05-09-2024, 20:47 - Wörter:
Es gefiel ihr, dass Elithea so langsam wieder zu Kräften kam und wieder am Leben um sie herum teilzunehmen versuchte. Ihr Kommentar zu dem Eintopf, der ihnen allen Rätsel aufgab, führte sogar zu einem Schmunzeln, das auf die Fürstin ansteckend wirkte. "Das sehe ich ganz genau so, aber Larissa ist dieser Gedanke eher schwierig zu vermitteln." Von der Sorge um ihre Gesundheit war sie auch ganz gerührt, auch wenn sie das nicht so zeigte. Sie war nie das, was man einen besonders herzlichen Menschen nannte, jemand, der durch seine Worte emotionale Wärme vermittelte. Das hieß natürlich nicht, dass ihr das Wohl ihrer Kinder nicht am Herzen lag aber in der Hinsicht war sie dann doch aristokratisch distanziert, wenn auch für die Verhältnisse ihres Standes immer überdurchschnittlich stark involviert in die Erziehung ihrer Kinder. Wo die meisten Familien sich darauf beschränkten, einen Tutor für den Erben zu engagieren und die Töchter sich mit Unterricht in Tanz und Etikette zufrieden geben mussten, war sie persönlich darum bemüht, ihren Kindern hilfreiche Lektionen mit auf den Weg zu geben, sowohl Endymion als auch Larissa und Elithea. Letztere schien diese Lektionen tatsächlich am bereitwilligsten aufzunehmen. Während Endymion mit seinen Gedanken immer woanders war und Larissa wenig Ambitionen zeigte, über die klassische Rolle einer jungen adligen Dame hinauszugehen, machte Elithea stets den Eindruck, der Lektion folgen zu wollen oder sie zumindest begriffen zu haben.
In einer Sache schien ihre jüngere Tochter den Ernst der Lage aber noch nicht völlig begriffen zu haben. In besseren Zeiten konnte man eine Tochter auch länger versorgen wenn sie noch keinen Ehemann hatte, in dessen Familie sie einheiratete. Sie selbst hat auch erst sehr spät geheiratet, mit 25. Für Larissa und Elithea kam es nun in dieser unsicheren Situation aber dringend darauf an, möglichst gut versorgt zu sein. "Sicher ist es noch etwas zu früh nach dieser ganzen Katastrophe, an einen Ehemann für dich oder für Larissa zu denken, aber es ist auch keine Sache, die wir endlos verschieben können. Eine gute Partie ist für eine junge Dame von Stand von absolut entscheidender Bedeutung. Ihr ganzes weiteres Leben hängt davon ab. Das können wir gut finden oder schlecht finden, es ändert nichts daran, dass das die Welt ist, in der wir leben." Das klang etwas strenger als sie es beabsichtigte, also fügte sie, was untypisch für sie war, noch hinzu: "Ich sage das nur weil ich will, dass du ein gutes Leben hast, frei von Sorgen, trotz all dem Unglück, das unsere Familie heimgesucht hat." Ihre Gesichtszüge wurden weicher bei diesen Worten und strahlten fast jene mütterliche Wärme aus, die sich Elithea wohl gewünscht hätte.
In einer Sache schien ihre jüngere Tochter den Ernst der Lage aber noch nicht völlig begriffen zu haben. In besseren Zeiten konnte man eine Tochter auch länger versorgen wenn sie noch keinen Ehemann hatte, in dessen Familie sie einheiratete. Sie selbst hat auch erst sehr spät geheiratet, mit 25. Für Larissa und Elithea kam es nun in dieser unsicheren Situation aber dringend darauf an, möglichst gut versorgt zu sein. "Sicher ist es noch etwas zu früh nach dieser ganzen Katastrophe, an einen Ehemann für dich oder für Larissa zu denken, aber es ist auch keine Sache, die wir endlos verschieben können. Eine gute Partie ist für eine junge Dame von Stand von absolut entscheidender Bedeutung. Ihr ganzes weiteres Leben hängt davon ab. Das können wir gut finden oder schlecht finden, es ändert nichts daran, dass das die Welt ist, in der wir leben." Das klang etwas strenger als sie es beabsichtigte, also fügte sie, was untypisch für sie war, noch hinzu: "Ich sage das nur weil ich will, dass du ein gutes Leben hast, frei von Sorgen, trotz all dem Unglück, das unsere Familie heimgesucht hat." Ihre Gesichtszüge wurden weicher bei diesen Worten und strahlten fast jene mütterliche Wärme aus, die sich Elithea wohl gewünscht hätte.
