24-08-2024, 08:45 - Wörter:
Sowohl Lovis als auch Hailey nahmen es mit freudiger Dankbarkeit und freundlichem Nicken auf, als Sean ihnen sein Heim anbot, um dort ein wenig auszuruhen. Für zwei normale Wanderinnen wäre es natürlich undenkbar gewesen, mit einem fremden Mann mitzukommen in dessen Haus. Doch für Wanderheilerinnen war dies das übliche Vorgehen. Man ging mutig in die Häuser von Wildfremden, half ihren kranken Angehörigen oder dem kranken Nachbar und nahm sowohl ein Brot als auch einen Schlafplatz unterm Dach oder im Heu dankbar an. Die Tatsache, dass sie es mit einem Adligen zu tun hatten, änderte nichts an diesem Grundsatz. Doch auch wenn Lovis schon mit einigen Adligen in ihrem Leben zu tun gehabt hatte, fühlte sie sich meist recht befangen im Umgang mit ihnen. So, als müsse man besonders achtgeben bei allem, was man tat. Doch aktuell hatte so eine Sorge keinen Platz in ihren aufgewühlten Gedanken. Alles war auf Überleben ausgerichtet und so sagte Lovis vermutlich ganz automatisch das, von dem sie glaubte, dass es ihr Überleben sichern würde. Sie nannte ihren Namen, ihre Herkunft (was sie wirklich ungern tat) und ihren Beruf - alles um sein Herz zu erweichen und ihn dazu zu bringen, sie nicht im Stich zu lassen. Er hatte es in der Hand und es war für Lovis kein schönes Gefühl, auf jemanden angewiesen zu sein.
Sean ergänzte, sie habe das kleine Volk vergessen und Lovis fühlte sich kurz vollkommen von ihrer Situation abgelenkt. Natürlich hatte sie schonmal von Menschen aus Farynn von diesem kleinen Volk gehört. Doch was dahinter steckte, war ihr natürlich vollkommen fremd. Er konnte doch sicherlich kein vollkommen kleinwüchsiges Grüppchen von Leuten meinen ... oder gar irgendwelche Fabelwesen, oder doch? "Das kleine Volk?", fragte sie daher so freundlich wie möglich nach, doch ihre Stimme zitterte. Auch Hailey schien sich dafür zu interessieren, denn ihre Augen sahen mit einem Male entsprechend groß aus. Ihre Augenbrauen waren in die Höhe gesprungen, denn sie hatte etwas übrig für derlei (wie sie glaubte) "niedlichen" Aberglauben. "Könnt Ihr uns das kleine Volk mal zeigen? Ich würde so gerne daran glauben... doch unsere Priester sagen, das sei reinster Aberglaube!", erklärte sie ihm und die Art, wie sie sprach, zeigte ganz deutlich, dass sie sehr offen war für die Geschichte.
Endlich kam der Bursche mit dem Seil zurück und die beiden Wanderheilerinnen wurden wieder ganz aufgeregt.
Lovis streckte die Hände aus, als das Seilende in ihre Richtung geflogen kam. Naturgemäß versuchte sie, einen festen Stand zu bekommen, doch natürlich funktionierte das nicht. Ihre Beine klebten derart in der zähen Masse fest, an sicheren Stand nicht zu denken war. "Soll ich mir das Seil um den Leib binden?", fragte Lovis, denn sie hatte sofort Angst, dass die anderen zu fest ziehen und sie selbst das Gewicht nicht würde halten können. Doch Sean gab zunächst andere Anweisungen. Sie solle mit dem Ziehen warten - nagut, auch wenn es ihr schwerfiel.
Hailey indes half mit, das Seil um den Baum zu wickeln und beobachtete dann, wie Sean einen festen Knoten daran band. "Jetzt wird gleich alles gut, Lovis!", rief sie ihrer Ziehmutter zu. Dann bildeten sie schon eine Kette und begannen damit, sich mit ihrem Gewicht ins Seil zu stemmen. Lovis, die das andere Ende um ihre Hände gewickelt hatte, machte die Arme lang und versuchte, dem unangenehmen Ziehen ohne Klagen stand zu halten.
Der Zug auf dem Seil war so groß, dass die ältere Wanderheilerin sich mit diesem vornüber in die Luft legen musste.
Doch scheinbar hatte Hailey auf dem feuchten Untergrund ebenfalls keinen allzu guten Stand, denn sie fiel auf Cian drauf, dessen Beine sogleich mit denen von Sean kollidierten, bis sie alle drei auf dem Boden lagen. Der Zug am Seil endete derart abrupt, dass auch Lovis vornüber fiel. Glücklicherweise nicht mit dem gesamten Oberkörper oder gar mit dem Kopf in den Schlamm, aber statt bis über die Knie steckte sie nun bis unter den Brustkorb im Matsch, zog hilflos und keuchend die Hände aus dem kalten Schlamm und schnappte sich wieder das Seil, das sie bei der Aktion verloren hatte. Diesmal ohne auf eine Antwort zu warten, fing sie damit an, sich das Seil um den Körper zu binden, über der Brust und unter den Armen hindurch. Hailey rappelte sich hoch und versuchte, auch den Männern wieder aufzuhelfen. "Schnell, wir müssen es nochmal versuchen!" Sie schien es als ihre Aufgabe zu betrachten, die beiden jungen Männer zum Weitermachen zu bewegen.
Sean ergänzte, sie habe das kleine Volk vergessen und Lovis fühlte sich kurz vollkommen von ihrer Situation abgelenkt. Natürlich hatte sie schonmal von Menschen aus Farynn von diesem kleinen Volk gehört. Doch was dahinter steckte, war ihr natürlich vollkommen fremd. Er konnte doch sicherlich kein vollkommen kleinwüchsiges Grüppchen von Leuten meinen ... oder gar irgendwelche Fabelwesen, oder doch? "Das kleine Volk?", fragte sie daher so freundlich wie möglich nach, doch ihre Stimme zitterte. Auch Hailey schien sich dafür zu interessieren, denn ihre Augen sahen mit einem Male entsprechend groß aus. Ihre Augenbrauen waren in die Höhe gesprungen, denn sie hatte etwas übrig für derlei (wie sie glaubte) "niedlichen" Aberglauben. "Könnt Ihr uns das kleine Volk mal zeigen? Ich würde so gerne daran glauben... doch unsere Priester sagen, das sei reinster Aberglaube!", erklärte sie ihm und die Art, wie sie sprach, zeigte ganz deutlich, dass sie sehr offen war für die Geschichte.
Endlich kam der Bursche mit dem Seil zurück und die beiden Wanderheilerinnen wurden wieder ganz aufgeregt.
Lovis streckte die Hände aus, als das Seilende in ihre Richtung geflogen kam. Naturgemäß versuchte sie, einen festen Stand zu bekommen, doch natürlich funktionierte das nicht. Ihre Beine klebten derart in der zähen Masse fest, an sicheren Stand nicht zu denken war. "Soll ich mir das Seil um den Leib binden?", fragte Lovis, denn sie hatte sofort Angst, dass die anderen zu fest ziehen und sie selbst das Gewicht nicht würde halten können. Doch Sean gab zunächst andere Anweisungen. Sie solle mit dem Ziehen warten - nagut, auch wenn es ihr schwerfiel.
Hailey indes half mit, das Seil um den Baum zu wickeln und beobachtete dann, wie Sean einen festen Knoten daran band. "Jetzt wird gleich alles gut, Lovis!", rief sie ihrer Ziehmutter zu. Dann bildeten sie schon eine Kette und begannen damit, sich mit ihrem Gewicht ins Seil zu stemmen. Lovis, die das andere Ende um ihre Hände gewickelt hatte, machte die Arme lang und versuchte, dem unangenehmen Ziehen ohne Klagen stand zu halten.
Der Zug auf dem Seil war so groß, dass die ältere Wanderheilerin sich mit diesem vornüber in die Luft legen musste.
Doch scheinbar hatte Hailey auf dem feuchten Untergrund ebenfalls keinen allzu guten Stand, denn sie fiel auf Cian drauf, dessen Beine sogleich mit denen von Sean kollidierten, bis sie alle drei auf dem Boden lagen. Der Zug am Seil endete derart abrupt, dass auch Lovis vornüber fiel. Glücklicherweise nicht mit dem gesamten Oberkörper oder gar mit dem Kopf in den Schlamm, aber statt bis über die Knie steckte sie nun bis unter den Brustkorb im Matsch, zog hilflos und keuchend die Hände aus dem kalten Schlamm und schnappte sich wieder das Seil, das sie bei der Aktion verloren hatte. Diesmal ohne auf eine Antwort zu warten, fing sie damit an, sich das Seil um den Körper zu binden, über der Brust und unter den Armen hindurch. Hailey rappelte sich hoch und versuchte, auch den Männern wieder aufzuhelfen. "Schnell, wir müssen es nochmal versuchen!" Sie schien es als ihre Aufgabe zu betrachten, die beiden jungen Männer zum Weitermachen zu bewegen.
