06-08-2024, 18:31 - Wörter:
Graces Lächeln und ihre lebhafte Art hatten Aldens Herz erwärmt. Die Aussicht, sie bald wiederzusehen und mehr Zeit mit ihr zu verbringen, erfüllte ihn mit Freude. Auch wenn ihre Worte einen neckischen Tonfall hatten, spürte er die Ernsthaftigkeit in ihrem Wunsch, mehr über ihn und seine Welt zu erfahren.
„Meine Freunde in der Hauptstadt führen ihr Leben meist so weiter wie gewohnt, auch wenn ich nicht da bin“, antwortete Alden mit einem leichten Schmunzeln. „Sie sind schließlich alle Ritter der Königsgarde und jeder hat seine eigenen Aufgaben und Eigenheiten. Aber sie würden Euch sicherlich gerne kennenlernen. Es sind gute Männer, nicht nur in Eurer Gegenwart.“ Alden konnte sich bereits vorstellen, wie Grace auf seine Freunde wirken würde – sie würde sicherlich frischen Wind in ihre Gespräche und Treffen bringen.
Als Grace ihn dann bat, den Brief an Lady Eleanor mitzunehmen, bemerkte Alden ihre Erleichterung, als er zustimmte. Wie hätte er so eine Bitte auch abschlagen können? Immerhin war er sowieso in die Richtung unterwegs, und es war kaum ein Umweg nach Fairfield zu reiten. „Für wen haltet Ihr mich, Mylady. Ich würde niemals ein Siegel eines Briefes brechen, der nicht für mich bestimmt ist", meinte er mit gespielter Entrüstung. Der Gedanke, dass Grace vielleicht Informationen über ihn in den Brief geschrieben haben könnte, ließ ihn allerdings erneut schmunzeln. Es war eine charmante Vorstellung, dass sie sich so sehr für ihn interessierte. „Was könnten das wohl für Informationen über mich sein, die Ihr Eurer Freundin schreiben würdet?“
Das Lachen der Fürstin klang durch die Gassen, und es schien, als würde die Sonne noch ein wenig heller scheinen, als freute sie sich mit der jungen Fürstin um die Wette. Die Menschen, denen sie begegneten, begutachteten das Pferd des Ritters, und Alden hatte das Gefühl, dass es voller um sie herum geworden war. So als hätte es sich herumgesprochen, dass ein Fremder mit einem edlen Ross die Fürstin begleitete, und man wollte unbedingt einen Blick darauf werfen. Nach dem Vorfall mit dem Kronprinzen in Spring’s Court wunderte sich Alden nicht mehr über so etwas. Dort hatte er miterlebt, wie schnell sich ein Menschenauflauf bilden konnte, wenn es etwas zu sehen gab. Und in einer Kleinstadt wie Penwick Town ging das wohl noch schneller als in der Hauptstadt.
Dennoch wagten sich die Menschen nicht so nah heran, dass es unangenehm wurde oder Alden hätte eingreifen müssen. So konnten sie sich weiterhin ungestört unterhalten. Alden übergab den Brief an die Fürstin, die ihn erfreut entgegennahm und wegsteckte. Plötzlich blieb Grace stehen, sodass auch Alden überrascht seinen Lauf stoppte. Ihre Sorgen waren berechtigt, und der Ernst in ihren Augen, als sie ihn bat, gut auf ihren Cousin und sich selbst aufzupassen, berührte ihn tief. „Ich verspreche Euch aus der Tiefe meines Herzens, Mylady, ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um ihn und seine Familie zu schützen. Ich habe König Charles einen heiligen Eid geleistet, mein Leben für die Sicherheit des Königs und seiner Familie zu geben, genauso wie die anderen Ritter der Königsgarde.“ Alden griff sich mit einer Hand an die Brust, als würde er erneut einen Eid leisten, und erwiderte den ernsten Blick der Fürstin. „Und was mich betrifft, so werde ich auf mich achten, damit ich mein Versprechen halten kann.“ Er legte seine Hand sanft auf ihre, die auf seinem Unterarm lag, und drückte sie beruhigend.
Der Handkuss schien Grace zu verwirren und zu überrumpeln, sodass Alden dachte, er wäre zu weit gegangen. Am Hofe war ein Handkuss nichts Ungewöhnliches und schmeichelte den Damen, die meistens in kokettes Gekicher ausbrachen und dem charmanten Ritter eindeutige Blicke zuwarfen. Sicherlich war es dort auch einfacher, den Frauen „den Kopf zu verdrehen“, so wie die junge Fürstin daraufhin nüchtern meinte. Es schien, als habe Grace ihn durchschaut, und Alden hatte die doch so zart und schüchtern wirkende Frau eindeutig unterschätzt.
Er räusperte sich, einen Moment um eine Antwort verlegen. Vielleicht sollte er sich tatsächlich ein wenig zurückhalten, immerhin waren sie hier nicht in Spring’s Court und Grace die Fürstin der Stadt, in der sie sich befanden. „Mylady, ich versichere Euch, dass ich immer nur mit aufrichtigem Respekt und Bewunderung handle. Verzeiht mir, wenn ich zu aufdringlich war. Es wird nicht wieder vorkommen.“
Auf ihre Worte bezüglich der scharfen Rosen nickte er höflich. Touché. Damit hatte auch Alden Sutherland erfahren dürfen, dass Grace Ashmore keine naive, kichernde Hofdame war, die man mit einem Handkuss und ein paar charmanten Komplimenten erobern konnte und die einem dann verfallen war. Nein, sie war genauso bezaubernd wie scharfzüngig, hatte Witz und Biss, mit einer schnellen Auffassungsgabe und einem scharfen Verstand. Doch das machte sie nur noch interessanter für den Ritter. Er spürte, dass er gerne mehr Zeit mit ihr verbringen würde, um sie besser kennenzulernen, und dass ihn die oberflächlichen Beziehungen unter den Höflingen tatsächlich langweilten. Sie waren gut, um das Bett zu wärmen in einsamen Nächten, doch meistens ging es darüber nicht hinaus. Entgegen dem Ruf, der ihm vorauseilte, war Alden durchaus nicht nur an der einen Sache bei Frauen interessiert. „Ich verstehe.“
Grace berichtete, dass sie im nächsten Monat die Hauptstadt besuchen würde, und der König bereits Bescheid darüber wusste. Die Bemerkung, dass Alden erfahren würde, wenn sie anreiste, quittierte er mit einem Lächeln. Es schien ihr also doch wichtig zu sein, ihn wiederzusehen.
Alden bemerkte, wie sich Grace' Ausdruck veränderte, als sie das Thema wechselte. Ihre Frage nach seiner liebsten Geschichte aus seiner Berufung brachte ihn zum Nachdenken. „Meine größte Freude ist es nach wie vor, den Kronprinzen aufwachsen zu sehen. Aber wenn Euch eine dramatische Geschichte lieber ist: Wir hatten eine Entführung des Kronprinzen vereitelt, als er drei Jahre alt war. Die Entführer hatten sich als Diener verkleidet ins Schloss eingeschleust und versucht, den Kronprinzen zu entführen, um Lösegeld zu erpressen. Die Königsgarde konnte es glücklicherweise verhindern, und Lester ist nicht zu Schaden gekommen. Ist die Geschichte rau genug für Euch, Mylady?“
„Meine Freunde in der Hauptstadt führen ihr Leben meist so weiter wie gewohnt, auch wenn ich nicht da bin“, antwortete Alden mit einem leichten Schmunzeln. „Sie sind schließlich alle Ritter der Königsgarde und jeder hat seine eigenen Aufgaben und Eigenheiten. Aber sie würden Euch sicherlich gerne kennenlernen. Es sind gute Männer, nicht nur in Eurer Gegenwart.“ Alden konnte sich bereits vorstellen, wie Grace auf seine Freunde wirken würde – sie würde sicherlich frischen Wind in ihre Gespräche und Treffen bringen.
Als Grace ihn dann bat, den Brief an Lady Eleanor mitzunehmen, bemerkte Alden ihre Erleichterung, als er zustimmte. Wie hätte er so eine Bitte auch abschlagen können? Immerhin war er sowieso in die Richtung unterwegs, und es war kaum ein Umweg nach Fairfield zu reiten. „Für wen haltet Ihr mich, Mylady. Ich würde niemals ein Siegel eines Briefes brechen, der nicht für mich bestimmt ist", meinte er mit gespielter Entrüstung. Der Gedanke, dass Grace vielleicht Informationen über ihn in den Brief geschrieben haben könnte, ließ ihn allerdings erneut schmunzeln. Es war eine charmante Vorstellung, dass sie sich so sehr für ihn interessierte. „Was könnten das wohl für Informationen über mich sein, die Ihr Eurer Freundin schreiben würdet?“
Das Lachen der Fürstin klang durch die Gassen, und es schien, als würde die Sonne noch ein wenig heller scheinen, als freute sie sich mit der jungen Fürstin um die Wette. Die Menschen, denen sie begegneten, begutachteten das Pferd des Ritters, und Alden hatte das Gefühl, dass es voller um sie herum geworden war. So als hätte es sich herumgesprochen, dass ein Fremder mit einem edlen Ross die Fürstin begleitete, und man wollte unbedingt einen Blick darauf werfen. Nach dem Vorfall mit dem Kronprinzen in Spring’s Court wunderte sich Alden nicht mehr über so etwas. Dort hatte er miterlebt, wie schnell sich ein Menschenauflauf bilden konnte, wenn es etwas zu sehen gab. Und in einer Kleinstadt wie Penwick Town ging das wohl noch schneller als in der Hauptstadt.
Dennoch wagten sich die Menschen nicht so nah heran, dass es unangenehm wurde oder Alden hätte eingreifen müssen. So konnten sie sich weiterhin ungestört unterhalten. Alden übergab den Brief an die Fürstin, die ihn erfreut entgegennahm und wegsteckte. Plötzlich blieb Grace stehen, sodass auch Alden überrascht seinen Lauf stoppte. Ihre Sorgen waren berechtigt, und der Ernst in ihren Augen, als sie ihn bat, gut auf ihren Cousin und sich selbst aufzupassen, berührte ihn tief. „Ich verspreche Euch aus der Tiefe meines Herzens, Mylady, ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um ihn und seine Familie zu schützen. Ich habe König Charles einen heiligen Eid geleistet, mein Leben für die Sicherheit des Königs und seiner Familie zu geben, genauso wie die anderen Ritter der Königsgarde.“ Alden griff sich mit einer Hand an die Brust, als würde er erneut einen Eid leisten, und erwiderte den ernsten Blick der Fürstin. „Und was mich betrifft, so werde ich auf mich achten, damit ich mein Versprechen halten kann.“ Er legte seine Hand sanft auf ihre, die auf seinem Unterarm lag, und drückte sie beruhigend.
Der Handkuss schien Grace zu verwirren und zu überrumpeln, sodass Alden dachte, er wäre zu weit gegangen. Am Hofe war ein Handkuss nichts Ungewöhnliches und schmeichelte den Damen, die meistens in kokettes Gekicher ausbrachen und dem charmanten Ritter eindeutige Blicke zuwarfen. Sicherlich war es dort auch einfacher, den Frauen „den Kopf zu verdrehen“, so wie die junge Fürstin daraufhin nüchtern meinte. Es schien, als habe Grace ihn durchschaut, und Alden hatte die doch so zart und schüchtern wirkende Frau eindeutig unterschätzt.
Er räusperte sich, einen Moment um eine Antwort verlegen. Vielleicht sollte er sich tatsächlich ein wenig zurückhalten, immerhin waren sie hier nicht in Spring’s Court und Grace die Fürstin der Stadt, in der sie sich befanden. „Mylady, ich versichere Euch, dass ich immer nur mit aufrichtigem Respekt und Bewunderung handle. Verzeiht mir, wenn ich zu aufdringlich war. Es wird nicht wieder vorkommen.“
Auf ihre Worte bezüglich der scharfen Rosen nickte er höflich. Touché. Damit hatte auch Alden Sutherland erfahren dürfen, dass Grace Ashmore keine naive, kichernde Hofdame war, die man mit einem Handkuss und ein paar charmanten Komplimenten erobern konnte und die einem dann verfallen war. Nein, sie war genauso bezaubernd wie scharfzüngig, hatte Witz und Biss, mit einer schnellen Auffassungsgabe und einem scharfen Verstand. Doch das machte sie nur noch interessanter für den Ritter. Er spürte, dass er gerne mehr Zeit mit ihr verbringen würde, um sie besser kennenzulernen, und dass ihn die oberflächlichen Beziehungen unter den Höflingen tatsächlich langweilten. Sie waren gut, um das Bett zu wärmen in einsamen Nächten, doch meistens ging es darüber nicht hinaus. Entgegen dem Ruf, der ihm vorauseilte, war Alden durchaus nicht nur an der einen Sache bei Frauen interessiert. „Ich verstehe.“
Grace berichtete, dass sie im nächsten Monat die Hauptstadt besuchen würde, und der König bereits Bescheid darüber wusste. Die Bemerkung, dass Alden erfahren würde, wenn sie anreiste, quittierte er mit einem Lächeln. Es schien ihr also doch wichtig zu sein, ihn wiederzusehen.
Alden bemerkte, wie sich Grace' Ausdruck veränderte, als sie das Thema wechselte. Ihre Frage nach seiner liebsten Geschichte aus seiner Berufung brachte ihn zum Nachdenken. „Meine größte Freude ist es nach wie vor, den Kronprinzen aufwachsen zu sehen. Aber wenn Euch eine dramatische Geschichte lieber ist: Wir hatten eine Entführung des Kronprinzen vereitelt, als er drei Jahre alt war. Die Entführer hatten sich als Diener verkleidet ins Schloss eingeschleust und versucht, den Kronprinzen zu entführen, um Lösegeld zu erpressen. Die Königsgarde konnte es glücklicherweise verhindern, und Lester ist nicht zu Schaden gekommen. Ist die Geschichte rau genug für Euch, Mylady?“
