25-08-2024, 20:55 - Wörter:
Die Mitternachtsstunde war schon lange verstrichen, bald würde ein neuer Morgen anbrechen. Wie spät genau es war, das konnte Ariadne nicht sagen, sie hatte völlig die Zeit vergessen. Nachdem sich das Brautpaar kurz vor Mitternacht von den Feierlichkeiten zurückzog, verabschiedete sie sich ebenfalls von den Anwesenden. Sie hatte mit allen Gästen höflich Konversation getrieben, genau wie es von ihr erwartet wurde. Sie war nicht unbedingt jemand, dem gesellschaftliche Verpflichtungen übermäßig lästig waren, im Gegenteil, sie waren in diesen Zeiten eine willkommene Abwechslung. Doch bis ins Morgengrauen feiern, das war dann doch eher etwas für die jungen Leute. Da fühlte sie sich in ihrem Alter fehl am Platze. Schlafen gehen konnte sie allerdings auch noch lange nicht, also entschied sie sich, der Palastbibliothek einen Besuch abzustatten, die dürfte sie zu dieser Zeit mit Sicherheit ganz für sich alleine haben. Den Freuden des Lesens konnte sie seit ihrer Flucht aus Eastergold Meadow kaum noch nachgehen, was sie sehr bedauerte. Seit ihrer Kindheit war nämlich kaum ein Tag vergangen, an dem sie nicht irgendetwas gelesen hatte. Zunächst waren es vor allem alte Abenteuergeschichten, im Erwachsenenalter eher gelehrte Abhandlungen.
Nach Letzterem durchsuchte sie, mit einer Laterne in der Hand, nun die Regale der Bibliothek, in denen unzählige Schriftrollen und schwere Foliante lagerten. Im schwachen Lichtschein konnte sie kaum die Titel und Namen der Autoren erkennen, doch irgendwann stieß sie auf einen ihr bekannten alten Gelehrten, den Philosophen Aristomachos. Ein Gelehrter der fernen Vergangenheit, er lebte in der dunklen Zeit vor der Stiftung der Neuen Religion. Seine Lehren schienen aber durchaus mit der Lehre Heofaders kompatibel zu sein, was man daran erkannte, dass seine Schriften von Mönchen unzählige Male abgeschrieben wurden und so bis in die heutige Zeit erhalten blieben. Wie viele Gelehrte dagegen dem endgültigen Vergessen überantwortet wurden, darüber konnte man nur spekulieren.
Sie stellte ihre Laterne auf einem Tisch in unmittelbarer Nähe ab und versuchte, den schweren Folianten aus dem Regal zu wuchten, was kein sehr einfaches Unterfangen war. Sie war nie besonders kräftig gewesen und deshalb brauchte es mehrere Versuche, bis sie den Folianten so zu fassen bekam, dass sie ihn den kurzen Weg zum Tisch tragen konnte. Sie nahm auf einem der Sessel Platz und verschaffte sich einen ersten Überblick über den Folianten. Er deckte mehrere Wissensgebiete ab, darunter die Naturphilosophie, die Staatsphilosophie und die Ökonomie. Sie widmete sich zunächst der Staatsphilosophie und vertiefte sich mit der Zeit so sehr in die Ausführungen des Aristomachos zur Entstehung von Staaten und ihren Zielen, dass sie gar nicht bemerkte, wie jemand die Bibliothek betrat.
Nach Letzterem durchsuchte sie, mit einer Laterne in der Hand, nun die Regale der Bibliothek, in denen unzählige Schriftrollen und schwere Foliante lagerten. Im schwachen Lichtschein konnte sie kaum die Titel und Namen der Autoren erkennen, doch irgendwann stieß sie auf einen ihr bekannten alten Gelehrten, den Philosophen Aristomachos. Ein Gelehrter der fernen Vergangenheit, er lebte in der dunklen Zeit vor der Stiftung der Neuen Religion. Seine Lehren schienen aber durchaus mit der Lehre Heofaders kompatibel zu sein, was man daran erkannte, dass seine Schriften von Mönchen unzählige Male abgeschrieben wurden und so bis in die heutige Zeit erhalten blieben. Wie viele Gelehrte dagegen dem endgültigen Vergessen überantwortet wurden, darüber konnte man nur spekulieren.
Sie stellte ihre Laterne auf einem Tisch in unmittelbarer Nähe ab und versuchte, den schweren Folianten aus dem Regal zu wuchten, was kein sehr einfaches Unterfangen war. Sie war nie besonders kräftig gewesen und deshalb brauchte es mehrere Versuche, bis sie den Folianten so zu fassen bekam, dass sie ihn den kurzen Weg zum Tisch tragen konnte. Sie nahm auf einem der Sessel Platz und verschaffte sich einen ersten Überblick über den Folianten. Er deckte mehrere Wissensgebiete ab, darunter die Naturphilosophie, die Staatsphilosophie und die Ökonomie. Sie widmete sich zunächst der Staatsphilosophie und vertiefte sich mit der Zeit so sehr in die Ausführungen des Aristomachos zur Entstehung von Staaten und ihren Zielen, dass sie gar nicht bemerkte, wie jemand die Bibliothek betrat.
