07-08-2024, 12:47 - Wörter:
Es waren ihre hellen Augen, die sie verrieten. So gefasst sie anfangs auf ihn gewirkt hatte - mit ihren sachlichen Erläuterungen und der festen Stimme - so konnte sie doch nicht verbergen, dass die Furcht sie umklammert hielt. Es war nur natürlich und es hätte ihn mehr gewundert, würde sie mit geduldiger Ruhe auf die Entscheidung über ihr Schicksal warten.
Nachdem sich Lovis vorgestellt hatte, nickte der Herbstländer. „Es freut mich Euch kennenzulernen, wenn auch auf eine weniger erfreuliche Weise.“ Sie kamen aus verschiedenen Ländern und Sean fragte sich, wie sie wohl zueinander gefunden hatten. Ob Lovis das Mädchen unterwegs einfach aufgegriffen und mitgenommen hatte?
Er selbst war weder jemals in Magnushaven, noch in Penwick gewesen und kannte diese Orte nur aus Geschichten anderer und dem Unterricht, den sein Vater für seine Söhne veranlasst hatte. Sean hatte bisher auch nicht das Bedürfnis gehabt, Farynn zu verlassen und auf längere Reisen zu gehen. Seine Liebe galt ausschließlich Sevenwaters. Seine Brüder, allen voran Cillian, waren dafür eher zu erwärmen.
Das Blatt hatte sich gedreht, dachte Sean, als er von Lovis erfuhr, dass die Wanderheilerinnen vorgehabt hatten, ihre Hilfe in Sevenwaters anzubieten. Nun waren sie es, die Hilfe benötigten und sollte sich eine von ihnen verkühlt haben, würden sie die heilenden Hände der ortsansässigen Hebamme benötigen. „Ich verstehe. Sobald ihr da raus seid, biete ich euch mein Heim an. Ihr könnt dort bleiben bis ihr euch erholt habt. Es ist genug Platz.“ In Sevenwaters wurde jedem Zuflucht gegeben, der es wünschte. Manch einer mochte seine Berührungspunkte mit Fremden haben, doch niemand wurde einfach wieder weggeschickt. Erst recht keine Frauen.
Sean entging nicht, wie Lovis‘ Blick immer wieder nach Cian Ausschau hielt und auch er fragte sich, wo der Junge blieb. Es war sicherlich kaum Zeit vergangen und doch kam es ihm vor wie eine Ewigkeit. „Er wird gleich zurück sein“, sprach Sean aus, was sie sicherlich dachte. Cian war nur leider nicht immer der schnellste Bursche, auf den er zählte.
„Ihr habt das kleine Volk vergessen.“ In Sevenwaters war der Glaube an das kleine Volk stark, doch Menschen aus den anderen Ländern belächelten sie deshalb nur. Selbst in Westgate wurden die Faraoise deshalb aufgezogen, was Seans Glauben jedoch nicht schmälerte. Er selbst hatte diese Wesen bereits gesehen, zwar zuletzt als er ein Kind gewesen war, doch spürte er ihre Anwesenheit noch immer.
„He!“ Sean wandte sich um, als er den Ausruf Cians hinter sich hörte. „Die Waren liegen nun überall auf der Kutsche verstreut, aber ich habe ein Seil.“ Bei diesen Worten hob der Junge den besagten Gegenstand hoch.
Nun kräuselten sich Seans Lippen zum ersten Mal seit ihrer Begegnung zu einem Lächeln. Notfalls hätten sie auch die Zügel von den Pferden lösen können, doch mit dem Seil waren sie gut aufgestellt.
„So, Lovis, Eure Rettung ist nicht mehr fern.“ Er nahm Cian das Seil ab und warf es sofort in Lovis‘ Richtung. „Ergreift es, Lovis, doch wartet bis Ihr daran zieht.“ Er ging zum nächstbesten Baum, der ihn kräftig genug erschien, und wickelte das Seil einmal drumherum, um es kurz darauf mit einem geübten Knoten zu befestigen. „Hailey, Cian, ihr müsst nun helfen. Wir ziehen Lovis gemeinsam raus.“ Er wartete bis sich ein erstes Zögern gelegt hatte und fuhr dann fort: „Geht noch ein paar Schritte zurück, damit ihr nicht zu nah am Sumpf steht. Ich stelle mich vor euch. Ja, so. Lovis, haltet Euch gut fest. Gut, dann geht es auf drei los. Eins…zwei…drei…“
Nachdem sich Lovis vorgestellt hatte, nickte der Herbstländer. „Es freut mich Euch kennenzulernen, wenn auch auf eine weniger erfreuliche Weise.“ Sie kamen aus verschiedenen Ländern und Sean fragte sich, wie sie wohl zueinander gefunden hatten. Ob Lovis das Mädchen unterwegs einfach aufgegriffen und mitgenommen hatte?
Er selbst war weder jemals in Magnushaven, noch in Penwick gewesen und kannte diese Orte nur aus Geschichten anderer und dem Unterricht, den sein Vater für seine Söhne veranlasst hatte. Sean hatte bisher auch nicht das Bedürfnis gehabt, Farynn zu verlassen und auf längere Reisen zu gehen. Seine Liebe galt ausschließlich Sevenwaters. Seine Brüder, allen voran Cillian, waren dafür eher zu erwärmen.
Das Blatt hatte sich gedreht, dachte Sean, als er von Lovis erfuhr, dass die Wanderheilerinnen vorgehabt hatten, ihre Hilfe in Sevenwaters anzubieten. Nun waren sie es, die Hilfe benötigten und sollte sich eine von ihnen verkühlt haben, würden sie die heilenden Hände der ortsansässigen Hebamme benötigen. „Ich verstehe. Sobald ihr da raus seid, biete ich euch mein Heim an. Ihr könnt dort bleiben bis ihr euch erholt habt. Es ist genug Platz.“ In Sevenwaters wurde jedem Zuflucht gegeben, der es wünschte. Manch einer mochte seine Berührungspunkte mit Fremden haben, doch niemand wurde einfach wieder weggeschickt. Erst recht keine Frauen.
Sean entging nicht, wie Lovis‘ Blick immer wieder nach Cian Ausschau hielt und auch er fragte sich, wo der Junge blieb. Es war sicherlich kaum Zeit vergangen und doch kam es ihm vor wie eine Ewigkeit. „Er wird gleich zurück sein“, sprach Sean aus, was sie sicherlich dachte. Cian war nur leider nicht immer der schnellste Bursche, auf den er zählte.
„Ihr habt das kleine Volk vergessen.“ In Sevenwaters war der Glaube an das kleine Volk stark, doch Menschen aus den anderen Ländern belächelten sie deshalb nur. Selbst in Westgate wurden die Faraoise deshalb aufgezogen, was Seans Glauben jedoch nicht schmälerte. Er selbst hatte diese Wesen bereits gesehen, zwar zuletzt als er ein Kind gewesen war, doch spürte er ihre Anwesenheit noch immer.
„He!“ Sean wandte sich um, als er den Ausruf Cians hinter sich hörte. „Die Waren liegen nun überall auf der Kutsche verstreut, aber ich habe ein Seil.“ Bei diesen Worten hob der Junge den besagten Gegenstand hoch.
Nun kräuselten sich Seans Lippen zum ersten Mal seit ihrer Begegnung zu einem Lächeln. Notfalls hätten sie auch die Zügel von den Pferden lösen können, doch mit dem Seil waren sie gut aufgestellt.
„So, Lovis, Eure Rettung ist nicht mehr fern.“ Er nahm Cian das Seil ab und warf es sofort in Lovis‘ Richtung. „Ergreift es, Lovis, doch wartet bis Ihr daran zieht.“ Er ging zum nächstbesten Baum, der ihn kräftig genug erschien, und wickelte das Seil einmal drumherum, um es kurz darauf mit einem geübten Knoten zu befestigen. „Hailey, Cian, ihr müsst nun helfen. Wir ziehen Lovis gemeinsam raus.“ Er wartete bis sich ein erstes Zögern gelegt hatte und fuhr dann fort: „Geht noch ein paar Schritte zurück, damit ihr nicht zu nah am Sumpf steht. Ich stelle mich vor euch. Ja, so. Lovis, haltet Euch gut fest. Gut, dann geht es auf drei los. Eins…zwei…drei…“
