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paying debts I have not incurred
09.08.1016 - 12:00
Alastairs Arbeitszimmer | Burg
Alastair Fielding Zosia Marsili

Unregistered
Zosia Marsili
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Beruf
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User
#2
Sie hatte es gewusst. Von Anfang an. Mit den fremden Adeligen hatte man nur Scherereien. Egal wie lieb und freundlich und nett sie taten, im Grunde konnte man sich nicht auf sie verlassen. Auch wenn sie es gut meinten, am Ende wurde der einfache Bürger nur über den Tisch gezogen. Kein Wunder. Die neuen Fürsten Fielding hatten keinerlei Bezug zu der Stadt oder ihren Bewohner. Woher auch? Sie hatten sich hervorgetan in der unsäglichen Eroberung und wurden noch dazu damit belohnt die Führung übernehmen zu dürfen. Aber was kümmerte denn die reichen Bonzen da oben in der Burg schon die Nöte der einfachen Leute, die sich nun mit den Folgen und Konsequenzen der ‚Befreiung‘ herumschlagen durften. Zugegeben, der junge Fürstensohn hatte einen recht anständigen Eindruck gemacht und sich wirklich zuvorkommend verhalten. Große Reden hat er geschwungen, was er denn nicht alles für die zerstörte Taverne nicht alles tun wollte und das alles natürlich ganz ohne Gegenleistungen, versteht sich. Schon allein das hatte Zosia stutzig gemacht. Mehr noch, dass er partout keinen Vertrag aufsetzen wollte. Tja, nun hatte die junge Wirtin den Salat.

Das Treffen mit Jasper Fielding war jetzt schon zwei Wochen her. Damals hatte der Bursch groß rumgetönt, dass er alsbald einen Schreiberling vorbei schicken würde, um die Schäden aufzunehmen und die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Und? Was war passiert? Richtig, gar nichts. Null. Nada. Niente. Nüscht. Erst hatte Zosia noch wohlwollend dem jungen Fielding ein wenig Nachlässigkeit zugerechnet. Aber mittlerweile war sie ganz schön sauer, dass sie sich von der hübschen Visage und den freundlichen Worten so täuschen hat lassen. Das sah ihr doch gar nicht ähnlich! Sie war doch generell immer und gegenüber fast jedem skeptisch! Mit genau dieser Laune stampfte sie also auf das Schloß los. Eigentlich sollte sie eingeschüchtert sein, nicht wahr, von den Soldaten, die Wache standen, oder dem Prunk und Protz, der sie umgab, sobald sie durch die Tore getreten war. Aber sie hatte numal eine ganz andere Laune anzubieten, eine Mischung aus Grant auf sich selbst und Abneigung gegenüber den neuen Herrschern. So leicht würde sie sich nicht verarschen lassen! Sie nicht, nein nein, mit ihr sprang man nicht so rum! Sie war eine Marsili, das heißt schon was in Eastergold Meadow! Also hatte sie um eine Audienz ‚gebeten‘ und so lange nicht Frieden gegeben, bis sie diese auch genehmigt bekommen hatte. Fordernd hatte sie dem Lakaien an der Tür mit einem Kopfnicken zu verstehen gegeben, dass er jetzt gefälligst klopfen sollte. Zeit wird’s!

Und dann trat sie in das Arbeitszimmer des Fürsten. Jetzt, wo sie dem neuen Stadtmeister direkt gegenüberstand, packte sie doch ein wenig das Muffensausen. Gut, irgendwie hatte sie sich den Fürsten ein wenig… nunja… herrschaftlicher vorgestellt. Größer, einschüchtender, aber sie würde sich diesmal nicht wieder blenden lassen. Nein, diesmal nicht. Der Fielding lächelte gar breit und übertrieb es fast mit den Höflichkeiten, als er ihre Hand küsste und damit der jungen Marsili einen gar perplexen Ausdruck entlockte. Was sollte das denn bitte? Und auch seine Ansprache war gar zuckrig, fast schon schleimig. Zosia blieb achtsam, unterdrückte aber, zweifelnd eine Braue zu lüpfen. “Heofaders Gruß, Euer Gnaden.“ soviel Respekt verstand auch sie ihm gegenüber zu äußern. “Ich hoffe, ich störe nicht euer Mittagsmahl“ allerdings war es seine Entscheidung gewesen, um welche Uhrzeit das Treffen angesetzt wurde, also warum sollte sie sich schuldig fühlen? Ihm würde es wohl nicht schaden, ein wenig zu hungern oder später zu essen. Zu guten Zeiten wäre es für die Taverne aber ein gehöriger Nachteil gewesen, hätte sie nun zur Mittagspause schließen müssen, da wäre ihr das beste Geschäft verloren gegangen. Solang die aber noch in Trümmern lag, kam ohnehin niemand. “Gern, wenn es euch nichts ausmacht, wäre mir ein Becher gewässerter Wein durchaus recht.“ bloß nicht trunken werden jetzt! Sie brauchte ihre Sinne beieinander.

Und dann kam er schon auf den Punkt. Gut so, sie wollte nicht unnötig um den heißen Brei herumreden. “Nun, Euer Gnaden, ich komme mit geschäftlichen Belangen zu Ihnen. Ihr wisst sicherlich, dass in den Nachwirkungen der“ jetzt bloß nichts Falsches sagen “Befreiung durch das frühlingsländische Heer“ so ganz konnte sie den zynischen Ton allerdings nicht aus ihrer Stimme löschen “auch die Taverne meiner Familie zu Schaden gekommen ist. Abtrünnige Soldner und Soldaten haben sich dazu hinreißen lassen das Inventar und Mobiliar in Trümmer zu legen und haben noch dazu den Fasskeller und die Speisekammer geplündert.“ Unweigerlich wanderte die Augenbraue nun doch in die Höhe. “Von den Verletzungen meines Vaters wollen wir nun gar nicht reden, nur weil er mich vor einem unsittlichen Übergriff schützen wollte.“ war ihr Blick weiterhin direkt auf den Fürsten gerichtet. Sollte er nur wissen, was seine werten Krieger alles angestellt hatten. Sie hätten wohl nicht davor zurück geschreckt sie zu schänden, einfach nur weil sie es konnten und wollten. Was war daran ehrhaft und nobel, so wie sich die Befreier gern aufspielten? “Euer Sohn, Prinz Jasper, war so anständig und kam auf einen Besichtigungsbesuch vorbei, um sich selbst ein Bild vom Zustand der Taverne zu machen. In diesem Zuge versprach er, dass eure Familie die Kosten für einen Wiederaufbau übernehmen würden.“ jetzt eine dramatische Pause. “Ganz ohne Gegenleistung, Ausgleich oder Bedingungen.“ Jetzt war sie auf eine Reaktion gespannt. “Er wollte einen Sekretär vorbei schicken, der die Schäden aufnehmen und anschließend den Wiederaufbau koordinieren sollte. Das war vor zwei Wochen und bisher ist nichts dergleichen geschehen. Jetzt frage ich mich natürlich, ob das nur ein bedauernswerter Versehen ist oder ob das Wort eines Fürstenprinzen keinerlei Bedeutung hat.“ Ui, da lehnte sie sich aber weit aus dem Fenster. Ihr loses Mundwerk allerdings nun zurück in seine Schranken zu weisen, dafür war es längst zu spät. Seis drum. Warum sollte sie durch die Blume sagen, was ihr auf der Seele lag?
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paying debts I have not incurred - von Alastair Fielding - 05-08-2024, 13:57
RE: paying debts I have not incurred - von Zosia Marsili - 11-08-2024, 22:54
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