet mit meinen Eltern, weißt du?“ kein Wunder, als Weber kannte man die anderen Familien in der Tuchhandwerksszene. Und Verbindungen untereinander waren natürlich gewünscht. “Wir haben einfach viel Zeit miteinander verbracht und so hat man sich kennen gelernt und dann… dann ergab eben einfach eines das andere und er hat mich gefragt.“ zuckte sie mit den Schultern und trank sich Mut an weiter zu reden. “Er war keine schlechte Wahl, witzig und aufmerksam, aber auch fleissig und ein Familienmensch.“ Ganz ähnlich wie Dunstan eben auch. Noch ehe ihr die Tränen in die Augen schoß, stoppte sie lieber die Erzählung. Es tat doch ein wenig weg, daran zu denken, was sie verloren hatte. “Hast du noch?“ wiederholte sie sich, drehte sich ein bisschen zu ihm und streckte ihm neuerlich den Becher entgegen. “Wie war es bei dir?“ von seiner Frau, seiner Ehe, hatte Helena absolut keine Ahnung, das war vor ihrer Zeit gewesen. Natürlich kursierte irgendwelcher Klatsch und Tratsch, der manchmal gar übertrieben sich anhörte und zumeist einfach nur widersprüchlich war.
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Nachrichten in diesem Thema
Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 14-06-2024, 15:34
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 21-06-2024, 21:15
RE: Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 25-06-2024, 21:16
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 29-06-2024, 22:25
RE: Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 01-07-2024, 13:51
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 02-07-2024, 22:35
RE: Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 05-07-2024, 16:06
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 07-07-2024, 23:05
RE: Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 08-07-2024, 09:01
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 13-07-2024, 16:12
RE: Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 23-07-2024, 07:59
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 27-07-2024, 21:22
RE: Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 04-08-2024, 10:46
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 11-08-2024, 21:58
RE: Versteckerle - von Dunstan Hodgson - 28-08-2024, 09:45
RE: Versteckerle - von Helena Rathnell - 30-08-2024, 00:17

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