11-09-2024, 20:16 - Wörter:
Warum fühlte es sich nur so an, als ob sie in Flammen verbrennen würde? Ihre Mutter richtete mit einer selbstgerechten Wut über sie, die Glynis nicht nur verletzte. Glynis wollte sie herausfordern, ihren Trotz und ihre Selbstgerechtigkeit brechen, um endlich die Selbstbestimmung zu finden, die ihr hier immer wieder verwehrt würde. Die Gläubigen von Heofader glaubten an eine ewige Verdammnis, sofern man sich von ihm entfernte und gegen seinen Schöpfungswillen agierte. Nicht zwingend war daran ein moralisches Gebot geknüpft, sondern viel mehr die Entfernung vom Göttlichen höchstselbst und genau das wurde Glynis gerade angetan. Man würde sie von dem trennen, was sie wirklich brauchte und wofür sie lebte: Teilnahme am sozialen Leben. Ihre eigene Mutter bestrafte sie für nichts anderes als den Wunsch, eine eigene Person zu sein. Glynis entschied sich in diesem Augenblick, dass ein weiteres Zusammenleben mit Alys nicht mehr möglich war. Keine Versuche mehr, eine Einigung zu erzielen oder auch nur im Ansatz seinen eigenen Willen zu verhandeln. Denn hier galt allein, was Alys für richtig befand und was sie sagte, war nun mehr Gebot. Wenn dies nun die Gebote waren, würde Glynis sie brechen müssen. Sie nahm sich insgeheim vor, nicht ihr Schweigegelübde abzulegen und so die große Göttin nicht aufzubringen, wenn sie versagen musste. Glynis wusste um ihr eigenen Geisteszustand und sie war sich sehr sicher, dass sie diese Strafe nicht tragen konnte. Wenn sie das Gelübde öffentlich brechen würde, hätte ihre Mutter wieder einmal etwas gegen sie in der Hand und könnte sie nicht nur mit dem Zorn der Gemeinschaft heimsuchen, sondern auch jedweden Glauben an das Gute gegen sie verwenden.
Es war aus Glynis Sicht ein böser Plan, der eine ebenso perfide Gegenwehr verlangte. "Ich werde verbüßen, was die große Göttin und wahre Mutter für mich erachtet," antwortete sie etwas theatralisch und berief sich auf eine Autorität, die größer war als Alys. Immerhin war Alys nicht die große Göttin selbst und letztlich waren auch ihre Urteile nur Interpretationen eines möglichen Göttlichen. Glynis fuhr sich wütend durch die Haare, so dass diese verwirbelten und wild abstand. Glynis kämpfte um ihre Würde, ihr eigenes Ansehen, vor sich selbst aber auch vor ihrer Mutter, die sehen sollte, dass sie sich nicht ohne Widerstand unterwarf. Sie kannte die Prophezeihungen und die geheimenm Riten, so dass Alys nicht alles gegen sie richten konnte, was dieser Hain verbarg. Glynis atmete wütend und beherzt ein sowie aus. Viel mehr rang sie inzwischen mit sich selbst als mit ihrer Mutter um diesen Augenblick. Alys war kalt und nachgiebig, so dass Glynis jene Haltung nur spiegelte. Glynis nahm sich vor ein Feuerritual abzuhalten und ein göttliches Urteil für sich zu erzwingen. Dieses konnte nicht einmal Alys hintergehen oder in böser Absicht wandeln. Glynis wusste sehr wohl, wie die Riten und Rituale dieses Ortes funktionierten. Leider war sie ebenso gut darin, wie ihre Mutter und leider auch ebenso gut darin, einen möglichen Ausgang eines Ritus zu beeinflussen.
"Die Göttin wird entscheiden," meinte sie nur und gab nicht zwingend zu, dass sie das Gelübde dadurch hintertreiben würde. Wenn die Göttin ein klares Zeichen aussprach, dass sie gehen sollte, würde ein Gelübde zeitlich nicht mehr möglich sein, weil sie dann alsbald aufbrechen müsste. Alys hatte Glynis verloren, denn Glynis trennte sich gerade von dem Gedanken, eine echte Mutter finden zu können. Sie glaubte nicht einmal mehr daran, dass dieser Hain ein dauerhaftes Zuhause sein konnte. Das große Mögliche, die Außenwelt, und ein Weg mit der Göttin im Herzen, außerhalb von persönlichen Einflüssen durch Alys, schienen ihr nun deutlich notwendiger und Glynis glaubte viel mehr daran, dass sie hier nicht mehr atmen konnte und alle Zeichen für sie gesetzt waren, auf die große Wanderschaft zu gehen. Sie war dieser ständigen Kämpfe mit Alys und ihren Gesellinnen so überdrüssig. "Du hast gewonnen," sagte sie und ging die letzten Schritte zur Tür. "Ich wünsche dir ein angenehmes Leben, wie du es dir immer erträumt hast aber ich bin nicht mehr Teil davon," offenbarte sie ihren tiefen Gedanken, der inzwischen so klar war, dass sie nicht anders konnte, als ihn auszusprechen. Dies tat sie jedoch nicht mehr in Wut oder Zorn, sondern mit einer trauernden Traurigkeit in der Stimme und im Angesicht. Ihre Augen wurden glasig, fanden jeweils zwei Tränen für das was hätte sein können und nun mehr blieb nur Abschied.
Es war aus Glynis Sicht ein böser Plan, der eine ebenso perfide Gegenwehr verlangte. "Ich werde verbüßen, was die große Göttin und wahre Mutter für mich erachtet," antwortete sie etwas theatralisch und berief sich auf eine Autorität, die größer war als Alys. Immerhin war Alys nicht die große Göttin selbst und letztlich waren auch ihre Urteile nur Interpretationen eines möglichen Göttlichen. Glynis fuhr sich wütend durch die Haare, so dass diese verwirbelten und wild abstand. Glynis kämpfte um ihre Würde, ihr eigenes Ansehen, vor sich selbst aber auch vor ihrer Mutter, die sehen sollte, dass sie sich nicht ohne Widerstand unterwarf. Sie kannte die Prophezeihungen und die geheimenm Riten, so dass Alys nicht alles gegen sie richten konnte, was dieser Hain verbarg. Glynis atmete wütend und beherzt ein sowie aus. Viel mehr rang sie inzwischen mit sich selbst als mit ihrer Mutter um diesen Augenblick. Alys war kalt und nachgiebig, so dass Glynis jene Haltung nur spiegelte. Glynis nahm sich vor ein Feuerritual abzuhalten und ein göttliches Urteil für sich zu erzwingen. Dieses konnte nicht einmal Alys hintergehen oder in böser Absicht wandeln. Glynis wusste sehr wohl, wie die Riten und Rituale dieses Ortes funktionierten. Leider war sie ebenso gut darin, wie ihre Mutter und leider auch ebenso gut darin, einen möglichen Ausgang eines Ritus zu beeinflussen.
"Die Göttin wird entscheiden," meinte sie nur und gab nicht zwingend zu, dass sie das Gelübde dadurch hintertreiben würde. Wenn die Göttin ein klares Zeichen aussprach, dass sie gehen sollte, würde ein Gelübde zeitlich nicht mehr möglich sein, weil sie dann alsbald aufbrechen müsste. Alys hatte Glynis verloren, denn Glynis trennte sich gerade von dem Gedanken, eine echte Mutter finden zu können. Sie glaubte nicht einmal mehr daran, dass dieser Hain ein dauerhaftes Zuhause sein konnte. Das große Mögliche, die Außenwelt, und ein Weg mit der Göttin im Herzen, außerhalb von persönlichen Einflüssen durch Alys, schienen ihr nun deutlich notwendiger und Glynis glaubte viel mehr daran, dass sie hier nicht mehr atmen konnte und alle Zeichen für sie gesetzt waren, auf die große Wanderschaft zu gehen. Sie war dieser ständigen Kämpfe mit Alys und ihren Gesellinnen so überdrüssig. "Du hast gewonnen," sagte sie und ging die letzten Schritte zur Tür. "Ich wünsche dir ein angenehmes Leben, wie du es dir immer erträumt hast aber ich bin nicht mehr Teil davon," offenbarte sie ihren tiefen Gedanken, der inzwischen so klar war, dass sie nicht anders konnte, als ihn auszusprechen. Dies tat sie jedoch nicht mehr in Wut oder Zorn, sondern mit einer trauernden Traurigkeit in der Stimme und im Angesicht. Ihre Augen wurden glasig, fanden jeweils zwei Tränen für das was hätte sein können und nun mehr blieb nur Abschied.
