Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


take me back to the day we met
14.08.1016 - 10:00
Penwick Town, Markt
Grace Ashmore Alden Sutherland

Unregistered
Alden Sutherland
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#16
Die Fürstin lag nicht ganz falsch mit ihrer Vermutung, dass der Ritter überall Augen und Ohren hatte. Als Beschützer des Königs und seiner Familie war es Aldens Pflicht, stets wachsam zu sein und nichts zu übersehen. Der Gedanke daran, wie es den Entführern damals gelungen war, unbemerkt in den Palast zu gelangen, verfolgte ihn noch immer. Wäre nicht die Hofdame gewesen, die im letzten Moment die Garde alarmierte, hätte das Unvorstellbare geschehen können. So etwas durfte nie wieder vorkommen, und tatsächlich hatten die verschärften Sicherheitsmaßnahmen und die Verdoppelung der Königsgarde seitdem dafür gesorgt, dass es ruhig blieb.

Trotzdem entsprach das Leben eines Ritters nicht den romantischen Vorstellungen, die Grace vielleicht aus Erzählungen kannte, in denen Helden von einem Abenteuer ins nächste stürzten. Alden konnte erkennen, dass sie ihn genau so sah, als sie ihn betrachtete. Es war nicht überraschend, denn viele Frauen träumten wohl von einem Helden auf einem edlen Ross, der herbeieilte, um sie zu retten. Obwohl er ihr diese Illusion nicht nehmen wollte, war es ihm doch wichtig, klarzustellen, dass es auch andere Aufgaben gab.

Als Grace bemerkte, dass sie sich nicht vorstellen konnte, wie er ruhig sein könnte, hob Alden überrascht die Augenbrauen. Er wusste, dass sie ihn schon einige Male im Spring’s Court gesehen hatte, wenn sie ihren Cousin besuchte und Alden in der Nähe des Kronprinzen stand. „Nun, wie wirke ich denn auf Euch?“, fragte er mit echtem Interesse.
Ihre Begeisterung für einen Tavernenbesuch war offensichtlich, und Alden musste schmunzeln. Gleichzeitig wusste er, dass seine Freunde es für eine Schnapsidee halten würden, wenn sie erfuhren, dass die Cousine des Königs in eine Taverne gehen wollte – viel zu gefährlich. Doch er lächelte und sagte: „Natürlich, Mylady. Ihr müsst Euch jedoch wie eine Magd oder dergleichen kleiden, damit man Euch nicht erkennt. Und verratet dem König nichts, sonst lässt er mich einen Kopf kürzer machen.“

Trotz des humorvollen Tons lag in seiner Bemerkung ein ernster Kern. Wenn Charles erfuhr, dass Alden seine Cousine, die Fürstin von Penwick Town, absichtlich in Gefahr gebracht hatte, wäre er sicherlich nicht erfreut. Aber Alden war zuversichtlich, dass die Unternehmung gelingen würde.

Alden fühlte sich in der Gegenwart der jungen Frau sehr wohl und genoss die Fröhlichkeit, die sie ausstrahlte, ebenso wie Grace offenbar den Spaziergang durch die Straßen von Penwick Town mit ihm genoss. Es war eine erfrischende Abwechslung vom strengen Hofleben, eine Gelegenheit, die Masken abzulegen und sich einfach als Mensch zu begegnen. Und wenn es dazu gehörte, dass die junge Frau mit offenen Haaren und wehendem Kleid durch die Gassen schwebte wie eine Elfe. Alden konnte sich kaum an ihr sattsehen und versuchte, seine Gefühle im Zaum zu halten, indem er Hercules Futter gab.

Als Grace sich für das Versprechen bedankte, dass die Ritter der King’s Guard aufeinander aufpassten, nickte Alden. „Wir sind wie Brüder, Mylady. Besonders Godwyn kenne ich schon mein halbes Leben. Wir haben gemeinsam alle Höhen und Tiefen unserer Ausbildung durchgestanden. Wir würden ohne zu zögern unser Leben füreinander geben.“

Alden war sich bewusst, wie er auf Frauen wirkte, und er wusste, wie er seinen Charme einsetzen konnte. Vielleicht war es ein wenig berechnend, doch seine Absicht war nie, leichtfertig mit den Herzen zu spielen. Er war von Natur aus aufmerksam und freundlich, was ihm jedoch bisher schwerfiel, war die Treue zu einer einzigen Dame. Das führte zu gebrochenen Herzen, was Alden zwar bedauerte, aber nicht immer verhindern konnte. Seine Komplimente waren jedoch immer ehrlich gemeint, und so bewunderte er aufrichtig den scharfen Verstand der Fürstin. Grace schien diese Anerkennung wirklich zu erfreuen, denn sie nickte ihm dankbar zu. Sicherlich bekam sie häufiger Komplimente für ihre Schönheit, doch Alden wusste, dass es etwas Besonderes war, eine Frau für ihre Intelligenz zu loben. Viele Männer mochten es ganz und gar nicht, wenn eine Frau selbstständig dachte oder gar klüger war als sie. Doch Alden fand gerade das reizvoll und schätzte es, wenn eine Dame ihre eigenen Schlüsse zog und sie auch ausdrückte.

Als Grace andeutete, dass Alden sie noch oft überraschen würde, konnte er nicht anders, als breit zu grinsen. „Dann lassen wir uns beide überraschen, Mylady.“ Was auch immer das bedeutete, würde die Zeit zeigen.

Ihre Offenheit war für eine Dame ihres Standes ungewöhnlich und hätte bei anderen Zuhörern womöglich Empörung ausgelöst. Doch Alden fand in ihr einen faszinierenden Charakter, der sich jenseits aller Oberflächlichkeiten entfaltete. Er spürte eine wachsende Neugier, all diese Facetten kennenzulernen, und teilte ihr dies mit. Grace wirkte daraufhin etwas schüchtern, als hätte sie Angst vor ihrer eigenen Courage, solche Dinge überhaupt zur Sprache gebracht zu haben. Alden hielt inne und sah sie direkt an. Wie konnte jemand so bezaubernd und zugleich so voller Selbstzweifel sein? Er ahnte, dass noch vieles in der Fürstin schlummerte, das darauf wartete, entdeckt zu werden. Hätte er es noch nicht getan, hätte er spätestens jetzt ihre Hand geküsst. Stattdessen sagte er leise: „Ich wüsste nicht, was mir an Euch nicht gefallen könnte, Grace.“ Sein Blick versank in ihrem, und fast vergaß er erneut, wo sie sich befanden.

Die Geschichte über die versuchte Entführung erschien der Fürstin unglaubwürdig, doch Alden versicherte ihr, dass es geschehen war, wenn auch bereits vor fast sieben Jahren. „Davon weiß nicht einmal die Königin, Mylady. Deswegen würde ich Euch bitten, darüber Stillschweigen zu bewahren. Und glaubt bitte meinen Worten, wenn ich Euch versichere, dass der Kronprinz zu keiner Zeit in Gefahr war.“ Als Alden seine Narbe ansprach, reagierte die Fürstin prompt, und er grinste vielsagend. Das Spiel mit dem Feuer war einfach zu verlockend, und Grace reagierte genau so, wie er es erhofft hatte. „Natürlich.“

Als sie weiterliefen, herrschte für einen Moment Schweigen, während beide ihren Gedanken nachhingen. Das Angebot der Fürstin, dass Alden ihr ebenfalls Fragen stellen konnte, nahm er als Gelegenheit wahr, die angedeuteten Seiten ihres Charakters anzusprechen. Ihr Gespräch hatte bereits die Grenze der Schicklichkeit überschritten, doch Alden spürte, dass es Grace ein Bedürfnis war, über diese Gefühle zu sprechen. Was sie auch tat, indem sie versuchte, das in Worte zu fassen, was sie vielleicht nur ihrer engsten Freundin anvertraut hätte.

Alden hörte ihr aufmerksam zu, und mit jedem ihrer Worte wurde ihm wärmer ums Herz. Es war, als hätte sie eine Tür zu ihrem Innersten geöffnet, und er stand nun davor, unsicher, ob er überhaupt eintreten durfte. In einer anderen Welt hätte er sie auf sein Pferd gesetzt und wäre mit ihr davongeritten, um die Welt zu erobern. Um ihr wildes Herz zu befreien und jede Leidenschaft mit ihr zusammen entdecken und ausleben zu können. Doch in der Realität, in der sie lebten, gab es Vorschriften und Regeln, die er nicht ignorieren konnte. Er spürte den Wunsch, ihr einen Weg zu zeigen, wie sie ihre Sehnsüchte ausleben konnte, ohne ihre Stellung oder ihren Ruf zu gefährden.

„Mylady“, begann Alden leise, seine Stimme sanft, aber ernst. „Euer Vertrauen ehrt mich mehr, als ich es in Worte fassen kann. Ich würde es niemals leichtfertig missbrauchen. Ich verstehe, wie schwer es ist, solche Gefühle auszusprechen, besonders in einer Welt, die von Pflichten und Erwartungen bestimmt wird.“ Er hielt sein Pferd an, drehte sich zu Grace und neigte leicht den Kopf. „Ein wildes Herz, das nach Freiheit strebt, ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil, es ist eine Kraft, die uns am Leben hält. Doch diese Kraft muss gebändigt werden, um in der Welt, in der wir leben, nicht selbstzerstörerisch zu wirken.“ Er dachte einen Moment nach, bevor er fortfuhr. „Es gibt Wege, diese Leidenschaft auszuleben, ohne die Pflichten und Konventionen völlig zu ignorieren. Manchmal sind es die kleinen Freiheiten, die uns atmen lassen – ein Spaziergang, wie dieser, fernab der Erwartungen anderer. Ein Gespräch mit jemandem, der Euch versteht, ohne zu urteilen.“ Er sah sie eindringlich an. „Und manchmal, Mylady, muss man den Mut finden, diesen Wünschen zu folgen, auch wenn sie nicht dem entsprechen, was andere von einem erwarten.“

Alden spürte das Verlangen, ihr mehr zu sein als nur ein Vertrauter, doch wusste er, dass er damit nicht nur sich, sondern auch sie in Gefahr bringen würde. Dennoch konnte er nicht einfach die Wahrheit leugnen, die sich in seinem Inneren regte. „Vielleicht findet sich in der Hauptstadt ein Ort, an dem solche Herzen ungehindert schlagen können. Ein Ort, an dem Konventionen keine so große Rolle spielen.“ Seine braunen Augen funkelten. „Vielleicht könnte ich Euch dorthin führen, wenn Ihr es wagt.“

Seine Gedanken kehrten zu Graces Bekenntnis zurück, dass sie ihm mit ihren Worten ziemlich viel Vertrauen entgegenbrachte, was auf jeden Fall der Wahrheit entsprach. Er hatte es zwar bereits gesagt, doch wollte er ihr erneut die Gewissheit geben, keinen Fehler gemacht zu haben. Alden legte eine Hand auf sein Herz und sah sie mit aufrichtiger Ernsthaftigkeit an. „Ihr seid nicht naiv, Grace, und gewiss nicht töricht. Vertrauen ist ein kostbares Geschenk, das man nicht leichtfertig geben sollte. Doch ich verspreche Euch, dass Ihr es nicht bereuen werdet.“

Er spürte, wie sich eine besondere Verbindung zwischen ihnen formte, eine, die mehr war als bloßes höfisches Geplänkel. Und obwohl er wusste, dass dies gefährlich war, konnte er nicht anders, als sich dieser Verbindung hinzugeben, zumindest für den Moment, der ihnen hier und jetzt gehörte.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 


Nachrichten in diesem Thema
take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 22-07-2024, 20:30
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 24-07-2024, 20:34
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 24-07-2024, 21:35
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 26-07-2024, 19:38
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 27-07-2024, 09:18
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 31-07-2024, 23:58
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 01-08-2024, 18:38
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 03-08-2024, 19:12
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 03-08-2024, 20:16
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 04-08-2024, 21:44
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 05-08-2024, 08:21
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 06-08-2024, 18:31
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 06-08-2024, 19:59
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 09-08-2024, 21:14
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 09-08-2024, 22:31
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 10-08-2024, 21:31
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 10-08-2024, 22:28
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 11-08-2024, 18:46
RE: take me back to the day we met - von Grace Ashmore - 11-08-2024, 20:19
RE: take me back to the day we met - von Alden Sutherland - 12-08-2024, 18:23

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste